Den MOVA Diver A10 Test haben wir im 25-Meter-Schwimmerbecken im Außenbereich des Aqua Fun Wahlstedt durchgeführt – 25 × 16,66 m große Fläche, 1,80 bis 2,00 m Wassertiefe. MOVA hat bisher hauptsächlich Saug- und Mähroboter im Sortiment; mit dem Diver A10 betritt das Unternehmen 2026 erstmals den Poolmarkt. Ob der Einstieg gelingt, zeigt dieser Bericht.
Das Wichtigste in Kürze: Der MOVA Diver A10 ist ein Akku-Poolroboter mit KI-Navigation, freigegeben für Becken bis 180 m². Wir haben ihn bewusst im 416,5 m² großen Schwimmerbecken des Aqua Fun Wahlstedt laufen lassen – also weit oberhalb der Hersteller-Spec. Ergebnis: 238 von versprochenen 240 Akku-Minuten, Auto-Parking in 12 von 12 Durchläufen, Wasserlinienreinigung bis 5 cm über die Wasserlinie. Für 699 Euro hält er länger durch und saugt kräftiger als der Aiper Scuba S1. Schwächen: kein Transportbeutel, App-Verbindung zweimal kurz weggebrochen.
Technische Daten & Lieferumfang
Im Karton stecken neben dem Roboter selbst ein magnetisches Ladekabel mit Netzteil, eine Kurzanleitung und ein ausziehbarer Teleskophaken zum Herausangeln des Geräts aus tieferen Becken. Auf einen Transportkorb oder -beutel hat MOVA verzichtet – bei knapp neun Kilogramm Eigengewicht ein Komfortverlust, den man spätestens bei der dritten Reinigung bemerkt.
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Hersteller | MOVA |
| Modell | Diver A10 |
| Maße (L × B × H) | 42,5 × 38,6 × 23,4 cm |
| Gewicht | 9 kg |
| Akku | 169 Wh Lithium-Ionen (7.800 mAh) |
| Max. Akkulaufzeit | 240 Minuten |
| Ladezeit | bis zu 4 Stunden |
| Saugleistung | 22.700 L/h (6.000 GPH) |
| Filterkorb-Volumen | 3,5 Liter |
| Max. Beckenfläche | 180 m² |
| Reinigungsbereiche | Boden, Wände, Wasserlinie (+5 cm) |
| Untergrundtypen | Vinyl, Fiberglas, Beton, Mosaikfliesen |
| App | MOVA App (iOS & Android) |
| Verbindung | Bluetooth, WLAN |
| Wassertyp | Süß- und Salzwasser |
| Garantie | 2 Jahre |
| UVP zum Testzeitpunkt | 699 € |
Design & Verarbeitung
Der Diver A10 ist kompakter, als seine technischen Daten vermuten lassen. Die Verarbeitungsqualität überzeugt: kein Spaltmaß, das Gehäuse wirkt druckfest, und die Gummiketten sitzen stramm auf den Antriebsrädern. Der Carbon-optische Tragegriff ist angenehm breit – man spürt, dass jemand über die Ergonomie nachgedacht hat. Das Eigengewicht von neun Kilogramm ist trotzdem nicht zu unterschlagen.
Aufgefallen ist uns die Filterzugangslogik: Ein einziger Handgriff nach oben, und der 3,5-Liter-Filterkorb lässt sich ohne Werkzeug entnehmen. Das kostet keine zehn Sekunden. Seriengemäß liegt ein erweiterter Feinfilter bei; wer den optionalen Ultra-Fein-Filter (3 µm, separat erhältlich) nachrüstet, deckt auch feinste Algensporen ab.
Beim Herausheben aus dem Wasser eingedrungenes Wasser läuft innerhalb von drei Sekunden vollständig ab – ein konstruktiv gelöstes Problem, das bei günstigeren Modellen gerne ignoriert wird und dort zu nassem Poolrand führt. Einzige Kritik am Gehäuse: Der Ladeanschluss sitzt hinter einem Gummistopfen, den man etwas hakelig öffnen muss, und das Ladekabel ist mit knapp 1,5 Metern knapp bemessen.
Praxis-Test: Navigation & Reinigungsleistung
Das für die Navigation zuständige System nennt MOVA PoolSense 2.0 – eine Kombination aus sechs Sensoren, darunter Kamera, Hall-Effekt-Sensoren und magnetischer Wandführung (EdgePulse), ergänzt durch die Routenplanungssoftware PoolNavi. In der Praxis bedeutet das: Der Roboter fährt die erste Runde als Scanfahrt um den Beckenrand, legt dann eine der drei möglichen Reinigungsrouten fest (S-Muster, Stern-Muster oder N-Muster) und arbeitet das Becken systematisch ab.
Unser Testbecken, das öffentliche 25-Meter-Schwimmerbecken des Aqua Fun Wahlstedt mit 416,5 m² Fläche und 1,80 bis 2,00 m Tiefe, übersteigt die Hersteller-Empfehlung von 180 m² deutlich. Genau das macht den Lauf interessant: Eine eckige Betonkonstruktion mit klaren Wandkanten kommt der Sensorik prinzipiell entgegen, die schiere Fläche dagegen fordert Akku, Navigation und Routenplanung. Der A10 hat in den Testläufen kein einziges Mal festgehangen, fährt sauber an der Wand hoch und kehrt rechtzeitig um.
Was uns positiv aufgefallen ist: Der Floor Edge Mode reinigt den Übergangsbereich zwischen Boden und Wand mit einer eigenen Fahrphase. Das ist der Bereich, in dem Schmutz sich bevorzugt absetzt und den viele Geräte schlicht überspringen. Drei bürstenlose Motoren treiben das System mit 22.700 L/h Saugleistung an – Blätter, Insekten, Sonnenschutzrückstände und feiner Sand verschwinden gleichermaßen zuverlässig im Filterkorb.
Auffallend: Der A10 ist im Betrieb sehr leise. Das Geräusch ist auf Gesprächsdistanz kaum wahrzunehmen, was ihn auch dann nutzbar macht, wenn jemand am Pool sitzt.
Wasserlinien-Reinigung im Praxistest
Wer einen Pool hat, kennt das Problem: An der Wasseroberkante setzt sich über die Saison ein hartnäckiger Film aus Sonnencreme, Hautöl und organischen Einträgen ab. Manuell entfernt man den mit Aufwand; viele Poolroboter ignorieren ihn schlicht. Der Diver A10 fährt die Wand bis 5 cm über die Wasserlinie hinaus und durchfährt diesen Bereich zweimal. Das ist kein kleines Feature – es ist ein echter Alltagsunterschied für jeden, der die Poolwand bisher händisch nachbehandeln musste.
Akkulaufzeit & Auto-Parking
Die angegebenen 240 Minuten Laufzeit haben wir im reinen Bodenmodus mit 238 Minuten fast exakt bestätigt. Im kombinierten Wand- und Wasserlinien-Modus sinkt die Laufzeit auf rund 190 bis 200 Minuten. Bei unserem 416,5 m² großen Testbecken sind das realistisch zwei Akku-Ladungen pro vollständiger Reinigung – im für die Hersteller-Spezifikation gedachten Wohnpool bis 180 m² genügt eine Ladung deutlich. Zum Laden steckt man das Kabel ein – nach etwa vier Stunden ist der Akku wieder voll.
Die Auto-Parking-Funktion läuft in zwei Fällen an: nach Abschluss des programmierten Reinigungsdurchlaufs sowie automatisch, wenn der Ladestand auf unter 10 Prozent fällt. Der Roboter nähert sich dann dem Poolrand und verharrt dort. Das klingt simpel, ist es im Prinzip auch – aber es bedeutet konkret, dass man das Gerät nicht mehr mit nassen Armen vom Beckenboden angeln muss. In unserem Testbetrieb hat die Funktion in allen Durchläufen funktioniert.
Wichtig zu wissen: Der A10 kommt nicht von alleine an die Wasseroberfläche. Er parkt am Beckenrand auf dem Boden. Bei flachen Becken genügt das; bei tiefen Pools ist der mitgelieferte Teleskophaken zum Herausangeln sinnvoll.
App & Software
Die MOVA-App verbindet sich nach kurzer Einrichtung per Bluetooth und WLAN mit dem Gerät. Das Onboarding dauert bei uns rund drei Minuten und läuft in vier Schritten:
- MOVA-App aus dem App Store oder Google Play installieren und ein Konto anlegen.
- Den Diver A10 außerhalb des Pools einschalten – die Status-LED beginnt zu blinken.
- In der App auf „Gerät hinzufügen“ tippen; die App findet den Roboter per Bluetooth und überträgt die WLAN-Zugangsdaten (2,4 GHz).
- Reinigungsmodus auswählen, optional Wochenplan aktivieren, Gerät ins Becken setzen.
Acht Reinigungsmodi stehen zur Wahl: reiner Bodenmodus, Wandmodus, Wasserlinien-Modus sowie vier Kombinations-Varianten, ergänzt durch einen Eco-Modus für den normalen Alltagsbetrieb und einen Intensivmodus für die Reinigung nach Sturm oder Winterpause. Ein einstellbarer Wochenplan erlaubt die vollautomatische Reinigung zu gewünschten Tagen und Uhrzeiten.
Die App-Oberfläche ist aufgeräumt und ohne lange Einarbeitung bedienbar. Akkuladestand, aktuelle Reinigungsphase und eine nach Abschluss generierte Statistik über gereinigte Fläche und Reinigungsdauer stehen auf einem Blick bereit.
Ein Wermutstropfen: Unter Wasser verliert die App kurzfristig die Verbindung zum Gerät. Der Roboter läuft aber unterbrechungsfrei weiter – die Live-Ansicht in der App fehlte für jeweils zwei bis drei Minuten, bis die Verbindung automatisch wiederhergestellt war. Kein kritischer Fehler, und bei kabelloser Verbindung leider so gut wie normal.
Filtration & Wartung
Das Filtersystem ist modular aufgebaut und in der Handhabung durchdacht:
- Standard-Filter: Ausreichend für Blätter, Insekten, groben Schmutz
- Erweiterter Feinfilter (im Lieferumfang): Für feinen Sand und organische Schwebstoffe
- Ultra-Fein-Filter (3 µm): Für Algensporen und feinste Partikel, separat erhältlich
Nach jeder Reinigung spülen wir den Filterkorb mit dem Gartenschlauch aus – das dauert unter einer Minute. Bei starkem Algenwuchs empfiehlt sich das zusätzliche Einweichen des Filters; alles andere ist Routinewartung. Die Wartungsfreundlichkeit ist insgesamt überdurchschnittlich für dieses Preissegment.
Preis-Leistungs-Verhältnis
699 Euro für einen akkubetriebenen Poolroboter mit Wasserlinienreinigung ist kein Schnäppchen, aber auch keine Überforderung. Kabelgebundene Geräte mit vergleichbarem Funktionsumfang – vor allem mit echter Wasserlinienreinigung – kosten häufig das Doppelte. Wer ausschließlich Bodenverschmutzungen beseitigen will und keinen Bedarf an App-Integration oder Wasserlinienreinigung hat, findet günstigere Alternativen – etwa den Ecovacs Ultramarine P1 in unserem Test für 549 Euro. Wer dagegen ein gleichwertiges Gerät in derselben Preisklasse sucht, sollte auch den Beatbot Sora 10 im Test in Betracht ziehen. Wer aber gezielt diese Features nutzt, bekommt hier ein sehr klar kalkuliertes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Zum internen Vergleich: MOVAs Flaggschiff-Poolroboter Rover X10 kostet 2.499 Euro und bringt unter anderem 3D-LiDAR-Mapping, 15 Motoren und eine integrierte Skimmer-Funktion mit. Der Diver A10 ist das sinnvolle Einstiegsmodell der Linie für Privatpools.
Für welche Poolgröße und welchen Pooltyp lohnt sich der Diver A10?
Der MOVA Diver A10 ist laut Hersteller für Becken bis 180 m² ausgelegt – das deckt nahezu alle privat genutzten Aufstell- und Einbaupools ab. Wir haben den A10 dagegen im Aqua Fun Wahlstedt mit 416,5 m² getestet – Faktor 2,3 über der Spec. Das heißt für den Privatpool: Die hier gemessenen Akkuwerte sind die Untergrenze, im 60-Quadratmeter-Gartenbecken bleibt deutlich mehr Reserve. Für sehr kleine Aufstellpools unter 15 m² funktioniert er, ist dann aber überdimensioniert.
Bei den Untergründen ist er flexibel: Vinyl, Fiberglas, Beton, Mosaikfliesen. Salzwasser inklusive – Salzelektrolyse-Anlagen sind also kein Problem. Wichtig: Der A10 schwimmt nach dem Auto-Parking nicht auf, er bleibt am Boden. Bei Beckentiefen über zwei Metern ist der mitgelieferte Teleskophaken Pflicht. Bei Flachbecken bis 1,5 Meter angelt man ihn auch ohne raus.
Grenzen zeigt der A10 bei stark verwinkelten Becken und schmalen Stufen unter 15 cm Tritttiefe. PoolSense 2.0 reinigt zuverlässig, aber Schmutz in engen Ecken bleibt teilweise liegen – Kescher und manuelles Nachsaugen sind dann doch fällig.
Fazit
Nach etlichen Reinigungsdurchläufen in verschiedenen Konfigurationen bleibt ein eindeutiger Eindruck: Der MOVA Diver A10 tut, was er verspricht. Die Navigation ist zuverlässig, die Wasserlinienreinigung bringt einen echten Unterschied im Alltag, und Auto-Parking hat in keinem einzigen Durchlauf versagt. Kleinere Kritikpunkte wie das kurze Ladekabel und gelegentliche App-Aussetzer sind ärgerlich, aber kein Argument gegen den Kauf.
Empfohlen für: Privatpoolbesitzer mit Becken bis 180 m², die eine zuverlässige App-Steuerung und vor allem eine funktionierende Wasserlinienreinigung suchen. Auch als Alternative zum Aiper Scuba S1 überzeugend: längere Akkulaufzeit, höhere Saugleistung, gleiche Preisklasse.
Weniger geeignet für: Wer nur gelegentlich einen kleinen Aufstellpool reinigt und primär auf den Preis schaut – für diesen Anwendungsfall gibt es einfachere und günstigere Lösungen.
VORTEILE
- PoolSense 2.0 navigiert auch im 416,5 m² großen Schwimmerbecken fehlerfrei – weit oberhalb der Hersteller-Spec
- Auto-Parking zuverlässig ausgeführt
- Wasserlinienreinigung bis 5 cm über die Wasserlinie – spürbare Wirkung nach wenigen Wochen
- Floor Edge Mode reinigt Boden-Wand-Übergang gezielt
- 240 Minuten Akkulaufzeit – realistisch bestätigt
- Sehr leiser Betrieb
- Filterkorb in unter 10 Sekunden gewechselt
- Salzwassertauglich
NACHTEILE
- Ladekabel kurz, Stecker hakelig zu bedienen
- Parkt am Beckenrand, schwimmt nicht selbständig nach oben
- 699 € UVP setzt ein klares Budget voraus
Fazit
Der MOVA Diver A10 reinigt zuverlässig, navigiert präzise und parkt selbstständig – für 699 Euro ein starkes Gesamtpaket. Einziger Wermutstropfen: fehlender Transportbeutel. Klare Empfehlung.








