
Als großer Fan von Robotik und Automatisierung und als jemand, der hobbymäßig auch jene Dinge den technischen Begleitern überlässt, die manuell vielleicht sogar schneller umgesetzt wären, ist die Begeisterung groß, das Topmodell von Mammotion ausgiebig zu testen. In einem Garten, der alles andere als pflegeleicht ist. Nahtlos an der Rasenkante verlaufende Hecken, leichte Unebenheiten im Rasen, ein Klettergerüst für Kids sowie manchmal auch das ein oder andere liegengelassene Spielzeug werden den LUBA 2 AWD 5000X mit Sicherheit fordern. Kann das bis an die Zähne mit Gadgets bewaffnete Gartenhelfer-Ungetüm (mit 30 Kilogramm Versandgewicht darf sich das Ding definitiv so nennen) den klassischen Rasenmäher ersetzen? Und ist es dabei einfach zu bedienen und sicher für Gemüsebeet sowie Kleintiere? Wir werden es herausfinden.
| Modell | Mammotion LUBA 2 AWD 5000X |
| Abmessungen Roboter | ca. 700 × 520 × 300 mm |
| Gewicht Roboter | ca. 24 kg (30 kg Versandgewicht inkl. Zubehör) |
| Ladestation | inklusive RTK-Modul, benötigt stabile, ebene Fläche |
| Schnittbreite | doppelt, mit 2x 6-Klingen-System (44 cm) |
| Schnitthöhe | flexibel einstellbar |
| Flächenleistung | bis zu 5000 m² |
| Navigation | RTK + Kamera + Ultraschall + Stoßsensor |
| Max. Steigung | 80 % (ca. 38°) |
| Wasserschutz | IPX6 |
| Sicherheitsfeatures | KI-Hinderniserkennung, Regensensor, Nachtbetrieb (abschaltbar) |
| App-Funktionen | Kartierung, Zeitpläne, FPV-Steuerung, Mäh-Tattoos, Zonen |
| Besonderheiten | Allradantrieb, 4G-Option, Kamera, KI, Mähmuster |
| Preis | 2.999 € (UVP) |
Unboxing und erster Eindruck: Gut verpacktes Schwergewicht
30 Kilogramm Versandgewicht sind ein Statement. Und dieses Statement begrüßt mich in Form eines monströs großen Pakets dank Abstellgenehmigung direkt vor meiner Haustür. Kommt der Robo-Mäher also unbeschadet an? Ja, absolut. In großzügige Polsterung eingebettet, stechen beim Öffnen direkt eine riesige Kurzanleitung (wer will schon das dicke Handbuch lesen, wir wollen das Ding doch direkt in Action sehen!), das üppige Zubehör; und eine kleine Öffnung lässt bereits einen ersten Blick auf das Objekt der Begierde erhaschen.

Alles liegt ordentlich sortiert bei, von der RTK-Antenne (für den Satellitenempfang) inklusive Befestigungsstange, Kamera-Einheit bis hin zur Stoßstange, die vor der ersten Inbetriebnahme noch installiert werden muss. Ansonsten wäre wahrscheinlich die Verpackung noch größer ausgefallen oder das Teil würde beim Transport in montiertem Zustand Schaden nehmen. Auf Ebene 2 im Karton befinden sich der LUBA 2 AWD 5000X sowie die dazugehörende Ladestation. Und das war es auch schon – doch mehr braucht es nicht. Und falls noch ein Schutz für Wind und Wetter notwendig wird, lässt sich dieser unkompliziert dazu bestellen. Genauso wie die vom Hersteller angebotenen Racing-Decals, um den Mähi (zumindest optisch) zu tunen. Doch wir driften ab.

Beim Herausnehmen wird direkt klar: Hier ist nicht nur Plastik verbaut, sondern das Gerät wirkt absolut hochwertig. 2 Personen zum Herausheben sind also durchaus empfehlenswert. Für die darauffolgende Montage der Kameraeinheit und der Stoßstange liegt außerdem ein hochwertiger 2,5mm-Innensechskant-Schraubendreher bei, sodass einem der Gang in die Werkstatt oder gar zum Baumarkt erspart bleibt.
Die Montage der Bauteile verläuft unkompliziert. Die Anleitung zeigt deutlich und unmissverständlich, wo genau was hingehört. Und sogar auf dem Roboter selbst befinden sich noch Aufkleber, die das nochmal unterstreichen. Gut 10 Minuten später steht der Luba 2 AWD bereit – doch es geht noch nicht gleich ab auf die grüne Piste.

Aufbau & Installation: Feinjustierung mit GPS und ein wenig Geduld
Mammotion verspricht im Puncto Außeninstallation eine schnelle und unkomplizierte Einrichtung. Trifft das zu? Jein. Beginnen wir mit der Positionierung der RTK-Antenne. Deren Aufgabe ist es, Satellitensignale zu empfangen und dem Roboter exakte Positionsdaten zu liefern.

Damit das klappt, muss die Antenne mit freier Sicht zum Himmel aufgestellt werden. In unserem Test benötigte diese Prozedur drei Anläufe. Der erste Standort war etwas zu nahe am Dachvorsprung, der zweite etwas zu nah an einem riesig gewachsenen Wachholder, der dritte dann direkt im Gemüsebeet – man muss eben Prioritäten setzen. Ein großer Pluspunkt an dieser Stelle: Ein langes Verlängerungskabel für die Antenne, sowie eine Kralle, mit der die Montagestange im Erdreich verankert werden kann.

Da die RTK-Antenne offenbar für die korrekte Funktion die eigene Position als Referenz speichert und der Roboter dann relativ zur Antenne navigiert, ist nach jedem Versuch eine neue Kartierung erforderlich. Also besser direkt den besten Standort suchen und danach erst fortfahren. Ist diese Hürde aber einmal überwunden, ist die restliche Installation einfach.
Ladestation und Stromversorgung des Luba 2 AWD 5000X
Als nächstes ist die Ladestation an der Reihe, die idealerweise in der Nähe der RTK-Antenne aufgestellt wird. Die Antenne lässt sich nämlich direkt an der Ladestation anschließen und benötigt dann keine weitere Stromversorgung (die aber dennoch beiliegt). Wichtig ist, dass die Ladestation auf geradem Boden steht und nicht durch den schweren Roboter verschoben werden kann. Für die Installation auf unbefestigtem Gelände liegen natürlich diverse Montagehilfen bei. In unserem Test landet die Home Base des Roboters aber erst einmal in der Ecke zwischen Hauswand und Wintergarten – relativ geschützt vor Wind und Wetter, obwohl der Mäher Witterungsbeständig nach IPX6 ist. Werden die 1m Rangierabstand zu allen Seiten eingehalten, ist auch das Aus- und Einparken keine große Sache und bedarf keiner weiteren Nutzeraktion.

Alles in allem dauert dieser Part der Installation rund eine Stunde. Ein absoluter Gewinn im vergleich zu konventionellen Mährobotern, die auf Begrenzungskabel oder Ähnliches angewiesen sind. So etwas entfällt nämlich beim Luba 2.
Die Mammotion-App als übersichtliche Steuerzentrale
Die beste Hardware nützt nichts, wenn die zugehörige App nichts taugt, und solche Fälle hatten wir schon mehrere. Mammotion zeigt aber, dass es auch die andere Seite gibt: Unkomplizierte Steuerung, intuitive Bedienung, und alle Einstellungen übersichtlich in einer App zusammengefasst. Doch erst einmal installieren (einfach den QR auf der Kurzanleitung scannen) und dann registrieren.
Der dafür benötigte Authentifizierungs-Code kommt per E-Mail, nachdem man die Mailadresse im Registrierungsformular eingetragen hat – vollautomatisch, aber mit etwas Verzögerung. Es wäre also nicht notwendig gewesen, sich mit 4 unterschiedlichen Mailadressen zu registrieren zu versuchen. Hier ist einfach ein wenig Geduld oder ein Blick in den Spamordner gefragt.
Direkt darauf beginnt die Suche nach dem Roboter sowie die Einrichtung der WLAN-Verbindung für den Mäher. Ist das erledigt, ploppt auch direkt eine Einblendung auf, dass der Luba 2 gerne ein Firmware-Update durchführen möchte. Das ruft dieser dann auch lautstark quer durch den Garten – gut, jetzt sind auch die Nachbarn gewarnt. Dauert dann etwas länger als gedacht, weil die WLAN-Abdeckung im Garten eher mäßig ausfällt, aber nach rund einer Viertelstunde war die Spannung dann groß.

Ist die App-Einrichtung erledigt und der Luba 2 verbunden, können über die App zahlreiche nützliche Funktionen aufgerufen werden: Kartierung, Zeitpläne, manuelle Steuerung (über Bluetooth – mehr dazu später), Akkustatus und weitere Einstellungen. Und letztere sind durchaus vielfältig, beispielsweise lässt sich dort der Frontscheinwerfer aktivieren, sodass der Mähroboter auch bei Dunkelheit zu erkennen ist.

Apropos Dunkelheit: Zwar soll die interne KI des Roboters Hindernisse und Tiere/Menschen erkennen, doch gerade nachts wollten wir dieses Risiko nicht eingehen – Stichwort Igel und andere nachtaktive Tiere. Es musste also ein Zeitplan her, der dem Mäher nur tagsüber das Mähen erlaubt. Über das Einstellungs-Menü lässt sich mit 2 Tipps der Wildtierschutz aktivieren, sodass entweder die Geschwindigkeit des Roboters reduziert oder der Nachtbetrieb gänzlich deaktiviert wird.
Kartenerstellung: Racing-Sim im Garten?
Mit dem fertig installierten LUBA 2 AWD 5000X und der richtig positionierten RTK-Antenne wird es jetzt Zeit, den Garten einmal virtuell abzustecken. Die gesamte Kartenerstellung läuft bequem über die Mammotion-App auf dem Smartphone. Das bedeutet, dass vor der ersten automatischen Mäh-Fahrt erst einmal die Fläche abgesteckt – also im Kreis abgefahren werden muss. Die App verwandelt sich dabei also in einen Controller, mit der sich die Bewegungen des Roboters mehr oder weniger präzise steuern lassen. Für geübte Drohnenpiloten vermutlich ein Kindergeburtstag. Für mich, der in den frühen 2000-ern zuletzt ein RC-Car gesteuert hat, zusammen mit einer gewissen Verzögerung, bis der Luba 2 reagiert:

In der App lässt sich aber genau für solche Fälle die Maximalgeschwindigkeit für den Anlern-Modus drosseln. Und bei 0,2 Metern pro Sekunde klappt die Steuerung dann auch für mich wunderbar.

Darüber hinaus lassen sich gleich mehrere No-Go-Zonen einrichten, also Flächen, die nicht gemäht werden – wie beispielsweise Gemüsebeete oder Inseln für Wildblumen und Bienen. Auch bei Vorhandensein eines Gartenteichs oder Pools im Mähgebiet ist diese Funktion Gold wert. Und sind diese Bereiche erst einmal festgelegt, hält sich der Roboter penibel daran.
Spielereien mit der Mammotion-App: Was der LUBA 2 AWD 5000X noch alles kann
Ein absolutes Highlight der App ist die flexible Planung der Mähzeiten. Es lässt sich detailliert einstellen, zu welchen Zeiten und an welchen Wochentagen der Roboter unterwegs sein darf. Das ist besonders sinnvoll, wenn Tiere im Garten unterwegs sind oder Kinder im Garten spielen.

Ein weiteres interessantes Feature ist der, nennen wir ihn mal „First-Person-Modus“, bei dem sich der Mähroboter direkt über zwei virtuelle Joysticks auf dem Smartphone-Display steuern lässt. Bildübertragung natürlich inklusive. Was zu Beginn mehr als nettes Gimmick belächelt wurde, entpuppt sich aber als überaus praktisch, um im Zweifelsfall zu sehen, ob der Roboter gerade irgendwo feststeckt oder – falls dieser nicht in die Ladestation zurückgekehrt ist – festzustellen, wo sich dieser befindet. Bei größeren Rasenflächen, und wenn das WLAN-Signal nicht so weit reicht, ist sogar ein Betrieb über 4G-Mobilfunk möglich, setzt aber selbstredend eine SIM-Karte im Gerät voraus.

Als besonderes Extra kann der Luba 2 sogar eine Art Tattoo in den Rasen schneiden. Über die App lassen sich diverse Symbole auswählen und auf der Karte platzieren. Der Roboter mäht diese dann durch variable Schnitthöhenverstellung in den Rasen. Auch Buchstaben können auf diese Weise dargestellt werden. Aufgrund der Mähbreite setzt dieses Feature aber eine größere Rasenfläche voraus – aber dafür wurde der Mäher ja auch geschaffen.

Insgesamt überzeugt die Mammotion-App auf ganzer Linie. Sie bietet eine klar strukturierte Benutzeroberfläche, viele nützliche Funktionen und arbeitet durchgehend zuverlässig und flüssig. Hier zeigt sich, dass Mammotion seine Hausaufgaben nicht nur bei der Hardware gemacht hat. Und mit der App bestens vertraut, kann es nun endlich losgehen: Die erste Testfahrt steht an.
Erste Fahrt & Mäherlebnis
Mit kartierter Fläche, eingestellten No-Go-Zonen und einem passenden Mähzeitplan in der App ist der Mammotion LUBA 2 AWD 5000X bereit für seine erste echte Fahrt. Der LUBA fährt gemäß App-Einstellung zunächst zweimal die Außenkante des erlaubten Bereichs ab – offenbar zur Kalibrierung. Danach widmet er sich in gleichmäßigen Bahnen dem Innenbereich. Wer möchte, kann über die App auch alternative Schnittmuster einstellen, aber ich bleibe zunächst beim klassischen Längsschnitt, der völlig ausreichen sollte bei ebenem Gelände.
Besonders auffällig dabei: Der LUBA arbeitet angenehm leise. Definitiv sogar leiser als so mancher Saugroboter. Und um Welten leiser als ein klassischer Rasenmäher, und auch der authentische Benzingeruch fehlt.
Unser Test-Rasenstück war bewusst eine Weile nicht gemäht worden, sodass der Luba direkt unter möglichst realen Bedingungen seine Skills unter Beweis stellen konnte. Laut Hersteller kann der Mähroboter auch mit einer Graslänge von bis zu 9 Zentimetern umgehen – und das stellte er eindrucksvoll unter Beweis. Mit seinem Allrad-Antrieb ackerte sich der Roboter durch dichten Bewuchs und stutzte diesen automatisch auf 60 Millimeter. Sauberes und präzises Schnittbild inklusive. Nach dem ersten (und einzig notwendigen) Durchgang sind keine Streifen oder vereinzelt stehengelassene Grashalbe zu erkennen. Das Doppelmähwerk mit insgesamt 12 Klingen macht hier definitiv ganze Arbeit.
Durch das optimale Zusammenspiel von Kamera, Ultraschall und Stoßfänger ist der Luba 2 auch in der Lage, kleinen und großen Hindernissen auf seinem Weg auszuweichen. Auch Engstellen (Ladestation und Rasenfläche sind nur durch einen schmalen Korridor erreichbar) und Kurven werden dank Allradantrieb präzise angesteuert. Steigungen von bis zu 80% (38°) sind ebenfalls keine große Sache für den Mäher.
Nach der Fahrt ist vor der Fahrt
Wenn der Akku während des Mähvorgangs unter 15 % fällt, fährt der Roboter eigenständig zur Basis zurück, lädt kurz auf und beendet anschließend seinen Auftrag. Erst danach geht er in den vollständigen Lademodus. Das wirkt im Alltag gut durchdacht, denn so wird der Mähauftrag zuverlässig abgeschlossen, selbst wenn der Akku mittendrin schwächelt.
Die besten Ergebnisse lassen sich aber erst sehen, wenn der LUBA 2 AWD 5000X regelmäßig, etwa jeden zweiten Tag, über die Wiese ackert. Dadurch kann sich ein dichterer Bewuchs bilden und der Rasen wirkt sauberer und gepflegter. Und das alles ohne manuelles Eingreifen.
Der einzige Wermutstropfen an dieser Stelle: Ein Fangkorb wäre definitiv ein Nice-to-have. So bleibt der Schnitt als Mulch liegen, was eigentlich kein Problem darstellt. Bei feuchtem Wetter bleibt das Zeug aber gut und gerne an den Schuhen kleben. In Anbetracht des sauberen Schnittbilds ist das aber mehr als zu verkraften.
Fazit: Ein sauberer Start mit kleinen Einschränkungen
Der LUBA 2 AWD 5000X liefert bei seiner ersten Ausfahrt genau das, was man sich von einem Mähroboter in dieser Preisklasse erwartet – und sogar noch ein wenig darüber hinaus. Die Navigation wirkt durchdacht, das Mähbild überzeugt, und die Geräuschkulisse bleibt angenehm unauffällig. Auch Hindernisse werden zuverlässig erkannt und elegant umfahren.
Dank klarer Linienführung und durchgängiger Schnittqualität macht der Roboter genau das, was er soll – und das sehr selbstständig. Wer regelmäßig mähen lässt, profitiert doppelt: vom gesünderen Rasenbild und einem sauber verteilten Mulch.

Wer einen kraftvollen, intelligenten und geländefähigen Mähroboter ohne Kabelsalat sucht und bereit ist, für Komfort und Leistung etwas mehr zu investieren, findet im LUBA 2 AWD 5000X eine absolut überzeugende Lösung.
- Navigation ohne Begrenzungskabel dank GPS-Steuerung
- Sehr gute Schnittleistung & gleichmäßiges Mähbild
- Geländetauglichkeit dank Allrad
- Intuitive App mit zahlreichen Funktionen (z. B. FPV, Tattoos)
- Automatische Hinderniserkennung & Wildtierschutz
- Kein Fangkorb – feuchter Mulch haftet an Mäher und Schuhen
- Ersteinrichtung der RTK-Antenne erfordert Geduld
- Relativ hoher Preis im Vergleich zur Konkurrenz
Mammotion LUBA 2 AWD 5000X
Design und Verarbeitung
Navigation
Hinderniserkennung
Bedienkomfort
Mähleistung
Preis-Leistungs-Verhältnis
93/100
Der LUBA 2 AWD 5000X punktet mit kraftvollem Allradantrieb, RTK-Navigation und intuitiver App-Steuerung. Die optimale Lösung für große, komplexe Gärten und Rasenflächen.
