Elgato Key Light Air MK.2 Test: 15-Zoll-Panel mit Focus Grid

Silvia Hühn
Silvia Hühn · 11 Min. Lesezeit
Elgato Key Light Air MK.2 im Test - Verpackung der Leuchte und des Focus Grid auf dem Schreibtisch

Elgato und Streaming-Beleuchtung – das gehört seit Jahren zusammen. Jetzt hat der Hersteller sein beliebtes Key Light Air neu aufgelegt. Und zwar so gründlich, dass eigentlich nur der Name geblieben ist, denn aus dem kompakten 20-Zentimeter-Panel mit Standfuß wird ein 15-Zoll-Panel mit Tischklemme, während die Helligkeit von 1.400 auf bis zu 2.100 Lumen steigt. Dazu kommen Touch-Bedienung am Gerät und flexible Stromversorgung per USB, und passend dazu schickt Elgato mit dem Focus Grid erstmals einen Lichtformer für die Air-Reihe ins Rennen. Offiziell hört die Neuauflage auf den Namen Key Light Air MK.2. In unserem Elgato Key Light Air MK.2 Test schauen wir uns das neue Panel samt Wabenraster genauer an. Einen Haken verrät schon das Datenblatt: Für die volle Helligkeit braucht die Leuchte eine ausreichend starke Stromquelle, doch im regulären Lieferumfang fehlt ein Netzteil.

Technische Daten zum Elgato Key Light Air MK.2

Produkt Elgato Key Light Air MK.2 + Focus Grid
Gerätetyp Edge-Lit-LED-Panel (15 Zoll) für Schreibtischmontage
Helligkeit bis zu 2.100 Lumen, abhängig von der Stromquelle
Farbtemperatur 2.900 bis 7.000 K, stufenlos
Farbwiedergabe (CRI) über 94 %
Leistungsaufnahme bis zu 30 W
Stromversorgung USB-C-Anschluss, PD-kompatibles Netzteil oder PD-kompatible Powerbank; kein Netzteil im Lieferumfang
Steuerung Touch-Bedienelemente mit Presets, Control Center per USB, Bluetooth oder WLAN, Stream-Deck-Support
Verbindung WLAN 2,4/5 GHz, Bluetooth, USB
Montage Tischklemme (60–88 cm Höhe), 3× 1/4-Zoll-Gewinde, MagSafe-Ring
Maße / Gewicht 319 × 207 × 33 mm, 735 g (nur Panel)
Lieferumfang Panel, USB-C-Kabel (250 cm), Tischhalterung mit Klemme, Kurzanleitung
Preis (zum Testzeitpunkt) 149,99 €; Creative Bundle mit Focus Grid: 164,99 € (auf der Herstellerseite)

Lieferumfang & Aufbau

Elgato wirbt seit einiger Zeit mit nahezu plastikfreien Verpackungen – nach eigenen Angaben liegt die Quote bei 95 Prozent. Bei uns übertrifft die Realität sogar die Werbung: Pappe hält die Teile an Ort und Stelle, selbst das Panel und die Kleinteile stecken in Papier- und leichten Papphüllen. Kein Plastik, so weit das Auge reicht. Der Nachhaltigkeits-Gedanke setzt sich am Gerät fort: Laut Typenschild besteht das Gehäuse zur Hälfte aus Recyclingmaterial.

Im Karton der Key Light Air befinden sich:

  • Key Light Air MK.2 (LED-Panel)
  • Tischhalterung mit Klemme
  • USB-C-auf-USB-C-Kabel (250 cm)
  • Quick Start Guide

Das Focus Grid kommt separat in einem flachen Pappkarton mit eigener Kurzanleitung. Ein Netzteil gehört dagegen nicht zum regulären Lieferumfang. Für unseren Test hat Elgato uns das passende P30-Netzteil deshalb separat nachgeliefert. Wer die Key Light Air MK.2 kauft und noch kein ausreichend starkes USB-C-PD-Netzteil besitzt, muss es zusätzlich bestellen. Für die volle Helligkeit sollte die Stromquelle dabei mindestens 30 Watt bereitstellen. Da außerdem nur ein USB-C-auf-USB-C-Kabel beiliegt, lassen sich ältere USB-A-Netzteile ohne zusätzliches Kabel nicht anschließen.

Lieferumfang der Elgato Key Light Air MK.2 mit Panel, Tischklemme, USB-C-Kabel und Focus Grid
Beide Kartons ausgepackt: Panel, Klemmhalterung, USB-C-Kabel, Anleitung – und links das Focus Grid. Ein Netzteil ist leider nicht im Lieferumfang enthalten.

Der Aufbau folgt einem simplen Prinzip: Klemme an die Tischkante schrauben, Teleskopstange einsetzen, Panel aufstecken, fertig. Eine Einschränkung gab es bei unserem höhenverstellbaren Schreibtisch: Wegen der Schiene unter der Platte passt die Klemme dort nicht ganz. Schlimm ist das nicht, die Auflagefläche ist groß genug und die Konstruktion sitzt wackelfrei. Wer einen Tisch mit Unterbau hat, sollte die Kante trotzdem vorab kurz prüfen. Ein durchdachtes Detail fällt beim Einstellen auf: Auf der Stange ist eine Zentimeter-Skala aufgedruckt. Die einmal gefundene Wunschhöhe lässt sich damit jederzeit exakt wiederherstellen, etwa nach einem Transport oder Umbau.

Was ist neu? Fast alles

Der Namenszusatz ist Programm: Mit dem alten Key Light Air von 2020 hat die MK.2 wenig gemein. Das Panel wächst von 20,5 Zentimetern Kantenlänge auf 15 Zoll Diagonale – also 38 cm –, während die Helligkeit von 1.400 auf bis zu 2.100 Lumen springt. Damit rückt die Air-Klasse nah an das große Key Light heran, das wir mit seinen 2.800 Lumen bereits getestet haben.

Die zweite große Änderung betrifft die Montage, denn der freistehende Standfuß des Vorgängers weicht einer Tischklemme mit Teleskopstange. Das spart Stellfläche auf dem Schreibtisch und bringt das Licht höher über die Kamera. Drittens hört die Leuchte endlich auch ohne App: Ein Touch-Bedienfeld am Gerät erlaubt schnelle Anpassungen direkt am Panel, wohingegen beim Vorgänger an der Control-Center-App kein Weg vorbeiführte.

Die vierte Neuerung ist die flexible Stromversorgung per USB-C. Die MK.2 lässt sich an einem USB-C-Port sowie mit einem PD-Netzteil oder einer PD-Powerbank betreiben, sodass sie deutlich mobiler als das bisherige Key Light Air und das große Key Light ist. Es gibt aber einen wichtigen Haken: Die Helligkeit hängt direkt an der Stromquelle. Elgato schlüsselt das transparent auf:

Stromquelle Helligkeit
ab 27 W (z. B. P30-Netzteil) ca. 2.100 Lumen (100 %)
ab 20 W ca. 1.270 Lumen (80 %)
ab 15 W ca. 750 Lumen (60 %)
ab 7,5 W ca. 400 Lumen (40 %)
unter 7,5 W ca. 180 Lumen (20 %)

Wie ernst es Elgato mit dieser Staffelung meint, haben wir auch erlebt. Direkt am USB-Port unseres Rechners begrenzte die App die Leuchte auf 20 Prozent, also 180 Lumen. Nach Elgatos Tabelle entspricht diese Stufe einer Stromversorgung mit weniger als 7,5 Watt; ab 7,5 Watt sind rund 400 Lumen vorgesehen. Immerhin kommuniziert die App das vorbildlich transparent und blendet den Hinweis samt Begrenzung direkt ein. Die gute Nachricht: Ein spezielles Elgato-Netzteil braucht es nicht zwingend. Wer ein modernes PD-Ladegerät mit ausreichend Watt besitzt, spart sich den P30-Zukauf also unter Umständen komplett.

Erfreulich ist dagegen die neue Verbindungsvielfalt: Die App-Steuerung läuft wahlweise per WLAN, Bluetooth oder direkt über USB. Gerade die WLAN-Kopplung war beim Vorgänger eine häufige Fehlerquelle.

Und die Rückseite hält gleich mehrere Befestigungswege bereit. Drei 1/4-Zoll-Gewinde stehen zur Wahl: eines zentral für die mitgelieferte Stange, zwei weitere an der Unterkante für Stative oder alternative Halterungen. Dazu sitzt dort ein MagSafe-Ring für magnetische Halterungen. Wer das Panel abseits der Tischklemme montieren will, hat also reichlich Optionen.

Rückseite der Elgato Key Light Air MK.2 mit drei 1/4-Zoll-Gewinden, USB-C-Port und MagSafe-Fläche
Drei 1/4-Zoll-Gewinde auf der Rückseite: eins zentral, zwei an der Kante – so sitzt das Panel wahlweise auf der Stange, auf Stativen oder in anderer Ausrichtung.

Control Center & Stream Deck: Das Ökosystem

Gesteuert wird die Leuchte wie gewohnt über Elgatos Control-Center-App für Windows, macOS, iOS und Android. Dort lassen sich Helligkeit und Farbtemperatur stufenlos regeln, auch mehrere Leuchten gruppiert die Software zentral. Der eigentliche Trumpf ist aber die Stream-Deck-Integration. Licht an, Helligkeit hoch, Preset wechseln – all das wandert auf physische Tasten. Wer bereits im Elgato-Ökosystem steckt, bindet die neue Air nahtlos ein. Die Einrichtung lief bei uns echt unkompliziert. Die Control-Center-App findet die Leuchte per Bluetooth, danach wird einmalig der WLAN-Schlüssel eingegeben. Fertig war die Kopplung. Vom WLAN-Frust des Vorgängers ist nichts mehr zu spüren. Der Bluetooth-Zwischenschritt macht die alte Einricht-Prozedur überflüssig. Für die drahtlose Kopplung sitzt auf der Rückseite zudem eine eigene Wi-Fi-Taste.

Kopplungsdialog der Control-Center-App mit Bluetooth-Option für die Key Light Air MK.2
Erst Bluetooth, dann WLAN-Schlüssel: Die Einrichtung ist in wenigen Minuten erledigt.

Erster Eindruck: Licht an

Bei der Verarbeitung bleibt Elgato seiner Linie treu: Alles sitzt sauber und nichts knarzt. Trotz seiner Größe ist das Panel dabei erstaunlich leicht, was der Mechanik entgegenkommt, denn Stange und Gelenk halten es mühelos in jeder Position. Richtig spannend wird es aber erst nach dem Einschalten. Das Edge-Lit-Panel liefert ein großflächiges, weiches Licht, bei dem keine einzelnen LEDs durchscheinen. Stattdessen verteilt die Multi-Layer-Diffusion die Helligkeit gleichmäßig über die gesamte Fläche, sodass es keine sichtbaren Hotspots gibt.

Und von dieser Fläche kommt ordentlich was runter. Die 2.100 Lumen sind eine Ansage: Auf voller Stufe leuchtet die Air auch größere Schreibtisch-Setups problemlos aus, während für den normalen Videocall dagegen ein Bruchteil davon genügt. Dazwischen lässt sich die Helligkeit fein auf die Situation abstimmen. Gleiches gilt für die Farbtemperatur, die von warmweißem Licht bis zu kühlem Tageslichtweiß reicht: vom gemütlichen Abendstream bis zum Büro-Look ist damit alles drin.

Auch das Touch-Panel macht seinen Job. Über die Touch-Flächen lassen sich Helligkeit und Farbtemperatur direkt am Panel einstellen. Die Bedienung reagiert zuverlässig und macht die App für schnelle Anpassungen überflüssig. Gerade wer die Leuchte spontan für einen Videocall einschaltet, spart sich so den Griff zum Smartphone.

Touch-Bedienfeld an der Unterkante der Elgato Key Light Air MK.2 mit Tasten für Helligkeit und Farbtemperatur
An der Unterkante sitzen die Touch-Flächen: Plus und Minus regeln die Helligkeit, die Punkt-Symbole die Farbtemperatur.

Der wichtigste Test ist und bleibt aber der Blick durch die Webcam. Schaltet man die Key Light Air dazu, ändert sich das Bild deutlich: Das Gesicht wird gleichmäßiger ausgeleuchtet, das Bildrauschen nimmt sichtbar ab und die Kamera muss die fehlende Helligkeit nicht mehr so stark elektronisch ausgleichen. Genau dieser Unterschied zeigt, wie stark eine passende Beleuchtung die Bildqualität beim Streaming oder im Videocall verbessern kann.

Focus Grid: Das Wabenraster für gerichtetes Licht

Kommen wir zum spannendsten Teil unseres Elgato Key Light Air MK.2 Tests: dem Zubehör. Das Focus Grid ist ein Lichtformer mit Wabenstruktur, den Elgato erstmals für die Air-Reihe anbietet. Solche Raster kennt man aus der Foto- und Videowelt, da sie das Licht in eine Richtung bündeln und Streulicht zu den Seiten reduzieren.

Eine Neuheit ist das Grid obendrein: Für die Air-Reihe bietet Elgato mit dem Focus Grid erstmals einen eigenen Lichtformer an. Kompatibel ist das Raster laut Verpackung ausschließlich mit der MK.2, sodass Besitzer älterer Modelle außen vor bleiben.

Die Montage ist simpel, denn das flexible Raster haftet magnetisch am Panel und sitzt nach dem Auflegen sofort fest. Genauso schnell ist es für den Wechsel wieder abgenommen. In der Praxis verändert das Grid das Licht spürbar. Der Raum hinter und neben der Leuchte bleibt deutlich dunkler, während sich das Licht auf das Gesicht konzentriert. Wer die Leuchte im Blickfeld hat, wird zudem weniger geblendet. Dafür geht etwas Helligkeit durch das Raster verloren. Bei 2.100 Lumen Reserve ist das aber verschmerzbar.

Interessant ist das Grid vor allem für alle, die im selben Raum streamen und wohnen. Weniger Streulicht bedeutet weniger erhellte Wände, weniger Reflexionen im Monitor und ein ruhigeres Gesamtbild. Wer dagegen den ganzen Raum als weiche Lichtquelle nutzen will, lässt das Raster einfach weg.

Für wen lohnt sich das Setup?

Die Zielgruppe ist breiter, als der Streaming-Stempel vermuten lässt. Klar, Streamer und YouTuber sind die Kernklientel – für sie ist ein Key Light ohnehin Pflichtausstattung. Genauso profitieren aber alle, die regelmäßig in Videocalls sitzen. Der Unterschied zwischen Deckenlampe und gerichtetem Key Light ist im Teams-Meeting genauso sichtbar wie auf Twitch. Und dank USB- und Powerbank-Betrieb taugt die neue Air sogar als mobiles Licht für Aufnahmen abseits des Schreibtischs.

Das Focus Grid richtet sich dagegen an eine speziellere Gruppe. Wer in einer Ecke des Wohnzimmers streamt und den Rest des Raums dunkel halten will, bekommt hier das passende Werkzeug. Je nach Positionierung können auch Reflexionen auf Monitoren oder Brillengläsern geringer ausfallen. Reine Gelegenheits-Caller können sich den Aufpreis dagegen sparen.

Wo steht die neue Air?

Mit dem Sprung auf 15 Zoll und 2.100 Lumen schiebt sich die neue Air zwischen die bisherigen Modelle. Das große Elgato Key Light aus unserem Test bleibt mit 2.800 Lumen das Flaggschiff für maximale Leuchtkraft. Die neue Air kontert mit Touch-Bedienung, USB-Betrieb und dem optionalen Focus Grid – Features, die das große Modell nicht bietet. Das alte Key Light Air wurde von Elgato bereits eingestellt. Wer zwischen beiden Key-Light-Größen schwankt, entscheidet also künftig eher zwischen roher Leuchtkraft und moderner Ausstattung.

Ein praktischer Hinweis für den Kauf: Händler dürften noch eine Weile Restbestände des alten Key Light Air von 2020 führen, sodass der schnellste Check der Namenszusatz „MK.2“ ist – wobei alternativ „15 Zoll“ oder „2.100 Lumen“ die Neuauflage verraten. Bei „1.400 Lumen“ und freistehendem Standfuß liegt das alte Modell im Warenkorb, weshalb gerade bei vermeintlichen Schnäppchen der zweite Blick lohnt. Zum Testzeitpunkt bietet Elgato die MK.2 außerdem als „Lights only“-Variante ohne Halterung an, während sie auch in Bundles mit Focus Grid oder Netzteil erhältlich ist.

Fazit zum Elgato Key Light Air MK.2 Test

Die Neuauflage des Key Light Air ist deutlich mehr als ein Facelift, denn durch ein größeres Panel, mehr Licht, Touch-Bedienung, USB-Betrieb und erstmals einen passenden Lichtformer hat Elgato an den richtigen Stellen nachgelegt. Im Test überzeugt vor allem das weiche, großflächige Licht, aber auch die neue Flexibilität bei Montage und Stromversorgung fällt positiv auf. Das Focus Grid rundet das Paket zusätzlich ab – vor allem für alle, die ihr Licht gezielt lenken wollen, statt den Raum zu fluten. Allerdings bleibt ein deutlicher Kritikpunkt beim Lieferumfang: Im normalen Paket fehlt ein Netzteil. Das für unseren Test verwendete P30-Netzteil wurde uns von Elgato separat nachgeliefert und muss daher regulär zusätzlich gekauft werden.

Gold Award für Elgato Key Light Air MK.2 - 08/2026ElgatoKey Light Air MK.208/2026

VORTEILE

  • Helligkeit bis zu 2.100 Lumen
  • Flexible USB-C-Stromversorgung mit PD-Unterstützung
  • Touch-Bedienung direkt am Gerät ohne App-Zwang
  • Tischklemme spart Platz und ermöglicht variable Höhe
  • Nahezu plastikfreie Verpackung mit 95 Prozent Quote
  • Vielseitige Verbindung per WLAN, Bluetooth oder USB

NACHTEILE

  • Am Computer-USB nur circa 400 Lumen verfügbar
  • Zusätzliches P30-Netzteil muss extra gekauft werden

Detailbewertung

Lichtqualität94
Montage & Verarbeitung94
Zubehör & Lieferumfang85
Bedienung & Flexibilität92
Preis-Leistungs-Verhältnis90

Fazit

Das Key Light Air MK.2 ist ein durchdachtes Update zum Vorgänger mit deutlich mehr Lichtleistung, flexibler USB-Stromversorgung und cleverer Tischklemme. Für Streamer und Creator eine klare Empfehlung - allerdings sollte man das Netzteil gleich mitbestellen.

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