Mit FOSSiBOT FBP1200 bringt FOSSiBOT ein Komplettsystem für Balkonkraftwerke auf den Markt, das Wechselrichter, Solarladeregler und Batteriespeicher in einem einzigen Gehäuse vereint. Die Idee: kein Zusammenstecken mehrerer Komponenten, kein Elektriker nötig – einfach anschließen, mit Solarmodulen verbinden und loslegen. Zusätzlich verspricht FOSSiBOT dank App-gestütztem Energiemanagement automatisierte Ladezyklen nach Strompreis, eine Anbindung an dynamische Tarife sowie eine Notstromfunktion bei Stromausfall. Das Gerät richtet sich damit nicht nur an Einsteiger, die einfach nur Stromkosten sparen wollen, sondern auch an technikaffine Nutzer, die ihr Zuhause teilautark mit Notstromreserve ausstatten möchten. Ob das im Alltag hält, was das Marketing verspricht, schauen wir uns im Detail an.
Technische Daten des FOSSiBOT FBP1200
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Modell | FOSSiBOT FBP1200 |
| Kapazität (Grundgerät) | 1958 Wh (102 Ah / 19,2 V) |
| Maximale Kapazität (mit 4 Erweiterungsbatterien) | 9790 Wh |
| Zelltechnologie | LiFePO4 (EVE, EV-Grade) |
| Lebensdauer | 6.000 Ladezyklen bis 80 % Restkapazität, 10 Jahre Garantie, 17+ Jahre Lebensdauer laut Hersteller |
| AC-Ausgang (Netzeinspeisung) | max. 800 W (Standard), bis 2400 W nach Freigabe des Netzbetreibers |
| AC-Ausgang (Insel-/Notstrombetrieb) | max. 1200 W |
| PV-Eingang | max. 2000 W, bis zu 6 SP420-Module anschließbar |
| AC-Ladeeingang | max. 1200 W |
| USB-Ausgänge | 1× USB-A (QC 3.0, 18 W), 1× USB-C (PD, 100 W) |
| Konnektivität | Bluetooth, WLAN (2,4 GHz) |
| Schutzklasse | IP65 (staub- und wassergeschützt) |
| Betriebs- und Ladetemperatur | -20 °C bis 55 °C |
| Abmessungen (Grundgerät) | 47,6 × 30,8 × 25,7 cm |
| Gewicht (Grundgerät) | 24,5 kg |
| Parallelschaltung | Bis zu 4 Einheiten netzgekoppelt kombinierbar, max. 4800 W Gesamteinspeisung |
| Zertifizierungen | FCC, CE, PSE, RoHS, UN38.3, MSDS |
| Preis (UVP) | 699 € |
Lieferumfang des FOSSiBOT FBP1200
- FOSSiBOT FBP1200 Grundgerät
- Ausgangskabel mit Doppelsteckdose
- AC-Kabel mit Stecker (5 m)
- L-förmige Wandmontagehalterung
- Montageschlüssel für die Balkoninstallation
- 4× M5×60 selbstschneidende Dübelschrauben
- 4× M5×10 Kreuzschlitzschrauben
- Sicherheits- und Bedienungsanleitung
Design und Verarbeitung des FOSSiBOT FBP1200
Die FBP1200 kommt in einem robusten, wettergeschützten Gehäuse mit IP65-Zertifizierung – ein wichtiges Detail, da das Gerät ausdrücklich für den Außeneinsatz an Balkon, Terrasse oder Flachdach konzipiert ist.
Die Kühlung erfolgt passiv über natürliche Konvektion, es gibt also keine Lüftergeräusche, was im Wohnumfeld ein spürbarer Vorteil gegenüber vielen aktiv gekühlten Speicherlösungen ist.
Das Gehäuse ist modular aufgebaut: Erweiterungsbatterien lassen sich einfach aufstapeln, ohne zusätzliche Verkabelung – FOSSiBOT vergleicht das treffend mit dem Stapeln von Bausteinen.

Die Verarbeitung macht insgesamt einen wertigen Eindruck, was angesichts des Einsatzortes im Freien auch notwendig ist: Dichtungen, Kabeldurchführungen und die Wandhalterung wirken auf Langlebigkeit ausgelegt.
Mit 24,5 kg Gewicht lässt sich das Gerät dank der beiden Handgriffe kurze Strecken tragen. Für die Wandmontage solltet ihr euch aber eine zweite Person zur Unterstützung an die Seite holen. Die optionalen Erweiterungsbatterien wiegen übrigens ca. 16,5 kg.
Display und Bedienelemente
Am Gerät selbst sitzt ein übersichtliches Display, das auf einen Blick die wichtigsten Betriebsdaten anzeigt: PV-Eingangsleistung, Gesamteingangsleistung, Akkustand in Prozent samt Balkenanzeige, aktuelle Netzeinspeiseleistung, den Status Insel- oder Netzbetrieb sowie Warnhinweise bei Überhitzung oder zu niedriger Akkutemperatur.
Hinzu kommen Statussymbole für Bluetooth- und WLAN-Verbindung, aktive EPS- bzw. USV-Funktion (unterbrechungsfreie Stromversorgung), den Heizmodus, angebundene Smart-Meter oder Smart-Sockets sowie eine Anzeige für Parallelschaltungen mit weiteren Einheiten. Auf der Ausgangsseite werden AC-, USB-C- (PD) und USB-Leistung sowie die Gesamtausgangsleistung dargestellt.
Bedient wird das Gerät über vier separate Schalter: einen Hauptschalter, einen Schalter für den Insel-/Notstrombetrieb, einen Schalter zum Zu- oder Abschalten der Netzeinspeisung sowie einen eigenen USB-Schalter. Diese physische Trennung ist im Alltag praktisch, weil sich beispielsweise die Netzeinspeisung gezielt deaktivieren lässt, ohne die USB-Ladefunktion oder den Notstrombetrieb zu beeinträchtigen.
Installation und Einrichtung
FOSSiBOT wirbt mit einem Plug-and-Play-Prinzip und tatsächlich ist der Aufbau unkompliziert. Wer will, montiert zunächst die Wandhalterung und hängt das Gerät ein. Natürlich lässt es sich auch bedenkenlos auf den Boden stellen. Anschließend schließt man die Solarmodule per PV-Eingang an. Nun noch AC-Kabel in die Steckdose – fertig. Wichtig für Deutschland: Die Standard-Netzeinspeisung ist auf 800 W begrenzt, was der aktuellen Regelung für Balkonkraftwerke entspricht.
Eine Erhöhung auf bis zu 2400 W ist laut Hersteller nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Netzbetreiber respektive den örtlich gültigen Vorschriften zulässig und primär für Nutzer mit größerem Eigenverbrauch und entsprechender Genehmigung gedacht. Wie bei jedem Balkonkraftwerk gilt aber: Die Anmeldung im Marktstammdatenregister ist verpflichtend.
App und Smart-Funktionen (HEMS)
Herzstück des Systems ist die FOSSiBOT-App für iOS und Android. Über diese lässt sich das Balkonkraftwerk bequem steuern.
Die App verspricht:
- Preisoptimiertes Laden/Entladen: Anbindung an dynamische Stromtarife bei über 700 Anbietern in 32 europäischen Märkten, um automatisch bei niedrigen Preisen zu laden und bei hohen Preisen aus dem Speicher zu versorgen.
- Peak Shaving & Valley Filling: Der Speicher lädt in Schwachlastzeiten und gibt die Energie in Spitzenlastzeiten wieder ab, ähnlich einem automatisierten Energie-Asset-Manager fürs Zuhause.
- Reaktion auf negative Strompreise: Bei negativen Preisen soll das System gezielt nachladen und so von Marktphasen profitieren, in denen Strom faktisch verschenkt wird.
- Verhalten an bewölkten Tagen: Bei geringem Solarertrag lädt das System stattdessen zu günstigen Netzzeiten und entlädt bei teuren Zeiten, sodass die Ersparnis auch ohne viel Sonne stabil bleiben soll.
- Echtzeit-Monitoring: In Kombination mit FOSSiBOT-Smart-Plugs oder Shelly-3EM- bzw. Shelly-Pro-3EM-Zählern lässt sich der Hausverbrauch in Echtzeit verfolgen, wodurch Energieverschwendung sichtbar wird.
- Priorisierte Energiequellen: Das System nutzt laut Hersteller zuerst Solarenergie, dann den Batteriespeicher und erst zuletzt Netzstrom, um die Kosten zu minimieren.
Wichtig zu wissen: Für die Anbindung an Strompreisplattformen können laut Hersteller zusätzliche Kosten durch Drittanbieter entstehen – das ist nicht direkt in der FOSSiBOT-App enthalten, sondern hängt vom jeweiligen Tarifanbieter ab. Wer keinen dynamischen Stromtarif nutzt, verzichtet damit auf einen Teil des Einsparpotenzials, profitiert aber weiterhin von der reinen Notstrom- und Speicherfunktion.
Die App tut was sie soll, kann aber nicht wirklich mit den Softwarelösungen von Marktgrößen wie Zendure oder Anker SOLIX mithalten. Das gilt in erster Linie für die Übersicht. Insbesondere Neulinge im Bereich der Energiespeichersysteme müssen hier eine gewisse Einarbeitungszeit in Kauf nehmen. Hinzu kommen etwas nervige Lokalisierungsprobleme wie gelegentliche Übersetzungsfehler. Hier muss FOSSiBOT zukünftig Updates nachlegen.
Leistung im Alltag
Im Netzbetrieb liefert der FBP1200 bis zu 800 W an Einspeiseleistung – das ist der in Deutschland aktuell zulässige Rahmen für Balkonkraftwerke. Bei einem Stromausfall schaltet das System laut Hersteller innerhalb von 1 ms in den Inselbetrieb (Off-Grid) und stellt dann bis zu 1200 W bereit, was für den Betrieb wichtiger Geräte wie Kühlschrank, Router, Beleuchtung oder Ladegeräte ausreichen sollte.

Diese unterbrechungsfreie Umschaltung funktioniert ähnlich einer klassischen USV, nur eben mit deutlich mehr nutzbarer Kapazität im Hintergrund. Der PV-Eingang verkraftet bis zu 2000 W, wobei FOSSiBOT empfiehlt, bis zu sechs SP420-Solarmodule mit identischer Spezifikation anzuschließen.
Bei optimaler Sonneneinstrahlung und voller Modulbestückung soll eine volle Ladung laut Hersteller in rund einer Stunde möglich sein. Wer die vollen 2000 W PV-Leistung nutzen will, sollte allerdings über mindestens eine Erweiterungsbatterie nachdenken, damit der Solarertrag auch tatsächlich gespeichert werden kann, statt ungenutzt zu verpuffen.
Für kalte Wintertage ist eine Batterieheizung integriert: Wird unterhalb von 0 °C geladen, aktiviert sich automatisch ein Heizmodus, der die Zellen bis zum Erreichen von mindestens 10 °C schrittweise erwärmt und so vor Kälteschäden schützt. In Kombination mit der Betriebstemperatur von -20 °C bis 55 °C und der IP65-Zertifizierung ist das Gerät damit ganzjährig im Außenbereich einsetzbar.
Erweiterbarkeit und Systemkombinationen
Ein zentrales Verkaufsargument ist die Skalierbarkeit: Wer mit der Basiskapazität von 1958 Wh nicht auskommt, kann bis zu vier Erweiterungsbatterien nachrüsten. FOSSiBOT bietet dafür feste Komplettpakete an:
| Konfiguration | Kapazität | Gewicht | Abmessungen (L×B×H) |
|---|---|---|---|
| Basic (nur Grundgerät) | 1958 Wh | 24,5 kg | 47,6 × 30,8 × 25,7 cm |
| + 1 Erweiterungsbatterie | 3916 Wh | 41 kg | 47,6 × 30,8 × 50,4 cm |
| + 2 Erweiterungsbatterien | 5874 Wh | 57,5 kg | 47,6 × 30,8 × 75,1 cm |
| + 3 Erweiterungsbatterien | 7832 Wh | 74 kg | 47,6 × 30,8 × 99,8 cm |
| + 4 Erweiterungsbatterien | 9790 Wh | 90,5 kg | 47,6 × 30,8 × 124,5 cm |
Zusätzlich lassen sich laut Hersteller bis zu vier FBP1200-Einheiten netzgekoppelt parallelschalten, was in der Spitze eine Gesamteinspeiseleistung von 4800 W über vier separate Steckdosen ermöglicht – ein Szenario, das allerdings ausschließlich für größere Objekte mit entsprechend hohem Verbrauch relevant ist und in jedem Fall vorab mit einer Elektrofachkraft und dem Netzbetreiber abgestimmt werden sollte. FOSSiBOT weist selbst darauf hin, dass ab einer Leistung von mehr als 2400 W oder einer Gerätekapazität über 15 kWh eine Elektrofachkraft hinzugezogen werden sollte.
Für wen eignet sich die FBP1200?
Die FBP1200 richtet sich weniger an Nutzer, die nur ein günstiges Einsteiger-Balkonkraftwerk suchen, sondern eher an alle, die von Anfang an folgende Prioritäten mitbringen:
- Wunsch nach einer integrierten Speicherlösung statt reiner Direkteinspeisung
- Interesse an dynamischen Stromtarifen und automatisiertem Lastmanagement
- Bedarf an einer Notstromreserve für Stromausfälle
- Planung einer schrittweise wachsenden Anlage über mehrere Jahre
Wer lediglich ein bis zwei Module ohne Speicher und Notstromfunktion betreiben möchte, ist mit einem einfachen Mikrowechselrichter-Set unter Umständen günstiger unterwegs. Der Mehrwert des FBP1200 zeigt sich vor allem dort, wo Speicherkapazität, Notstromfähigkeit und intelligentes Lastmanagement gemeinsam gefragt sind. Alternativen zum höheren Preis sind bspw. die Anker SOLIX Solarbank 4 Pro (Test | € 1.499,00 *) oder das Zendure SolarFlow 2400 Pro (€ 1.079,90 *).
Fazit
Das FOSSiBOT FBP1200 hat mich davon überzeugt, dass sich das All-in-One-Prinzip bei Balkonkraftwerken lohnt – und das zu einem Preis, der sich sehen lassen kann. Für 699 € UVP bekommt man Wechselrichter, Laderegler und Speicher in einem Gehäuse, dazu Notstromfunktion und App-Steuerung, ohne dass ein Elektriker anrücken muss. Verglichen mit Einzellösungen oder ähnlich ausgestatteten Systemen der Konkurrenz ist das ein wirklich faires Angebot. IP65-Zertifizierung und Batterieheizung sorgen zudem dafür, dass das System ganzjährig draußen bestehen kann, und die Notstromumschaltung innerhalb von 1 ms ist im Alltag ein echter Pluspunkt bei Stromausfällen. Kleinere Abstriche gibt es bei der App, die an die Reife von Zendure oder Anker SOLIX nicht heranreicht.
VORTEILE
- Unkomplizierte Plug-and-Play-Installation
- IP65-Gehäuse für wetterfesten Außeneinsatz geeignet
- Passive Kühlung ohne störende Lüftergeräusche
- LiFePO4-Zellen mit 6.000 Ladezyklen, 10 Jahre Garantie
- Erweiterbar bis 9790 Wh durch stapelbare Batterien
- App-gestützte Anbindung an dynamische Stromtarife
NACHTEILE
- Nur 2,4 GHz WLAN, kein 5 GHz
- App-Gestaltung nur durchschnittlich
- Höhere Einspeiseleistung erfordert Netzbetreiber-Genehmigung
Fazit
Das FOSSiBOT FBP1200 überzeugt als All-in-One-System mit solider Verarbeitung, durchdachter Ausstattung und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Für Einsteiger ideal, aber auch Technikfans kommen auf ihre Kosten. Trotz unausgereifter App eine klare Empfehlung zur UVP von 699 €.


