Irgendwann kommt der Moment, an dem man sich fragt, ob der eigene Router noch zeitgemäß ist. Bei vielen kommt es genau dann zu diesem Zeitpunkt, wenn die Zahl der WLAN-Geräte im Haushalt immer weiter steigt und das Netz bei mehreren gleichzeitigen Streams langsam aber sicher an seine Grenzen stößt. Die Antwort auf dieses Problem will die FRITZ!Box 5690 Pro sein. Das aktuelle Topmodell von FRITZ! verspricht Wi-Fi 7, ein integriertes Glasfaser- und DSL-Modem sowie Zigbee-Unterstützung für das Smart Home – alles in einem Gerät. Ob das Ganze auch im Alltag hält, was es verspricht, erfahrt ihr in meinem Test.
Technische Daten der FRITZ!Box 5690 Pro
| Modell | FRITZ!Box 5690 Pro |
| WLAN | Wi-Fi 7 / Wi-Fi 6E / Wi-Fi 6, Tri-Band (2,4 GHz + 5 GHz + 6 GHz) |
| Max. WLAN-Geschwindigkeit | bis zu 11.530 Mbit/s (6 GHz) |
| LAN | 1x 2,5 Gigabit, 4x 1 Gigabit |
| Modem | DSL (Supervectoring bis 300 Mbit/s) + Glasfaser (GPON/AON bis 2,5 Gbit/s) |
| USB | 1x USB 3.1 |
| Smart Home | Zigbee + DECT ULE |
| Telefonie | DECT-Basis für bis zu 6 Schnurlostelefone, 1x analoger Anschluss |
| Preis | € 304,99 * |
Design und Verarbeitung: Vertraut, aber anders
Wer eine FRITZ!Box kennt, erkennt auch die 5690 Pro sofort. Das typische Weiß mit dem markanten roten Streifen ist natürlich auch hier zu sehen. Ein bedeutsamer Unterschied zu älteren Modellen des Herstellers ist jedoch die Ausrichtung. Diese ist hier grundlegend anders. Anders als ältere und preiswertere Modelle wie die FRITZ!Box 5690 (Test | € 255,00 *), liegt die 5690 Pro nämlich nicht flach auf dem Schreibtisch, Sideboard oder wo auch immer man sie platziert. Stattdessen stellt man sie aufrecht hin, wodurch sie an einen Mini-PC erinnert. FRITZ! setzt hier nicht ohne Grund auf eine vertikale Bauweise.
Durch diese Bauweise bekommt der Router nicht nur eine bessere passive Kühlung. Obendrein nimmt das Gerät so deutlich weniger Stellfläche ein. Die Verarbeitungsqualität bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau. Das Kunststoffgehäuse wirkt solide und hochwertig. Einen kleinen Dämpfer gibt es allerdings für alle, die ihren Router gerne an die Wand schrauben: Eine klassische Wandmontage ist mit der 5690 Pro nämlich nicht vorgesehen. Wer das bevorzugt, muss das im Hinterkopf behalten und notfalls erfinderisch werden. Bei Blick auf die Front erblicken wir insgesamt 5 verschiedene LED-Leuchten (Connect, Info, Fon, WLAN und Power/Internet). Im auffälligen roten Streifen lassen sich die Tasten WLAN und Connect haptisch betätigen.
Dabei fällt der wirklich gute Druckpunkt auf. Auf der Rückseite finden wir dann die Anschlüsse. Und hier bemerkt man, dass wir uns in der Premiumklasse befinden. So verfügt die FRITZ!Box nicht nur über einen SFP-Port für Glasfaseranschluss. Obendrein gibts gleich daneben einen DSL-Anschluss. Darüber hinaus gibt es 2x Fon-Anschlüsse, 1x 2,5 Gigabit WAN/LAN, 4x Gigabit LAN, 1x USB 3.1 Port sowie den Anschluss für den Netzstecker. Wer auf mehr USB-Ports oder einen zweiten Telefonanschluss gehofft hat, wird enttäuscht – hier hätte FRITZ! bei einem Pro-Modell ruhig etwas großzügiger sein dürfen.
Technische Ausstattung: Das steckt drin
Die FRITZ!Box 5690 Pro ist nicht ohne Grund das aktuelle Flaggschiff des Herstellers. Deutlich wird das nicht nur das überarbeitete Design und den zugegebenermaßen wirklich hohen Preis. Auch der Blick auf die technische Ausstattung lässt manch anspruchsvollen Netzwerkbastler sicherlich mit den Ohren schlackern. Das Herzstück ist der Support von WiFi-7. Dabei bietet FRITZ! keine halbgare Lösung, sondern setzt auf volle TriBand-Power. Das bedeutet, dass hier gleichzeitig auf 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz gefunkt wird. Insbesondere Letzteres sorgt für Rekordwerte – dazu aber später mehr.

Der große Vorteil an dem Einsatz von drei Frequenzbändern ist die gewonnene Stabilität von WiFi-Verbindungen. Warum? Insbesondere in Mehrfamilienhäusern, in denen nicht selten eine Vielzahl verschiedener Router funken, stehen sich die Netzwerkgeräte häufig gegenseitig im Weg. Grund dafür ist das Funken auf dem selben Frequenzband. Der meiste Datenverkehr spielt sich dabei auf 2,4 GHz ab, weshalb vor allem ältere Router ein Problem mit Geschwindigkeit und Stabilität haben. Besser wurde das mit dem Einsatz von 5 GHz. Mit WiFi 7 kam noch 6 GHz hinzu, was einen echten Gamechanger darstellt.

Wer Geräte mit WiFi 7 nutzt, kann dank 6 GHz meist ungestört funken, was Latenz und Datendurchsatz spürbar verbessert. Dazu kommen ein integriertes Glasfaser- und DSL-Modem, was die Box zur echten Allroundlösung macht. So muss man keine Angst vor einem Fehlkauf haben, wenn man derzeit noch DSL nutzt, in Zukunft aber womöglich ein Wechsel zu Glasfaser anstehen könnte. Wer sich hingegen sicher ist, das kein Wechsel zu Glasfaser ansteht oder wer bereits einen Glasfaseranschluss nutzt, der kann mit Griff zu reinen DSL- oder Fiber-Lösungen sicherlich viel Geld sparen.
Einrichtung: Bewährter Komfort mit kleinen Tücken
Wer bereits eine FRITZ!Box besitzt, hat es besonders einfach: FRITZ! bietet einen praktischen Umzugsassistenten, mit dem sich die komplette Konfiguration der alten Box per Sicherungsdatei auf die neue übertragen lässt. Feste IP-Adressen, WLAN-Einstellungen und Telefonieprofil – alles wandert in wenigen Minuten rüber, ohne dass man irgendetwas manuell nacharbeiten muss. In meinem Fall kam die 5690 Pro jedoch als Nachfolger eines Telekom-Routers ins Haus – und auch hier kann ich beruhigen: Der Umstieg ist gut machbar, auch ohne FRITZ!-Vorwissen.
Nach dem Auspacken geht es zunächst darum, das vorhandene DSL-Kabel vom alten Router abzustecken und in den entsprechenden Anschluss der 5690 Pro zu führen. Wer noch keinen separaten Splitter hat, legt diesen einfach dazwischen – alles andere erledigt die Box selbst. Beim ersten Start öffnet man einfach einen Browser, tippt fritz.box in die Adresszeile und der Einrichtungsassistent übernimmt. Der führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Einstellungen: Internetverbindung, WLAN-Name und Passwort.
Das Ganze ist so klar strukturiert, dass man auch ohne technisches Vorwissen innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten online ist. Was beim Wechsel von einem Fremdgerät allerdings wegfällt, ist ein automatischer Datenimport. WLAN-Passwörter, Smart-Home-Verknüpfungen und individuelle Einstellungen müssen also manuell neu angelegt werden. Das klingt aufwändiger als es ist: Die FRITZ!-Oberfläche ist gut strukturiert und erklärt die einzelnen Punkte verständlich. Wer mehrere Smart-Home-Geräte oder komplexere Netzwerkeinstellungen hat, sollte aber etwas Zeit einplanen.
WLAN-Performance
Die entscheidende Frage nach jedem Router-Upgrade lautet: Merkt man im Alltag wirklich einen Unterschied? Bei der 5690 Pro ist die Antwort ein klares Ja – allerdings kommt es stark auf das eigene Setup an. Im Test habe ich die Box an exakt derselben Position wie meinen vorherigen DSL-Router platziert, um den direkten Vergleich fair zu halten. Das Ergebnis: In direkter Nähe zur Box sind die Geschwindigkeiten beeindruckend. Im 6-GHz-Band erreiche ich Werte, von denen ich mit meinem alten Router nur träumen konnte. Seiten laden quasi augenblicklich, und große Dateiübertragungen gehen spürbar flotter vonstatten.
Wer allerdings hofft, dass Wi-Fi 7 dicke Betonwände durchdringt, wird enttäuscht. Die Physik lässt sich auch beim Router-Flaggschiff von FRITZ! nicht aushebeln. Das 6-GHz-Signal hat naturgemäß eine geringere Reichweite als die niedrigeren Frequenzbänder, was ich vor allem in meinem Büro im Keller spürte. Hier kamen von den 6 GHz Frequenzen nur gelegentlich welche an. Hier ist ein Upgrade mittels FRITZ!Repeater 3000AX (€ 157,99 *) ratsam. In den angrenzenden Räumen sorgt es aber für eine nahezu störungsfreie Verbindung – ideal für Streaming oder andere datenintensive Anwendungen.
Smart Home und Telefonie: Ein Gerät für alles
Besonders angetan hat es mir die Zigbee-Integration. Wer Smart-Home-Geräte wie smarte Lampen oder Heizkörperthermostate nutzt, kennt das lästige Problem der verschiedenen Hubs, die alle ihren eigenen Strom brauchen. Die 5690 Pro fungiert direkt als Zigbee-Zentrale und ersetzt damit mehrere separate Geräte.

Auch die DECT-Basisstation ist wieder an Bord und unterstützt bis zu sechs Schnurlostelefone. Wer noch analog telefoniert oder einen Faxanschluss benötigt, findet eine entsprechende Buchse auf der Rückseite. Fünf interne Anrufbeantworter runden das Telefoniepaket ab.
Fazit: Zukunftssicher, aber nicht für jeden ein Muss
Die FRITZ!Box 5690 Pro ist ohne Zweifel das bislang stärkste Modell, das FRITZ! je gebaut hat. Wi-Fi 7 mit 6-GHz-Band, integriertes Dual-Modem für DSL und Glasfaser, Zigbee für das Smart Home und der gewohnte FRITZ!-Komfort – das ist ein beeindruckendes Gesamtpaket, das kaum Wünsche offenlässt. Wer viele Geräte im Heimnetz betreibt, auf Glasfaser wartet oder sein Smart Home ohne zusätzliche Hubs zentralisieren möchte, trifft mit der 5690 Pro eine ausgezeichnete Wahl. Einzig die Preisfrage von über 300 Euro und Kleinigkeiten wie ein fehlender zweiter USB-Port trüben das Bild leicht. Wer das Beste will – und bereit ist, dafür zu bezahlen – sollte sich die 5690 Pro auf jeden Fall mal ansehen.
VORTEILE
- Wi-Fi 7 Tri-Band mit 6 GHz
- Integriertes Glasfaser- und DSL-Modem
- Zigbee Smart Home Unterstützung integriert
- Vertikale Bauweise spart Stellfläche
- 2,5 Gigabit WAN/LAN Anschluss vorhanden
- Einfache Einrichtung
NACHTEILE
- nur 1x USB Port
- hoher Preis
Fazit
Die FRITZ!Box 5690 Pro überzeugt mit WiFi 7, flexiblem DSL/Glasfaser-Modem und starker Performance. Für Haushalte mit vielen Geräten eine lohnende Investition, auch wenn der Preis hoch ist.
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