
3D-Scanning hat längst den Sprung vom industriellen Spezialbereich in den Alltag von passionierten Fans der 3D-Druckerei und Designern geschafft. Egal ob für 3D-Druck, Game-Assets, VR/AR oder Reverse-Engineering – der Bedarf nach mobilen, schnellen und präzisen Scannern wächst. Im Revopoint INSPIRE 2 Test haben wir uns einen handlichen 3D Scanner angeschaut, der genau diese Bedürfnisse erfüllen will.
Technische Daten
| Modell | Revopoint Inspire 2 |
| Scanning Typ | Handheld und Desktop |
| Technologie | Dual-Kamera Infrarot Strukturiertes Licht und Infrarot Mehrlinien-Laser |
| Empfohlene Objektgröße | Klein bis Mittel |
| Einzel-Frame Präzision | bis 0,03 mm |
| Einzel-Frame Genauigkeit | bis 0,05 mm |
| Volumetrische Genauigkeit | 0,05 mm + 0,1 mm × L (m) (bei Verwendung der Marker-Tracking-Modi) |
| Punktdistanz (Fused Point Distance) | bis 0,1 mm |
| Arbeitsabstand (drinnen) | 200–400 mm |
| Arbeitsabstand (draußen) | 150–250 mm |
| Einzel-Erfassungsfläche bei kleinstem Abstand (drinnen) | 130 × 129 mm bei 200 mm Abstand |
| Einzel-Erfassungsfläche bei größtem Abstand (drinnen) | 293 × 257 mm bei 400 mm Abstand |
| Sichtfeld (horizontal × vertikal) | 43° × 35° |
| Minimaler Scan-Volumen | 20 × 20 × 20 mm |
| Maximaler Scan-Volumen | 2 × 2 × 2 m |
| Scangeschwindigkeit | Full-Field Strukturiertes Licht: bis 18 fps • Mehrlinien-Laser: bis 90 fps (GPU) / 40 fps (CPU) |
| Farb-Scan | Ja |
| Tracking-Methoden | Feature, Marker, Global Marker |
| Außeneinsatz möglich (bis) | bis ca. 20.000 Lux Umgebungslicht |
| Lichtquelle | Klasse 1 Infrarotlicht |
| Füll-LEDs (Infrarot) | 4 Infrarot-LEDs |
| Weiße Blitz-LED | 1 weiße Blitz-LED |
| Schnittstelle / Anschlüsse | Wi-Fi 6, Bluetooth 4.1, USB-Typ-C |
| Stromversorgung | DC 5 V, 1 A |
| Gewicht | 190 g |
| Abmessungen (L × W × H) | 53 × 27 × 132 mm |
| Kompatible Betriebssysteme | Windows 10/11, macOS (11.0 kommend), Android, iOS |
| Ausgabedateiformate | PLY, OBJ, STL, ASC, 3MF, GLTF, FBX |
| Preis | 390,00 USD (Mit dem Code BRBT2 gibt’s 7% Rabatt); Während der Black Friday-Aktion von Revopoint erhalten Kunden bis zu 30 % Rabatt auf 3D-Scanner, wenn sie den exklusiven Code REVOBFBT2 verwenden. |
Lieferumfang
Revopoint INSPIRE 2 Test: Design und Verarbeitung
Der INSPIRE 2 fällt sofort durch sein kompaktes Format auf. Mit 190 Gramm Gewicht wirkt der Scanner weniger wie ein technisches Messwerkzeug und mehr wie ein schlankes, modernes Gadget. Die matte Oberfläche sorgt für einen angenehmen Grip, und das reduzierte Bedienkonzept auf der Rückseite – ein Button, USB-C, Status-LEDs – wirkt nicht überladen. An der Front befindet sich wiederum die Kamera-Einheit.
Besonders hervorzuheben ist das Zubehörpaket, das bereits im Lieferumfang enthalten ist. Ein präziser Drehtisch im Mini-Format unterstützt beim Scan kleinerer Objekte und das Stativ erleichtert das Positionieren des Scanners. Mithilfe der hochwertigen Kalibrierungsplatte wiederum sichert man sich langfristig hohe Genauigkeit bei Scan-Projekten. Optional kann ein Powerbank-Handle ergänzt werden, was dank des Akkus den Scanner unterwegs komplett kabellos macht.
Dieses Mobile Kit haben wir für unseren Test zur Verfügung gestellt bekommen. Der Gesamteindruck ist eindeutig: Hier wurde nicht versucht, einen „günstigen Scanner“ zu gestalten, sondern ein professionelles Tool für mobile Anwendungsszenarien – ohne unnötigen Ballast. Revopoint setzt auf eine robuste, funktionale Bauweise, die sich sowohl für schnelle Einsätze unterwegs als auch für präzise Studio-Workflows eignet.
Revopoint INSPIRE 2 Test: Einrichtung
Die Einrichtung gestaltet sich überraschend unkompliziert – selbst für mich als Laie. Scanner anschließen oder per Wi-Fi 6 verbinden, Software öffnen – und innerhalb weniger Sekunden ist der Scanner bereit. Für optimale Ergebnisse empfiehlt Revopoint, das Gerät etwa 15 Minuten vorzuheizen, bevor Kalibrierung und Scan starten. Dieser Schritt trägt spürbar zur Stabilität der Ergebnisse bei, vor allem bei längeren Sessions.
Die Software Revo Metro ist intuitiv gestaltet und bietet zwei Workflows:
- One-Click-Scan für schnelle Ergebnisse
- Manueller Workflow für fortgeschrittene Feineinstellungen (Tracking, Belichtung, Punktdichte)
Damit ist der Scanner sowohl für Einsteiger als auch für waschechte Profis geeignet. Da die Software (Stand: Anfang November 2025) leider noch nicht für macOS verfügbar war, entschied ich mich für die Nutzung des Revopoint INSPIRE 2 mit der praktischen Revo Scan App. Diese ermöglicht im Zusammenspiel mit dem Mobile Kit eine mobile Nutzung des handlichen Scanners. Die App gibt es sowohl für iOS als auch Android-Geräte.
Sie punktet bereits bei der Einrichtung mit einer guten Übersicht. Um eine Verbindung zwischen App und Scanner herzustellen, muss man einfach eine WiFi-Verbindung herstellen. Sobald das geschehen ist, kann man auch schon loslegen. Auf dem Bildschirm des Smartphones kann man dann die Aufnahmen der Scan-Kameras erkennen und per Knopfdruck eine Einzelaufnahme oder kontinuierliche Aufnahme starten. Nach erfolgreichem Scan kann man dann bequem die Scan-Ergebnisse bearbeiten und anschließend an den Rechner senden.
Revopoint INSPIRE 2 Test: Praxistest
Der INSPIRE 2 zeigt im Einsatz, dass er hält, was er verspricht. Für den Test habe ich verschiedene Objekte gescannt. Dazu gehörten eine klassische Kaffeetasse und ein kompakter Plastikbaum mit ziemlich vielen Details. Bevor ich loslegte, habe ich im Vorfeld zu jedem Scan die passenden Einstellungen vorgenommen. Ihr könnt hier zum einen die Genauigkeit festlegen. Dabei hat man die Wahl zwischen hoher Genauigkeit oder hoher Geschwindigkeit. Für die hohe Genauigkeit solltet ihr euch auf jeden Fall bei detaillierten Objekten entscheiden.

Insbesondere bei Gegenständen mit vielen natürlichen Oberflächenstrukturen, wie Figuren, Gesichtern oder organischen Formen ist das ratsam. Beim Scannen meines Baumes zeigte sich, dass Tracking und Punktwolkenaufbau schnell und stabil funktionieren. Besonders auffällig: Selbst wenn das Objekt kurz aus dem Sichtfeld geriet, stabilisierte die Software die Ausrichtung automatisch wieder, ohne dass der Scan abbrach.
Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für einen frustfreien Workflow. Das gilt vor allem bei Scanvorgängen von kleinen Objekten oder bei Scans aus der Hand. Im Anschluss an den Scan könnt ihr über die App Anpassungen vornehmen. Richtig cool ist hierbei die Ein-Tap-Funktion. Diese sorgt dafür, dass ich mit nur einem Klick genau die Anpassungen vornehmen konnte, die ich wollte. Alles ohne nerviges Feintuning.
Die Texturerfassung arbeitet sauber und liefert natürliche Farben, was die Modelle direkt „out of the box“ verwendbar macht. Auch Scans von technischen Bauteilen dürften super funktionieren. Schließlich wurde bei meinem Scan eines Lade-Cases für Kopfhörer deutlich, dass Eigenschaften wie Kanten, Spalten und Scharniere sauber erfasst wurden. Was mir aber mitunter auffiel war die Tatsache, dass sehr dunkle oder glänzende Oberflächen schwieriger zu erfassen waren.
Hier sollten Profis womöglich zu einem passenden Scanning-Spray greifen, um Oberflächen für den Scanner besser erkennbar zu machen. Allerdings muss man hierbei bedenken, in welcher Preisklasse wir uns beim INSPIRE 2 befinden. Deshalb sollte man diesbezüglich nicht zu streng sein. Beim Scannen von runden, gleichmäßigen Objekten wie Fußbällen nutzt ihr übrigens die beiliegenden Punkt-Sticker, um die Geometrie zu verdeutlichen.

Nach dem Test muss ich den Bedienkomfort des Scanners hervorheben. So war das Tracking stets stabil. Auch bei schnellen Bewegungen. Mithilfe des optischen Zooms (1,5x / 2x) lassen sich auch feine Details erfassen. Die Bereinigung und Modelloptimierung funktionierten in wenigen Schritten spielend leicht. Vorwissen ist hier nicht nötig. Was mir ebenfalls sehr gut gefiel, war die äußerst stabile WiFi-Verbindung zwischen Smartphone und INSPIRE 2.
Hier kam es zu keinen merklichen Verzögerungen beim Blick auf die Live-Ansicht. Davon profitiert man vor allem beim Scan größerer Objekte. Ein echtes Highlight des Revopoint Inspire 2 ist zweifelsohne die Möglichkeit, mit insgesamt 11 Parallel-Linien scannen zu können. Das ist zwar nur über die Software für PC oder MacOS (Release voraussichtlich Ende November) möglich, sorgt aber dennoch für mehr Genauigkeit und Effizienz beim Scannen.
Fazit
Der Revopoint INSPIRE 2 beweist, dass präzises 3D-Scannen nicht teuer oder kompliziert sein muss. Die Kombination aus 0,03 mm Präzision, stabilem Tracking, mobilem Einsatz und nutzerfreundlicher Software macht ihn zu einem Scanner, der sowohl „Hobby-Scanner“ als auch professionelle Anwender überzeugt. Besonders beeindruckend ist das Verhältnis aus Mobilität und Genauigkeit – ein echtes „Immer-dabei-Werkzeug“ für kreative und technische Workflows.
PRO
CONTRA Alles in allem liefert der INSPIRE 2 Ergebnisse, die man in dieser Form eher in deutlich höheren Preisklassen erwartet.
Revopoint Inspire 2
Design und Verarbeitung
Hardware
Bedienkomfort
Leistung
Preis-Leistungs-Verhältnis
91/100















