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HIKMICRO E01 Test: P/L-Kracher unter den Wärmebildkameras

Die HIKMICRO E01 richtet sich klar an Einsteiger und Gelegenheitsnutzer, die eine kompakte, robuste und einfach zu bedienende Wärmebildkamera ohne Smartphone-Anbindung suchen. Die Einsatzbereiche für das handliche Gadget sind dabei vielseitig. Insbesondere für generelle Hausinspektionen, Feuchtigkeitsmessungen oder das schnelle Auffinden von Wärmebrücken soll sie eine unkomplizierte Lösung bieten. Dabei gibt’s einige spannende Features wie eine intelligente Szenerieerkennung, SuperIR-Bildverbesserung und einen integrierten Laserpointer. So verspricht die Kamera erstaunlich viel Technik in einem kleinen Format. Im HIKMICRO E01 Test habe ich die Wärmebildkamera zum fairen Preis getestet und war überrascht, wie viel Leistung hier tatsächlich drinsteckt.

Technische Daten

Modell HIKMICRO E01
IR-Auflösung 96 x 96 Pixel
Bildschirm 2,4 Zoll LCD-Display
Bildfrequenz 20 Hertz
Infrarot-Thermometer -20°C bis 400°C
Speicher – 4 GB interner Speicher
– nicht erweiterbar
Akkulaufzeit – Hersteller: max. 11 Stunden
– Praxistest: ca. 8 Stunden
Preis € 199,00 *

Lieferumfang

HIKMICRO E01 Test

  • Wärmebildkamera HIKMICRO E01
  • 2-in-1 USB-C-Kabel (Laden und Datenübertragung)
  • Handgelenkband
  • Bedienungsanleitung

HIKMICRO E01 Test: Design und Verarbeitung

Die E01 ist angenehm kompakt und liegt mit ihren rund 290 Gramm gut in der Hand. Sie misst 196 × 117 × 59 mm und erinnert an kleine Handmessgeräte mit Pistolengriff. In Sachen Verarbeitungsqualität gibt es hier nichts zu meckern. So wirkt die Verarbeitung robust und das Material recht hochwertig. Auch, wenn es sich hauptsächlich um Kunststoff handelt. Dank IP54-Zertifizierung für Schutz vor Staub oder Spritzwasser lässt sich das Gadget auch problemlos im Außenbereich nutzen.

Generell wirkt hier alles recht widerstandsfähig. So hatte ich im Test ich nie das Gefühl, die Kamera schonen zu müssen. Laut Hersteller soll sie sogar Stürze aus bis zu zwei Metern Höhe schadlos überstehen. An der Front sitzen der 96×96-IR-Sensor und der Laserpointer, der beim exakten Anvisieren enorm hilft. Die Bedienung mithilfe der vorhandenen Tasten ist simpel gehalten. So gibt es Knöpfe für On/Off, Menü, Aufnahme, Videoaufnahme und Farbpaletten.

Menüpunkte und natürlich auch die Kameraaufnahmen lassen sich über das 2,4-Zoll-LCD Display erkennen. Dieses erfüllt seinen Zweck, ist aber sichtbar kleiner und etwas dunkler als Displays teurerer Modelle. Bei starkem Sonnenlicht oder reflektierenden Oberflächen musste ich manchmal meine Position ändern, um alles gut erkennen zu können.

Im Außenbereich ist das Display mitunter schwer abzulesen

Hier hätte ein passender Blendschutz für Abhilfe sorgen können. Ein Touchscreen fehlt, was die Bedienung zwar etwas umständlicher macht, aber wiederum die Robustheit erhöht und die Bedienung mit Handschuhen einfacher macht – Nicht nur auf Baustellen, sondern auch für Hobbyheimwerker durchaus ein wichtiges Kriterium.

HIKMICRO E01 Test: Features

Bei der HIKMICRO E01 handelt es sich um kein Profi-Gerät. Das kann man bereits am Preis ablesen. Doch das will die Wärmebildkamera auch gar nicht sein. Vielmehr konzentriert sie sich bewusst auf Funktionen, die für Einsteiger und praktische Alltagsanwendungen wirklich relevant sind. Dabei bringt sie trotz ihres vergleichsweise niedrigen Preises eine Ausstattung mit, die man sonst oft erst in höheren Gerätekategorien findet. Wir haben euch mal die wichtigsten Features aufgelistet.

Intelligente Superszene-Erkennung (Deep Learning)

Eines der interessantesten Merkmale ist die intelligente Szenenerkennung, die HIKMICRO „Superszene“-Technologie nennt. Dahinter steckt ein Deep-Learning-Algorithmus, der typische thermische Muster automatisch erkennt – etwa Feuchtigkeitslecks, fehlende Dämmung, Wärmebrücken oder elektrische Hotspots. In der Praxis bringt euch das viele Vorteile. So muss man hier nicht lange suchen, um die Temperaturanzeige manuell anzupassen.

HIKMICRO E01 Test
Bild: HIKMICRO

Vielmehr markiert die Kamera relevante Bereiche automatisch als warme oder kalte Anomalien. Das passt bei der HIKMICRO E01 perfekt. Schließlich wird hier nochmal die Zielgruppe deutlich. Gerade für Anfänger, die noch nicht genau wissen, wie ein Wärmebild typischerweise aussieht, ist das ein echter Vorteil. Und das Beste: der Algorithmus lernt mit der Zeit dazu. Kündigte Firmware-Aktualisierungen versprechen also, dass dieses Feature künftig noch zuverlässiger werden könnte.

3-in-1-Messgerät: Wärmebildkamera, Thermometer & Laserpointer

Die Kombination aus drei Werkzeugen in einem einzigen Gerät macht die E01 für schnelle Diagnosen besonders praktisch:

  1. Wärmebildkamera zur Darstellung der Temperaturverteilung
  2. Punktthermometer zur genauen Einzelmessung
  3. Laserpointer zur punktgenauen Positionierung

HIKMICRO E01 Test

Der Laser zielte bei meinem Test zuverlässig auf die Bildmitte und erleichterte Messungen an dunklen Stellen oder engen Räumen. Gerade bei Heizungsrohren oder Sicherungskästen war das nützlich.

SuperIR-Bildverbesserung

Obwohl der Sensor nur eine native Auflösung von 96×96 Pixeln bietet, generiert die Kamera per SuperIR-Algorithmus eine verbesserte Darstellung mit 240×240 Pixeln – in Echtzeit und bei der Aufnahme selbst.

HIKMICRO E01 Test
Bild: HIKMICRO

Das ist keine reine Vergrößerung, sondern eine intelligente Interpolation, die Strukturen glättet und Konturen schärfer erscheinen lässt. In meinem Test führte das zu einem Bild, das sichtbar besser aussah als das, was man von 96×96 erwarten würde.

Umfangreiche Mess- und Analysefunktionen

Die Kamera bietet mehrere automatische Messpunkte:

  • Hot-Spot (heißester Punkt im Bild)
  • Cold-Spot (kältester Punkt im Bild)
  • Zentrumsmessung
  • benutzerdefinierte Temperaturalarme für hohe oder niedrige Werte

Damit lassen sich kritische Bereiche sehr schnell identifizieren. Zusätzlich können Emissionsgrad und Objektabstand manuell angepasst werden. Das ist besonders wichtig, wenn man z. B. Metall, Kunststoff, Holz oder Beton korrekt messen möchte. Auch hier überrascht die HIKMICRO wieder. Schließlich ist diese Option bei günstigen Kameras keinesfalls Standard.

Zur besseren Darstellung stehen mehrere Farbpaletten zur Verfügung (z. B. Rainbow, Ironbow, Gray usw.). Im Test habe ich je nach Situation vor allem Rainbow für maximale Kontraste und Ironbow für feinere Temperaturverläufe genutzt. Dass man schnell per Taste wechseln kann, ist besonders praktisch.

Großes 50°-Sichtfeld

Das Weitwinkel-Sichtfeld mit einem Sichtfeld von 50° zahlt sich vor allem bei Aufnahmen in Innenräumen aus. So muss man nicht ständig einen oder mehrere Schritte zurücktreten, um eine komplette Fläche aufnahmen zu können. So eignet sich die Wärmebildkamera beispielsweise auch optimal bei der Inspektion von Wänden und Dachboden oder zur Prüfung von Heizungssystemen.

4 GB interner Speicher und Analyse-Software

Die E01 besitzt 4 GB internen Speicher, genug für über 30.000 Bilder oder 14 Stunden Video. Die Übertragung erfolgt via USB-C. Die Kamera wird dabei wie ein normaler Wechseldatenträger an den Rechner angeschlossen. Leider lässt sich der Speicher nicht erweitern. Ein entsprechender MicroSD-Kartenslot wäre für Power-User sicherlich interessant gewesen. Otto-Normal-Verbrauchern dürften die 4 GB aber vollkommen ausreichen.

Bild: HIKMICRO

Auch eine App-Anbindung fehlt. Wer tiefergehende Einstellungen vornehmen möchte oder aber Bilder übertragen will, muss also zwangsläufig die kostenlose HIKMICRO Analyzer Software nutzen. Die hilft aber nicht nur bei der Dateiübertragung, sondern bietet auch weitere Einstellungsmöglichkeiten. Auch das ist in dieser Preisklasse nicht üblich. Insbesondere Personen, die die Aufnahmen dokumentieren müssen, werden sich darüber freuen. In der Software lassen sich kinderleicht:

  • Messpunkte nachträglich setzen
  • 3D-Temperaturdiagramme erstellen
  • Berichte generieren
  • Alarmgrenzen analysieren
  • Videos Bild-für-Bild durchgehen

Praxistest / Kameraqualität

Im praktischen Einsatz zeigt die HIKMICRO E01 ihre Stärken bei typischen Aufgaben im Haushalt und im handwerklichen Umfeld. Obwohl der Sensor nur 96×96 Pixel liefert, wirken die Ergebnisse dank SuperIR erstaunlich sauber. Natürlich darf man keine feinen Strukturen oder große Distanzschärfe erwarten. Für Wandflächen, Heizkörper, Leitungen oder Temperaturbrücken liefert die Kamera aber auf jeden Fall klar erkennbare Temperaturunterschiede.

Die thermische Empfindlichkeit von < 50 mK ist ein echtes Highlight in dieser Preisklasse. Besonders bei Feuchtigkeitsproblemen oder schlecht isolierten Fenstern dürften sich so die Unterschiede deutlich erkennen lassen. Das breite 50°-Sichtfeld macht es obendrein leicht, ganze Wände oder größere Ausschnitte zu erfassen. Die automatische Hot-/Cold-Spot-Erkennung funktionierte im Test ebenfalls sehr zuverlässig. So musste ich oft gar nicht manuell eingreifen, da die Software die relevanten Stellen selbst markierte.

Der Laserpointer ist ein praktisches Extra, allerdings musste ich die Kamera manchmal leicht nach unten kippen, um das Ziel exakt im Bildzentrum zu haben. Das gibt kleine Abzüge bei der Ergonomie und erfordert ein wenig Eingewöhnungszeit. Die vier Tasten sind funktional, aber die Menüführung ist etwas verschachtelt. Hat man sich jedoch einmal eingespielt, geht die Bedienung schnell von der Hand. Das gilt auch für das Tätigen der Aufnahmen. So sitzt der Abzug gut erreichbar am Griff.

Die Kamera ist gemäß IP54 geschützt und übersteht laut Hersteller sogar Stürze aus 2 Metern Höhe. Im Test fühlte sich das Gerät durch die gummierte Außenhaut tatsächlich sehr widerstandsfähig an. Der Akku hält laut Hersteller bis zu 11 Stunden – bei mir waren es realistisch knapp über 8 Stunden, abhängig von Displayhelligkeit und Nutzung. Für einen langen Arbeitstag dürfte das völlig ausreichen.

Fazit

Die HIKMICRO E01 hat sich in meinem Test als überraschend leistungsfähige Wärmebildkamera für Einsteiger und Gelegenheitsnutzer erwiesen. Trotz ihres günstigen Preises bietet sie eine für diese Klasse beeindruckende Kombination aus robuster Bauweise, langer Akkulaufzeit, intelligenter Szenenerkennung und einer wirkungsvollen SuperIR-Bildverbesserung, die das vermeintliche Manko der niedrigen nativen Auflösung ziemlich gut ausgleicht. Besonders positiv fiel mir auf, wie einfach die Kamera in der Praxis zu bedienen ist – vom Laserpointer über die automatischen Hot- und Cold-Spot-Markierungen bis hin zum übersichtlichen Menü.

HIKMICRO E01 Test

Doch ein wenig meckern muss man dann trotzdem. So könnte das Display etwas heller und größer sein. Außerdem würde eine optische Kamera für überlagerte Bilder die Analyse in manchen Situationen erleichtern und eine Bluetooth-Verbindung würde für mehr Komfort bei der Dateiübertragung sorgen. Angesichts des Preises sind diese Einschränkungen absolut verschmerzbar. Wer eine zuverlässige, kompakte und unkomplizierte Wärmebildkamera für Hausinspektionen, Feuchtigkeitsanalysen oder handwerkliche Aufgaben sucht, bekommt mit der HIKMICRO E01 ein rundes Gesamtpaket mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

PRO

  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Robustes Gehäuse (IP54, sturzfest bis 2 m)
  • Lange Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden
  • SuperIR-Technologie für bessere Bildqualität
  • Intelligente Szenenerkennung erleichtert die Fehlerdiagnose
  • Großes 50°-Sichtfeld ideal für Wand- und Rauminspektionen
  • Laserpointer für präzise Messpunktlokalisierung
  • Einfache Bedienung mit physischen Tasten, auch mit Handschuhen
  • Kostenlose PC-Software mit professionellen Analysefunktionen
  • 4GB interner Speicher (30.000+ Bilder)

CONTRA

  • Display eher klein und etwas dunkel, bei Sonnenlicht schwer ablesbar
  • Keine integrierte optische Kamera für überlagerte Bilddarstellung
  • Keine kabellose Datenübertragung (kein WLAN/Bluetooth)
  • Auflösung etwas niedrig

HIKMICRO E01

Design und Verarbeitung
Hardware
Leistung
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Kompakt, robust und leistungsstark: Die HIKMICRO E01 bietet für Einsteiger überzeugende Wärmebildqualität zum sehr guten Preis.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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