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Ledger Nano Gen5 im Test: Die Zukunft der Hardware-Wallets?

Mit dem Ledger Nano Gen5 präsentiert Ledger die jüngste Generation seiner bekannten Hardware-Wallets. Auf diese Weise lässt sich finanzielle Unabhängigkeit gegenüber Krypto-Börsen erreichen – gemäß dem Motto „Not Your Keys, Not Your Coins”. Der Ledger Nano Gen5 punktet neuerdings mit einem 2,8 Zoll großen E Ink-Touchdisplay samt eigenen Ledger Recovery Key. Zudem nutzt der Hersteller anstelle des fachsprachlichen Begriffs „Hardware-Wallet” inzwischen die allgemeinere Bezeichnung „Signers”. Mit dem Zusatz „Nano” im Namen zählt dieses Modell zu den budgetfreundlicheren Ledger-Geräten, wohingegen der Ledger Flex und der Ledger Stax (ohne „Nano”) zur höheren Preisgruppe zählen.

Der folgende Produkttest soll klären, wie sich der neue Ledger Nano Gen5 im Alltag integriert und für wen er sich am besten eignet.

Technische Daten

Modell Ledger Nano Gen5
Finish Kunststoffrahmen und -rückwand
Größe 79,4 mm × 53,3 mm × 8,6 mm
Gewicht 46 g
Konnektivität Bluetooth 5.2, NFC, USB Type-C
Display
  • 2,8 Zoll Schwarzweiß E Ink-Touchscreen @ 300 × 400 px
  • Kratzfestes Glas mit Antireflexionsbeschichtung
Secure Element-Chip ST33K1M5, CC EAL6+ zertifiziert
Betriebssystem Ledger OS
Unterstützte OS
  • Windows 10/11 64-Bit
  • macOS Big Sur/Monterey/Ventura
  • Ubuntu LTS 20.04/22.04
  • iOS15+
  • Android 10+
Preis € 179,00 *

Lieferumfang

  • Beinhaltet u. a. Signer, USB-C-Kabel sowie drei Recovery Sheets
  • Recovery Key auf eigener Karte – sicher vor fremden Blicken
  • Generell: Verpackung sollte vor Gebrauch auf Echtheit und Unversehrtheit gecheckt werden

Der Lieferumfang des Ledger Nano Gen5 umfasst neben dem Signer selbst auch ein Kabel mit USB-C-Anschluss zum Aufladen bzw. zum Datenaustausch. Zudem sind drei Recovery Sheets zum Notieren der Seed Phrase enthalten, um diese künftig an unterschiedlichen Orten aufzubewahren – natürlich geschützt vor neugierigen Blicken. Eingeprägt auf der kleinen schwarzen Karte ist der Recovery Key des Ledgers, wohingegen die beiliegende regulatorische Erklärung den Umfang der Lieferung komplettiert.

Grundsätzlich wichtig: Schon beim Auspacken unbedingt prüfen, ob die Verpackung originalverschlossen und intakt ist – Sicherheit ist schließlich das A und O.

Einrichtung

  • Simpler Einrichtungsprozess via App
  • Recovery Phrase muss zwingend auf Recovery Sheets notiert werden
  • Optional: Recovery Phrase lässt sich per NFC auf Recovery Key übertragen

Zum Einrichten des Ledger Nano Gen5 benötigt man zunächst die App Ledger Wallet, wahlweise für PC oder Smartphone. Ältere Nutzer dürften noch den alten Namen „Ledger Live” in Erinnerung haben – hier kam ebenfalls eine Namensänderung zustande. Im nächsten Schritt wird der Signer per Knopfdruck auf der rechten Seite eingeschaltet, woraufhin eine anfängliche Einführung auf dem E Ink-Display erfolgt. Über einen QR-Code oder via Bluetooth lässt sich der Signer im nächsten Schritt mit dem Smartphone oder PC koppeln. Nach einer kurzen Echtheitsprüfung in der Ledger Wallet oder etwaigen Software-Updates lassen sich nun eine PIN und der Gerätename hinterlegen.

Besitzt man bereits einen weiteren Ledger, kann man entweder die Seed Phrase aus dem alten Modell importieren oder den Signer als neues Gerät einrichten. Letzteres erzeugt eine Recovery Phrase, also eine Reihe von 24 englischen Wörtern, welche es zu notieren gilt. Dank unterschiedlicher Validierungen verläuft der Einrichtungsprozess geordnet und benutzerfreundlich, weshalb auch Einsteiger leicht den Überblick bewahren dürften.

Wenn man die Recovery Phrase also dreifach auf Papier dokumentiert hat, steht zusätzlich das schwarze Kärtchen als Backup-Methode zur Verfügung. Mit diesem speichert der Ledger Nano Gen5 über NFC seine Seed Phrase direkt auf der Karte, was völlig offline vonstattengeht. Auch für die Absicherung des Recovery Keys auf der NFC-Karte ist eine separate PIN erforderlich.

Benutzerfreundlichkeit

  • E Ink-Touchscreen sorgt für einfache, flüssige Bedienung im Alltag
  • Unterstützt über 15.000 Kryptowährungen, Installation vieler Blockchain-Apps möglich
  • Signer kann ebenfalls zur 2-Faktor-Authentifizierung eingesetzt werden

In puncto Benutzerfreundlichkeit ist der Ledger Nano Gen5 dank E Ink-Touchscreen durchaus alltagsgeeignet und schlägt damit die Vorgängermodelle Nano S Plus und Nano X mit Abstand. Waren die Navigationsmöglichkeiten mit den Buttons an der Seite der Vorgängermodelle eher umständlich, überzeugt der Nano Gen5 durch flüssigere Animationen sowie eine bessere Übersichtlichkeit aufgrund des großen Displays. Hinsichtlich Design ähnelt der Ledger Nano Gen5 daher eher dem Ledger Flex oder gar dem Stax, obgleich die beiden Modelle preislich eine Kategorie höher liegen. In Sachen Akkulaufzeit schafft der Ledger Nano Gen5 bei normaler Nutzung rund 10 Stunden oder stattdessen bis zu 150 Transaktionen in Folge.

Krypto-Fans werden sich freuen: Mittlerweile lassen sich mit der App Ledger Wallet über 15.000 Kryptowährungen senden bzw. empfangen, kaufen, umtauschen oder staken. Den Überblick aller unterstützten Coins und Tokens liefert Ledger auf seiner ständig aktualisierten Website. Auf dem Ledger Nano Gen5 stünden dabei rund 1,5 MB zur Verfügung, um diverse Blockchain-Apps zu installieren. Die größten digitalen Währungen wie Bitcoin, Ethereum, XRP und Solana sind hier selbstverständlich vertreten. Wer Lust hat, kann mithilfe der Ledger Wallet-App ebenfalls ein Hintergrundbild für den Ledger Nano Gen5 festlegen. Zur Demonstration haben wir das Beitragstitelbild dort hinterlegt.

Eine klare Empfehlung zur Installation ist dabei die auswählbare App „Security Key”, womit sich der Ledger Nano Gen5 zur 2-Faktor-Authentifizierung einsetzen lässt. Hierzu wird die NFC-Schnittstelle verwendet, sodass beim Einloggen ganz einfach das Smartphone über den Ledger Nano Gen5 autorisiert wird.

Sicherheit an oberster Stelle?

  • Signer schützt Daten, bestätigt Transaktionen und verwaltet die eigene digitale Identität
  • Sicherheitschip ST33K1M5 bietet Top-Level-Schutz, ähnlich wie elektronischer Reisepass
  • Funktionen wie Clear Signing und Transaction Check inklusive

Der Richtungswechsel von Hardware-Wallet zum Signer kommt bei Ledger aus gutem Grund – immerhin ist ein solches Gerät inzwischen mehr als nur ein digitaler „Geldbeutel“. Vielmehr schützt der Signer die eigenen Daten, ermöglicht die Bestätigung von Transaktionen und hilft somit bei der Kontrolle der eigenen digitalen Identität. Grundlage dafür ist der geprüfte Sicherheitschip ST33K1M5, dessen Zertifizierung gemäß dem internationalen Standard CC EAL6+ erteilt wurde. Zum Vergleich: Ein solches Level an Sicherheit ist auch beim elektronischen Reisepass (ePass) anzutreffen.

Spannend ist auch die ab Werk unterstützte Technologie Clear Signing des Ledger Nano Gen5. Einfach ausgedrückt kann jede Transaktion direkt auf dem Gerät ein weiteres Mal zur Genehmigung verifiziert werden. Insbesondere dank Bluetooth und NFC lässt sich das Signieren solcher Transaktionen einfach von unterwegs aus erledigen – ganz nach dem Motto: „Verstehen, was du unterschreibst”.

In Kombination mit dem aktivierten Transaction Check wird jede Ethereum-Transaktion vorab über die drei Anbieter Blockaid, Tenderly und Cyvers simuliert und auf bestimmte Warnsignale hin analysiert. Überprüft werden dabei unter anderem die in der Transaktion genutzten Adressen sowie andere Risiken wie etwa Adressvergiftung oder Phishing. Auf Basis dieser Informationen erstellt das System eine kurze Transaktionsübersicht inklusive Sicherheitsbewertung.

Fazit

Der Test des Ledger Nano Gen5 zeigt, dass der Hersteller mit dieser Generation einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Obwohl für den Ledger Flex rund 70 Euro und für den Stax sogar mehr als doppelt so viel bezahlt werden muss, bietet der Nano Gen5 viele Funktionen der kostspieligeren Modelle. Das zeigt sich nicht nur beim E Ink-Touchscreen Display, sondern bereits beim separat beigelegten Ledger Recovery Key, welcher den Modellen Nano X und Nano S Plus verwehrt bleibt. Hinzu kommen durchdachte Features wie der Transaction Check oder auch die Nutzung des Ledger Nano Gen5 zur Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Hinsichtlich anderer Aspekte besteht jedoch Optimierungspotenzial: So ist das E Ink-Display selbst nicht ausgeleuchtet, weshalb es in dunklen Umgebungen kaum bzw. überhaupt nicht benutzt werden kann. Zudem ist die Verarbeitungsqualität zwar gut, erreicht aufgrund des Kunststoffrahmens bzw. -rückseite aber nicht ganz das Level des Ledger Flex oder Stax. Auch der interne Speicherplatz ist ein Thema: Mit einer Handvoll Blockchain-Apps wird man schnell an seine Grenzen stoßen. Wer also viele Apps auf dem Ledger Nano Gen5 nutzt, wird um die eine oder andere Deinstallation und Reinstallation nicht herumkommen.

Und was bedeutet das im Endeffekt? Der Ledger Nano Gen5 ist genau das, was er verspricht, und bietet dank einfacher Handhabung und hohem Sicherheitsstandard einen guten Mittelweg für Krypto-Einsteiger, langfristige Hodler und aktive Nutzer mit häufigen Transaktionen. Wer seinen Signer allerdings nur einmal im Jahr nutzt, für den dürfte bereits das Modell Nano S Plus oder X ausreichen. Will man jedoch nicht auf die bequemen Vorzüge der teureren Geräte verzichten und führt regelmäßig Transaktionen durch, findet man mit dem Ledger Nano Gen5 einen zukunftssicheren und erschwinglichen Signer.

PRO

  • Unterstützt viele Coins inkl. Token und NFTs
  • Nutzbar zur 2FA
  • Recovery Phrase auch per NFC-Tag
  • Großer E Ink-Touchscreen
  • Sehr hohe Sicherheit
  • Vielseitige Konnektivität
CONTRA

  • Display ohne Hintergrund-beleuchtung
  • Begrenzter Speicherplatz für Blockchain-Apps
  • Weniger robustes Kunststoffgehäuse

Ledger Nano Gen5

Design & Verarbeitung
Hardware & Leistung
Benutzerfreundlichkeit
Preis-Leistungs-Verhältnis

93/100

Der Ledger Nano Gen5 positioniert sich als sicherer und moderner Signer mit großem Touchscreen, hoher Benutzerfreundlichkeit und starker Konnektivität. Dafür ist er jedoch preislich über der bisherigen Nano-Reihe von Ledger angesiedelt.

Niklas

Seit meiner Kindheit fasziniert mich die Welt der Computer – eine Leidenschaft, die schließlich meinen beruflichen Weg als Softwareentwickler geprägt hat. Mit technischem Know-how, einem geschulten Blick fürs Detail und großer Begeisterung für alles rund um den PC teste und entdecke ich gerne neue Produkte. Auch in meiner Freizeit bleibe ich der Technik treu: Ob beim Gaming, wo ich meine Fähigkeiten in spannenden Matches mit Freunden unter Beweis stelle, oder beim Ausprobieren aktueller Hardware – Neugier und Freude am Entdecken stehen bei mir immer im Vordergrund.

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