Im persönlichen Gaming-Setup spielt der Schreibtisch eine oft unterschätzte, aber zentrale Rolle. Mit dem Genesis Holm Modular steht ein neues Modell auf dem Prüfstand, das vor allem durch seine modulare Erweiterbarkeit überzeugen möchte. Für diesen Genesis Holm Modular Test habe ich die 160-Zentimeter-Variante des Tisches genauer unter die Lupe genommen, um zu klären, ob er den alltäglichen Anforderungen standhalten kann. Dabei zeigte sich schnell, dass das modulare Konzept zwar vielversprechende Ansätze bietet, im Detail jedoch noch mit einigen Hürden zu kämpfen hat.
Lieferumfang und Aufbau
- Getränkehalter und Kopfhörerhalter inklusive
- RGB-LED-Leiste inklusive Fernbedienung
- Dreiteilige Tischplatte
- Aufbauzeit von rund einer Stunde
Verpackung und Zubehör
Der Schreibtisch erreicht das eigene Zuhause in einem vergleichsweise kompakten Karton, der aufgrund des hohen Gesamtgewichts der stabilen Metallkonstruktion jedoch überraschend schwer ausfällt. Nach dem Öffnen der Verpackung zeigt sich ein gut strukturiertes Innenleben, bei dem alle Einzelteile durch Styropor und Folien vor Transportschäden geschützt sind. Zum Lieferumfang gehören neben dem eigentlichen Tischgestell und den Tischplatten auch ein praktischer Getränkehalter sowie ein stabiler Kopfhörerhalter. Diese beiden Zubehörteile lassen sich flexibel an verschiedenen Stellen des Rahmens montieren und auch in unterschiedlichen Winkeln anbringen.
Zudem befindet sich eine RGB-LED-Leiste mit zugehöriger Fernbedienung im Paket, die für die passende Gaming-Atmosphäre sorgen soll. Diese kann an der Rückseite des Schreibtisches befestigt werden und wird über ein USB-Kabel mit Strom versorgt. Dadurch kann sie passend an den PC angeschlossen werden, wodurch sie sich dann mit diesem zusammen ein- und ausschaltet. Mit der beiliegenden Fernbedienung lassen sich Muster, Geschwindigkeit und die Helligkeit der Beleuchtung einstellen.

Die Tischplatte selbst besteht nicht aus einem durchgehenden Element, sondern ist in drei separate Holzsegmente unterteilt. Dies erleichtert zwar den Transport im kompakten Karton erheblich, stellt jedoch besondere Anforderungen an die Stabilität und die spätere Passgenauigkeit bei der Montage. Für den Aufbau liegen dem Paket bereits alle benötigten Schrauben und passendes Werkzeug bei, sodass grundsätzlich kein zusätzliches Equipment erforderlich ist.
Montage im Praxistest
Für den Zusammenbau des Genesis Holm Modular sollte man idealerweise eine zweite Person hinzuziehen, da einige Schritte bei der Ausrichtung des Rahmens zu zweit deutlich leichter von der Hand gehen. Die beiliegende Anleitung im Booklet-Format führt Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess und ist dank klarer Zeichnungen leicht verständlich aufgebaut. Insgesamt nimmt die Montage ungefähr eine Stunde in Anspruch, wenn man ohne Hektik vorgeht und die Schrauben sorgfältig festzieht. Dabei fiel positiv auf, dass die Gewinde im Metallrahmen präzise geschnitten sind und die Schraublöcher in der Tischplatte bereits mit Metallgewinden versehen sind. Die metallene Rahmenkonstruktion vermittelte bereits während des Zusammenbaus einen sehr robusten Eindruck.
Ein interessantes Detail des Montagesystems ist der teleskopische Rahmen, welcher sich in der Breite von 120 bis 180 Zentimetern verstellen lässt. Dies ermöglicht es, das Gestell flexibel an unterschiedliche Tischplattengrößen anzupassen, falls man in Zukunft ein anderes Segment nutzen möchte. In meinem Testpaket lag die 160-Zentimeter-Tischplatte bei, welche man relativ simpel durch Ausziehen des Rahmens auf die benötigte Länge anbringen konnte. Die Verbindung zwischen den Beinen und den Querstreben erfolgt über solide Schrauben, die dafür sorgen, dass die Basis nicht wackelt.
Design und Verarbeitungsqualität
- Solides Metallgestell
- Abplatzender Lack an den Kanten
- Unebene Plattenübergänge
- Dezente LED-Leuchtkraft
Optik und Design
Optisch präsentiert sich der Genesis Holm Modular in einem schlichten, schwarzen Design, das sich nahtlos in moderne Gaming- oder Arbeitszimmer einfügt. Die wuchtigen Tischbeine aus Metall unterstreichen den maskulinen Gaming-Look und sorgen gleichzeitig für ein hohes Maß an Stabilität. Dank der Pulverbeschichtung der Metallteile wirkt die Oberfläche kratzresistent und unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Bei der Tischplatte setzt Genesis auf eine raue Textur, die eine angenehme Haptik besitzt und Lichtreflexionen von Bildschirmen minimiert.

Ein nettes Extra ist die mitgelieferte RGB-LED-Leiste, welche sich an der Rückseite des Schreibtisches befestigen lässt. Diese sorgt für eine dezente Beleuchtung der dahinter liegenden Wand in verschiedenen vordefinierten Mustern, was nicht nur schick aussieht, sondern auch die Augen bei nächtlichen Gaming-Sessions entspannt. Allerdings fällt das Licht der RGB-LED-Leiste vor allem unter den Schreibtisch und nur teilweise an die Wand hinter den Bildschirmen.
Verarbeitung im Detail
Obwohl das Gestell des Genesis Holm Modular durch seine Robustheit überzeugt, offenbart die Tischplatte bei genauerer Betrachtung deutliche Schwächen. Besonders ärgerlich ist die Verarbeitungsqualität der Kanten und Ecken der Tischplatten, an denen die schwarze Beschichtung teilweise fehlt. Bereits beim Auspacken fielen mir an mehreren Ecken kleine Lackabsplitterungen auf, die das rohe Holz darunter freilegen. Diese Mängel trüben den Ersteindruck erheblich und lassen Zweifel an der langfristigen Haltbarkeit der Kantenbeschichtung bei täglicher Beanspruchung aufkommen, wenn beispielsweise der Schreibtischstuhl an der Tischplatte reibt.
Ein weiteres, störendes Problem ergibt sich aus den Übergängen zwischen den drei Plattensegmenten, die im montierten Zustand nicht eben abschließen. Der mittlere Teil der Tischplatte liegt spürbar höher als die beiden Seitenteile, was zu unebenen Fugen und leicht abschüssigen Kanten führt. Dieser Höhenunterschied stört die reibungslose Bedienung der Maus im Alltag massiv, da man mit der Maus an diesen Kanten hängen bleibt. Selbst die Verwendung einer großen, dicken Deskmat kann diesen physikalischen Makel nicht vollständig kaschieren oder ausgleichen. Für die meisten Gamer, die auf blitzschnelle und präzise Mausbewegungen in ihren Spielen angewiesen sind, erweist sich diese unebene Oberfläche als ein spürbares Ärgernis. Nur mit einer sehr hohen Mausempfindlichkeit kann man diesem Problem entgehen, wodurch man mit der Maus ausschließlich auf dem mittleren Segment der Tischplatte bleiben kann. In diesem Fall bleiben die äußeren beiden Segmente der Tischplatte als reine „Staufläche“. Auf den eigenen Produktbildern von Genesis lässt sich dieser Makel nicht erkennen, was darauf schließen lässt, dass es sich hierbei um ein Verarbeitungsproblem handelt.

Ausstattung und Funktionalität
- Großzügiges Kabelmanagement
- Enge Kabelkanäle in den Beinen
- Manuelle Höhenverstellung
- Teleskopischer Rahmen
Kabelmanagement und Kanäle
Ein echtes Highlight des Genesis Holm Modular ist das durchdachte Kabelmanagement, welches für Ordnung auf und unter dem Schreibtisch sorgt. An der Unterseite der Tischplatte befindet sich eine großzügig dimensionierte Ablageschale, die problemlos eine oder zwei Mehrfachsteckdosen aufnimmt. Hierdurch lassen sich Netzteile, USB-Hubs und überlange Kabel unsichtbar verstauen, was für eine saubere Optik des gesamten Setups sorgt. Die offene Konstruktion der Ablage erleichtert zudem den schnellen Zugriff, falls man nachträglich ein neues Gerät, zum Beispiel einen weiteren Monitor, anschließen möchte. Kabelsalat gehört mit dieser durchdachten Lösung der Vergangenheit an, da alle Leitungen sauber gebündelt untergebracht sind.
Zum Kabelmanagement gehören auch die integrierten Kabelkanäle, die durch das Innere der metallenen Tischbeine führen. Zwar klingt die Idee, Kabel unsichtbar durch die Beine zum Boden zu leiten, in der Theorie äußerst vielversprechend. In der Praxis erweist sich das Durchfädeln von dickeren Kabeln, wie etwa Kaltgerätesteckern für Monitore, jedoch als extrem friemelig und frustrierend. Die Durchlässe sind schlicht zu eng bemessen, was den Installationsaufwand unnötig in die Länge zieht und Geduld erfordert. Wer häufig seine Peripherie wechselt oder Kabel neu verlegen muss, wird diese Kanäle vermutlich schnell meiden und auf alternative Lösungen ausweichen.
Höhenverstellung und Modularität
Der Schreibtisch bietet eine manuelle Höhenverstellung, die sich in fünf vordefinierten Stufen von 70, 75, 80, 85 bis 90 Zentimetern arretieren lässt. Dies ermöglicht zwar eine Anpassung an unterschiedliche Körpergrößen, ist im Alltag jedoch mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Um die Höhe zu verändern, muss man den Tisch entlasten und die Schrauben an den Beinen manuell lösen und wieder festziehen. Eine spontane Verstellung zwischen sitzender und stehender Tätigkeit ist somit ausgeschlossen, da das System für eine dauerhafte Einstellung konzipiert wurde. Für Anwender, die einen Tisch suchen, an dem sie auch stehen können, eignet sich dieses mechanische Konzept daher kaum. Als höhenverstellbarer Schreibtisch im klassischen Sinne ist der Genesis Holm Modular jedoch sowieso nicht gedacht und für eine einmalige Einstellung auf den Nutzer des Schreibtischs ist dieser Mechanismus ausreichend.
Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal des Modells ist jedoch die Modularität, die der teleskopische Rahmen und die erweiterbare Konstruktion ermöglichen. Der Rahmen lässt sich flexibel anpassen und die Tischplatte kann man durch optionale Panels oder Eck-Sets von Genesis erweitern. Die maximale Belastbarkeit von 60 Kilogramm reicht für ein typisches Gaming-Setup mit ein paar Monitoren, PC und Zubehör völlig aus. Dennoch sollte man das Gewicht bei maximalem Auszug des Rahmens im Auge behalten, um die Stabilität nicht zu gefährden. Das modulare System bietet kreativen Bastlern viele Möglichkeiten, erfordert jedoch den Zukauf von speziellem Zubehör.
Praxis und Ergonomie
- Hervorragende Beinfreiheit
- Hohe Stabilität
- Problematische Mausbedienung
Ergonomische Eigenschaften
Im täglichen Betrieb punktet der Genesis Holm Modular zunächst mit einer hervorragenden Beinfreiheit, da unter der Tischplatte keine tieferliegenden Querstreben im Weg sind. Man kann sich frei bewegen und auch ein Rollcontainer findet bei Bedarf problemlos unter der Arbeitsfläche Platz. Die Arbeitshöhe lässt sich bei der Erstmontage gut auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen, was eine gesunde Sitzhaltung fördert. Auch die abgerundete Vorderkante der Tischplatte trägt dazu bei, dass die Unterarme beim Tippen nicht unangenehm eingeschnitten werden. Diese Aspekte machen den Tisch zu einer soliden Basis für lange Arbeits- oder Gaming-Sessions.
Allerdings offenbarte sich im Test ein leichter Konflikt bei der Nutzung mit dem hauseigenen Genesis Nitro 800 Gaming-Stuhl. Die vordere Querstrebe direkt unter der Tischplatte ist so positioniert, dass die Armlehnen des Stuhls beim Heranrollen unweigerlich daran hängenbleiben, wenn die Höhe des Schreibtischs und des Schreibtischstuhls ähnlich eingestellt sind. Dadurch lässt sich der Stuhl nicht komplett unter den Schreibtisch schieben, wodurch Platz im Raum verloren geht. Wer dem entgegenwirken möchte, muss die Armlehnen des Stuhls entweder komplett absenken oder die Höhe des Tischs beziehungsweise des Stuhls anpassen.
Alltagstauglichkeit
Der Genesis Holm Modular überzeugt durch seine hohe Stabilität, da selbst bei hektischen Bewegungen nichts wackelt oder vibriert. Die metallenen Beine fangen Erschütterungen effektiv ab, sodass Monitore auf ihren Standfüßen stets ruhig und sicher stehen bleiben. Die matte Oberflächenstruktur der Tischplatte fühlt sich zudem angenehm kühl an und lässt sich leicht mit einem feuchten Tuch reinigen. Ebenso erweist sich der mitgelieferte Getränkehalter als äußerst praktisch, um Flüssigkeiten sicher abseits der teuren Hardware zu positionieren. Alles in allem bietet der Tisch eine solide mechanische Basis.
Fazit
Der Genesis Holm Modular ist aktuell zu einem Preis von etwa 200-250 Euro erhältlich. In diesem Preissegment sieht sich der Tisch einer breiten Konkurrenz gegenüber.
Ein bekannter Mitbewerber ist der IKEA Utespelare, welcher für 199 Euro zu haben ist. Die schwedische Alternative bietet zwar eine durchgehende Arbeitsfläche, wirkt im Vergleich aber auch weniger massiv und stabil. Zudem fällt das Kabelmanagement hier simpler aus. Die Halterung unter dem Tisch besteht lediglich aus einem Stoffnetz, das von einer Strebe stabilisiert wird. Wer jedoch auf die Modularität und Gaming-Gimmicks verzichten kann, findet damit eine budgetfreundlichere Alternative.
Betrachtet man andere Schreibtische mit Gaming-Fokus wie den Ultradesk Momentum (aktuell für etwa 180 Euro, regulär 259 Euro), gerät der Genesis Holm Modular unter Druck. Der Ultradesk Momentum ist mit einer Breite von 152 cm zwar minimal schmaler, punktet dafür aber mit einer durchgehenden, ungeteilten Tischfläche, da er auf das modulare System verzichtet. Praktische Extras, wie eine integrierte Getränke- und Kopfhörerhalterung bringt er ebenfalls mit.
Alles in allem hinterlässt der Genesis Holm Modular im Test ein gemischtes Bild mit deutlichen Licht- und Schattenseiten. Auf der Habenseite stehen die hervorragende Stabilität der Metallkonstruktion sowie das vorbildliche Kabelmanagement unter dem Tisch, das Kabelsalat effektiv verhindert. Auch der unkomplizierte Aufbau und das modulare Konzept mit dem ausziehbaren Rahmen können im Praxistest durchaus überzeugen. Dazu kommt der großzügige Lieferumfang mit LED-Leiste, Kopfhörer- und Getränkehalter.

Allerdings wiegen die Mängel bei der Verarbeitungsqualität schwer, insbesondere die abblätternde Farbe an den Kanten und die unebenen Plattenübergänge. Diese spürbaren Kanten beeinträchtigen die tägliche Nutzung und das Maus-Tracking beim Gaming, was eigentlich ein Fokus des Genesis Holm Modular ist.
Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung lässt sich für den Genesis Holm Modular daher schwer aussprechen. Der Griff zum Genesis Holm Modular lohnt sich im Grunde nur dann, wenn man von der angebotenen Modularität Gebrauch machen möchte oder die anderen Goodies des Schreibtischs beziehungsweise das Design absolut liebt. Wer über die unebene Tischplatte hinwegsehen kann erhält aber ansonsten ein stabiles Kernstück für sein Setup.
VORTEILE
- Stabiles Metallgestell
- Geräumiges Kabelmanagementsystem
- Flexibler Getränkehalter und Kopfhörerhalter
- Teleskopischer Rahmen ermöglicht Modularität
- Unkomplizierter Aufbau
NACHTEILE
- Unebene Tischplatte
- Mangelhafte Verarbeitungsqualität der Kanten
- Relativ komplizierte Höhenverstellung
- Friemelige Kabelkanäle in den Beinen
Fazit
Ein robuster Schreibtisch, dessen vielversprechende Modularität spürbar zu Lasten anderer grundlegender Designentscheidungen geht. Trotz der hervorragenden Basis und praktischer Features trüben die unebene Tischplatte und Verarbeitungsprobleme das Gesamtbild.
