MOVA P70 Pro Ultra Test: High-End-Specs zum Kampfpreis?

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 17 Min. Lesezeit
MOVA P70 Pro Ultra Testgerät im Karton
Die Verpackung des MOVA P70 Pro Ultra steht vor dem Auspacken im Raum. Auf dem Karton ist das Gerät mit Station abgebildet.

Der Markt für Saug- und Wischroboter ist gerade ziemlich unübersichtlich. Fast jedes neue Modell verspricht mehr Saugkraft, bessere Kantenreinigung, heißere Moppwäsche und noch mehr Automatik in der Station. Auf dem Datenblatt wirkt der MOVA P70 Pro Ultra wie ein Gerät der oberen Klasse: 30.000 Pa Saugleistung, rotierende Mopps, 100 °C Moppwäsche, Mopp-Ablage für Teppiche, KI-Hinderniserkennung und eine umfangreiche Station. Gleichzeitig liegt die UVP bei 699 Euro. Für diese Ausstattung ist das auffällig niedrig. Im Test ging es deshalb nicht nur darum, was der P70 Pro Ultra kann, sondern auch darum, wo MOVA für diesen Preis gespart hat.

Technische Daten des MOVA P70 Pro Ultra

Modell MOVA P70 Pro Ultra
Systemtyp Saug- und Wischroboter mit Reinigungsstation
Saugleistung 30.000 Pa
Wischsystem Duale rotierende Mopps (260 U/min, 12 N Druck)
Kantenreinigung MaxiReach mit ausfahrbarem Wischarm und Seitenbürste
Navigation LiDAR + KI-Kamera
Objekterkennung über 280 Objekttypen
Mopp-Wäsche 100 °C Heißwasser mit PTC-System
Mopp-Trocknung 70 °C Heißluft, ca. 1 Stunde
Teppich-Features Ultraschall-Erkennung, 10,5 mm Moppanhebung, Mopp-Ablage in der Station
Hindernisüberwindung 22 mm
Tanks 4,0 Liter Frischwasser / 3,5 Liter Abwasser
Preis (UVP) 699 Euro

Unboxing und ein Blick auf den Lieferumfang

Schon beim Öffnen des überraschend schweren Kartons wurde klar, dass MOVA den P70 Pro Ultra nicht als knappes Basispaket verschickt. Neben Roboter und Station liegt das wichtigste Zubehör direkt bei. Der Lieferumfang des MOVA P70 Pro Ultra im Überblick:

  • MOVA P70 Pro Ultra
  • Reinigungsstation
  • Zwei Wischpads
  • Seitenbürste
  • Hauptbürste
  • Rampenverlängerung
  • Dosiermodul für Reinigungsmittel
  • Waschbrett-Filtereinsatz
  • Staubbeutel
  • Reinigungskonzentrat
  • Bedienungsanleitung
Lieferumfang des MOVA P70 Pro Ultra mit Roboter, Station und Zubehör
Neben Roboter und Station liegen auch Wischpads, Reinigungsmittel und weiteres Zubehör direkt mit im Karton.

Design und Verarbeitung: Station und Roboter im Detail

Die Station des MOVA P70 Pro Ultra ist groß, aber nicht plump. Für ein Gerät, das Frischwasser, Abwasser, Staubabsaugung, Moppwäsche, Trocknung und Reinigungsmittel unterbringen muss, sieht sie sogar echt schick aus. Vor allem die gebürstete Blende an der Front macht optisch etwas her und lässt die Station weniger nach klassischem Haushaltsgerät aussehen.

MOVA P70 Pro Ultra in der Station mit gebürsteter Frontblende
Die gebürstete Frontblende ist das Highlight des Stationsgehäuses.

Der Roboter selbst ist deutlich zurückhaltender gestaltet. Oben sitzt der LiDAR-Turm, vorne befinden sich Kamera und Sensorik, an den Seiten bleibt das Gehäuse weitgehend schlicht.

Bei der Höhe bleibt der P70 Pro Ultra unauffälliger, als der feste LiDAR-Turm erst vermuten lässt. Der Aufbau steht zwar sichtbar auf der Oberseite, macht den Roboter aber nicht zum kleinen Turm auf Rädern. Bei sehr niedrigen Möbeln lohnt trotzdem ein kurzer Blick aufs Maßband, denn gerade unter Betten oder Sideboards entscheidet am Ende oft die Kante vorn am Möbel.

LiDAR-Turm des MOVA P70 Pro Ultra auf der Oberseite des Roboters
Der LiDAR-Turm sitzt gut sichtbar auf der Oberseite und übernimmt die Navigation des MOVA P70 Pro Ultra im Raum.

Die obere Haube ist fest angeschlagen und wird aufgeklappt. Bei manchen teureren Modellen wirkt ein magnetischer Deckel aber etwas hochwertiger, weil man ihn einfach abnehmen und wieder aufsetzen kann. Das ist kein echter Nachteil, eher einer dieser Punkte, an denen man merkt, warum der P70 Pro Ultra preislich unter einigen Flaggschiffen bleibt.

MOVA P70 Pro Ultra mit aufgeklappter oberer Haube
Die obere Haube ist fest angeschlagen und wird aufgeklappt – praktisch, aber nicht ganz so edel wie ein magnetischer Deckel bei manchen teureren Modellen.

Blick auf die Unterseite: Bürsten, Mopps und Sensoren

30.000 Pa Saugleistung klingen beeindruckend, sagen allein aber noch nicht viel darüber aus, wie gut ein Roboter reinigt. Entscheidender ist das Zusammenspiel aus Motor, Luftführung, Hauptbürste, Seitenbürste, Rädern und Teppicherkennung. Genau deshalb lohnt sich beim P70 Pro Ultra ein Blick auf die Unterseite.

Die Hauptbürste setzt nicht auf klassische Borsten, sondern auf eine strukturierte Gummiwalze mit Lamellen. Das ist vor allem bei Haaren und feinem Staub praktisch, weil sich weniger direkt in der Bürste verfängt als bei einfachen Borstenwalzen. Ganz wartungsfrei ist sie dadurch nicht, aber der Aufbau wirkt sinnvoll für Haushalte mit Teppichen, Tierhaaren und normalem Alltagsstaub.

Die beiden großen Antriebsräder fallen ebenfalls auf. Sie sind wichtig, weil ein Roboter mit so viel Stationstechnik nicht nur über glatte Flächen rollen muss. Türschwellen, Teppichkanten und kleine Übergänge gehören in vielen Wohnungen einfach dazu. Der P70 Pro Ultra ist laut Hersteller für Hindernisse bis 22 mm ausgelegt. In normalen Altbau- und Mischboden-Wohnungen ist das ein Wert, der durchaus relevant ist.

Station im Detail: Tanks, Staubbeutel und Reinigungsmittel

Die Station ist beim MOVA P70 Pro Ultra weit mehr als nur ein Ladeplatz. Sie saugt den Staubbehälter des Roboters ab, wäscht und trocknet die Mopps und dosiert bei Bedarf die Reinigungslösung. Ein großer Teil der Pflege wandert damit vom Roboter in die Station. Oben sitzen die beiden Wassertanks: der helle Tank für Frischwasser, der dunklere für das Schmutzwasser nach der Moppwäsche. Beide lassen sich ohne großes Gefriemel herausnehmen und wieder einsetzen.

Der Staubbeutel befindet sich hinter der gebürsteten Frontblende und lässt sich dort gut erreichen. Nach der Reinigung leert die Station den Staubbehälter des Roboters automatisch. Das ist für ein paar Sekunden hörbar, bei Absaugstationen aber normal. Dafür muss man den kleinen Behälter im Roboter deutlich seltener selbst anfassen.

MOVA P70 Pro Ultra Station mit geöffnetem Staubbeutelfach
Hinter der schicken gebürsteten Frontblende sitzt der Staubbeutel.

Unten in der Station sitzt der Waschbereich für die Mopps. Hier werden die Pads nach der Reinigung ausgespült und anschließend getrocknet. Ganz ohne Pflege kommt auch diese Lösung nicht aus. Der Waschbereich sollte gelegentlich kontrolliert und ausgewischt werden, weil sich dort mit der Zeit Rückstände sammeln können. Der Unterschied liegt aber darin, dass diese Arbeit gebündelt anfällt und nicht nach jeder einzelnen Fahrt.

Waschbereich der MOVA P70 Pro Ultra Reinigungsstation
Im unteren Bereich der Station werden die Wischmopps gewaschen und anschließend getrocknet.

Auch die Reinigungslösung läuft inzwischen nach einem bekannten Prinzip. Viele Hersteller setzen bei ihren Stationen auf eigene Kartuschen oder Dosiermodule, damit der Reiniger nicht jedes Mal von Hand in den Frischwassertank gegeben werden muss. MOVA löst das hier mit einem nachfüllbaren Modul, das seitlich in die Station eingesetzt wird. Das ist praktisch, weil die Dosierung automatisch passiert. Gleichzeitig bleibt man etwas flexibler als bei geschlossenen Kartuschen: Man kann bei Bedarf auch auf passende Alternativen zurückgreifen. Am Ende ist das auch eine Budgetfrage, denn Originalreiniger sind auf Dauer selten die günstigste Variante.

App, Einrichtung und Kartierung

Die Einrichtung des MOVA P70 Pro Ultra ist schnell erledigt. App installieren, QR-Code scannen, WLAN verbinden, Firmware-Update abwarten. Danach startet die erste Kartierungsfahrt. Unsere rund 50 m² große Testwohnung hatte der Roboter in weniger als vier Minuten erfasst. Räume, Türdurchgänge und größere Möbel wurden direkt sinnvoll erkannt.

Auch die Karte war nach der ersten Runde schon gut nutzbar. Räume lassen sich benennen, Sperrzonen einzeichnen und Teppiche markieren. Viel Nacharbeit war bei uns nicht nötig. Nach kurzer Kontrolle konnten die ersten Reinigungen starten.

In der App lassen sich Reinigungspläne, Saugstufen, Wassermengen und Raumreihenfolgen festlegen. Gut ist, dass man nicht alles pauschal einstellen muss. Die Küche kann feuchter gewischt werden, das Schlafzimmer zurückhaltender, empfindliche Bereiche lassen sich per Sperrzone ausnehmen.

Für Haustiere gibt es einen eigenen Bereich mit Erkennung, Aufenthaltszonen und Überwachungsfunktion. Die App kann dabei auch Bilder und kleine GIFs erstellen. Das ist ein bisschen verspielt, aber für Haushalte mit Hund oder Katze durchaus charmant.

Insgesamt wirkt die App nicht überladen. Die wichtigsten Funktionen sind schnell erreichbar, für genauere Anpassungen gibt es trotzdem genug Tiefe.

Wie stark ist der MOVA P70 Pro Ultra beim Saugen im Test?

Im Saugbetrieb zeigt der P70 Pro Ultra schnell, dass 30.000 Pa nicht nur eine Zahl fürs Datenblatt sind. Auf niedriger Stufe bleibt er noch angenehm zurückhaltend. Im Max+-Modus hört man ihn aber deutlich. Wer ihn abends neben dem Sofa laufen lässt, merkt schnell: Das ist dann nichts mehr für nebenbei.

Für den Saugtest haben wir unseren schwarzen Testteppich in fünf Bereiche unterteilt. Darauf landeten Tierhaare aus Unterwolle, fein zerbröselter getrockneter Basilikum, gröbere Reiswaffelkrümel, zerbröseltes Toastbrot und Salz. Gesaugt wurde im Max+-Modus, also mit der höchsten verfügbaren Leistung. Auf dem dunklen Teppich sah das ziemlich gnadenlos aus, war aber genau richtig für den Test. Feine Partikel, leichte Krümel, Haare und Salz verhalten sich beim Saugen sehr unterschiedlich.

Saugtest des MOVA P70 Pro Ultra mit Tierhaaren, Basilikum, Reiswaffel, Toastbrot und Salz auf schwarzem Teppich
Unser Testteppich vor dem Start: Tierhaare, feiner Basilikum, Salz, Reiswaffel und Toastbrot verteilen sich sichtbar über mehrere Bereiche.

Nach dem ersten Durchlauf war schon viel verschwunden. Toastbrot und Reiswaffel nahm der MOVA zuverlässig mit. Schwieriger waren die feinen Rückstände. Etwas Salz, Basilikum und Unterwolle blieben zunächst noch sichtbar im Teppich hängen.

Der zweite Durchlauf machte dann den Unterschied. Kurz vor Ende lag nur noch ein einzelner Reiswaffelkrümel auf dem Teppich, den der Roboter anschließend ebenfalls mitnahm. Danach war die Fläche fast komplett frei. Genau das passt zum Eindruck aus dem Test: Der P70 Pro Ultra hat viel Kraft, braucht bei feinem Streugut und Haaren im Teppich aber manchmal eine zweite Runde.

Für Wohnungen mit Teppichen, Haustieren und regelmäßigem Schmutzeintrag bringt der P70 Pro Ultra starke Reserven mit. Wunder darf man trotzdem nicht erwarten. Ein einzelner Durchlauf reicht bei feinen Partikeln und Unterwolle nicht immer restlos aus. Gibt man ihm eine zweite Runde, wird das Ergebnis aber deutlich überzeugender.

Wie schneidet der MOVA P70 Pro Ultra beim Wischen ab?

Beim Wischen arbeitet der MOVA P70 Pro Ultra mit zwei rotierenden Mopps. Laut Hersteller drehen sie mit 260 Umdrehungen pro Minute und drücken mit 12 Newton auf den Boden, also etwa 1,2 kg. Der Roboter zieht also nicht bloß ein feuchtes Tuch hinter sich her. Die Pads arbeiten sichtbar auf dem Boden und lösen Schmutz mechanisch an.

Für unseren Wischtest haben wir Cola, Senf und flüssige Pflanzencreme zum Braten auf den Boden gegeben. Eine ziemlich undankbare Mischung. Cola klebt. Senf färbt. Pflanzencreme bringt Fett ins Spiel. Solche Flecken zeigen schnell, ob ein Wischsystem wirklich etwas wegnimmt oder nur feucht darüberfährt.

Wischtest des MOVA P70 Pro Ultra mit Cola, Senf und Pflanzencreme auf Hartboden
Für den Wischtest musste der MOVA P70 Pro Ultra an Cola, Senf und Pflanzencreme ran. Gerade die fettige Pflanzencreme zeigte gut, wie rotierende Mopps solche Flecken erst verteilen und dann Schritt für Schritt aufnehmen.

Der P70 Pro Ultra hat den Test insgesamt gut bewältigt. Cola und Senf wurden nach den Überfahrten sichtbar aufgenommen. Auch die Pflanzencreme blieb nicht einfach liegen. Die Fläche sah danach deutlich ordentlicher aus. Gleichzeitig zeigte sich bei diesem Test sehr gut, wie rotierende Mopps mit schmierigem Schmutz umgehen.

Die Pads lösten die Flecken an und nahmen sichtbar etwas auf. Bei der Pflanzencreme sah man aber auch ziemlich gut, wo rotierende Mopps ihre Grenzen haben. Das Fett war nicht einfach weg, sondern legte sich erst einmal als dünner Film über die Fläche. Der Roboter arbeitete sich zwar Stück für Stück durch den Fleck, nach den ersten Überfahrten sah man den Schmierfilm aber noch deutlich.

Genau deshalb haben wir die Pflanzencreme überhaupt in den Test genommen. Bei Cola und Senf sieht man relativ schnell, ob ein Roboter Flecken aufnimmt. Fett zeigt dagegen besser, wie das Wischsystem wirklich arbeitet. Die rotierenden Mopps lösen den Schmutz zwar an, nehmen ihn aber nicht so direkt auf wie eine Wischrolle. Erst einmal entsteht ein dünner Film, durch den sich der P70 Pro Ultra Schritt für Schritt arbeiten muss.

Der Test war damit bewusst hart. Cola, Senf und fettige Pflanzencreme sind keine normale Alltagsmischung, sondern eher der Fall, bei dem ein Wischsystem schnell an seine Grenzen kommt. Am Ende bekam der MOVA die Fläche sichtbar in den Griff, bei Fett brauchte er aber mehrere Überfahrten. Für leichte Flecken, Schuhspuren, Staubfilm und kleinere Küchenpatzer reicht das völlig aus. Bei älteren, klebrigen oder sehr fettigen Stellen ersetzt er den schnellen Griff zum Lappen aber nicht immer.

Bei der Kantenreinigung hilft MaxiReach. Der Wischmopp fährt seitlich aus, auch die Seitenbürste kann Randbereiche besser erreichen. Das ist keine reine App-Funktion, sondern beim Fahren gut zu sehen. Anfangs tastete sich der P70 Pro Ultra an Kanten noch etwas vorsichtig heran. Nach mehreren Fahrten wurde das präziser, der Mopp-Arm fuhr gezielter aus und kam sichtbar näher an Sockelleisten, Küchenfronten und Tischkanten. Enge Möbelfüße und verwinkelte Ecken bleiben schwierig, an geraden Kanten bringt MaxiReach aber klar etwas.

Teppiche und Mopp-Ablage: feuchte Pads bleiben nicht am Roboter

Beim Umgang mit Teppichen hat der MOVA P70 Pro Ultra mehrere Optionen. Er kann die Mopps um bis zu 10,5 mm anheben, Teppichbereiche beim Wischen meiden oder die Mopps in der Station ablegen und anschließend als reiner Sauger weiterfahren.

Mopp-Ablage des MOVA P70 Pro Ultra in der Reinigungsstation
In der Station kann der MOVA P70 Pro Ultra die Mopps ablegen. Danach fährt er ohne feuchte Pads auf Teppiche und arbeitet dort nur als Sauger weiter.

Bei flachen Teppichen reicht die Moppanhebung in der Regel aus. Bei höherem Flor oder empfindlicheren Läufern ist die Mopp-Ablage aber die angenehmere Lösung. Der P70 Pro Ultra fährt dann zurück zur Station, legt die Wischpads ab und saugt Teppiche anschließend ohne feuchte Mopps. Das dauert etwas länger, nimmt aber genau dieses ungute Gefühl raus, dass feuchte Pads doch über empfindliche Flächen streifen könnten.

Für reine Hartboden-Wohnungen ist diese Funktion wahrscheinlich nicht entscheidend. Wer aber Hartboden mit Läufern, Teppichen oder empfindlicheren Bereichen kombiniert, wird die Mopp-Ablage schnell zu schätzen wissen.

Navigation und Hinderniserkennung: große Dinge ja, Kleinkram schwierig

Für die Navigation kombiniert der MOVA P70 Pro Ultra LiDAR mit Kamera- und Sensortechnik. Der LiDAR-Turm übernimmt die Orientierung im Raum, die Frontsensorik soll Hindernisse erkennen und passend reagieren.

Für den Test haben wir einen kleinen Parcours aufgebaut. Auf dem Boden lagen eine Latsche, ein Schnürsenkel, ein Schlüsselbund, ein Haargummi, Ohrstöpsel und ein Hundespielzeug. Also genau die Mischung aus größeren Gegenständen und nervigem Kleinkram, die schnell mal irgendwo herumliegt.

Hindernis-Parcours für den MOVA P70 Pro Ultra mit Schnürsenkel, Schlüsselbund, Haargummi, Ohrstöpsel, Latsche und Hundespielzeug
Unser kleiner Hindernis-Parcours: Latsche, Schnürsenkel, Schlüsselbund, Haargummi, Ohrstöpsel und Hundespielzeug zeigen ziemlich schnell, wo der MOVA P70 Pro Ultra aufmerksam bleibt und wo Kleinkram kritisch wird.

Mit den größeren Dingen kam der P70 Pro Ultra gut zurecht. Latsche, Schlüsselbund und Hundespielzeug wurden höchstens leicht angetippt, aber nicht groß verschoben. Auch unser Hund blieb während des Tests entspannt liegen. Der Roboter fuhr nicht dicht auf, hielt ausreichend Abstand und wirkte dabei eher vorsichtig. Genau so möchte man das sehen, wenn ein Saugroboter nicht nur Möbelbeine, sondern auch einen echten Haushalt vor sich hat.

Bei kleinen, leichten und fädigen Dingen war der MOVA deutlich weniger souverän. Den Schnürsenkel zog er mit sich, beim Verheddern wurde sogar ein Wischmopp abgeworfen. Den Ohrstöpsel überfuhr er zunächst, ließ ihn später aber wieder fallen. Der Haargummi war nach dem Überfahren ebenfalls nicht mehr an Ort und Stelle.

Die Kurzfassung: Große Objekte erkennt der P70 Pro Ultra ordentlich, Kleinkram bleibt ein Risiko. Schnürsenkel, Haargummis, Ohrstöpsel, kleine Kabel oder sehr flache Gegenstände sollte man vor dem Start lieber vom Boden nehmen. Sonst kann es passieren, dass der Roboter sie mitschleppt oder sich daran stört.

Bei Türschwellen und Übergängen zeigte sich der Roboter dagegen solide. Die angegebenen 22 mm reichen für normale Schwellen und Teppichübergänge, sind aber kein Freifahrtschein für jede hohe Altbaukante. Wer höhere Übergänge in der Wohnung hat, sollte vorher nachmessen. Innerhalb der MOVA-Familie bleiben Modelle mit StepMaster-System für solche Grundrisse die speziellere Wahl.

Modell-Hierarchie: Wo steht der MOVA P70 Pro Ultra?

Bei MOVA ist die Einordnung inzwischen nicht mehr ganz so simpel wie kleines Modell, mittleres Modell, Topmodell. Die Geräte unterscheiden sich nicht nur beim Preis, sondern auch bei der Frage, welches Problem sie lösen sollen. Mal geht es um möglichst viel Leistung fürs Geld, mal um Kantenreinigung, Teppichschutz, Schwellen oder besonders schwer erreichbare Bereiche. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Nachbarn im Sortiment.

Modell Preisniveau Saugleistung Technischer Schwerpunkt Einordnung
MOVA E30 Ultra 349 € UVP 7.000 Pa automatische Station, solide Grundausstattung günstiger Einstieg für Hartböden und normale Verschmutzung
MOVA E40 Ultra 449 € UVP 19.000 Pa MaxiReach-Wischmopp, All-in-One-Station, Warmlufttrocknung spannender Preis-Leistungs-Punkt mit mehr Komfort
MOVA P50 Pro Ultra 649 € UVP 19.000 Pa 75 °C Moppwäsche, Teppichstrategie mit Mopp-Handling ausgewogener Zwischenschritt für Komfort-Suchende
MOVA P70 Pro Ultra 699 € UVP 30.000 Pa 100 °C Moppwäsche, 12 N Druck, Mopp-Ablage, MaxiReach starkes Preis-Leistungs-Modell für Saugen, Wischen und Teppiche
MOVA V50 Ultra Complete 999 € UVP 24.000 Pa StepMaster-System, FlexScope-Navigation Alternative für hohe Schwellen und sehr niedrige Möbel
MOVA V70 Ultra Complete 1.399 € UVP 40.000 Pa MaxiReachX, beutellose EcoCyclone-Station, bis zu 9 cm Hindernisse neues Premium-Modell für maximale Reichweite an Kanten und schwierige Grundrisse

Der P70 Pro Ultra sitzt damit an einer interessanten Stelle. Er ist nicht das teuerste Modell im MOVA-Programm, bietet aber sehr viel Technik für seine UVP: 30.000 Pa Saugleistung, 100 °C Moppwäsche, Mopp-Ablage und MaxiReach bekommt man hier für deutlich weniger Geld als bei den neuen Premium-Modellen.

Der V50 Ultra Complete ist dabei nicht einfach der bessere P70. Er ist anders abgestimmt. Seine Saugleistung fällt niedriger aus, dafür bringt er das StepMaster-System für höhere Schwellen und die versenkbare FlexScope-Navigation mit. Wer viele Übergänge oder sehr niedrige Möbel hat, sollte ihn deshalb weiterhin mitdenken.

Der V70 Ultra Complete setzt noch eine Stufe darüber an. Er bringt 40.000 Pa, eine beutellose Station und MaxiReachX mit deutlich weiter ausfahrendem Mopp und Seitenbürste. Das klingt nach der technisch spannenderen Lösung für Wohnungen mit vielen Kanten, Stuhlbeinen, schmalen Spalten und höheren Schwellen. Preislich ist das aber eine andere Liga.

MOVA P70 Pro Ultra im Vergleich mit dem MOVA V50 Ultra Complete
Optisch liegen P70 Pro Ultra und V50 Ultra Complete nah beieinander, besonders bei der Station. Auffälligster Unterschied ist der LiDAR-Aufbau: Beim P70 sitzt der Turm sichtbar auf dem Roboter, während der V50 auf die versenkbare FlexScope-Navigation setzt.

Wer also möglichst viel Ausstattung für 699 Euro sucht, landet beim P70 Pro Ultra. Wer viele Schwellen oder sehr niedrige Möbel hat, sollte den V50 Ultra Complete prüfen. Und wer das technisch neue Topmodell mit maximaler Kantenreichweite, beutelloser Station und noch höherer Saugleistung möchte, schaut Richtung V70 Ultra Complete. Der P70 Pro Ultra bleibt dadurch nicht weniger spannend – er nimmt ganz klar den Platz als Preis-Leistungs-Sieger innerhalb der MOVA-Familie ein.

Fazit zum MOVA P70 Pro Ultra Test: Funktionsumfang im Preiskampf

Der MOVA P70 Pro Ultra ist kein perfekter Saug- und Wischroboter, aber ein richtig starkes Paket. Er saugt kräftig, wischt aktiv, kommt mit MaxiReach näher an Kanten heran, kann die Mopps für Teppiche ablegen und bringt eine Station mit, die ziemlich viel Arbeit abnimmt. Für 699 Euro UVP ist das schon eine Ansage.

Dass irgendwo gespart wurde, merkt man eher an den kleinen Dingen. Die aufklappbare Haube wirkt nicht ganz so hochwertig wie ein magnetischer Deckel, der Max+-Modus ist deutlich hörbar und bei sehr langen Haaren muss man die Bürste trotzdem im Blick behalten. Nichts davon ruiniert den Eindruck. Es zeigt nur, dass der P70 Pro Ultra kein kompromissloses Luxusmodell ist, sondern ein Gerät, das seine Technik ziemlich geschickt auf Preis trimmt.

Am meisten Sinn ergibt der P70 Pro Ultra in Haushalten mit Hartboden, Teppichen, Haustieren und regelmäßigem Schmutzeintrag. Für eine kleine Wohnung mit fast nur Hartboden wäre er wahrscheinlich zu viel des Guten. Wer aber einen Roboter sucht, der Saugen, Wischen, Mopp-Pflege und Teppichhandling weitgehend selbst übernimmt, bekommt hier viel Ausstattung fürs Geld.

Gold Award für MOVA P70 Pro Ultra - 05/2026MOVAP70 Pro Ultra05/2026

VORTEILE

  • 30.000 Pa Saugleistung bei nur 699 Euro
  • 100°C Heißwasser-Moppwäsche mit PTC-System
  • Kompletter Lieferumfang mit Reinigungsmittel und Zubehör
  • Ausfahrbarer Wischarm für bessere Kantenreinigung
  • Große Wassertanks: 4,0 Liter frisch, 3,5 Liter Abwasser
  • Hochwertige gebürstete Frontblende der Station

NACHTEILE

  • Fest angeschlagene Haube statt magnetischem Deckel
  • Große Station benötigt viel Stellfläche
  • LiDAR-Turm schränkt Unterfahrhöhe bei niedrigen Möbeln ein

Detailbewertung

Saugleistung93
Wischleistung94
Navigation91
App & Bedienung89
Preis-Leistungs-Verhältnis96

Fazit

Der MOVA P70 Pro Ultra bietet echte Oberklasse-Technik zum fairen Preis und überzeugt mit starker Saugleistung, cleverer Navigation und durchdachter Ausstattung. Wer Autonomie und Gründlichkeit sucht, bekommt hier viel Roboter fürs Geld.

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