E-Bikes sind längst im Alltag angekommen – doch wer mit Gleichgewichtsproblemen kämpft, nach einem Sturz Angst vor dem Zweirad hat oder einfach entspannt und sicher unterwegs sein möchte, steht oft vor einer Herausforderung. Genau hier positioniert sich das MoonCool TK1: ein faltbares Elektro-Dreirad (E-Trike), das Stabilität, Komfort und ordentlich Transportkapazität in einem Paket vereint.
Wir haben das TK1 ausgiebig auf Asphalt, im Park und auf Waldwegen getestet und verraten euch, für wen sich das Dreirad wirklich lohnt – und wo es Grenzen gibt.
Technische Daten auf einen Blick
| Hersteller | MoonCool |
| Modell | TK1 (Folding E-Trike) |
| Motor | Heckmotor, 250 W Dauerleistung / 500 W Spitze, bis zu 45 Nm Drehmoment |
| Akku | 36 V, 20 Ah – 720 Wh (entnehmbar, abschließbar) |
| Reichweite | Ca. 40–80 km (je nach Fahrstufe und Fahrergewicht) |
| Höchstgeschwindigkeit | 25 km/h (D-gesetzeskonform) |
| Unterstützungsstufen | 5 Fahrstufen via Kadenz-Sensor |
| Bremsen | Hydraulische Scheibenbremsen, 180 mm Rotoren, Feststellfunktion |
| Reifen | 20 × 3 Zoll Fat-Tire, Allterrain-Profil (Chaoyang) |
| Rahmen | 6061-Aluminium, faltbar |
| Federgabel | Coil-Spring-Gabel, vollständig einstellbar (Preload + Lockout) |
| Gesamtgewicht | 39,5 kg |
| Zuladung | 205 kg gesamt laut Hersteller |
| Fahrergröße | 155–195 cm |
| Beleuchtung | Integriertes Front- und Rücklicht, Bremslicht, Blinker – bordstrombetrieben |
| Lieferumfang | Front- & Heckkorb, Schutzbleche (Metall), Metallpedale, Netz, Getränkehalter, 2 Schlüssel, Werkzeug |
| Farben | Mehrere Farben verfügbar (z. B. Cyan, Schwarz, Pink, Dunkelrot) |
| Preis (UVP) | ca. 2.600 € (UVP) |
Lieferung & Aufbau
Das MoonCool TK1 kommt zu rund 95 % vormontiert an. Im Karton liegen alle nötigen Werkzeuge sowie eine verständliche Anleitung. Folgende Komponenten müssen noch selbst montiert werden:
- Vorderrad einsetzen
- Frontkorb befestigen
- Hintere Schutzbleche anbringen
- Getränkehalter montieren
Hinweis zur Montage: Die hinteren Schutzbleche lassen sich am einfachsten anbringen, wenn man zunächst den Gepäckträger kurz abschraubt (4 Schrauben). Das ist in wenigen Minuten erledigt, macht die Montage aber deutlich einfacher.
Der Rest ist bereits fertig – inklusive Körbe, Schutzbleche in Rahmenfarbe, Metallpedale mit Reflektoren, Getränkehalterung und Netz für den Heckkorb. Kein Extra-Kauf notwendig. Das hebt das TK1 positiv von vielen Wettbewerbern ab, bei denen Zubehör separat bestellt werden muss.
Hinweis: Für den deutschen Straßenverkehr ist der optionale Gasgriff nicht montiert, da er hierzulande nicht zulässig ist.
Design & Verarbeitung
Das TK1 macht auf den ersten Blick einen stabilen und hochwertigen Eindruck. Der 6061-Aluminium-Rahmen ist robust und gleichzeitig leicht genug für ein Dreirad dieser Klasse. Die Schutzbleche bestehen aus Metall und sind in der Rahmenfarbe lackiert – ein Detail, das für Konsistenz im Design sorgt.
Erhältlich ist das TK1 in mehreren Farben, darunter Cyan-Grün, Schwarz, Warm Pink, Dunkelrot und Peacock-Grün. Wer individuelle Akzente setzen möchte, kommt hier voll auf seine Kosten.
Die Kabelführung ist ordentlich gelöst und am Lenker übersichtlich angeordnet. Kleine Abzüge gibt es für die Klappfunktion: Um wirklich sinnvoll Platz zu sparen, muss das Vorderrad ausgebaut werden – andernfalls fällt die Längenersparnis gering aus.
Cockpit & Bedienung
Das Display (G51-Einheit) ist übersichtlich gestaltet und zeigt alle relevanten Informationen: Geschwindigkeit, Akkustand, Fahrstufe, Kilometerstand und weitere Parameter. Per kurzem Knopfdruck auf die M-Taste lässt sich durch die Anzeigen blättern. Die Helligkeit ist ausreichend, auch wenn das Display bei direkter Sonneneinstrahlung leicht spiegelt.
Über Plus- und Minus-Tasten navigiert man durch die fünf Fahrstufen. Ein langer Druck auf Minus aktiviert die Schiebehilfe bis 5 km/h – praktisch beim Rangieren des 39,5 kg schweren Trikes. Ebenfalls per Langdruck auf Plus startet die bordstrombetriebene Beleuchtung.
Der Lenker ist sowohl in der Neigung als auch in der Höhe einstellbar und bei Bedarf abklappbar. Die Griffe verfügen über eine Handballenauflage und liegen angenehm in der Hand.
Motor & Antrieb
Im Heck arbeitet ein MoonCool-eigener Motor mit 250 W Dauerleistung und bis zu 500 W Spitzenleistung. Das maximale Drehmoment liegt laut Hersteller bei 45 Nm. Dank einer cleveren Kettenübersetzung – eine Kette vom Motor vorne, eine weitere hinten an die Achse – wirkt das System deutlich kraftvoller als die Nennleistung vermuten lässt.
Angesteuert wird der Motor via Kadenz-Sensor: Sobald die Pedale bewegt werden, setzt die Unterstützung ein – unabhängig vom Krafteinsatz. Die fünf Fahrstufen decken folgenden Geschwindigkeitsbereich ab:
- Stufe 1: bis ca. 12–14 km/h
- Stufe 2: bis ca. 17 km/h
- Stufe 3: bis ca. 19 km/h
- Stufe 4: bis ca. 21–22 km/h
- Stufe 5: bis 25 km/h
Im Praxistest meisterte das TK1 Anstiege (z. B. eine Brücke) in Stufe 4 problemlos und ohne merklichen Geschwindigkeitsverlust. Der Antrieb beschleunigt angenehm sanft und ohne Rucken – genau das, was man von einem Komfortfahrzeug erwartet.
Es gibt keine klassische Gangschaltung. Das Fahrgefühl erinnert durch die automatische Übersetzung dennoch an ein Drehmoment-Sensor-System – organisch und intuitiv. Wenn man 25 km/h fährt, hat man jedoch kaum noch Widerstand, was ein wenig gewöhnungsbedürftig ist und auch stören kann.
Akku & Reichweite
Der 36-V-Akku mit 20 Ah fasst stattliche 720 Wh und ist unter dem Sattel eingebaut. Er lässt sich per Schlüssel entriegeln und entnehmen – ideal für das Laden in der Wohnung. Zwei Schlüssel liegen im Lieferumfang bei. Alternativ kann der Akku auch im Bike über den seitlichen Ladeanschluss geladen werden.
Die realistische Reichweite hängt stark von Fahrergewicht und Fahrstufe ab. Als Faustregel gilt für das 36-V-System: ca. 0,5 Ah pro Kilometer bei höherem Körpergewicht, entsprechend mehr Reichweite für leichtere Fahrer. Praxisnah lässt sich sagen:
- Schwerere Fahrer (ca. 90+ kg): realistische 35–45 km
- Normalgewichtige Fahrer: 60–80 km möglich
Der Akku verfügt über eine LED-Statusanzeige und kann problemlos auch außerhalb des Trikes geladen werden.
Fahrverhalten & Praxistest
Eingewöhnung ans Dreirad
Das Fahren auf drei Rädern unterscheidet sich deutlich vom Zweirad. Das Gleichgewicht sucht man nie – man sitzt immer stabil, auch an der Ampel oder beim Anfahren. Das ist der größte Komfortvorteil. Gleichzeitig erfordert die Kurvenfahrt Übung: Das Trike neigt sich beim Lenken nicht mit, weshalb man lernen muss, aufrecht zu sitzen und mit dem Blick die Richtung zu steuern.
Profi-Tipp aus dem Praxistest: Gerade sitzen, Kopf konsequent in Fahrtrichtung halten – dann bleibt das Trike stabil und die Kurven gelingen intuitiv. Erfahrungsgemäß reichen 5–15 Minuten Übungszeit, um sich sicher zu fühlen.
Komfort & Federung
Großer Pluspunkt: der riesige, gut gepolsterte Sattel. Kombiniert mit der einstellbaren Coil-Spring-Federgabel und den breiten 20-Zoll-Fat-Tires entsteht ein äußerst komfortables Fahrgefühl. Unebenheiten, Kopfsteinpflaster und leichtes Gelände werden gut abgefedert.
Die Fat-Tires mit Allterrain-Profil funktionieren auf Asphalt etwas lauter, ermöglichen aber zuverlässige Traktion auf Wald- und Schotterwegen. Die Reifenbreite entspricht der Lenkerbreite – ein praktischer Orientierungswert beim Navigieren durch enge Passagen.
Bremsen
Verbaut sind hydraulische Scheibenbremsen mit 180-mm-Rotoren vorne und hinten. Im Bremstest (Vollbremsung aus 25 km/h) stoppte das Trike schnell, sicher und ohne Geräusche. Die Bremsleistung überzeugt auch bei dem vergleichsweise hohen Eigengewicht des Fahrzeugs.
Besonderheit: Beide Bremshebel lassen sich als Feststellbremse verriegeln. So kann das Trike am Hang oder beim Parken nicht wegrollen. Die Verriegelung löst sich beim nächsten Bremsvorgang automatisch.
Beleuchtung
Das Beleuchtungskonzept gehört zu den Highlights des TK1. Die sehr helle Frontleuchte ist am Frontkorb befestigt und lässt sich in Richtung und Winkel verstellen. Hinten leuchten drei bordstrombetriebene Rücklichter an Heck und Schutzblechen. Dazu kommen Bremslichtfunktion (erkennbar auch im Hellen), Blinkerfunktion links sowie Reflektoren rundum.
Kleines Detail am Rande: Das Kabel für die Rückleuchte am linken Hinterrad ist etwas knapp bemessen – 1 bis 2 cm mehr Kabellänge würden die Montage und Verlegung erleichtern. Im Fahrbetrieb hat das keinen Einfluss, ist aber ein Hinweis für zukünftige Revisionen.
Transportkapazität
Sowohl Frontkorb (bis 13 kg) als auch der große Heckkorb bieten erheblichen Stauraum. Der Heckkorb schluckt problemlos eine große Sporttasche plus weiteres Gepäck. Das mitgelieferte Netz sichert das Ladegut. Die Gesamtzuladung beträgt laut Hersteller 205 kg – das TK1 ist damit ein vollwertiger Alltagsbegleiter für Einkäufe, Touren oder Transporte.
Fazit – Für wen lohnt sich das MoonCool TK1?
Das MoonCool TK1 ist keine Oma-Karre – es ist ein ernstzunehmendes E-Trike für alle, die Stabilität und Komfort über Agilität stellen.
Das TK1 richtet sich an Personen, die ein sicheres Fahrerlebnis ohne Balancieren suchen – sei es aufgrund von Gleichgewichtsproblemen, körperlichen Einschränkungen oder einfach dem Wunsch nach entspanntem Cruisen. Auch als Lastenfahrrad-Alternative für Alltag, Einkauf oder Freizeittouren macht es eine hervorragende Figur.
Wer bereit ist, die nötige Eingewöhnung zu investieren (rund 15–30 Minuten Übungszeit) und das Budget mitbringt, bekommt ein hochwertiges, gut ausgestattetes E-Trike mit ausgezeichneter Bremse, leistungsstarkem Motor und beeindruckendem Beleuchtungskonzept.
Das TK1 empfehlen wir besonders für
- Personen mit Gleichgewichtsproblemen oder Mobilitätseinschränkungen
- Senioren, die sicher und aktiv unterwegs sein möchten
- Transportfreudige Alltagsradler und Einkäufer
- Freizeitfahrer, die entspannt cruisen wollen
- Alle, die schon immer ein stabiles E-Bike mit Sofa-Feeling wollten
VORTEILE
- Sehr stabiles Fahrverhalten – kein Balancieren nötig
- Kraftvoller, leiser Motor mit 45 Nm Drehmoment
- Hydraulische Scheibenbremsen mit Parkfunktion
- Hervorragendes, umfangreiches Lichtpaket
- Großer 720-Wh-Akku, herausnehmbar und abschließbar
- Umfangreiches Zubehör bereits ab Werk enthalten (Körbe, Schutzbleche usw.)
- Breite Fat Tires, für alle Untergründe geeignet
- Verstellbare Federgabel für hohen Komfort
- Großzügiger, weich gepolsterter Sattel
- Nur 39,5 kg – leichter als erwartet
- In mehreren Farben erhältlich
NACHTEILE
- Klappfunktion nur bedingt praktisch (Vorderrad muss entfernt werden)
- Für die Montage des hinteren Schutzblechs muss der Gepäckträger entfernt werden
- Kabel des linken Rücklichts etwas zu kurz (1–2 cm)
- Eingewöhnung an das Fahrverhalten mit drei Rädern nötig
- Kein Drehgriff-Gas für den deutschen Markt erlaubt
- Hoher Preis (ca. 2.600 €)
Fazit
Das MoonCool TK1 überzeugt als stabiles, komfortables E-Trike mit kraftvollem Motor, sehr guter Beleuchtung und großzügiger Transportkapazität. An das Fahrverhalten mit drei Rädern muss man sich zwar erst etwas gewöhnen – wer sich die Zeit dafür nimmt, wird am Ende begeistert sein.







