Titan, Saphirglas, ein EKG-Sensor und ein Tiefenmesser für 40 Meter: An Argumenten für das „Pro“ im Namen fehlt es der HUAWEI Watch GT 7 Pro im Test nicht. An Selbsteinschätzung dafür umso mehr – an einem Tag, den unser Tester zu rund 80 Prozent auf einem Bürostuhl verbrachte, meldete sie zehn Stunden Stehen. Eine Woche lang war das schwarze Testgerät durchgehend am Handgelenk: nachts fürs Schlaftracking, tagsüber für WhatsApp und Anrufe, draußen fürs GPS. Display, GPS, EKG und Schlaftracking arbeiteten unauffällig bis gut, am vierten Tag standen noch 30 Prozent Akku auf der Anzeige.
| Modell | HUAWEI Watch GT 7 Pro |
| Testversion | 46 mm, Schwarz, schwarzes EasyCross-Fluorelastomerarmband |
| Abmessungen | 45,6 x 45,6 x 11,25 mm |
| Gewicht | ca. 55,5 g ohne Armband |
| Display | 1,47 Zoll AMOLED mit Saphirglas |
| Auflösung | 466 x 466 Pixel, 317 ppi |
| Maximale Helligkeit | bis zu 3.000 Nits |
| Gehäuse | Titanlegierung, Rückseite aus nanokristalliner Keramik |
| Bedienung | Touchscreen, drehbare Krone, Funktionstaste |
| Sensoren | Beschleunigung, Gyroskop, Magnetometer, Umgebungslicht, optische Herzfrequenzmessung, Barometer, Temperatur, EKG, Tiefenmesser |
| Satellitennavigation | Dualband-GNSS mit GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou, QZSS und NavIC |
| Verbindungen | Bluetooth 6.0, NFC |
| Lautsprecher / Mikrofon | ja / ja |
| Schutz | 5 ATM, IP69, Freitauchen bis 40 Meter |
| Kompatibilität | Android ab Version 9, iOS ab Version 13 |
| Akkulaufzeit laut Hersteller | bis zu 21 Tage bei leichter Nutzung, bis zu 12 Tage bei typischer Nutzung, bis zu 7 Tage mit AOD |
| Preis | 379 € |
Lieferumfang der Huawei GT 7 Pro
Im Karton steckt neben der Uhr die kabellose Ladeschale, dazu Kurzanleitung und Garantieunterlagen. Ein Netzteil liegt nicht bei, ein zweites Armband auch nicht.
Zwei Dinge sind uns beim Auspacken aufgefallen. Die Ladeschale zieht die Uhr magnetisch in Position, und zwar mit ordentlich Kraft, sodass sie beim Auflegen von allein richtig sitzt. Und das mitgelieferte EasyCross-Band ist großzügig dimensioniert: Auch an kräftigeren Männerhandgelenken bleibt noch Spielraum.
Der Lieferumfang der HUAWEI Watch GT 7 Pro im Überblick:
- HUAWEI Watch GT 7 Pro mit EasyCross-Fluorelastomerarmband
- kabellose Ladestation mit Kabel
- Kurzanleitung
- Sicherheits- und Garantieinformationen
Beim Öffnen sitzt die GT 7 Pro separat im schwarzen Einsatz. Neben der Uhr gehören die magnetische Ladeschale und die Unterlagen zum Lieferumfang; ein Netzteil liegt nicht bei.
55,5 Gramm merkt man am Handgelenk
Optisch hält Huawei sich zurück, und das ist bei diesen Maßen die richtige Entscheidung. Schwarzes Gehäuse, schwarzes Armband, dunkle Lünette und ein paar gelbe Markierungen reichen, damit die Uhr sportlich aussieht, ohne überladen zu wirken. Bei 45,6 mm Gehäusedurchmesser wäre alles darüber hinaus zu viel.
Denn unauffällig ist die Pro nicht. 55,5 g ohne Armband merkt man, und zwar den ganzen Tag über: Beim Tippen am Schreibtisch kommt die Größe gelegentlich in die Quere, und nachts, wenn man sie fürs Schlaftracking trägt, ist sie ein ständiger Begleiter im Wortsinn. Nach einigen Stunden stört das nicht mehr, komplett vergessen haben wir die Uhr am Handgelenk aber auch nicht.
Das Fluorelastomerband hält diese Masse zuverlässig an Ort und Stelle und lässt sich über die Dornschließe schnell einstellen. Nur staut sich darunter mit der Zeit Wärme, bei uns wurde es schnell schwitzig. Für eine Sportuhr ist das nicht ungewöhnlich, angenehm ist es trotzdem nicht.
Titan, Keramik und Saphirglas machen den Unterschied
Das vordere Gehäuse besteht aus einer Titanlegierung, hinten sitzt nanokristalline Keramik, über dem 1,47-Zoll-AMOLED liegt Saphirglas. Das merkt man nicht in der ersten Minute, wohl aber beim genaueren Hinsehen: Gehäuse, Lünette, Krone und Funktionstaste wirken präzise verarbeitet, Spiel oder scharfe Kanten fanden wir nicht.
Vorsichtig behandelt haben wir die Uhr während der Testwoche nicht. Sie ist unterwegs einmal an einer Wand entlanggeschrammt, und auch sonst gab es keine Sonderbehandlung. Zu sehen ist davon nichts – weder am Gehäuse noch am Glas.
Einen künstlichen Kratztest haben wir ihr trotzdem erspart. Was im normalen Alltag passiert, sagt mehr über eine Uhr aus als die Frage, wie sie sich schlägt, wenn man absichtlich mit Metall darüberreibt.
Einrichtung: koppeln geht schnell, der Rest braucht ein wenig Geduld
Für den Test wurde die GT 7 Pro mit einem Google Pixel 7a verbunden. Die Kopplung lief direkt durch, Verbindungsprobleme gab es keine, und die angebotenen Updates installierten sich ohne Auffälligkeiten. Wer die Uhr nur für Benachrichtigungen und Telefonie nutzen will, ist damit schon fertig.
Wer die Gesundheitsfunktionen komplett aktivieren möchte, hat dagegen noch etwas vor sich. Puls, Sauerstoffsättigung, Schlaf, Emotionen und weitere Bereiche fragen jeweils einzeln nach, auf welche Daten sie zugreifen dürfen. Dass Huawei nichts pauschal freischaltet, finden wir richtig – man weiß am Ende genau, was die Uhr darf.
Bis dahin vergeht allerdings einige Zeit. Zwischen App-Installation, Updates und dem Durchgehen aller Berechtigungen lagen bei uns mehrere Stunden, von denen der größte Teil auf Downloads entfiel. Eine zentrale Übersicht, in der sich alle Health-Funktionen samt Datenzugriff auf einmal durchgehen lassen, würde den Rest deutlich beschleunigen.
Die Bedienung braucht anfangs Orientierung
Ab Werk läuft auf der GT 7 Pro HarmonyOS 6.1. Ruckler oder Verzögerungen gab es im Test keine, der Touchscreen reagierte zuverlässig, und die drehbare Krone hilft gerade bei längeren Listen. Ein Druck darauf öffnet direkt das Hauptmenü, was den schnellsten Weg aus jeder Ansicht darstellt.
Trotzdem dauert es, bis die Navigation sitzt. Welche Ansicht durch seitliches Wischen erscheint und wann man nach oben oder unten muss, war nicht in jeder Situation sofort klar. Das liegt nicht an der Software, sondern an der Gewöhnung: Wer bereits eine aktuelle Huawei-Uhr kennt, wird darüber kaum nachdenken, beim Wechsel von einem anderen System braucht HarmonyOS ein paar Tage. Die zusätzliche Funktionstaste haben wir übrigens selten gebraucht.
Ein Detail fällt erst nach dem Kauf auf: In der App-Galerie sind viele der ansprechenderen Watchfaces kostenpflichtig, teils bis zu vier Euro. Kostenlose Alternativen gibt es, man muss sie nur suchen.
Das Display muss man draußen nicht abschirmen
Das 1,47 Zoll große AMOLED löst mit 466 x 466 Pixeln auf und bleibt auch dann lesbar, wenn viel darauf steht – bei den informationsreicheren Trainingsansichten fällt das am ehesten auf. Huawei nennt bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit, und im Alltag heißt das: Auch bei Sonne mussten wir weder die Hand über das Display halten noch die Helligkeit nachregeln.
Das automatische Einschalten beim Anheben des Arms funktionierte zuverlässig genug, dass wir das Always-on-Display die ganze Woche über ausgeschaltet lassen konnten.
WhatsApp und Anrufe kamen zuverlässig an
Nachrichten und eingehende Anrufe erreichten das Handgelenk ohne Verzögerung, Verbindungsabbrüche hatten wir während der Testwoche keine. Lange Texte werden dabei nicht abgeschnitten, sondern vollständig angezeigt.
Antworten lässt sich direkt auf der Uhr, nur wird es dabei etwas fummelig. Die Tastatur ist bei 1,47 Zoll erwartungsgemäß klein, und die vorgefertigten Antworten decken mit „Super“ oder „Okay“ nur die einfachsten Fälle ab. Für ein kurzes „bin unterwegs“ reicht das, alles darüber hinaus beantwortet man am Smartphone.
Deutlicher fällt eine andere Einschränkung auf: Medien zeigt die Uhr nicht an. Schickt jemand ein Foto über WhatsApp, bleibt am Handgelenk nur der Hinweis darauf. Das liegt weniger an der Uhr als am Ökosystem – für Wear OS gibt es eine eigene WhatsApp-App, die Bilder, Sticker und Sprachnachrichten am Handgelenk beherrscht, für HarmonyOS nicht. Huawei reicht die Nachricht nur als Systembenachrichtigung durch, und die enthält den Text, aber nicht das Bild.
Telefoniert haben wir ebenfalls direkt über die Uhr, und zwar reibungslos. Lautsprecher und Mikrofon reichen für ein normales Gespräch, ohne dass es auf einer der beiden Seiten Nachfragen gab.
Huawei Health sammelt viel, trifft aber nicht alles
Im Test liefen Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Schlafanalyse, emotionale Auswertung sowie die täglichen Ziele für Bewegung, Training und Stehen. Die App selbst fanden wir übersichtlich: Die einzelnen Bereiche sind verständlich aufgebaut und lassen sich weit aufklappen. Gerade bei längerfristigen Daten ist es angenehmer, nicht nur einen aktuellen Messwert zu sehen, sondern den Verlauf über mehrere Tage.
Nach der Testwoche hatte Health Insights sechs Analysen gesammelt. Einen Bereitschaftswert zeigte die App bei unserem Testgerät weiterhin nicht an. Stattdessen fasste sie mehrere Bereiche zusammen, bezeichnete die körperliche Verfassung als gut, wies aber auf unregelmäßige Schlafmuster und schwankende Ruhezeiten hin. Für die letzten sieben Tage nannte sie außerdem einen durchschnittlichen Stresswert von 40.
Bei Herzfrequenz, SpO2 und den übrigen regelmäßig erfassten Werten fielen uns keine offensichtlichen Ausreißer auf. Eine Aussage über medizinische Genauigkeit ist das nicht: Ohne klinische Referenzmessung lässt sich in einem Smartwatch-Test weder die Herzfrequenzmessung noch die Zuordnung einzelner Schlafphasen oder das EKG-Ergebnis überprüfen. Wir bewerten deshalb durchgehend, ob die Werte plausibel und die Funktionen im Alltag brauchbar sind.
Bei einer Messgröße reichte dafür schon der Blick auf den eigenen Arbeitstag.
Zehn Stunden Stehen nach einem Tag am Schreibtisch
An einem Tag, den wir zu rund 80 Prozent auf einem Bürostuhl verbracht hatten, meldete die Uhr zehn Stunden Stehen. Das passt nicht. In der Aktivitätsübersicht eines weiteren Testtags wurde es noch deutlicher: Dort standen am Ende sogar 12 von 10 Stehstunden auf der Anzeige.
Schritte und bewusst gestartete Aktivitäten wirkten dagegen nachvollziehbar. Das Problem liegt also nicht beim Bewegungstracking selbst, sondern bei der automatischen Interpretation bestimmter Alltagssituationen. Dieselbe Beobachtung hatten wir bereits beim Standardmodell, bei der Pro fiel sie nur eindeutiger aus.
Die Bewegungserinnerungen können sinnvoll sein, wenn man lange am Schreibtisch sitzt. In ihrer Häufigkeit wurden sie während unserer Woche allerdings lästig, und es irritiert zusätzlich, wenn die Uhr parallel großzügig Stehstunden sammelt.
69 Prozent unserer Woche waren neutral
In der Wochenansicht vom 24. bis 30. August ordnete Huawei Health 69 Prozent als neutral ein. Den unangenehmen Anteil konnten wir dabei mehrfach nicht wirklich nachvollziehen. Umgekehrt fühlten wir uns im Testzeitraum deutlich häufiger angenehm, als es die Auswertung vermuten lässt.
Was die Uhr dabei misst, sind Veränderungen in physiologischen Signalen, aus denen sie eine Kategorie ableitet. Als Verlauf über Wochen kann das interessant sein, als Antwort auf die Frage, wie es einem gerade geht, taugt es unserer Ansicht nach nicht.
Beim Schlaf wird die Pro überzeugender
Nachts würden wir die Uhr eigentlich lieber ablegen. Ausgerechnet das Schlaftracking gehörte dann zu dem, was uns in dieser Woche am meisten überzeugt hat.
In der Wochenansicht vom 23. bis 29. August lag der durchschnittliche Schlafwert bei 79 von 100 Punkten und die Schlafdauer bei 6 Stunden und 47 Minuten. Als durchschnittliche Einschlafzeit zeigt die Wochenübersicht 02:18 Uhr, die Regelmäßigkeit der Schlafenszeit bewertet Huawei mit 63 Punkten als niedrig. Im selben Schlafbericht nennt der Einblick zum Einschlafzeitpunkt für die letzten sieben Tage 02:41 Uhr und markiert drei Nächte als sehr spät. Unterm Strich passt die Aussage: Während der Testwoche gingen wir regelmäßig ziemlich spät schlafen.
Die erkannten Schlafphasen lagen laut App im Wochenschnitt bei 14 Prozent Tiefschlaf, 61 Prozent Leichtschlaf und 25 Prozent REM-Schlaf. Diese Verteilung bewerten wir ohne Referenzmessung nicht auf ihre medizinische Genauigkeit. Einschlaf- und Aufstehzeiten passten aber zu unseren tatsächlichen Nächten.
Interessanter als die Zahl am nächsten Morgen ist ohnehin, dass die App über mehrere Nächte hinweg nach Mustern sucht, statt jede Nacht einzeln zu bewerten.
EKG im Test: die Funktion, die den Aufpreis der HUAWEI Watch GT 7 Pro am klarsten begründet
Die Messung startet direkt über das Menü der Uhr. Finger auf den Elektrodenkontakt unten rechts legen, 30 Sekunden stillhalten, fertig. Das klappte bei jedem Versuch auf Anhieb, ohne dass wir den Finger neu ansetzen oder die Messung wiederholen mussten.
Eine unserer Messungen zeigte Huawei Health anschließend mit durchschnittlich 80 Schlägen pro Minute an und ordnete sie als Sinusrhythmus ohne Anzeichen von Vorhofflimmern ein. Das ist die Einordnung der App, keine medizinische Diagnose; Huawei weist darauf auch direkt unter dem Ergebnis hin. Praktisch gefällt uns vor allem, dass die Messung unkompliziert funktioniert und später samt Kurvenverlauf in Huawei Health abrufbar bleibt.
Wer EKG am Handgelenk möchte, bekommt hier echte zusätzliche Hardware und nicht bloß einen weiteren Menüpunkt – von allen Unterschieden zum Standardmodell ist das der greifbarste.
GPS: Position gefunden, Strecke gehalten
Huawei wirbt bei dieser Generation mit einem überarbeiteten Sunflower-Positionierungssystem samt AI-XDR-Algorithmus und einer um 20 Prozent verbesserten Ortung. Die Zahl stammt aus einem eigenen Laborvergleich mit dem Vorgänger und lässt sich von uns nicht nachstellen. Dazu kommt Dualband-GNSS, das auf sechs Satellitensysteme zugreift.
Für den Outdoor-Test haben wir eine Strecke aufgezeichnet, die wir gut kennen. Die längere Aufzeichnung kam auf 7,53 Kilometer bei 4 Stunden und 20 Minuten Gesamtdauer inklusive längerer Unterbrechungen. Die Pro fand ihre Position schnell und blieb anschließend auf der Strecke: Die dargestellte Route entsprach dem tatsächlichen Weg, Sprünge, gekappte Abschnitte oder erfundene Abkürzungen suchten wir vergeblich.
In der Trainingshistorie tauchten außerdem weitere Gehaufzeichnungen mit 4,97 und 1,00 Kilometern auf. Während der Aufzeichnung ließen sich die Werte auf dem großen Display im Vorbeigehen ablesen, längere Pausen erkannte die Uhr selbstständig.
Golf, Ski und Tauchen: der zielgruppenspezifische Teil
Über 110 Sportprofile stehen bereit. Ein Teil davon ist der Pro vorbehalten: der Golfmodus mit Kartenmaterial für über 17.000 Plätze, der Profi-Ski-Modus mit Schwungerfassung und G-Kraft-Messung sowie der Tiefenmesser für Freitauchgänge bis 40 Meter. Neu in dieser Generation ist außerdem ein Trailrunning-Modus, der die GPS-Laufzeit laut Huawei auf bis zu 51 Stunden bringt.
Praktisch genutzt wurde davon Gehen. Golf, Ski und Freitauchen gehörten während unserer Testwoche nicht zum Tagesablauf und fließen deshalb nicht als angebliche Praxiserfahrung in die Bewertung ein.
Damit hängt ein guter Teil des Aufpreises an der eigenen Freizeitgestaltung. Wer tatsächlich Golf spielt, häufig auf Ski steht oder tauchen möchte, bekommt Funktionen, die es sonst nicht gibt. Wer hauptsächlich Schritte, Schlaf und normale Outdoor-Strecken aufzeichnet, lässt diese Extras liegen.
Der Akku lief bei uns nie leer
Huawei gibt für die GT 7 Pro bis zu 21 Tage bei leichter Nutzung an, bis zu zwölf Tage bei typischer Nutzung und bis zu sieben Tage mit aktiviertem Always-on-Display.
Unser Testgerät kam mit rund 67 Prozent aus der Verpackung, und wir haben es zunächst einfach laufen lassen. Das Always-on-Display war ausgeschaltet, ansonsten wurde die Uhr normal genutzt: Benachrichtigungen aktiv, Schlaf und Gesundheitswerte im Hintergrund, EKG ausprobiert, eine Outdoor-Aktivität per GPS erfasst. Am vierten Tag standen noch 30 Prozent auf der Anzeige.
Aus 37 Prozent in vier Tagen eine Gesamtlaufzeit hochzurechnen, wäre unseriös – Nutzungstage sind unterschiedlich, und GPS-Aufzeichnungen ziehen deutlich stärker als ein Nachmittag am Schreibtisch. Damit liegt unsere Beobachtung zumindest in derselben Größenordnung wie Huaweis Angabe für die typische Nutzung.
Wichtiger war für uns ohnehin, dass wir während der Testwoche kein einziges Mal überlegen mussten, wo die nächste Steckdose ist.
Ladegeschwindigkeit der Huawei GT 7 Pro: Von 30 auf 100 Prozent im Test in unter anderthalb Stunden
Am vierten Tag lag der Akkustand bei 30 Prozent, als die Uhr auf die kabellose Ladestation kam. In weniger als anderthalb Stunden war sie wieder voll. Eine ausgedehnte Mittagspause reicht damit problemlos, und danach ist erst mal wieder Ruhe.
Praktisch ist dabei die Ladeschale, die die Uhr magnetisch in Position zieht und dabei kräftig genug zupackt, dass man sie nur grob auflegen muss. Ein Netzteil liegt allerdings nicht bei, das muss aus der eigenen Schublade kommen. Notfalls lässt sich die GT 7 Pro auch am USB-Anschluss eines Laptops laden. Das haben wir ausprobiert, allerdings dauert es dort entsprechend länger.
Huawei GT 7 Pro oder normale GT 7?
Die Pro ist nicht einfach die normale GT 7 in einem anderen Gehäuse. Die Unterschiede sitzen nur woanders, als der Name vermuten lässt.
| Bereich | HUAWEI Watch GT 7 | HUAWEI Watch GT 7 Pro |
| Gehäusegrößen | 41 und 46 mm | nur 45,6 mm |
| Materialien | Edelstahl, Rückseite aus faserverstärktem Verbundmaterial | Titanlegierung, nanokristalline Keramik, Saphirglas |
| Display | bis zu 3.000 Nits | bis zu 3.000 Nits |
| Akkulaufzeit laut Huawei | bis zu 21 Tage (46 mm), bis zu 14 Tage (41 mm) | bis zu 21 Tage |
| EKG | nein | ja |
| Tiefenmesser / Freitauchen | nein | bis 40 Meter |
| Golf | kein Golfmodus | Kartenmaterial für über 17.000 Plätze |
| Ski | Ski- und Snowboard-Profile ohne Pistenkarten | Profi-Ski-Modus mit Schwung- und G-Kraft-Erfassung |
| Alltagsfunktionen | Benachrichtigungen, Telefonie, Health, Sport | Benachrichtigungen, Telefonie, Health, Sport |
Zwei Dinge fallen dabei auf. Die lange Akkulaufzeit ist kein Pro-Argument: Für die 46-mm-Version der normalen GT 7 nennt Huawei dieselben Werte. Und bei Nachrichten, Telefonie, Bedienung und großen Teilen von Huawei Health liegen beide Uhren ohnehin gleichauf.
Ihren Namen rechtfertigt die Pro deshalb über Materialien und zusätzliche Sensorik. Wer EKG, Freitauchen oder die Golf- und Ski-Funktionen tatsächlich nutzt, hat einen konkreten Grund für sie. Geht es um Benachrichtigungen, Schlaftracking, Gesundheitsübersichten und normale Trainingsaufzeichnungen, deckt das Standardmodell dasselbe ab – und wer es am Handgelenk lieber dezenter mag, findet dort mit 41 mm eine Option, die die Pro nicht anbietet.
Alternativen zur HUAWEI Watch GT 7 Pro
EKG und Freitauchen sind zwei der Funktionen, mit denen sich die Pro vom Standardmodell absetzt. Bei der Konkurrenz gibt es ähnliche Kombinationen, allerdings mit anderen Schwerpunkten.
| Modell | Größe | EKG | Laufzeit laut Hersteller | Preis |
| HUAWEI Watch GT 7 Pro | 45,6 mm | ja, plus Freitauchen bis 40 m | bis zu 21 Tage, 12 Tage typisch | UVP noch offen |
| HUAWEI Watch GT 7 | 41 und 46 mm | nein | bis zu 21 Tage (46 mm), 14 Tage (41 mm) | UVP noch offen |
| Samsung Galaxy Watch9 | 40 und 44 mm | ja, nur mit Galaxy-Smartphone | bis zu 40 Stunden, 30 mit AOD | ab 409 Euro |
| Garmin Venu 4 | 41 und 45 mm | ja | 10 Tage (41 mm), 12 Tage (45 mm) | ab 549,99 Euro |
| Amazfit Balance 3 | 51,4 mm, 62 g | nein, aber Freitauchen | bis zu 21 Tage | ab 369,90 Euro |
Samsung bietet mit Wear OS das offenere App-System, verlangt dafür aber deutlich häufigere Ladepausen. Garmin richtet sich stärker an Nutzer, die Training detailliert auswerten möchten, während die Amazfit Balance 3 bei Laufzeit und Freitauchen näher an der GT 7 Pro liegt, aber noch größer ausfällt.
Die naheliegendste Alternative bleibt die normale GT 7. Sie verzichtet auf EKG, Tiefenmesser und die hochwertigeren Materialien, bietet in 46 mm aber dieselben Laufzeitangaben und zusätzlich eine kleinere 41-mm-Version. Wie groß der Preisabstand in Deutschland ausfällt, war zum Testzeitpunkt noch offen.
Fazit vom HUAWEI Watch GT 7 Pro Test: Pro steckt vor allem in Material und Sensorik
Nach einer Woche ist klar, was die HUAWEI Watch GT 7 Pro gut kann. Das AMOLED ist auch draußen ohne Abschirmen lesbar, Benachrichtigungen und Anrufe funktionierten zuverlässig, das GPS lieferte auf unserer bekannten Strecke eine plausible Aufzeichnung. Am besten gefiel uns das Schlaftracking: Einschlaf- und Aufstehzeiten passten, und über mehrere Nächte ergab sich ein nachvollziehbares Bild.
Auch das EKG existiert nicht nur auf dem Datenblatt. Die 30-Sekunden-Messung klappte bei jedem Versuch beim ersten Anlauf, die Ergebnisse werden verständlich dargestellt. Zusammen mit Titan, Keramik, Saphirglas und dem Tiefensensor sind das die Unterschiede, die den Modellnamen tragen.
Beim Akku hatten wir nach vier Tagen normaler Nutzung noch 30 Prozent übrig, ausgehend von 67 Prozent aus der Verpackung. Das ist keine Laufzeitmessung über eine volle Ladung, geht aber in Richtung von Huaweis Angabe. Wichtiger im Alltag: Wir mussten uns während der Testwoche nie Gedanken über die nächste Steckdose machen.
Auf der anderen Seite ist die Pro groß und mit 55,5 Gramm ohne Armband deutlich am Handgelenk zu spüren. Nachts würden wir sie trotz des guten Schlaftrackings lieber ablegen, und unter dem Fluorelastomerband staute sich mit der Zeit Wärme. Dass Medien wie WhatsApp-Fotos gar nicht am Handgelenk erscheinen, liegt am kleineren HarmonyOS-Ökosystem. Wer das erwartet, ist bei Wear OS besser aufgehoben.
Der deutlichste Kritikpunkt bleibt die automatische Steherkennung. Zehn erkannte Stehstunden an einem überwiegend sitzend verbrachten Arbeitstag sind schwer wegzudiskutieren, und die Bewegungserinnerungen wirken daneben doppelt merkwürdig. Auch die Ersteinrichtung dürfte komfortabler zu lösen sein, wenn man sämtliche Gesundheitsfunktionen aktivieren möchte.
Wer EKG, die hochwertigeren Materialien oder die Outdoor-Funktionen tatsächlich nutzt, bekommt einen nachvollziehbaren Mehrwert. Wer dagegen Nachrichten lesen, Schlaf und Gesundheit beobachten und gelegentlich eine Strecke aufzeichnen möchte, findet dasselbe bei der günstigeren GT 7 – die es zusätzlich in 41 mm gibt. Die endgültige Preis-Leistungs-Bewertung folgt, sobald Huawei die deutsche UVP nennt.
VORTEILE
- Titan, Keramik und Saphirglas, nach der Testwoche ohne Kratzer
- 1,47-Zoll-AMOLED, auch bei Sonne ohne Abschirmen lesbar
- EKG in 30 Sekunden, im Test immer beim ersten Anlauf
- Tiefenmesser mit Freigabe fürs Freitauchen bis 40 m
- lange Laufzeit: 37 % Verbrauch in vier Tagen
- nachvollziehbares Schlaftracking über mehrere Nächte
NACHTEILE
- Steherkennung unbrauchbar: zehn Stehstunden an einem Bürotag
- Ersteinrichtung aller Health-Funktionen dauert etwas
- 45,6 mm und 55,5 g, nachts unangenehm zu tragen
- WhatsApp-Fotos und andere Medien erscheinen nicht am Handgelenk
Fazit
Die HUAWEI Watch GT 7 Pro überzeugt mit hochwertigen Materialien, einem hellen Display und einer EKG-Messung, die auf Anhieb funktioniert. Dazu kommt eine Laufzeit, bei der man die Steckdose quasi vergessen kann. Groß und schwer ist sie trotzdem, und die Steherkennung lag im Test komplett daneben.