
Wer sich viel Saugroboter zum schmalen Taler sichern möchte, ist bei Narwal erfahrungsgemäß an der richtigen Stelle. In den letzten Jahren bewies der hierzulande leider noch relativ unbekannte Hersteller smarter Haushaltshelfer nämlich in regelmäßigen Abständen, dass ein guter Saugroboter kein Vermögen kosten muss. Im Narwal Freo X10 Pro Test haben wir nun das neueste Modell unter die Lupe nehmen dürfen, das abermals mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis punkten will. Zu einem Marktpreis von knapp 500 Euro bekommt man hier 11.000 Pascal Saugleistung, intelligente LiDAR-Navigation und eine komfortable All-in-One-Reinigungsstation geboten. Doch taugt diese Ausstattung auch in der Praxis? Wir verraten es euch!
Technische Daten
| Modell | Narwal Freo X10 Pro |
| Saugleistung | 11.000 Pa |
| Navigation | 3D-LiDAR + optische Navigation |
| Hauptbürste | Antiwickel-Hauptbürste |
| Seitenbürste | Antiwickel-Seitenbürste |
| Wischmopps | – 12mm anhebbar – Ein Wischpad ausfahrbar – 8N Druck auf Boden |
| Wischtuchreinigung | Reinigung mit kaltem Wasser |
| Wischtuchtrocknung | Lufttrocknung bei 40 – 45°C |
| Staubbeutel | 2,5 L (soll für bis zu 120 Tage reichen) |
| Preis | € 499,00 * |
Lieferumfang
- Saugroboter Narwal Freo 10 Pro
- AiO-Reinigungsstation
- Netzkabel
- Staubbeutel
- Sieb für Reinigungsstation
- Bedienungsanleitung
Narwal Freo X10 Pro Test: Design und Verarbeitung
Mit seiner Optik reiht sich der Narwal Freo X10 Pro in die Reihe der bisherigen smarten Haushaltshelfer des Herstellers ein. So kann man ihn auf den ersten Blick zumindest in Sachen Aufbau und Formgebung kaum von einem Narwal Freo Z10 Ultra (Test | € 649,00 *) unterscheiden. Auf der Oberseite des kreisrunden Saugroboters befindet sich der LiDAR-Turm sowie eine kleine Bedieneinheit, über die sich der Robo pausieren und starten, aber auch zurück in seine Reinigungsstation schicken lässt.
An der Vorderseite des weißen Gehäuses befindet sich wiederum die Technik für die Hinderniserkennung. Seitlich befinden sich Abstandssensoren und am Heck sitzen die Ladekontakte, über die der Akku des Robos in der Station geladen wird. An der Unterseite finden wir eine Seitenbürste sowie die Hauptbürste, welche im Anti-Tangle-Design kommt und damit verhedderten Haaren vorbeugen soll. Abgerundet wird das Ganze mit den beiden Wischpads.
Diese kann der Robo anheben, wenn er Teppiche befährt. Anders als bei vielen anderen Saugrobotern mit Wischpads setzt Narwal hier auf keine kreisrunde Form. Stattdessen kommen die Pads eher wie Dreiecke mit abgerundeten Ecken daher. Da einer der beiden Wischpads ausfahrbar ist, verspricht der X10 Pro eine starke Reinigung im Bereich von Ecken und Kanten. Ob das der Fall ist, klären wir später. Die All-in-One-Station weicht von der des Z10 Ultra ab.
Schließlich gibts hier kein Display auf der Oberseite, was mich persönlich nicht stört. Vielmehr erinnert die Reinigungsstation an die des Flaggschiffs Narwal Flow (Test | € 1.299,00 *). Auf der Oberseite befindet sich die Klappe über die man Zugang zu den beiden großen Wassertanks für Frisch- und Schmutzwasser erhält. Außerdem sitzt hier eine beleuchtete Taste, mit der man per Knopfdruck den Robo auf Reinigungstour schicken kann.
An der Front befindet sich wiederum eine Abdeckklappe hinter der ein 2,5 l großer Staubbeutel Platz findet. Im unteren Bereich sitzt gewissermaßen der Parkplatz für den Freo X10 Pro. Hier wird der Saugroboter mit Frischwasser gefüllt, abgesaugt, gereinigt und getrocknet. Sowohl Roboter als auch All-in-One-Station punkten mit einer hochwertigen Verarbeitung. Hier knackt und knarzt es nirgends. Lobend hervorheben muss man das nachhaltige Design auf das Narwal setzt. So lassen sich Verschleißteile bequem ausbauen und durch neue ersetzen.
Narwal Freo X10 Pro Test: Einrichtung mit Narwal App
Ein Saugroboter soll vor allem eines tun: Für Komfort sorgen. Und Bedienkomfort beginnt bekanntermaßen bereits bei der Einrichtung eines technischen Gadgets. Hier weiß der Narwal zu überzeugen. Ab Werk ist das Gerät vollständig aufgebaut. Ihr müsst eigentlich nur einen geeigneten Platz für die All-in-One-Station finden, diese per Netzkabel mit dem Strom verbinden und schon kann es losgehen. Dabei haltet ihr euer Smartphone bereit und ladet euch die Narwal App herunter.
Mit dieser koppelt ihr den Saugroboter nicht nur, um ihn ins eigene Netzwerk zu überführen. Vielmehr ist die App die Steuerzentrale für den smarten Haushaltshelfer. Als erstes erstellt ihr über die App eine Karte eurer eigenen vier Wände. Dabei fährt der Robo eure Wohnung ab und kartiert seine Umgebung innerhalb weniger Minuten. Das Endergebnis kann man sich dann über die App ansehen und nach Wunsch auch bearbeiten. So lässt sich beispielsweise die automatische Raumaufteilung anpassen.
Ihr könnt aber auch Sperrzonen und unsichtbare Wände einbinden. Darüber hinaus bietet die App die Möglichkeit, die Reinigungsparameter euren Wünschen entsprechend anzupassen. Soll der Roboter zuerst Saugen und dann Wischen, soll er beides gleichzeitig machen oder vielleicht nur saugen oder nur wischen? Ihr habt die Wahl. Außerdem hat man die Wahl zwischen der manuellen Anpassung von Saugstärke und Wischintensität und dem intelligenten FREO-Modus.
Bei FREO-Modus entscheidet der Robo auf Basis des Verschmutzungsgrades und gesammelter Reinigungserfahrungen wie stark die jeweilige Leistung sein sollte. Darüber hinaus lassen sich in der App feste Reinigungszeiten festlegen und Verhaltensmuster wie beispielsweise der Umgang mit Teppichböden anpassen. Selbstverständlich kann man auch die Parameter der All-in-One-Station anpassen. Hierbei lässt sich beispielsweise die Trocknungsdauer bzw. -intesität der Wischpads festlegen.
Narwal Freo X10 Pro Test: Navigation und Hinderniserkennung
Während LiDAR-Navigation vor einigen Jahren lediglich Flaggschiffen vorbehalten war, ist die Navigationstechnologie mittlerweile längst auch in der Mittelklasse angekommen. Die Vorzüge von LiDAR spürt man auch beim Freo X10 Pro. Dank der Lasertechnologie findet sich dieser Robo selbst bei absoluter Dunkelheit bestens zurecht. Auch fährt er meist mit System. Das bedeutet, dass zunächst Raumränder und im Anschluss in Form von Parallelbahnen die Raummitte abgefahren wird.

Zu Orientierungsproblemen kam es aber hin und wieder, wenn ich den Narwal eine bestimmte Zone reinigen ließ. Hier musste er oft innehalten, um wieder auf Kurs zu kommen. Leider ist der LiDAR-Turm im Gegensatz zu Flaggschiffen wie einem Dreame X50 Ultra (Test | € 888,00 *) nicht einfahrbar, weshalb er für manch flache Möbel vielleicht ein wenig zu hoch sein könnte. Bei der Hinderniserkennung setzt der Narwal anders als das Flaggschiff Flow auf kein Kamerasystem, sondern verwendet stattdessen Structured Light.

Das funktioniert im Alltag recht okay, kann aber keineswegs mit dem herausragenden System des Flow mithalten. Insbesondere bei flachen und kleinen Hindernissen kam es dementsprechend durchaus auch einmal zu Missgeschicken. Man sollte also bestenfalls kein Spielzeug und keine Kabel herumliegen lassen, wenn der Narwal auf Reinigungstour geht. So wurden mein kleiner Gummi-Dino und mein USB-Kabel im Test gerne mal vom Robo übersehen und kurzerhand gefressen.

Dank der Anti-Tangle-Bürste lassen sich verhedderte Gegenstände aber zum Glück unkompliziert wieder befreien. Über das Smartphone fuhr er ebenfalls einfach hinweg. Mein Schuh und der Pokeball wurden hingegen mal umfahren und mal leicht verschoben. Hier machten die Sensoren einen soliden Job. Schlussendlich spürt man aber deutlich, dass hier keine Kamerasensorik zum Einsatz kommt, da das System doch sehr fehleranfällig ist. In dieser Preisklasse kann man bislang aber einfach noch nicht mit mehr rechnen.
Narwal Freo X10 Pro Test: Saugleistung
Der Narwal Freo X10 Pro kommt mit einer Saugleistung von 11.000 Pa daher. Zwar bieten aktuelle Flaggschiffe wie ein DJI Romo P (Test | € 1.699,00 *) mit seinen 25.000 Pascal teils deutlich mehr, doch bei der Reinigungs-Performance zählen nicht nur die technischen Daten. Auch muss der Robo das Vakuum adäquat auf den Boden übertragen. Dem Narwal Freo X10 Pro gelingt das auf Hartböden ohne Probleme. Im Test saugte er meine Mischung aus Haferflocken, kleinen Suppennudeln und Kaffeebohnen zuverlässig auf.
Von 100 zu erreichenden Punkten erlangte der Robo hier insgesamt 96 Punkte. Auf Teppichen arbeitete der Narwal gut, aber nicht sehr gut. Dank Teppicherkennung arbeitet der smarte Haushaltshelfer hier automatisch mit maximaler Leistung, sobald er den Teppich befährt. Zumindest auf meinem Kurzflorteppich legt der Robo mit 96 von 100 möglichen Punkten ein starkes Ergebnis hin. Bei meinem Teppich mit längeren Fasern spürt man dann doch, dass ein paar mehr Pascal dem X10 Pro guttun würden.
Hier erreichte er aber immer noch solide 84 von 100 Punkten. Mit seiner Anti-Tangle-Hauptbürste richtet sich der X10 Pro auch explizit an Haustierbesitzer. Das besondere Design soll Verhedderungen vorbeugen, was in der Praxis gut funktioniert. Schwächen zeigen sich hingegen bei der Eckenreinigung. Leider verfügt der X10 Pro über keine ausfahrbare Seitenbürste. Stattdessen soll sie sich durch die Rotation und entsprechende Fliehkräfte automatisch ausklappen. Das reicht in vielen Fällen leider nicht aus, weshalb die Konkurrenz hier die Nase vorne hat.
Narwal Freo X10 Pro Test: Wischleistung
Der Freo X10 Pro setzt auf zwei rotierende Wischpads, die mit 8N auf den Boden drücken, um auch gegen hartnäckige Flecken vorgehen zu können. Damit sie nicht versehentlich Teppiche befeuchten, lassen sie sich um 12 mm anheben. Das dürfte für die meisten Langflorteppiche nicht ausreichen. Hier ist es immer von Vorteil, wenn der Saugroboter die Wischpads kurzerhand in der Reinigungsstation ablegen kann.
Dieses Feature bieten Flaggschiffe wie ein MOVA V50 Ultra (Test | € 849,00 *). Im Praxistest ließ ich den X10 Pro zunächst einen frischen Marmeladenfleck entfernen. Hier machte er eine recht gute Figur. Obwohl ich jedoch die Reinigung im FREO-Modus startete, beendete der Narwal die Reinigungstour nach nur einem Durchgang und es blieben Reste auf dem Boden. Dementsprechend musste ich den Sauger manuell nochmal zum Wischen auffordern.
Schwächen offenbarten sich auch beim Aufwischen einer Kaffeepfütze. Da der Robo keinen internen Schmutzwassertank besitzt, wurde der Kaffee lediglich verteilt und nicht aufgesaugt. Hier haben Modelle mit Wischwalze wie der hauseigene Narwal Flow, ein ECOVACS DEEBOT OmniCyclone (Test | € 936,14 *) oder ein Eufy S1 (Test | € 798,20 *) ganz einfach die Nase vorne.
Wo der X10 Pro dann aber wieder punktet, ist die Randreinigung. So wischt er perfekt entlang von Fußbodenleisten, Möbelkanten oder Tischbeinen und hinterlasst kaum ungereinigte Randbereiche. Um das versehentliche Befeuchten von Teppichen zu verhindern, hebt der Robo die Wischpads um 12 mm an, sobald er Teppiche befährt.
Narwal Freo X10 Pro Test: Reinigungsstation
In der Reinigungsstation werden die Wischpads des X10 Pro während und nach der Reinigung mit Wasser gereinigt. Hierbei kommt kein Heißwasser zum Einsatz. Dennoch sind die Ergebnisse recht solide. Von der hartnäckigen Marmelade konnte ich nur noch einen kleinen Fleck auf einem der Mopps erkennen. Im Anschluss an die Wäsche folgt eine Heißlufttrocknung mit 45°C Heißluft. Natürlich darf auch die Absaugfunktion nicht außen vor bleiben.
Der gesammelte Schmutz des Roboters wird bei Bedarf, im jeden Fall aber vor jeder Reinigungstour, inklusive Saugfunktion abgesaugt. Der 2,5 Liter große Staubbeutel dürfte dabei ausreichend für einige Wochen des Staubsammelns sein. Außerdem desinfiziert die Station den Staubbeutel – das beugt Müffeln vor. Dass wir uns in einer vergleichsweise niedrigen Preisklasse befinden, wird beim Freo X10 Pro in erster Linie bei der Ausstattung der All-in-One-Station deutlich.
So kommt im Gegensatz zu aktuellen Flaggschiffen kein Heißwasser zum Einsatz. Weiterhin fehlen Features wie eine automatische Befüllung eines internen Wassertanks des Robos. Das sorgt dafür, dass der X10 Pro regelmäßig zur Station zurückkehren muss, um sich die Wischmopps neu befeuchten zu lassen. Auch eine automatische Beigabe von Reinigungsmittel oder eine Ablegemöglichkeit für die Wischpads fehlt. Bei einem Preis von ca. 500 Euro darf man das aber auch einfach nicht erwarten.
Testergebnisse
| Disziplin | Ergebnis |
| Saugen Hartboden | 96/100 Punkte |
| Saugen Kurzflorteppich | 96/100 Punkte |
| Saugen Teppich (mittellange Flor) | 84/100 Punkte |
| Wischen Klebriges | Befriedigend bis Gut |
| Wischen Flüssigkeiten | Ausreichend |
| Hinderniserkennung | Befriedigend |
| Wischleistung Rand | Sehr Gut |
Fazit
Der Narwal Freo X10 Pro beweist, dass man nicht tief in die Tasche greifen muss, um einen modernen, leistungsstarken Saugwischroboter zu bekommen. In der Praxis punktet er mit einer sehr guten Saugleistung, einem effektiven Wischsystem für alltägliche Verschmutzungen und einer komfortablen All-in-One-Station, die den Pflegeaufwand spürbar reduziert. Die App bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten, die Navigation arbeitet überwiegend zuverlässig, und die Verarbeitung bewegt sich klar auf Premium-Niveau. Einschränkungen werden vor allem dort sichtbar, wo teurere Modelle durch zusätzliche Sensorik oder erweiterte Stationen glänzen.
Die Hinderniserkennung ist nur solide, bei hartnäckigen Flecken benötigt er teils mehrere Durchgänge und Flüssigkeiten verteilen die Mopps eher, statt sie aufzunehmen. Auch fehlt eine automatische Moppablage oder Heißwasserreinigung. Unterm Strich liefert Narwal jedoch ein äußerst attraktives Preis-Leistungs-Paket ab. Wer einen zuverlässigen, einfach zu bedienenden und kraftvollen Saugwischroboter der Mittelklasse sucht, macht mit dem Freo X10 Pro sehr viel richtig – und bekommt für rund 500 Euro mehr Reinigungsqualität, als bei manch deutlich teurerem Modell.
PRO
CONTRA Der Narwal Freo X10 Pro ist ein Preis-Leistungs-Kracher mit zuverlässiger Reinigung, aber deutlichen Schwächen bei der Hinderniserkennung.
Narwal Freo X10 Pro
Design & Verarbeitung
Bedienkomfort
Saugleistung
Wischleistung
Navigation
Hinderniserkennung
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis
90/100








































