Ein Drucker, etwas Tinte, Motiv auswählen und los? Beim DTF-Druck läuft das ein bisschen anders. Bevor aus einer Grafik eine bedruckte Kochschürze, Kochmütze oder ein Shirt wird, muss sie erst spiegelverkehrt auf Folie, bekommt Haftpulver, wandert zum Aushärten in den Ofen und anschließend unter die Heißpresse. Der K13 Lite übernimmt also nur einen Teil einer ziemlich langen Kette. Optisch fällt unser Testgerät dabei sofort auf: Statt nüchternem Druckergrau gibt es sanftes Babyrosa samt passender Rollenhalterung. Für unseren Procolored K13 Lite Test war aber etwas anderes entscheidend: Wie gut funktioniert der komplette Ablauf, wenn man nicht jeden zweiten Transfer wegwerfen und ständig an irgendwelchen Einstellungen schrauben möchte? Ausprobiert haben wir das mit Schürze, Kochmütze, Shirt und Canvas.
Technische Daten des Procolored K13 Lite
| Produkt | Procolored K13 Lite |
|---|---|
| Gerätetyp | rollenbasierter DTF-Drucker |
| Druckkopf | LiteHead LH-500 |
| Druckauflösung | bis zu 1.440 × 1.440 dpi |
| Maximale Druckbreite | 330 mm beziehungsweise 13 Zoll |
| Tintensystem | CMYK und Weiß |
| Folienzufuhr | PET-Rollenfilm |
| Software | Procolored Studio Lite |
| Betriebssystem | Windows |
| Verbindung | USB |
| Abmessungen | ca. 74 × 32 × 23 cm |
| Gewicht | ca. 18 kg |
| Preis | 1.873,95 € (Special Sale: 1.767,95 €)* |
Lieferung in mehreren Paketen
Für den Test kam der Procolored K13 Lite gut geschützt in einem normalen Versandkarton bei uns an, im Inneren von dicken Schaumstoffteilen gehalten. Beim Auspacken war entsprechend alles heil: nichts verbogen, nichts locker, keine Kratzer am Gehäuse. Getestet haben wir die Kombination aus dem pinken K13 Lite und dem Procolored Smokeless Oven. Und da wird es kurz wichtig, denn nicht alles reist im selben Paket. Neben dem Gerät kamen Tinte und Haftpulver sowie der Ofen bei uns in eigenen Kartons an. Je nach Versandweg können zwischen den Zustellungen ein paar Tage liegen. Wer also den Drucker schon in der Hand hält, aber noch auf die Tinte wartet, muss nicht gleich nervös werden.
Eine zweite Person schadet beim Auspacken trotzdem nicht. Rund 18 Kilogramm sind zwar noch gut zu stemmen, durch das breite Gehäuse ist der K13 Lite allein aber etwas unhandlich. Auch die 13-Zoll-Folienrolle bringt mehr auf die Waage, als man ihr auf den Produktbildern zunächst ansieht.

Lieferumfang des K13 Lite
Nach dem Auspacken liegt erst einmal eine erstaunliche Menge Kleinkram auf dem Tisch. Ein Teil davon wird direkt beim Aufbau gebraucht, der Rest ist für die Reinigung, Wartung und kleinere Reparaturen gedacht. In unserem Paket steckte:
- der Procolored K13 Lite mit LH-500-Druckkopf
- eine 13 Zoll breite und 100 m lange PET-Folienrolle
- 5 Flaschen DTF-Tinte in Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz und Weiß
- DTF-Haftpulver und 1 Flasche Düsen-Schutzflüssigkeit
- 2 hintere Folienhalterungen, 1 Metallachse und 2 pinke Rollenadapter
- 1 vordere Ablage mit integriertem Cutter
- 1 Stromkabel und 1 USB-Datenkabel
- 1 USB-Dongle für die Drucksoftware
- 5 Trichter zum getrennten Einfüllen der Tintenfarben
- Spritzen, Tintenschläuche, fusselfreie Tücher und Reinigungsstäbchen
- 1 Befeuchtungsvorrichtung für den Druckkopf
- Ersatzdämpfer, Sicherungen und 1 Ersatzklinge für den Cutter
- 2 Schraubendreher und weiteres Montagematerial
- 1 transparente Acrylplatte mit weißem Fluffy-Panda-Schriftzug-Aufdruck
- 1 gedruckte Kurzanleitung mit Verweis auf die Support-Seite des Modells
Ein Teil verdient noch einen Hinweis. Der USB-Dongle sieht aus wie ein gewöhnlicher USB-Stick, wird aber für die Drucksoftware benötigt. Entsprechend sollte er nach der Installation nicht irgendwo zwischen Kabeln und anderem Zubehör verschwinden. Ob Smokeless Oven oder Heißpresse dabei sind, hängt vom gewählten Bundle ab. Bei unserer Testkombination lag der Ofen bei, eine Presse hatten wir noch von unserem Procolored P13 Test – für den letzten Schritt braucht ihr aber in jedem Fall eine.
Ein Traum in rosa, groß und ziemlich stabil
Dezent ist anders. Zur Farbe haben wir ja schon das Nötige gesagt, konsequent durchgezogen ist sie aber allemal: Gehäuse, Rollenhalterungen und Ablage sind rosa. Wem das zu viel ist, greift zur weißen Variante, die technisch identisch ausfällt.
Auf dem Deckel sitzt ein großes Sichtfenster, hinter dem Druckkopf und Motiv während des Betriebs sichtbar bleiben. Nötig ist das nicht, es macht den Druck aber nachvollziehbarer. Gerade beim ersten Versuch schaut man ohnehin ständig nach, ob die Folie gerade durch den Drucker läuft.
Das Gehäuse fühlt sich wertig an, nichts wackelt, und auch die angeschraubten Halterungen sitzen nach der Montage fest. Die transparente Acrylplatte auf dem Deckel ist dagegen reine Deko. Ihr weißer Fluffy-Panda-Aufdruck greift eines der Display-Themes auf, ein nettes Detail und mehr nicht.
Bedient wird der K13 Lite an zwei Stellen. Links vom Druckbereich sitzt ein Tastenblock für Folienvorschub, Druckkopfreinigung und automatischen Tinteneinzug. Rechts neben der Ausgabe befindet sich der Touchscreen mit Statusanzeige und Menüs. Dort lassen sich auch die drei Pixel-Themes auswählen. Die ändern natürlich nur die Optik des Displays und nichts am Druck.
Aufbau in rund einer Stunde
Vom ersten geöffneten Karton bis zum aufgebauten Procolored K13 Lite verging in unserem Test etwa eine Stunde. Ein Rekord war das nicht, und zwar mit Absicht. Wir haben nämlich erst das Zubehör sortiert, immer wieder in die Anleitung geschaut und uns beim Verschrauben Zeit gelassen. Wer den Ablauf schon kennt, ist in der Regel aber deutlich schneller durch und startklar.
Die Montage selbst ist überschaubar geblieben. Am wichtigsten ist die gelbe Transportsicherung am Tintenschlitten. Die muss unbedingt raus, bevor das Gerät zum ersten Mal Strom bekommt. Alles Weitere folgt einer klaren Reihenfolge:
- Die gelbe Transportsicherung am Tintenschlitten lösen und vollständig aus dem Gerät nehmen.
- Die transparente Acrylplatte mit den beiliegenden Schrauben auf dem Deckel befestigen.
- Die vier vormontierten Schrauben auf der Rückseite lösen und beide Folienhalterungen so anbringen, dass ihre kleinen Rollen nach innen zeigen.
- Die beiden pinken Rollenadapter in die Folienrolle einsetzen und die Metallachse durch die Rolle führen.
- Die Folienrolle auf die hinteren Halterungen legen. Der Pfeil auf der Rolle zeigt in Richtung Drucker.
- Die beiden vorderen Schrauben lockern, die Ablage einhängen und wieder festschrauben.
- Das Transportschutzband am Cutter entfernen und die Folie gerade in den Drucker einfädeln.
Sitzen die Rollenadapter erst einmal richtig, liegt die Achse stabil auf den Halterungen. Die Folie ließ sich danach bequem über die Vorschubtaste bis auf die vordere Ablage transportieren.
Erster Start noch ohne Tinte
Nach dem Aufbau haben wir den K13 Lite bewusst erst einmal ohne Tinte eingeschaltet. Die blaue Power-Taste blinkte, der Tintenschlitten fuhr hin und her, das Gerät absolvierte seinen ersten Selbsttest. Danach leuchtete die Taste ruhig und dauerhaft blau. Dieser kurze Probelauf lohnt sich. Steckt noch eine Sicherung im Gerät oder kann der Schlitten nicht frei fahren, fällt das jetzt auf. Und nicht erst, wenn das Tintensystem schon voll ist. Bei unserem Drucker lief der Test ohne Murren durch.
Tinte einfüllen, Taste drücken, kurz warten
Die fünf Tanks tragen die Kennzeichnungen Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz und Weiß, und für jede Farbe liegt ein eigener Trichter bereit. So vermischt sich beim Befüllen nichts.
Für den Test des Procolored K13 Lite gilt trotzdem: Handschuhe sind eine gute Idee. DTF-Tinte ist dünnflüssig, knallig pigmentiert und vergibt keine Patzer. Ein Tropfen auf Hose oder Tischplatte bleibt, wo er ist. Wir haben die Flaschen langsam entleert und die Tanks nicht bis unter den Rand gefüllt. Dicht blieb das System dabei komplett, weder an den Tanks noch an Schlauchanschlüssen oder Leitungen trat etwas aus. Auch nach dem automatischen Befüllen fanden wir im Inneren keine feuchte Stelle.
Das eigentliche Befüllen der Leitungen ist fast schon unspektakulär. Man hält die INK-Taste rund zehn Sekunden gedrückt, den Rest erledigt der Drucker selbst. Die Farben wandern sichtbar durch die transparenten Schläuche, danach startet automatisch eine Druckkopfreinigung.
Zum Abschluss druckten wir einen Düsen- und einen Farbstreifentest. Beide kamen vollständig heraus, ganz ohne fehlende Linien oder ausgefallene Farben.
Procolored Studio Lite läuft nur unter Windows
Ohne Treiber und Procolored Studio Lite geht beim K13 Lite nichts. Beide Dateien liegen auf der Support-Seite des Modells und werden getrennt installiert. Nach dem Entpacken mussten wir lediglich beide Setups nacheinander starten, die Installation war damit schnell erledigt. Beim P13 sah das in unserem damaligen Test noch anders aus: Dort brauchten wir Unterstützung vom Procolored-Support, bevor alles lief. Ärgerlich ist an dieser Stelle nur eine Sache: Der K13 Lite spricht ausschließlich Windows. Wer seine Motive am Mac baut, muss sie zum Drucken erst auf einen Windows-Rechner kopieren.
In Studio Lite selbst wird die Grafik druckfertig gemacht. Größe, Position, Druckrichtung und die weiße Grundschicht legt man hier fest, und bei unserem ersten Motiv reichten die Standardwerte für Weißtinte und Druckrichtung völlig aus. Eine lange Farbkorrektur blieb uns erspart. Ganz nebenbei läuft die Bedienung trotzdem nicht, denn ein falsch getipptes Format oder eine ungünstige Platzierung frisst schnell einen großen Abschnitt der Folienrolle. Vor jedem Start warfen wir deshalb lieber noch einmal einen Blick auf Maße und Ausrichtung.
Unser erster größerer Druck
Für den ersten größeren Druck nahmen wir ein rund 25 × 25 cm großes Motiv. Vom Start des Druckauftrags bis zur fertig ausgegebenen Folie vergingen etwa 5 bis 6 Minuten.
Verallgemeinern lässt sich dieser Wert allerdings nicht. Wie lange ein Druck dauert, hängt stark vom Motiv ab, denn Größe, Weißanteil, Druckrichtung und Qualitätsstufe drehen alle an der Zeit. Unser Wert gilt also für genau diesen Druck und nicht als Faustregel für jedes 25-Zentimeter-Motiv.
Hörbar ist der Procolored K13 Lite durchaus, störend laut fanden wir ihn beim Drucken aber nicht. Der Druckkopf fährt mit einem gleichmäßigen mechanischen Surren über die Folie, dazu kommt der langsame Vorschub der Rolle. Lautes Rattern oder starke Vibrationen gab es bei uns nicht.
Bei unseren Drucken lief die Folie mittig auf die vordere Ablage und warf keine Wellen. Eine richtige seitliche Führung für die Rolle fehlt allerdings weiterhin. Wird die Folie nicht ganz gerade angesetzt, kann sie deshalb etwas aus der Spur geraten. Immerhin reagierte der K13 Lite darauf weniger empfindlich als der P13, der bei unserem damaligen Test in solchen Situationen schneller den Dienst verweigerte.
Haftpulver gehört auf die noch feuchte Tinte
Direkt nach dem Druck kommt DTF-Haftpulver auf die weiße Tintenschicht, denn im Ofen schmilzt es später zur Klebeschicht, über die das Motiv am Textil hält. Wir gaben das Pulver großzügig auf den Druck und bewegten die Folie behutsam hin und her, bis die komplette bedruckte Fläche bedeckt war. Die noch feuchte Tinte fasst man dabei besser nicht mit den Fingern an.
Danach wird das überschüssige Pulver abgeschüttelt. Eine große Schale oder eine glatte Unterlage hilft dabei enorm, denn fehlt so eine Auffangfläche, verteilt sich das feine Pulver im Nu auf dem ganzen Tisch. Ein letzter prüfender Blick auf die freien Folienbereiche lohnt sich außerdem, weil einzelne Pulverkörner neben dem Motiv beim Pressen sonst ebenfalls am Textil kleben bleiben.
Aushärten im Smokeless Oven
Die bestäubte Folie kommt mit der bedruckten Seite nach oben in den Smokeless Oven. In unserem Test liefen die Transfers bei 135 °C für 280 Sekunden. Währenddessen schmilzt das Haftpulver zu einer geschlossenen Klebeschicht. Die Folie sollte dabei möglichst flach liegen und nicht an den Innenwänden anstoßen.
Ob der Transfer fertig ist, erkennt man auch an der Oberfläche. Die trockene, körnige Pulverschicht verschwindet und wird leicht glänzend und unregelmäßig – ein bisschen wie Orangenhaut.
Ganz unauffällig arbeitet der Ofen dabei nicht. Beim Aushärten war ein leichter Geruch wahrnehmbar, unangenehm stark fanden wir ihn aber nicht. In einem kleinen oder geschlossenen Raum würden wir trotzdem für etwas Frischluft sorgen. Während des Betriebs hört man außerdem die Lüfter.
Wenn die Zeit abgelaufen ist, meldet sich der Smokeless Oven ziemlich eindeutig: Er piepst mehrmals hintereinander und ist damit kaum zu überhören.
Vom Film auf Schürze, Mütze und Canvas
Für unsere Transfers haben wir nicht nur ein klassisches Shirt genommen. Das Pixel-Buddy-Motiv kam auf eine weiße Kochschürze, unser Basic-Tutorials-Logo auf eine Kochmütze und eine schwarze Hundegrafik auf eine kleine Canvas-Leinwand. Zusätzlich haben wir ein deutlich größeres Motiv auf einem schwarzen Shirt ausprobiert.
Bei der Kochschürze war die Vorbereitung schnell erledigt. Wir haben den Stoff kurz vorgepresst, mit der Fusselrolle bearbeitet und anschließend den Transfer ausgerichtet. Entscheidend ist weniger die Form des Textils als die Frage, ob sich die Stelle für das Motiv vernünftig flach unter die Presse legen lässt.
Bei der Heißpresse arbeiteten wir mit 135 °C und stellten den Timer auf 60 Sekunden. In der Praxis haben wir allerdings meistens schon nach rund 30 Sekunden kontrolliert, und häufig war der Transfer zu diesem Zeitpunkt bereits fertig. Die genaue Zeit hängt vom Textil und vom verwendeten Transfer ab, deshalb haben wir uns hier nicht ausschließlich nach dem Timer gerichtet.
Unsere Folie war eine Cold-Peel-Folie. Nach dem Pressen musste der Transfer also erst vollständig abkühlen, bevor die Trägerfolie herunterkam. Der mit dem Ofen gelieferte Kühlblock verkürzte die Wartezeit etwas. Danach ließ sich die Folie langsam abziehen.
Zum Schluss haben wir das Motiv noch einmal kurz unter einer Teflonfolie nachgepresst. Bei unseren Transfers wurde die Oberfläche dadurch etwas glatter und wirkte zugleich einen Tick matter.

Basic-Tutorials-Logo auf der Kochmütze
Bei der Kochmütze haben wir bewusst ein kleines, schlichtes Motiv ausprobiert. Ihr breiter Rand ließ sich überraschend gut flach auf der Presse platzieren, sodass das Basic-Tutorials-Logo schnell ausgerichtet war. Trotz der ungewöhnlicheren Form mussten wir beim Pressen also nicht groß improvisieren.
Auch das Ergebnis passte. Das Blau hebt sich kräftig vom weißen Stoff ab, die Konturen des Logos sind klar und an den Rändern löste sich nichts.
DTF-Druck auf Canvas
Als etwas anderen Untergrund haben wir eine kleine Canvas-Leinwand ausprobiert. Darauf kam eine schwarze Hundegrafik mit vielen feinen Linien und Schraffuren. Die bereits bespannte Leinwand konnten wir direkt verwenden, der Transfer ließ sich ohne größere Umstände aufpressen.
Gerade die Oberfläche macht das Ergebnis interessant. Die typische Struktur des Canvas bleibt unter dem schwarzen Motiv sichtbar und lässt die Grafik fast wie eine Zeichnung wirken. Auch die dünnen Linien und Schraffuren sind noch gut zu erkennen, an den Rändern löste sich nichts.
Der Druck bleibt flexibel, ist aber spürbar
Beim großen Motiv auf dem schwarzen Shirt merkt man recht schnell, wo DTF seine Eigenheiten hat. Der Druck bleibt beweglich und macht die Dehnung des Stoffes mit. Die bedruckte Fläche fühlt sich aber natürlich anders an als die Baumwolle daneben. Bei einem großen, weitgehend geschlossenen Motiv fällt das deutlich stärker auf als bei einem kleinen Logo, einem Schriftzug oder einer Grafik mit vielen freien Stellen.
Nach der ersten Wäsche sah das Shirt bei uns praktisch unverändert aus. An den Kanten hatte sich nichts gelöst, Risse konnten wir ebenfalls nicht entdecken und auch bei den Farben fiel uns kein Unterschied auf. Für eine Aussage zur Haltbarkeit über Monate reicht ein Waschgang natürlich nicht, den ersten Waschmaschinentest hat der Transfer aber ohne sichtbare Schäden überstanden.

Mit Schürze, Kochmütze, Shirt und Canvas haben wir damit schon ziemlich unterschiedliche Untergründe ausprobiert. Procolored nennt noch weitere Möglichkeiten. Laut Hersteller kommen unter anderem Hoodies, Jeansstoff, Canvas-Taschen und Caps infrage, außerdem hitzebeständige Materialien wie Grußkarten, Geschenktüten oder Holz. Diese zusätzlichen Varianten haben wir mit dem K13 Lite allerdings nicht selbst getestet.
Ein normaler Schreibtisch reicht kaum aus
Der größte praktische Haken im Test des Procolored K13 Lite war der Platz. Schon der Drucker allein belegte fast den ganzen Schreibtisch, denn hinter dem Gehäuse will die Folienrolle Raum haben und vorne ragt die Ablage heraus. Der Smokeless Oven ist ebenfalls kein Winzling, und Drucker und Ofen dauerhaft nebeneinander gab unsere Arbeitsfläche schlicht nicht her. Für die Heißpresse braucht es obendrein einen festen, stabilen Platz.
Also teilten wir den Ablauf auf. Erst druckten und bestäubten wir mehrere Motive, dann wurde umgeräumt, der Ofen aufgestellt und ein Transfer nach dem anderen ausgehärtet. Das klappt, ist aber weniger spontan. Wer öfter druckt, sollte eine längere Werkbank oder zwei getrennte Flächen einplanen, und dabei geht es nicht nur um die Geräte. Auch Folien, Pulver, fertige Transfers und das Ausrichten der Textilien wollen noch irgendwo hin.
Wartung: Einfach ausschalten und stehen lassen ist nicht
Ganz wartungsfrei ist der Procolored K13 Lite trotz seiner automatischen Funktionen nicht. Im normalen Betrieb bekommt man davon zwar erstaunlich wenig mit: Die weiße Tinte wird im System bewegt, Reinigungsabläufe laufen automatisch und auch der erste Tinteneinzug funktionierte bei uns ohne Handarbeit. Ein paar Dinge sollte man trotzdem im Blick behalten.
Dazu gehört vor allem der Behälter für die Abfalltinte. Bei den Reinigungs- und Spülvorgängen landet dort nach und nach einiges, entsprechend lohnt sich gelegentlich ein Blick auf den Füllstand.
Etwas gewöhnungsbedürftiger ist der Umgang mit längeren Druckpausen. Beim K13 Lite ist „Netzschalter aus und nächste Woche wieder einschalten“ nicht einfach dasselbe wie bei einem Bürodrucker. Vor allem die weiße Pigmenttinte soll nicht längere Zeit unbewegt im System stehen, weshalb der Drucker mit automatischen Pflegeabläufen arbeitet.
Soll das Gerät für längere Zeit komplett außer Betrieb, wird es entsprechend aufwendiger. Dann muss das Tintensystem vorbereitet und gereinigt werden, statt lediglich den Strom abzuschalten. Wer den K13 Lite nur alle paar Monate für ein einzelnes Shirt hervorholen möchte, sollte diesen Punkt deshalb nicht unterschätzen. Für eine regelmäßige Nutzung passt das Konzept deutlich besser.
Für wen passt der K13 Lite?
Der K13 Lite ist etwas für alle, die regelmäßig eigene Transfers herstellen und nicht für jedes Motiv einen Druckdienst bezahlen wollen. Kleine Merch-Projekte, Vereinsshirts, personalisierte Geschenke oder ein überschaubarer Nebenerwerb passen gut ins Bild. Für einen DTF-Drucker sind die ersten Schritte dabei angenehm nachvollziehbar, denn Aufbau, Tinteneinzug und Folienvorschub machten uns keine größeren Sorgen, und die ersten Drucke gelangen bereits mit den Standardwerten.
Ein wenig Faible für Technik sollte man aber mitbringen. Jeder Transfer läuft durch mehrere Arbeitsschritte, und mit dem Druck allein ist es nicht getan. Für ein einzelnes Shirt zwischendurch ist das System schlicht zu groß und zu pflegeintensiv.
K13 Lite und P13 im kurzen Vergleich
Mit dem Procolored P13 hatten wir bereits einen weiteren DTF-Drucker der Marke im Test. Der P13 kam damals in einer massiven Holzkiste, brachte rund 28 Kilogramm auf die Waage und wirkte insgesamt eher wie eine kleine Produktionsmaschine. Der K13 Lite ist mit etwa 18 Kilogramm leichter und beim ersten Aufbau deutlich weniger einschüchternd.
Auch bei der Software gibt es Unterschiede. Beim P13 arbeiteten wir mit Pro RIP und PrintEXP, der K13 Lite setzt auf Procolored Studio Lite. Dafür ist hier Windows Pflicht, während sich der P13 in unserem damaligen Test auch am Mac nutzen ließ.
Bei der Druckqualität konnten wir zwischen beiden Geräten dagegen keinen nennenswerten Unterschied erkennen. Kleine Schrift, feine Verläufe und geschlossene Weißflächen gelangen mit dem K13 Lite ebenso überzeugend wie damals mit dem P13.
Besser gelöst finden wir beim K13 Lite den Abfalltintenbehälter. Er sitzt hinter einer Klappe an der Seite und ist direkt erreichbar. Beim P13 befand sich der Tank offen an der Rückseite, sodass wir das schwere Gerät erst vorziehen mussten, um vernünftig heranzukommen.
Der P13 bleibt insgesamt das massivere System. Der K13 Lite wirkt beim Einstieg etwas zugänglicher, klein oder platzsparend ist allerdings auch er nicht.
Fazit zum Procolored K13 Lite Test
Der Procolored K13 Lite nimmt dem DTF-Druck einige der Hürden, die uns bei solchen Geräten schon begegnet sind. Aufbau und erster Tinteneinzug waren schnell verstanden, das Tintensystem blieb dicht und mit den Standardwerten in Studio Lite gelangen unsere ersten Motive ohne eine Serie von Fehldrucken. Kleine Schrift, feine Linien, Farbverläufe und kräftige Flächen überzeugten sowohl auf der Folie als auch nach dem Transfer auf Schürze, Kochmütze, Canvas und Shirt.
Ein Selbstläufer wird DTF dadurch trotzdem nicht. Haftpulver, Ofen und Heißpresse gehören weiterhin zum Ablauf, dazu kommen der beträchtliche Platzbedarf, die Windows-Pflicht und die Pflege des Tintensystems. Gerade wer nur alle paar Monate ein einzelnes Motiv drucken möchte, dürfte mit einem Dienstleister deutlich entspannter fahren.
Wer dagegen regelmäßig eigene Transfers herstellen möchte, bekommt mit dem K13 Lite einen vergleichsweise zugänglichen Einstieg in diese Geräteklasse. Die Bedienung hat uns weniger beschäftigt als erwartet – die eigentliche Arbeit steckt eher in den Schritten rund um den Drucker. Genau das sollte man vor dem Kauf wissen.
VORTEILE
- Sehr gute Druckqualität auch bei feinen Details und kleiner Schrift
- Automatischer Tinteneinzug erleichtert die erste Einrichtung
- Weißtinten-Zirkulation und Reinigungsabläufe weitgehend automatisiert
- Studio Lite ist schnell eingerichtet und ohne große Einarbeitung nutzbar
- Abfalltintenbehälter seitlich gut erreichbar
- Solides Gehäuse und stabile Folienhalterungen
NACHTEILE
- Benötigt viel Platz für Drucker, Ofen und Heißpresse
- Ausschließlich unter Windows nutzbar
- DTF bleibt ein mehrstufiger Prozess mit Pulver, Ofen und Presse
- Längere Druckpausen machen die Wartung deutlich aufwendiger
- Keine richtige seitliche Führung für die Folienrolle
Fazit
Der Procolored K13 Lite liefert schon mit den Standardwerten sehr saubere Transfers und macht den Einstieg in den DTF-Druck angenehm unkompliziert. Dafür verlangt er reichlich Platz für Drucker, Ofen und Presse sowie die übliche DTF-Wartung, und er läuft nur unter Windows. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein rundes Einsteigerpaket mit richtig guter Druckqualität.


