MOVA V70 Ultra Complete Test: Der Roboter mit dem langen Arm

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 19 Min. Lesezeit
Verpackung des MOVA V70 Ultra Complete X auf dem Boden vor dem Auspacken
Der MOVA V70 Ultra Complete X vor dem Auspacken: Hinter dem zusätzlichen X steckt die transparente Variante des neuen Saug- und Wischroboters.

Der MOVA V70 Ultra Complete hat einen ziemlich langen Arm – und unter unserem niedrigen Sideboard im Flur konnte er den auch gebrauchen. Wo der Roboter selbst nicht mehr drunter passt, fährt sein Wischmopp bis zu 16 cm seitlich aus. Wir haben die transparente Version MOVA V70 Ultra Complete einem Test unterzogen und geprüft, ob damit tatsächlich weniger Fläche liegen bleibt, wie gut die neue Station ohne Staubbeutel funktioniert und ein kurzer Blickt was sich gegenüber dem V50 geändert hat.

Technische Daten des MOVA V70 Ultra Complete

Modell MOVA V70 Ultra Complete
Saugleistung Bis zu 40.000 Pa
Hauptbürste TurboWave DuoBrush mit Anti-Haarverwicklung
Wischsystem Zwei rotierende Wischmopps, 300 U/min, 15 N Anpressdruck
Kantenreinigung MaxiReachX-Wischmopp bis 16 cm, Seitenbürste bis 12 cm ausfahrbar
Navigation Einfahrbarer LiDAR-Sensor, RGB-Kamera, LED-Licht und Hinderniserkennung
Höhe des Roboters 8,95 cm bei eingefahrenem LiDAR
Teppichfunktionen Ultraschallerkennung, Moppanhebung oder automatische Mopp-Ablage in der Station
Hindernisüberwindung StepMaster 2.0, bis zu 9 cm bei zusammengesetzten Übergängen
Akku 6.400 mAh mit Schnellladen und automatischer Fortsetzung der Reinigung
Staubentsorgung EcoCyclone-Station mit auswaschbarem Staubbehälter statt Einwegbeutel
Frischwassertank 4,0 Liter
Schmutzwassertank 3,5 Liter
Reinigungsmittel DuoSolution-System mit zwei getrennten Dosierkammern
Moppwäsche Heißwasserreinigung bis 100 °C
Mopptrocknung Heißlufttrocknung bis 70 °C
Varianten Weiße Version als MOVA V70 Ultra Complete; transparente Amazon-Version als MOVA V70 Ultra Complete X
Preis 1.399,00 Euro zum Testzeitpunkt

Auspacken und Lieferumfang: Was bedeutet eigentlich das X?

Wir haben den MOVA V70 Ultra Complete in der Version V70 Ultra Complete X erhalten und uns beim Auspacken erst einmal gefragt, worin der Unterschied zum regulären MOVA V70 Ultra Complete liegt. Auffällig ist zunächst das transparente Cover der Station, durch die der Staubbehälter und der Behälter der Reinigungslösung sichtbar bleiben. Da das Modell auf Amazon ausdrücklich mit dem zusätzlichen „X“ angeboten wird, lag die Vermutung nahe, dass sich auch technisch etwas geändert haben könnte.

Auf Nachfrage bestätigte MOVA jedoch, dass beide Versionen funktional identisch sind und zum gleichen Preis angeboten werden. Der Unterschied betrifft neben der Optik lediglich den Lieferumfang: Die transparente Version MOVA V70 Ultra Complete X, die über Amazon verkauft wird, kommt ohne Pet-Reinigungslösung. Bei der weißen Variante, die über die regulären Vertriebskanäle erhältlich ist, ist diese zusätzliche Lösung enthalten.

Im Karton des MOVA V70 Ultra Complete X befanden sich:

  • der MOVA V70 Ultra Complete X Saug- und Wischroboter mit transparenter Station
  • ein Netzkabel für die Station
  • die mehrsprachige Dokumentation
  • eine zusätzliche Seitenbürste
  • 6 Wischmopps
  • zwei Ersatzfilter für den Staubbehälter des Roboters
  • Multi Surface Cleaner in zwei Größen: 1.000 ml und 200 ml

Eine Pet-Reinigungslösung lag unserer X-Version entsprechend nicht bei. Wer den Roboter speziell in einem Haushalt mit Haustieren einsetzen und diese Lösung direkt mitbestellen möchte, sollte diesen Unterschied beim Kauf im Hinterkopf behalten.

Abgesehen davon fällt der Lieferumfang der Complete-Version ordentlich aus. Ersatz-Wischmopps, Filter und Seitenbürste sind direkt vorhanden, sodass nicht schon nach den ersten Reinigungsrunden Zubehör nachgekauft werden muss. Praktisch ist außerdem die Kabelführung auf der Rückseite der Station: Überschüssiges Kabel lässt sich dort aufwickeln und hängt nicht lose hinter der Basis herum.

Design und Verarbeitung: Viel Bewegung an einem runden Roboter

Unsere transparente X-Version fällt vor allem durch die Station auf: Hinter der durchsichtigen Front bleiben die Behälter für die Reinigungsmittel sowie der Staubbehälter sichtbar. Das gibt der Station einen technischeren Look als bei der weißen Ausführung. Der Roboter selbst bleibt dagegen beim bekannten runden Aufbau. Oben sitzt der LiDAR-Sensor, an der Front finden sich Kamera, Sensorik und eine LED-Leiste.

Eine kleine Änderung gegenüber dem V50 fällt beim Deckel des Roboters auf. MOVA setzt beim V70 zwar ebenfalls auf eine magnetisch gehaltene Abdeckung, diese nimmt jedoch nur ungefähr die Hälfte der Oberseite ein. Beim V50 ließ sich noch ein deutlich größerer Deckel abnehmen; die Lösung des V70 erinnert damit eher an den P50. Funktional ist das kein entscheidender Nachteil, beim Zugriff auf den Innenraum wirkt die größere Abdeckung des V50 allerdings etwas komfortabler.

Alt-TextMOVA V70 Ultra Complete X von oben mit abgenommenem magnetischem Deckel und sichtbarem Staubbehälterfach
Bildunterschrift
Der Magnetdeckel des MOVA V70 Ultra Complete X lässt sich einfach abnehmen, deckt allerdings nur einen Teil der Oberseite ab. Beim V50 fiel diese Abdeckung noch deutlich größer aus.

Der LiDAR-Turm ist nicht fest verbaut, sondern kann für Fahrten unter niedrigen Möbeln eingefahren werden. Dann kommt der V70 auf eine Höhe von 8,95 cm. Zusätzlich besitzt er eine Frontbeleuchtung, die in dunklen Bereichen zugeschaltet wird, damit die Kamera weiterhin Hindernisse erkennen kann. Wie gut das in der Praxis funktioniert, spielt später bei der Navigation noch eine Rolle.

Auf der Unterseite setzt MOVA beim V70 auf ein Prinzip, das bereits von vorherigen Modellen bekannt ist. Die DuoBrush besteht aus zwei Hauptbürsten und soll vor allem bei Haaren und Tierfell weniger schnell zugesetzt sein. Anti-Haar-Systeme sind bei Premium-Saugrobotern inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr, im Test zeigte sich hier trotzdem ein gutes Ergebnis: Nach unseren Reinigungsfahrten waren die Hauptbürsten praktisch frei von aufgewickelten Haaren. Lediglich die kleine vordere Laufrolle sollte man gelegentlich kontrollieren, da sich dort weiterhin einzelne Haare sammeln können.

Ungewöhnlicher ist das Zusammenspiel aus Wischmopp und Seitenbürste. Der rechte Mopp fährt bis zu 16 cm seitlich aus, die Seitenbürste bis zu 12 cm. Im eingefahrenen Zustand sitzt die Aufnahme des rechten Wischmopps noch kompakt unter dem Roboter; das magnetisch befestigte Wischpad haben wir für die Detailaufnahme abgenommen. Der V70 erweitert seinen Reinigungsbereich damit weit über den eigentlichen Gehäuserand hinaus. Das ist vor allem für niedrige Möbel, tiefer liegende Kanten und enge Bereiche gedacht, in die der komplette Roboter nicht hineinfahren kann. Ob diese Konstruktion auf dem Boden wirklich mehr erreicht, musste sie anschließend im Wischtest zeigen.

Unterseite des MOVA V70 Ultra Complete X mit Aufnahme des rechten ausfahrbaren Wischmopps ohne Wischpad
Ohne aufgesetztes Wischpad wird die Aufnahme des rechten Mopps sichtbar. Während der Reinigung kann der V70 diesen Mopp seitlich bis zu 16 cm ausfahren.

EcoCyclone-Station: Absaugen ohne Staubbeutel

Richtig gut gefallen hat uns die EcoCyclone-Station. Der V70 entleert seinen Staubbehälter nach der Reinigung automatisch, der Schmutz landet dabei aber nicht in einem Beutel, sondern in einem herausnehmbaren Behälter in der Basis. Bei den Saugrobotern, die wir bisher getestet haben, kannten wir die automatische Absaugung vor allem mit Staubbeutel. Entsprechend angenehm fanden wir es, hier kein Verbrauchsmaterial nachkaufen zu müssen.

Nach unseren Tests mit Staub, Tierhaaren und gröberen Partikeln war im Behälter der Station schon gut zu sehen, was der Roboter eingesammelt hatte. Die Entleerung funktionierte zuverlässig, auch wenn sie wie bei solchen Stationen üblich kurz deutlich hörbar ist. Der Behälter lässt sich einfach herausnehmen, ausleeren und bei Bedarf auswaschen.

MOVA gibt für die Staubsammlung bis zu 100 Tage ohne Entleeren an. Wie realistisch das im eigenen Haushalt ist, hängt natürlich davon ab, wie oft der Roboter fährt und wie viele Haare oder Tierhaare anfallen. Ein Beutelsystem ist beim Entsorgen geschlossener, die beutellose Lösung würden wir wegen des wegfallenden Nachkaufs trotzdem jederzeit bevorzugen.

Wasser und Reinigungsmittel: Zwei Lösungen getrennt dosierbar

Neben dem beutellosen Staubbehälter sitzen in der Station zwei Wassertanks: 4 Liter für Frischwasser und 3,5 Liter für das aufgefangene Schmutzwasser. Damit kann der V70 seine Mopps während längerer Reinigungsrunden erneut anfeuchten und anschließend in der Station auswaschen, ohne dass nach jedem Raum jemand zum Waschbecken laufen muss.

Frischwassertank und Schmutzwassertank der Station des MOVA V70 Ultra Complete X
Die Station arbeitet mit zwei separaten Wassertanks: einem Behälter für Frischwasser und einem für das aufgefangene Schmutzwasser.

Ungewöhnlicher aber bei MOVA nicht unbekannt, ist das DuoSolution-System. Die Station besitzt zwei getrennte Kammern für Reinigungsmittel und kann dadurch neben der normalen Bodenreinigungslösung eine zweite Speziallösung dosieren. Bei unserer transparenten Version MOVA V70 Ultra Complete X ist die Technik dafür vorhanden, die Pet-Reinigungslösung selbst lag dem Amazon-Modell jedoch nicht bei. Diesen Unterschied zur weißen Version hatten wir bereits beim Auspacken festgestellt.

Für den normalen Betrieb bleiben die Tanks die flexibelste Lösung, weil die Station damit frei im Raum platziert werden kann. Wer am gewünschten Standort einen Wasseranschluss und einen Ablauf zur Verfügung hat, kann den V70 optional mit einem Anschluss-Set erweitern und auch das Befüllen beziehungsweise Entleeren der Tanks automatisieren.

Einrichtung und App: Umfangreich, aber nicht unnötig kompliziert

Nach dem Aufstellen wird der MOVA V70 Ultra Complete über die MOVA-App eingerichtet und auf eine erste Kartierungsfahrt geschickt. Das funktionierte bei uns zügig: Der Roboter erfasste die Räume nachvollziehbar und legte eine Karte an, mit der wir direkt weiterarbeiten konnten. Falls eine Raumgrenze einmal nicht passt, lassen sich Bereiche nachträglich teilen, zusammenführen oder umbenennen. Teppiche, Bodenarten und Sperrzonen können ebenfalls ergänzt oder angepasst werden.

Die App ist umfangreich, wirkt dabei aber nicht so, als müsste man sich vor der ersten Reinigung erst durch jedes Menü arbeiten. Für eine normale Runde reicht es, Räume auszuwählen und die Reinigung zu starten. Wer genauer steuern möchte, kann die Einstellungen je Raum verändern – etwa mit stärkerer Saugkraft auf Teppichen, mehr Wasser auf Fliesen oder einer anderen Reihenfolge für stark genutzte Bereiche.

Alternativ übernimmt der Modus Clean Genius einen großen Teil dieser Entscheidungen selbst. Wir fanden es dennoch sinnvoll, die Einstellungen zunächst einmal durchzugehen, weil der V70 gerade bei Teppichen, Kanten und niedrigen Möbeln mehr Möglichkeiten bietet als ein einfaches Start-und-los-Modell.

Gut gelöst ist die Darstellung niedriger Möbel in der Karte. Bereiche, unter denen der Roboter seinen LiDAR-Sensor einfährt, werden in der App sichtbar markiert. Dadurch lässt sich nachvollziehen, warum der V70 bestimmte Stellen erreicht, an denen andere Modelle mit festem Laserturm nicht weiterkommen. Bei eingefahrenem LiDAR sinkt seine Höhe auf 8,95 cm; unter dem Möbel nutzt er zusätzlich seine Beleuchtung, damit die kameragestützte Hinderniserkennung weiterarbeiten kann.

Wie schlägt sich der MOVA V70 Ultra Complete im Test auf Hartboden?

Fürs Saugen haben wir dem MOVA V70 Ultra Complete im Test deutlich mehr zugemutet als ein paar Krümel nach dem Frühstück. Auf dem Hartboden landeten Staub, getrocknete Kräuter, Tierhaare, zerbröselte Cornflakes und Dreck, der sich schon im EcoCyclone-Behälter befand – bewusst verteilt bis in die Randbereiche. Die angegebenen 40.000 Pa lassen sich ohne Messaufbau zwar nicht überprüfen, das Ergebnis nach der Fahrt dafür umso besser beurteilen.

Verteilter Testschmutz aus Staub, Tierhaaren und Cornflakes auf Hartboden vor dem Saugen mit dem MOVA V70 Ultra Complete X
Für den Hartboden-Test haben wir Staub, Tierhaare, Kräuter und Cornflakes bewusst bis in die Randbereiche verteilt.

Schon nach dem ersten Durchgang war der Großteil der Verschmutzung verschwunden. Auf der freien Fläche nahm der V70 die Mischung aus feinem und gröberem Schmutz zügig auf. Auffällig war vor allem die ausfahrende Seitenbürste: Sie holte Partikel aus Bereichen, die bei einer fest sitzenden Bürste schnell knapp außerhalb der Reichweite liegen würden.

MOVA V70 Ultra Complete X vor einer Mischung aus Staub, Tierhaaren und groben Partikeln auf Hartboden
Auf freier Fläche nahm der V70 die Mischung aus feinem und gröberem Schmutz im Test zügig auf.

Perfekt war das Ergebnis nach dem ersten Durchgang trotzdem nicht. In einer schwierigeren Ecke blieben zunächst einzelne Reste zurück, und leichte Partikel wurden stellenweise erst verschoben, bevor sie eingesaugt worden sind. Nach einer zweiten Runde war allerdings auch dieser Bereich vollständig gereinigt. Das zeigt: Die große Reichweite der Seitenbürste erreicht viel, braucht an verwinkelten Stellen mitunter aber einen weiteren Durchgang.

Kleine verbliebene Schmutzreste in einer schwierigen Ecke nach dem Saugdurchgang des MOVA V70 Ultra Complete X
In der schwierigeren Ecke blieben nach dem ersten Durchgang einzelne Reste zurück. Nach einer zweiten Runde war auch dieser Bereich vollständig gereinigt.

Unterm Strich hinterlässt der Saugroboter damit einen starken Eindruck. Den größten Unterschied macht die zusätzliche Reichweite allerdings weniger mitten im Raum als dort, wo sich Schmutz gerne sammelt: an Kanten, in Ecken und unter überstehenden Bereichen. Genau bei diesen Stellen wird im Wischtest noch interessanter, wie viel die ausfahrende Konstruktion tatsächlich erreicht.

Was leistet der MOVA V70 Ultra Complete im Test beim Wischvorgang?

Für den Wischtest haben wir Kaffeeflecken auf der freien Fläche und angetrocknete Verschmutzungen im Randbereich verteilt. Interessant war dabei vor allem ein Sideboard im Flur. Der Abstand zum Boden ist dort zu gering, als dass der V70 komplett darunterfahren könnte. Genau für solche Stellen ist der weit ausfahrende Wischmopp gedacht.

Während der Reinigung fuhr der Roboter am Sideboard entlang und schob den rechten Mopp sichtbar unter das Möbelstück. Er erreicht damit natürlich nicht die komplette Fläche tief unter dem Schrank, kommt aber deutlich weiter als ein Modell, dessen Wischpad nur knapp über das Gehäuse hinausragt. Gerade entlang der vorderen Möbelkante bleibt dadurch weniger Fläche ungewischt liegen.

Auf der freien Fläche waren die Kaffeeflecken bereits nach dem ersten Durchgang verschwunden. Bei den angetrockneten Rückständen im Randbereich musste der V70 mehrmals arbeiten. Auf der erreichbaren Fläche löste er die Verschmutzungen gut, in tieferen Fugen blieb am Ende noch etwas zurück. Das ist kein Totalausfall, zeigt aber, wo auch ein hochwertiger Wischroboter nicht vollständig an die manuelle Reinigung herankommt.

Die größere Reichweite des Mopps verlangsamt die Reinigung etwas, weil der Roboter den Bereich entlang des Möbels mit zusätzlichen Bahnen abdecken muss. Bei unserem Sideboard war das allerdings sinnvoll investierte Zeit: Dort zählt nicht, ob der Roboter möglichst schnell vorbeifährt, sondern ob er überhaupt in den flachen Bereich unter der Kante gelangt. Genau das funktionierte beim V70 sichtbar besser als mit einer gewöhnlichen, kürzer ausfahrenden Randreinigung.

Wie schlägt sich der MOVA V70 Ultra Complete auf Teppich?

Teppiche behandelt der MOVA V70 Ultra Complete ausgesprochen flexibel. Je nach Einstellung hebt er seine Mopps an, umfährt textile Flächen, erhöht dort die Saugleistung oder legt die Mopps vor einer reinen Saugrunde vollständig in der Station ab. Letzteres ist vor allem bei höheren Teppichen angenehm, weil keine zuvor feuchten Pads über die Fasern gezogen werden.

Für den Test verteilten wir knapp über 10 Gramm aus Staub, Tierhaaren, Salz und zerbröselte Cornflakes – nahezu denselben Mix wie auf dem Hartboden – gleichmäßig auf der Testfläche. Der V70 arbeitete diese mit hoher Saugleistung zügig ab, und gröbere Partikel sowie Tierhaare verschwanden zuverlässig bereits im ersten Durchgang. Kleinstpartikel wie das feine Salz stellten sich dagegen als etwas hartnäckiger heraus: Nach dem ersten Durchgang waren noch sichtbare Reste in den Fasern, erst die zweite Runde brachte das gewünschte Ergebnis. Das ist kein Ausreißer für diese Geräteklasse, aber es zeigt, dass der V70 bei feinem Streugut auf Teppich etwas mehr Zeit einplanen muss als auf glattem Untergrund.

Was insgesamt positiv auffällt, ist die flexible Teppichverwaltung: Der V70 erkennt textile Flächen zuverlässig, passt Saugleistung und Mopp-Verhalten automatisch an und lässt die Pads auf Wunsch gleich in der Station. Wer das einmal eingerichtet hat, merkt im Alltag kaum noch, dass der Roboter gerade zwischen Hartboden und Teppich wechselt – das läuft einfach.

Moppwäsche und Trocknung: Die Station muss nach dem Fleckentest ran

Nach dem Wischtest waren die Mopps sichtbar verschmutzt. Vor allem der angetrocknete Ketchup hatte sich in den Fasern festgesetzt, sodass die automatische Reinigung der Station hier mehr leisten musste als nach einer normalen Runde durch den Flur.

Verschmutzte Wischmopps an der Unterseite des MOVA V70 Ultra Complete X nach dem Test mit Ketchup
Nach dem Test mit Ketchup waren die beiden Wischmopps sichtbar verschmutzt. Nun musste die automatische Moppwäsche der Station zeigen, was sie schafft.

MOVA bewirbt die Reinigung mit bis zu 100 °C heißem Wasser. Das konnten wir im Test nicht nur auf dem Datenblatt nachvollziehen: Während des Waschvorgangs maßen wir Temperaturen von mehr als 100 °C. Die Mopps werden also tatsächlich mit sehr heißem Wasser behandelt und nicht nur kurz mit lauwarmem Wasser ausgespült.

Nach der Wäsche begann automatisch die Trocknung. MOVA nennt hierfür bis zu 70 °C warme Luft; bei unserer Messung lagen wir bei rund 61 °C. Nach dem vollständigen Durchlauf waren die Mopps trocken und konnten direkt wieder verwendet werden. Gerade nach klebrigen Flecken ist das ein echter Vorteil, weil die benutzten Pads nicht feucht und verschmutzt in der Station liegen bleiben.

Auch die Waschschale der Station sah nach diesem Test ordentlich aus. Trotz der stark verschmutzten Mopps blieb dort nur wenig zurück. Gröbere Partikel sammeln sich in einem kleinen Filtereinsatz im unteren Bereich der Basis. Den muss man gelegentlich herausnehmen und ausspülen, die eigentliche Nacharbeit nach dem Wischen hielt sich bei uns aber in Grenzen.

Navigation und Hinderniserkennung: Meist sicher, nicht fehlerfrei

Im Test fuhr der MOVA V70 Ultra Complete seine Bahnen nachvollziehbar ab, fand sicher zurück zur Station und reagierte auf typische Hindernisse wie Schuhe oder Kabel meist zuverlässig. Die Frontkamera unterstützt ihn dabei nicht nur beim Ausweichen, sondern zeigt in der App auch, welche Gegenstände der Roboter erkannt hat. Gerade bei Kabeln ist das hilfreich, weil man nach einer Fahrt nachvollziehen kann, an welchen Stellen es auf dem Boden etwas kritisch werden könnte.

Einen Ausreißer gab es bei uns trotzdem: In einem Durchlauf versuchte der V70, den flachen Standfuß eines Schreibtisches zu überfahren. Statt ihn als Hindernis zu umfahren, setzte der Roboter zum Klettern an. Das blieb zwar eine einzelne Situation, zeigt aber recht gut, warum auch ein Modell mit Kamera nicht völlig unbeaufsichtigt über alles fahren sollte, was auf dem Boden herumliegt. Dünne Kabel oder kleinere empfindliche Gegenstände würden wir weiterhin vor dem Start wegräumen.

Die Kamera lässt sich außerdem für eine Fernansicht über die App nutzen. Dazu kommen Funktionen für Haushalte mit Haustieren: Der Roboter kann Bereiche rund um Futterplätze gezielter reinigen oder bei einer Suchfahrt nach dem Tier Ausschau halten. Ob man diese Extras regelmäßig verwendet, ist Geschmackssache; die Fernansicht selbst kann durchaus praktisch sein, wenn man unterwegs kurz prüfen möchte, was der Roboter gerade sieht.

StepMaster 2.0: Für höhere Übergänge gedacht

Eine weitere Besonderheit des V70 ist sein StepMaster-2.0-System. Der Roboter kann sein Fahrgestell anheben und soll laut MOVA einzelne Schwellen bis 4,5 cm sowie zusammengesetzte Übergänge bis 9 cm überwinden. Das betrifft beispielsweise Schienen von Schiebetüren oder Übergänge, bei denen herkömmliche Saugroboter häufig nicht weiterkommen.

Unterseite des MOVA V70 Ultra Complete X mit Rad- und Hebemechanik des StepMaster-2.0-Systems
Das StepMaster-2.0-System sitzt an der Unterseite des V70: Über die bewegliche Radmechanik kann der Roboter sein Fahrgestell für höhere Übergänge anheben.

Welche Schwellen der Roboter tatsächlich anfahren soll, lässt sich in der App festlegen. Das ist sinnvoll, denn nur weil der V70 einen Übergang technisch bewältigen kann, muss er ihn nicht bei jeder Reinigung erneut erklimmen. Gerade bei ungewöhnlichen Möbel- oder Fußkonstruktionen zeigte unser Test schließlich, dass seine Kletterfreude auch einmal an der falschen Stelle einsetzen kann.

Autonomie und Wartung

Der Akku des MOVA V70 Ultra Complete fasst 6.400 mAh. Bei größeren Flächen kann der Roboter eine unterbrochene Reinigung nach dem Laden selbstständig fortsetzen. Im Test wirkte die Ladepause im Vergleich zu älteren Geräten angenehm kurz, was bei größeren Wohnflächen oder mehreren intensiven Wischdurchgängen relevant werden kann.

Die Wartung konzentriert sich hauptsächlich auf Wasserbehälter, den beutellosen Staubbehälter, den Filter der Station und gelegentlich die Rollen oder Bürsten. Die Hauptbürste bereitete durch Haare kaum Arbeit. Den Staubbehälter der Station wird man je nach Haushalt in unterschiedlichen Abständen leeren müssen. Wer Haustiere hat, sollte sich nicht auf maximale Zeitangaben verlassen und lieber regelmäßig kontrollieren, wie schnell sich der Behälter füllt.

Positiv bleibt, dass keine Staubbeutel bevorratet werden müssen. Gerade bei einem teuren Gerät fühlt es sich stimmiger an, wenn die wichtigsten Automatikfunktionen nicht an einem regelmäßig nachzukaufenden Beutel hängen.

Fazit zum MOVA V70 Ultra Complete

Der MOVA V70 Ultra Complete hat uns im Test vor allem an den Stellen überzeugt, an denen Saug- und Wischroboter sonst gerne sichtbar nachlassen. Unter unserem niedrigen Sideboard im Flur erreichte der weit ausfahrende Mopp deutlich mehr Fläche, obwohl der Roboter selbst nicht darunterpasste. Auch bei Verschmutzungen entlang von Kanten arbeitete er gründlich, während die Kaffeeflecken auf der freien Fläche bereits nach dem ersten Durchgang verschwunden waren.

Fast ebenso überzeugend war für uns die EcoCyclone-Station. Eine automatische Absaugung ohne ständig benötigte Staubbeutel hatten wir bei unseren bisherigen Testgeräten nur selten, und im Betrieb möchten wir dieses Konzept eigentlich nicht mehr missen. Der Behälter ließ sich unkompliziert leeren, während die Station nach dem Fleckentest auch die deutlich verschmutzten Mopps wieder trocken und einsatzbereit bekam.

Ganz ohne Kritik kommt auch ein Platin-Modell nicht davon. Beim Saugen blieben in einer schwierigen Ecke einzelne Rückstände zurück, die Hinderniserkennung wollte einmal über den flachen Standfuß unseres Schreibtisches klettern, und auf Teppich brauchte feines Streugut gelegentlich einen zweiten Durchgang – die flexible Teppichverwaltung insgesamt trübte das aber nicht.

Entscheidend ist am Ende das Gesamtpaket: Der V70 kombiniert eine außergewöhnlich gute Reichweite beim Wischen mit einer beutellosen Station, umfangreicher Automatik und einer App, die trotz ihrer vielen Möglichkeiten gut nutzbar bleibt. Wer bereit ist, den hohen Preis für möglichst wenig Nacharbeit und eine besonders gründliche Reinigung schwieriger Bereiche zu zahlen, bekommt mit dem MOVA V70 Ultra Complete einen der überzeugendsten Saug- und Wischroboter, die wir bislang getestet haben. Dafür erhält er unseren Platin-Award.

Platinum Award für MOVA V50 Ultra Complete - 06/2026MOVAV50 Ultra Complete06/2026

VORTEILE

  • Ausfahrbarer Wischmopp erreicht 16 cm unter Möbeln
  • Beutellose Station mit auswaschbarem Staubbehälter
  • StepMaster 2.0 überwindet Einzelstufen bis 4,5 cm, zusammengesetzte Übergänge bis 9 cm
  • DuoBrush verhindert effektiv Haarverwicklungen
  • Heißwasserreinigung der Mopps bis 100 °C
  • Einfahrbarer LiDAR für nur 8,95 cm Höhe

NACHTEILE

  • Transparente X-Version ohne Pet-Reinigungslösung
  • Kleine vordere Laufrolle sammelt weiterhin einzelne Haare
  • Hoher Anschaffungspreis von 1.399 Euro
  • Hinderniserkennung wollte im Test über einen flachen Standfuß klettern

Detailbewertung

Saugleistung95
Wischleistung99
Navigation94
App & Bedienung97
Preis-Leistungs-Verhältnis91

Fazit

Der MOVA V70 Ultra Complete überzeugte uns vor allem mit seinem weit ausfahrenden Wischmopp, der unter niedrigen Möbeln und entlang schwieriger Kanten sichtbar mehr Fläche erreicht. Die beutellose EcoCyclone-Station, die heiße Moppwäsche und die umfangreiche App machen den Betrieb angenehm komfortabel. Einzelne Schwächen bei der Hinderniserkennung und im anspruchsvollen Saugtest ändern wenig am starken Gesamtpaket - dafür erhält der V70 unseren Platin-Award.

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