Für viele Menschen gehört langes Sitzen zum Alltag, sei es im Büro oder im Homeoffice. Dabei können sowohl eine schlechte Haltung am Schreibtisch als auch ein ungeeigneter Bürostuhl rasch zu Rückenschmerzen und Verspannungen führen. Abhilfe schaffen soll hier der ProtoArc EC200. Dabei handelt es sich um einen ergonomischen Bürostuhl, der laut Hersteller einen hohen Sitzkomfort und eine durchdachte Ergonomie zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis kombiniert. Zu den Besonderheiten zählen die zweifach verstellbare Lordosenstütze und die multidimensionale Kopfstütze. Beide Funktionen sollen dafür sorgen, dass sich der Bürostuhl ideal an unterschiedliche Körpergrößen und Sitzgewohnheiten anpassen lässt.
Im folgenden Test nehmen wir den ProtoArc EC200 genauer unter die Lupe und prüfen, inwiefern er sich auch für das längere Sitzen im Homeoffice eignet.
Technische Daten
| Modell | EC200 |
| Farbauswahl | Schwarz, Grau, Blau |
| Materialien | Kunststoff |
| Maximales Gewicht | 127 kg |
| Form | S-Form |
| Höhenverstellung: Gesamt | 108 – 116 cm |
| Höhenverstellung: Nackenstütze | 7 cm nach oben und unten verstellbar |
| Abmessungen (L x B x H) | 50,8 × 50,8 × 118,75 cm |
| Gewicht | 16,5 kg |
| Preis | € 159,99 * |
Lieferumfang
- Schmaler Karton
- Alle Hauptkomponenten einzeln umhüllt
- Leicht verständliche Anleitung
Der ProtoArc EC200 ist im Vergleich zu herkömmlichen Bürostühlen in einem ausgesprochen schmalen Karton untergebracht. Nach dem Auspacken muss der EC200 zunächst einmal zusammengebaut werden. Die einzelnen Komponenten umfassen fünf Räder, eine Sternbasis mit fünf Seitenstücken, einen Gaszylinder sowie den Verstellmechanismus. Selbstverständlich liegen auch die Kopfstütze, die beiden Armlehnen und das Sitzkissen zusammen mit der Rückenlehne bei. Abgerundet wird der Lieferumfang schließlich durch ein umfassendes Set mit leicht verständlichem Montagematerial sowie einer detaillierten Bedienungsanleitung.
Aufbau
- … dauert etwa 15–30 Minuten
- Montage in sechs klaren Schritten
- Optionale Videoanleitung zum Zusammenbau verfügbar
Der Zusammenbau des ProtoArc EC200 gelang im Test problemlos – nicht zuletzt, weil der Hersteller neben der Bedienungsanleitung auch eine anschauliche Videoanleitung bereitstellt. Dadurch wird der Zusammenbau selbst für Laien noch einmal wesentlich verständlicher. Im Durchschnitt sollte man also 15 bis 30 Minuten für den Aufbau einplanen, während die Montageanleitung aus sechs Schritten besteht.
Zu Beginn steht der Zusammenbau der Sternbasis mit den Seitenstücken an, gefolgt von dem Anbringen der fünf Räder. Im Anschluss werden die beiden Armlehnen am Sitzkissen befestigt, während im nächsten Schritt der Sitzverstellmechanismus mit vier Schrauben am Sitzkissen fixiert werden muss. Danach wird die Rückenlehne seitlich auf das Sitzkissen eingeschoben und mit drei weiteren Schrauben gesichert. Zu guter Letzt muss nur noch das Stuhl-Oberteil in die fußseitige Basis eingesetzt und die Kopfstütze mit zwei weiteren Schrauben befestigt werden – schon ist der Bürostuhl einsatzbereit.
Optik & Verarbeitung
- Schlichtes, professionelles Design ohne Akzente
- Atmungsaktives Mesh mit stabilen Sitzkomfort
- Solide Verarbeitung trotz kleiner Kunststoffmängel
Optisch präsentiert sich der ProtoArc EC200 recht sachlich und funktional, ohne besondere Designakzente zu setzen. Die Formsprache ist hingegen klar und zeitgemäß, wobei sich die Linienführung am klassischen Büro- oder Homeoffice-Umfeld orientiert. Kurz gesagt: Wer einen schlichten, aber professionell wirkenden Bürostuhl sucht, wird mit dem Erscheinungsbild des ProtoArc EC200 gute Erfahrungen machen.
Vorteilhaft ist die Verwendung von atmungsaktivem Mesh an Rückenlehne und Kopfstütze, da so einerseits der Schwerpunkt auf Komfort gesetzt wird und gleichzeitig die Luftzirkulation verbessert wird. Gerade im Sommer bzw. an heißen Tagen schwitzt jeder schnell – da ist atmungsaktives Mesh eindeutig komfortabler. Die Sitzauflage besteht dagegen aus hochelastischem Schaumstoff, der für einen stabileren Halt sorgt. Auffällig ist hingegen, dass die Armlehnen nur 3D-verstellbar sind. Dadurch ist lediglich eine Höhenverstellung möglich, während sich teurere Modelle meist auch zur Seite verstellen oder gar schwenken lassen.
In puncto Verarbeitung macht der ProtoArc EC200 durchaus einen soliden Eindruck, wenngleich er nicht kontinuierlich auf Premium-Niveau ist. Während die Mesh-Flächen sauber gespannt sind und einen robusten Eindruck vermitteln, kommt das Sitzpolster ebenfalls äußerst formstabil daher. Potenzial zur Optimierung besteht dagegen bei den Kunststoffkomponenten, speziell bei den Übergängen zwischen Rückenlehne und Kopfstütze, an denen teilweise Kratzer zu verzeichnen sind. Dafür überzeugen die massive Sternbasis sowie die Räder, wodurch man den Stuhl besonders gut hin- und herbewegen kann. Insofern erscheint die Verarbeitung unter Berücksichtigung des Preises zwar angemessen, allerdings schmälern die kleinen Abschürfungen im Kunststoff etwas das Gesamtbild.
Sitzkomfort
- Breite, verschiebbare Sitzfläche mit festem Halt
- Höhe und Neigung des Stuhls in mehreren Stufen einstellbar
- Sehr gut anpassbare Lendenwirbelstütze
Nun wollen wir näher auf das Kernstück eines ergonomischen Bürostuhls eingehen: den Sitzkomfort. Hier wird deutlich, worauf der Hersteller ProtoArc seinen Fokus gelegt hat. Beim EC200 entsteht ein stabiles Sitzgefühl, ohne dass die Sitzfläche zu eng erscheint. Denn mit einer Breite von 54 cm ist die Sitzfläche selbst für breitere Personen noch gut geeignet. Wer mag, der kann die Sitzfläche innerhalb eines Bereichs von 5 cm auch nach vorn und hinten verschieben. Generell bescheinigt der „Popometer” also einen guten Halt, obwohl seine Polsterung im Vergleich zur Rückenlehne wesentlich stärker bzw. straffer ausfällt und folglich weniger elastisch ist. In puncto Justierbarkeit lässt sich der EC200 über einen seitlichen Hebel sowohl in der Höhe verstellen als auch neigen. Die Winkelverriegelung verfügt dabei über jeweils vier Stufen im Bereich von 90° bis 130°.
Oft gehen Rückenbeschwerden vom unteren Bereich aus, weil dieser Teil häufig nicht ausreichend gestützt wird. Deshalb bietet der ProtoArc EC200 eine individuell justierbare Lendenwirbelstütze am hinteren Teil der Rückenlehne. Mithilfe der Verstellung lässt sich die Lendenwirbelstütze um 6 cm nach oben und unten sowie per Drehregler um 2 cm nach vorn bzw. hinten bewegen. Auf diese Weise passt sich der Widerstand entsprechend an, was zu einer besseren Entlastung der Wirbelsäule führt. Im Test funktioniert der gesamte Mechanismus einwandfrei – uns gefällt diese Ausführung wirklich gut.
Ergonomie
- Geeignet für Personen zwischen 163 und 191 cm bei 41 bis 127 kg
- Kopfstütze umfangreich und flexibel einstellbar
- Stuhl trägt zur Förderung einer gesunden Haltung bei
Ein weiteres zentrales Aushängeschild des ProtoArc EC200 bildet die Ergonomie. Laut Hersteller eignet sich der Bürostuhl für Personen zwischen 163 und 191 cm bei einem Gewicht zwischen 41 und 127 kg. Neben der verstellbaren Lendenwirbelstütze sowie der justierbaren Sitzfläche lassen sich auch die Armlehnen um bis zu 7 cm nach oben und unten bewegen. Hervorzuheben ist darüber hinaus die Kopfstütze, deren Neigung, Höhe und Tiefe sich unabhängig voneinander anpassen lassen. Je nach Bedarf kann die Kopfstütze also nach vorne gezogen werden, um eine aufrechtere Sitzposition zu unterstützen, oder einige Zentimeter nach hinten bewegt werden, wenn man sich lieber tiefer in den Stuhl lehnen möchte. Selbst der Winkel der Kopfstütze ist flexibel einstellbar – ganz einfach durch Ziehen, ohne dass eine zusätzliche Arretierung nötig ist.
In der Praxis zeigt sich, dass der ProtoArc EC200 eine gesunde Sitzhaltung aktiv fördert und dabei hilft, zentrale Druckpunkte zu entlasten. Während unserer Testphase im Homeoffice hat uns der Stuhl wiederholt dazu angeregt, eine falsche oder verkrampfte Sitzposition zu korrigieren und wieder aufrechter zu sitzen. Exakt diese Funktion sollte ein ergonomischer Bürostuhl erfüllen – losgelöst vom jeweiligen Preissegment. Insgesamt können wir somit festhalten, dass uns die ergonomische Ausstattung des ProtoArc EC200 durchweg zugesagt hat.
Fazit
Unterm Strich punktet der ProtoArc EC200 trotz seines günstigen Preises mit einer Reihe von Features, welche üblicherweise erst ab der höheren Preisklasse zu finden sind. Beispielsweise zählen dazu die einstellbare Lordosenstütze und die variable Kopfstütze. Ergänzt wird diese Liste durch die anpassbare Sitztiefe, dank der sich der ProtoArc EC200 auch gut für unterschiedliche Körpergrößen und Sitzgewohnheiten eignen dürfte.
Abstriche sehen wir stattdessen bei der Materialanmutung bzw. beim vergleichsweise schlichten Design, wobei Letzteres natürlich immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Optisch bleibt der EC200 bewusst dezent und setzt auf einige Kunststoffelemente, die eher funktional als edel wirken. Praktisch wäre zudem, wenn ProtoArc anstelle von 3D- zumindest 4D-Armlehnen eingearbeitet hätte. Angesichts des Preises fallen diese Punkte jedoch nicht sonderlich ins Gewicht – schließlich sprechen wir hier von der Preisklasse 100 bis 200 Euro.
Zusammengefasst bietet der ProtoArc EC200 ein stimmiges Allround-Paket mit klarer Ausrichtung auf Ergonomie und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Das macht ihn ideal für all jene, die viele Stunden am Tag sitzen und dabei eher Wert auf Komfort als auf ein prunkvolles Design legen.
VORTEILE
- Viele verstellbare Elemente
- Effektive Lordosenstütze
- Atmungsaktive Rückenlehne
- Gute Sitzstabilität
NACHTEILE
- Nur 3D-Armlehnen
- Kunststofflastige Haptik
- Design eher funktional
Fazit
Der ProtoArc EC200 schneidet im Test mit einer durchdachten, ergonomischen Ausstattung ab, die aktiv zu einer gesunden und aufrechten Sitzhaltung beiträgt. Trotz seines fairen Preises bietet er viele Einstellmöglichkeiten und eignet sich somit besonders gut für längere Tage im Homeoffice.