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Kiwi Ears Cadenza II Test: Der neue Budget-König unter 50 Euro?

Die Kiwi Ears Cadenza II sind der Nachfolger eines Kultklassikers aus dem Jahr 2022 und versprechen deutlich verbesserte Materialien, einen überarbeiteten Treiber und eine verfeinerte Abstimmung. Nach intensiven Testtagen mit diesen In-Ear-Monitoren kann ich bestätigen: Hier hat Kiwi Ears tatsächlich einen außergewöhnlichen IEM für rund 50 Euro geschaffen, der in dieser Preisklasse neue Maßstäbe setzt.

Technische Daten der Kiwi Ears Cadenza II

Produkt Cadenza II
Treiberaufbau 10mm Titanium Dynamic Driver with KARS 2.0
Impedanz 18 Ohm
Frequenzgang 10 Hz – 29.000 Hz
Anschluss 3,5-mm
Kabelstecker 0,78 mm, 2-polig
Kabellänge 120 mm
Ohreinsätze 6 × Paar Silikon-Ohrstöpsel
Preis € 50,99 *

Design und Verarbeitung

Die Cadenza II markieren einen erheblichen Qualitätssprung gegenüber dem Original. Während der erste Cadenza noch auf 3D-gedrucktes medizinisches Harz setzte, kommt hier ein hochwertigeres Polycarbonat-Gehäuse zum Einsatz, das sich erstaunlich wertig anfühlt. Die Schalen wirken robust und besitzen eine samtige, angenehme Haptik, die man in dieser Preisklasse nicht erwartet. Besonders beeindruckend ist die CNC-gefräste Aluminiumfrontplatte, die dem Design einen eleganten, minimalistischen Touch verleiht und dabei völlig frei von Fingerabdrücken bleibt.

Kiwi Ears Cadenza II

Mit nur etwa 4 bis 5 Gramm pro Ohrhörer sind die Cadenza II federleicht und fallen im Ohr kaum auf . Die ergonomische Formgebung orientiert sich an der natürlichen Ohrmuschel und sorgt für einen universellen Sitz, der sowohl kleine als auch größere Ohren problemlos aufnimmt. Das flache 2-Pin-System (0,78mm) ermöglicht unkomplizierte Kabelwechsel und ist zum Standard in der IEM-Welt geworden.

Kiwi Ears Cadenza II

Das mitgelieferte Kabel aus einkristallinem sauerstofffreiem Kupfer fühlt sich geschmeidig an, lässt sich kaum verheddern und zeigt keinerlei Mikrofonie-Effekte beim Tragen. Die Ear-Hooks sitzen komfortabel und das Kabel macht insgesamt einen deutlich hochwertigeren Eindruck, als man es für knapp 50 Euro erwarten würde. Einziger Wermutstropfen: Eine Schutztasche fehlt im Lieferumfang, was angesichts der hochwertigen Materialien fast schade ist. Man möchte die Cadenza II nach dem Gebrauch am liebsten sicher verstauen.

Kiwi Ears Cadenza II Test: Lieferumfang

Die Verpackung ist kompakt gehalten, präsentiert aber die IEMs ansprechend. Beim Öffnen findet man neben den Ohrhörern selbst ein ordentliches Zubehörpaket, das für diese Preisklasse absolut angemessen ist. Das Herzstück bildet das bereits erwähnte 1,2 Meter lange Kabel aus einkristallinem Kupfer mit 2-Pin-Anschluss und 3,5mm-Klinkenstecker.

Kiwi Ears Cadenza II
Bei der Menge an Eartips wird garantiert jeder fündig

Besonders hervorzuheben ist die Auswahl an Ohrstücken: Kiwi Ears legt insgesamt sechs Paar Ear-Tips in drei Größen (S, M, L) bei. Dabei handelt es sich um drei Paare Standard-Silikon-Tips sowie drei Paare Wide-Bore-Tips mit großer Öffnung. Gerade letztere sind eine echte Bereicherung und haben sich in meinen Tests als optimale Wahl für die Cadenza II erwiesen. Die Wide-Bore-Tips maximieren die Bühne, sorgen für einen strafferen, schnelleren Bass und passen perfekt zur Abstimmung der IEMs. Diese kurzen, aber weit geöffneten „Donut“-Ear-Tips sind mittlerweile meine bevorzugte Wahl bei etwa 75 Prozent meiner Tests geworden.

Was fehlt, ist wie bereits erwähnt ein Transportcase – bei dieser Materialqualität wäre eine Schutzhülle wünschenswert gewesen, auch wenn deren Weglassen sicherlich zur Kostenkontrolle beiträgt.

Tragekomfort

Der Tragekomfort zählt definitiv zu den größten Stärken der Cadenza II. Die leichten Polycarbonat-Gehäuse fühlen sich nahezu schwerelos im Ohr an, und die ergonomische Formgebung sorgt dafür, dass sie natürlich sitzen, ohne Druckpunkte zu erzeugen. Bei meinen ausgedehnten Hörsessions über mehrere Stunden hinweg konnte ich keinerlei Ermüdungserscheinungen, Hotspots oder Druckgefühle feststellen. Die Schalen sind flach genug, um auch bei längeren Tragezeiten bequem zu bleiben.

Das Belüftungssystem arbeitet effektiv und verhindert den unangenehmen Saugeffekt, den manche versiegelten IEMs verursachen können. Dieser Druckausgleich trägt erheblich zum Langzeitkomfort bei. Die Passform ist erfreulich universell. Meine mittelgroßen Ohren hatten keinerlei Probleme, aber auch Nutzer mit kleineren oder größeren Gehörgängen sollten hier gut bedient sein. Die passive Geräuschisolation bewegt sich im guten, aber nicht herausragenden Bereich.

Soundqualität der Kiwi Ears Cadenza II

Die Klangqualität der Cadenza II ist dort, wo diese In-Ears wirklich brillieren. Kiwi Ears hat hier eine neutrale, aber dennoch ansprechende Abstimmung geschaffen, die mit einer leichten Wärme und beeindruckender tonaler Kohärenz aufwartet. Die Cadenza II setzen auf einen neu entwickelten 10mm-Dynamiktreiber mit Titan-beschichteter PET-Membran, kombiniert mit der überarbeiteten KARS 2.0 Acoustic Tuning Technologie. Das Ergebnis ist eine ausgewogene Signatur, die an eine verfeinerte, erwachsenere Version des Harman-Targets erinnert.

Kiwi Ears Cadenza II

Bass und Sub-Bass: Der Tieftonbereich ist kontrolliert, texturiert und beeindruckend für den Preis. Die KARS 2.0-Technologie ermöglicht einen Sub-Bass, der überraschend tief reicht und dabei trocken, schnell und mit einer Textur auftritt, die an einen dedizierten Subwoofer erinnert. Der Mid-Bass hat genug Punch, damit Drums gewichtig klingen, bleibt aber dank des präzisen Cuts bei etwa 200Hz sauber getrennt vom Mittenbereich.

Mitten und Stimmen: Der Mittenbereich ist zweifellos die größte Stärke der Cadenza II. Kiwi Ears hat die Mitten mit einer subtilen Anhebung abgestimmt, die den Stimmen Wärme und Fülle verleiht, ohne die Neutralität zu opfern. Männliche und weibliche Vocals profitieren gleichermaßen von dieser Abstimmung. Sie klingen natürlich, intim und emotional ansprechend.

Kiwi Ears Cadenza II

Die Detailwiedergabe in den Mitten ist für den Preis beeindruckend. Man kann subtile Nuancen in Gesangsperformances heraushören und einzelne Instrumentenlinien in moderat komplexen Arrangements verfolgen. Natürlich können sie nicht mit teureren Multi-Treiber-Konfigurationen bei der Auflösung von Mikrodetails mithalten, aber sie liefern mehr Klarheit als viele Konkurrenten im 50-100 Euro-Bereich.

Kiwi Ears Cadenza II

Höhen und Luftigkeit: Die Höhen sind auf Geschmeidigkeit und langfristige Hörbarkeit abgestimmt. Sie erreichen ihren Peak bei etwa 3kHz und erstrecken sich dann sanft mit einem weiteren Peak bei rund 14kHz, der für genügend Luftigkeit und Offenheit sorgt. Die oberen Höhen sind kontrolliert, um jegliche Härte oder Zischlaute zu vermeiden, was für höhensensible Hörer ein erheblicher Vorteil ist.

Kiwi Ears Cadenza II Test: Fazit

Die Kiwi Ears Cadenza II sind eine außergewöhnliche Leistung im Budget-Segment und setzen neue Maßstäbe dafür, was für rund 50 Euro möglich ist. Sie bieten eine ausgewogene, ermüdungsfreie Klangqualität, die über fast alle Genres hinweg funktioniert und sich für stundenlange Hörsessions eignet. Die Titan-beschichtete Treibertechnologie liefert schnellere Transienten und bessere Klarheit als typische Budget-Dynamiktreiber, während die KARS 2.0-Abstimmung eine Klangsignatur schafft, die neutral genug für Monitoring-Arbeiten, aber warm und musikalisch genug für puren Genuss ist.

PRO

  • Klarer, detailreicher Klang
  • Extrem starker Preis
  • Neutrale Abstimmung
  • Robustes Design
CONTRA

  • Eartips ziemlich weich
  • Klangbühne etwas eng
  • Keine Schutzhülle

Kiwi Ears Cadenza II

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

90/100

Satter Klang, attraktiver Preis: Die Cadenza II sind überzeugende In-Ear-Monitore für wenig Geld. Klare Empfehlung für Sparfüchse.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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