Plaud NotePin S Test: Neuer KI-Sprachrekorder mit 20 Stunden Aufnahmezeit und Aufnahmetaste. Der KI-gestützte Sprachrekorder NotePin von Plaud hat mich beim Test im vergangenen Sommer ziemlich beeindruckt zurückgelassen. Dank praktischer KI-Features, handlichem Design und starken Funktionen schnell zu einem für mich unverzichtbaren Begleiter im Alltag, dem die mittlerweile erstarkte Konkurrenz bis heute nicht das Wasser reichen kann. Die größte Konkurrenz kommt nun aber aus eigenem Hause: Mit dem Plaud NotePin S legt der Hersteller nun eine neue Version auf, die einen der größten Kritikpunkte konsequent ausmerzt. Mehr dazu verrät unser Test.
Technische Daten des Plaud NotePin S
| Produkt | NotePin S |
| Abmessungen | 51 x 21 x 11 mm |
| Gewicht | 17,4 Gramm |
| Mikrofone | 2x MEMS |
| Akku | 320 mAh |
| Akkulaufzeit | 40 Tage Standby; 20 Stunden Sprachaufzeichnung |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Cloud Speicher | unbegrenzt |
| Preis | € 179,00 * |
Plaud NotePin S Test: Design und Unterschiede zum NotePin
Optisch ist der Plaud NotePin S auf den ersten Blick kaum von seinem direkten Vorgänger aus dem vergangenen Jahr zu unterscheiden. Die Neuerungen sind vor allem technischer Natur. Beim Auspacken des NotePin S macht sich sofort ein vertrautes Gefühl breit: Die Verpackung ist zurückhaltend edel, das Kabel hochwertig textilummantelt, der Recorder selbst wirkt extrem hochwertig für seine Größe.
Der kleine Recorder wiegt nur 17 Gramm und lässt sich mit einem magnetischen Clip ans Hemd oder das Oberteil der Wahl heften, in ein Armband einlegen und ums Handgelenk schnallen oder mit einem einfach anzubringenden Band um den Hals hängen. Damit bietet das NotePin S von Haus aus alle Trageoptionen, die man sich wünschen kann und liefert das gesamte Zubehör direkt im Lieferumfang mit.
Neben dem Plaud NotePin S gehören ein Ladedock, ein USB-C-Ladekabel sowie mehrere Trage- und Befestigungsoptionen zum Paket. Enthalten sind ein magnetischer Pin, ein Clip, ein Armband sowie eine Umhängekordel. Im Vergleich zum Vorgänger, der Armband und Lanyard teils separat anbot, ist das ein klarer Mehrwert.
Das Gehäuse misst lediglich 21 x 51 x 11 Millimeter und ist sauber und sorgfältig verarbeitet. Das Design bleibt bewusst unauffällig und funktional. Ein Display oder komplexe Bedienelemente fehlen. Dadurch fügt sich das Gerät unaufdringlich in den Arbeitsalltag ein und lenkt während der Gespräche nicht ab. Der Plaud NotePin S ist in den Farben Cosmic Gray, Lunar Silver und Sunset Purple erhältlich, falls ihr etwas Abwechslung wünscht.
Wo liegen die Unterschiede zwischen NotePin S und NotePin?
Kenner des Originals werden feststellen, dass der neue Plaud NotePin S mit 17,4 Gramm (gegenüber 16,6 g) minimal schwerer geworden ist, während die grundlegende Größe unverändert bleibt. Das verdankt die Neuauflage vor allem einem größeren Akku, der von 270 mAh auf 320 mAh anwächst. Verbesserungen bei der Akkulaufzeit gibt es laut Herstellerangaben allerdings trotzdem nicht. Wohl aber bei der Technik und Ausstattung:
| Plaud NotePin | Plaud NotePin S | |
|---|---|---|
| Farben | Cosmic Gray / Sunset Purple / Lunar Silver | Schwarz / Lila / Silber |
| Gehäusematerial | Aluminiumlegierung & PC (Polycarbonat) | Aluminiumlegierung & PC (Polycarbonat) |
| Gewicht | 16,6 g ohne Magnet-Pin | 17,4 g ohne Magnet-Pin |
| Abmessungen | 51 × 21 × 11 mm | 51 × 21 × 11 mm |
| Mikrofone | 2 MEMS | 2 MEMS |
| Aufnahmemodus | vor Ort; keine physische Aufnahmetaste | vor Ort; mit physischer Aufnahmetaste |
| Aufnahmereichweite | Bis zu 3 m | Bis zu 3 m |
| Lademethode | Ladestation + universelles USB‑C‑Ladekabel | Ladestation + universelles USB‑C‑Ladekabel |
| Akku | 20 Stunden kontinuierliche Aufnahme; 40 Tage Standby | 20 Stunden kontinuierliche Aufnahme; 40 Tage Standby |
| BLE-Übertragung | BLE 5.2 | BLE 5.2 |
| Drücken zum Markieren (Highlight) | ✗ | ✓ |
| Zurücksetzen | Beim Laden die Aufnahmetaste 12 Sekunden lang gedrückt halten | Die Aufnahmetaste 12 Sekunden lang gedrückt halten |
| Zugriff über USB | ✗ | ✗ |
| „Wo ist?“ (Apple) | ✓ | ✓ |
| Zubehör | Magnet-Pin, Clip | Magnet-Pin, Clip, Armband, Umhängeband |
Das wahre Highlight ist also die neue Aufnahmetaste, doch dazu gleich mehr.
Bedienung und Akkulaufzeit des Plaud NotePin S
Mein vielleicht größter Kritikpunkt am NotePin war das Fehlen einer physischen Taste und damit einhergehend die nicht immer zuverlässige Touch-Bedienung, die gerade beim Stoppen der Aufnahme nicht immer die gewünschte Aktion ausführte. Dieser Umstand gehört mit dem neuen Plaud NotePin S endlich der Vergangenheit an, denn genau diese gibt es nun.
Eine Taste übernimmt alle Kernfunktionen. Ein langer Tastendruck startet oder beendet die Aufnahme, ein kurzer Tastendruck markiert wichtige Stellen während des Gesprächs, sodass du im Nachgang direkt die Highlights aufgezeigt bekommst. Dieses Konzept erwies sich im Test als zuverlässig und verhindert Fehlbedienungen, auch ohne Blickkontakt zum Gerät.
Genau dieser letzte Punkt ist im Alltag Gold wert. Man trägt den Recorder am Hemd, führt ein Gespräch, und kann nebenbei mit einem kurzen Druck eine wichtige Passage markieren, ohne dabei auch nur einen Blick auf das Gerät zu werfen. Im Vergleich zum Vorgänger, bei dem die Touch-Fläche gelegentlich die Eingaben ignorierte, ist das ein erheblicher Qualitätssprung. Zum Start drückt man etwas länger auf den einzigen Knopf, das Gerät vibriert kurz und ein kleines rotes Licht zeigt, dass es in Betrieb ist. Die Vibration ist dezent genug, um im Meeting niemanden aufzuschrecken, aber deutlich genug, um eine zuverlässige Rückmeldung zu geben. Bestätigt wird die laufende Aufnahme durch ein rotes LED-Lämpchen.
Die Akkulaufzeit des NotePin S ist auf dem Papier identisch zu der des Vorgängers. 20 Stunden kontinuierliche Aufnahme sind möglich, während der KI-Sprachrekorder im Standby ganze 40 Tage lang durchhält. Im Praxistest kam ich auf ungefähr 15 Stunden Aufnahmezeit. Im direkten Vergleich zum soundcore Work (unser Test) mit rund 8 Stunden Aufnahmezeit hält das Pendant von Plaud also merklich länger durch.
Für einen vollen Arbeitstag, selbst mit mehreren langen Meetings, reicht das also problemlos aus. Wer den Recorder täglich einsetzt und abends einfach ins Dock legt, kommt also bestens zurecht. Geladen wird der Plaud NotePin S über die beiliegende Ladestation, was in rund zwei Stunden vonstatten geht.
KI-Features und App-Anbindung
Der zentrale Mehrwert des NotePin S liegt in der Plaud Intelligence. Diese KI-Engine verbindet die Hardware mit der Plaud-App, der Weboberfläche und der Desktop-Anwendung. Sie transkribiert Audioaufnahmen direkt und wertet diese kontextuell aus. Die Software unterstützt 112 Sprachen mit Sprechererkennung und benutzerdefiniertem Vokabular.
Wählt man nach einer Aufnahme die KI-Auswertung aus, kann man nicht einfach auf ein Transkript warten, sondern man hat die Wahl. Aus Gesprächen erstellt das System automatisch strukturierte Zusammenfassungen. Dafür stehen mehr als 10.000 professionelle Vorlagen zur Verfügung, beispielsweise für Protokolle, Aufgabenlisten oder Entscheidungsübersichten. Technisch greift Plaud auf mehrere große Sprachmodelle zurück, darunter GPT-5.2, Claude Sonnet 4.5 und Gemini 3 Pro.
Mit der Funktion „Ask Plaud“ kann man nach einem bestimmten Sachverhalt fragen und die KI antwortet mit Verweis auf die Originalstellen. Auch Infografiken erstellt Plaud auf Wunsch. Diese Funktion ist noch im Beta-Stadium, zeigt aber bereits deutlich, wohin die Reise geht.
Mit der Funktion AutoFlow ermöglicht die Software die Automatisierung von Transkriptionen, Zusammenfassungen und deren Weitergabe anhand fester Regeln. Wer wiederkehrende Meeting-Typen hat (beispielsweise wöchentliche Redaktionskonferenzen, Kunden-Briefings oder Produktreviews) kann diese Workflows einmal einrichten und danach vollautomatisch ablaufen lassen.
Wie sieht es mit dem Datenschutz des NotePin S aus? Plaud legt darauf großen Wert. Der Dienst erfüllt die Anforderungen von DSGVO, SOC 2, HIPAA sowie EN 18031 und unterliegt europäischen Datenschutzstandards. Die Aufnahmen werden lokal erstellt, die KI-Verarbeitung erfolgt cloudbasiert. Das bedeutet konkret: Wer hochsensible Inhalte aufzeichnet sollte die Cloud-Verarbeitung im Hinterkopf behalten. Die Zertifizierungen bieten ein solides Fundament, ersetzen aber keine eigene Risikoabwägung.
Hinsichtlich der App-Auswahl stehen drei Optionen zur Wahl: Eine Mobile-App für iOS oder Android, ein Web-Interface über den Browser und neuerdings auch eine Desktop-App, die sich derzeit noch im Beta-Stadium befindet. Die Desktop-App ist ein weiterer echter Vorteil: Hier werden die Aufzeichnungen über das Benutzerkonto automatisch synchronisiert und lassen sich bequem am Rechner weiterverarbeiten.
Wer mag, kann mit Plaud Desktop mit einem Mausklick auch Online-Meetings aufzeichnen. Das macht das NotePin S zu einem vollständigen Ökosystem, nicht nur zu einem isolierten Gerät. Alle Apps sind übersichtlich strukturiert und intuitiv zu bedienen, das gefällt mir ausgesprochen gut.
Die Abo-Pläne des Plaud NotePin S
Plaud setzt bei den KI-Features auf ein Abo-Modell, das sich aus drei Plänen zusammensetzt. Löblich: Der Starter Plan bleibt weiterhin kostenlos und deckt eigentlich die wichtigsten Features ab, sodass hier nicht zwingend der Bedarf besteht, sich an ein monatliches Abo zu binden.
Neben dem kostenlosen Starter Plan gibt es zwei Bezahl-Modelle:
- Pro Plan (9,20 Euro pro Monat; jährliche Abrechnung)
- Unlimited Plan (18,7 Euro pro Monat; jährliche Abrechnung)
Der Funktionsumfang aller drei Pläne ist vollkommen identisch, was Features wie Sprecher-Labels, Automatischer Generierung, Transkriptionssprachen, Zusammenfassungen oder App-Zugriff (Smartphone, Web oder Desktop) angeht. Der einzige Unterschied liegt in den monatlichen Transkriptionsminuten: Im Starter Plan sind 300 Minuten/Monat enthalten. Der Pro Plan bringt 1.200 Minuten/Monat mit und im Unlimited Plan gibt es keine Begrenzung.
Ich halte das Abo-Modell von Plaud.ai hier für sehr fair, übersichtlich und gelungen. soundcore beispielsweise streicht im kostenlosen Plan die Zusammenfassungen und die Möglichkeit, die KI zu den Inhalten zu befragen. Bei Plaud hingegen gibt es alle Features auch im Gratis-Abo. Was jedoch nervt: Die App weist wiederholt auf die verfügbaren Pläne hin, was teilweise extrem aufdringlich wirkt.
Praxistest des Plaud NotePin S
Ich habe den NotePin S in verschiedenen realen Szenarien eingesetzt und das Ergebnis ist eindeutig: Das Gerät hält, was es verspricht. Unabhängig davon, ob das Ausgangsmaterial Englisch, eine andere Sprache oder ein Mix aus Akzenten und Sprechgeschwindigkeiten war, lieferte das System eine verständliche und inhaltlich stimmige Zusammenfassung auf Deutsch. Inhalte, Kernaussagen und Ablauf blieben erhalten, ohne dass der Text maschinell klang.
Das ist der entscheidende Punkt, der den NotePin S von reinen Transkriptions-Apps abhebt: Er produziert keine bloße Textwüste aus Worten. Er liefert strukturierten Output, der sich direkt weiterverwenden lässt. Anstatt nur einzelne Stichworte zu liefern, fasste der NotePin S die Aussagen so zusammen, dass der rote Faden erkennbar blieb. Das funktionierte bei typischen Videoformaten wie Erklärvideos, Interviews und Diskussionen zuverlässig.
Die Aufnahmereichweite von bis zu drei Metern hat sich im Alltag bewährt. Bei einem normalen Meeting in einem mittelgroßen Raum kamen alle Stimmen klar rüber, sofern die Gesprächspartner nicht flüsterten oder hinter einer Mauer sprachen. Für Großveranstaltungen oder Auditorien wäre das teurere Note Pro mit vier Mikrofonen und fünf Metern Reichweite sicherlich die bessere Wahl.
Auch die Highlight-Funktion hat sich als echter Mehrwert erwiesen: Wenn man während eines Gesprächs eine besonders wichtige Aussage hört, kurz drücken und die Stelle wird im Transkript gesondert markiert. Das spart später beim Durchsuchen langer Texte nach einer spezifischen Passage erheblich Zeit.
Plaud NotePin S Test: Fazit
Der Plaud NotePin S ist kein Spielzeug und kein Nischenprodukt für Tech-Enthusiasten. Es ist ein ernsthaftes Produktivitätswerkzeug für alle, die regelmäßig mit gesprochenem Wort arbeiten und dieses schnell in verwertbare Texte umwandeln müssen.
Im Vergleich zum Vorgänger hat Plaud die wichtigste Schwäche, die unzuverlässige Touch-Bedienung, durch einen echten physischen Knopf behoben. Der NotePin S ist damit konsequenter, verlässlicher und im Alltag deutlich angenehmer zu bedienen. Dass er zudem mehr Trageoptionen direkt im Lieferumfang ist eine willkommene Ergänzung. Der eigentliche Mehrwert entsteht erst durch die Software. Die Kombination aus stabiler Mehrsprachenerkennung, sinnvoller Zusammenfassung und brauchbaren Bearbeitungsvorschlägen macht das System im Alltag deutlich nützlicher als ein klassischer Recorder mit reiner Textausgabe.
Wirkliche Kritikpunkte gibt es kaum: Die Cloud-Abhängigkeit der KI-Verarbeitung ist bei sensiblen Inhalten zu bedenken, die Abo-Hinweise in der App könnten zurückhaltender sein und wer das volle Potenzial ausschöpfen will, kommt um ein kostenpflichtiges Paket kaum herum. Wer allerdings monatlich 300 Minuten Aufnahme nicht überschreitet, bekommt mit dem kostenlosen Plan bereits erstaunlich viel. Mehr als bei der Konkurrenz sogar.
Das alles macht den Plaud NotePin S in meinen Augen zum aktuell besten, zuverlässigsten und am fairsten positionierten KI-Sprachrekorder in kompakter Form.
VORTEILE
- Stark verbesserte Bedienung
- Kompakt und leicht
- Vielseitige Tragemöglichkeiten
- Beeindruckende KI-Features
- Gute Mikrofone
- Unbegrenzter Cloudspeicher
- Starke Akkulaufzeit
NACHTEILE
- Premium-Pläne teuer
- Nervige Werbung in App
Fazit
Hervorragender und spürbar verbesserter KI-Sprachrekorder mit überzeugenden Features und beeindruckenden Mikrofonen.

