
Mit dem Revopoint MetroY Pro erweitert der Hersteller sein Portfolio klar in Richtung professioneller 3D-Messtechnik. Während Modelle wie Inspire oder Mini primär auf Hobby-Anwender und Einsteiger abzielen, soll der MetroY Pro laut Revopoint präzise Messaufgaben, Reverse Engineering und industrielle Anwendungen auf Profi-Level bedienen. Möglich machen sollen das eine Kombination aus Blaulaser-Scanning und strukturiertem Licht, eine beworbene Präzision von bis zu 0,01 mm sowie ein deutlich umfangreicheres Zubehörpaket. Doch wie schlägt sich der Scanner im Alltag? Genau das erfahrt ihr im Revopoint MetroY Pro Test.
Technische Daten
| Modell | Revopoint MetroY Pro |
| Präzision | bis zu 0,01 mm |
| Einzelbildgenauigkeit | bis zu 0,02 mm |
| Laser-Modi | Einzellinie, Parallel- & Kreuzlinien |
| Strukturiertes Licht | Ja, mit bis zu 62 Linien |
| Scan-Geschwindigkeit | bis 7 Millionen Punkte/Sekunde |
| Arbeitsabstand | ca. 200 bis 400 mm |
| Konnektivität | USB-C oder WiFi 6 |
| Software | Revo Metro |
| Preis | Offizielle Webseite: €1.552,17 (Code BRBT2) Amazon: €1.502,10 (Code REVOBRBT2) |
Lieferumfang
- Revopoint MetroY Pro 3D-Scanner
- Stabiles Tisch-Stativ für stationäre Scans
- Dual-Axis-Drehteller, der sowohl rotieren als auch kippen kann
- Kalibrierungsboard zur regelmäßigen Genauigkeitsprüfung
- Marker-Sticker für Marker-Tracking-Scans
- Beispiel-Scanobjekt (Büste)
- Mobile-Kit für den mobilen Einsatz
- Netzteil und USB-Kabel
- Transportkoffer
Revopoint MetroY Pro Test: Design und Verarbeitung
Beim Design des Revopoint MetroY Pro merkt man sofort, dass hier kein billiges Consumer-Produkt, sondern ein ernstzunehmendes Werkzeug für Profis vorliegt. Das liegt nicht nur an dem stoßsicheren Hartschalenkoffer, in dem sich der Scanner nebst Zubehör befindet.

Auch das Gehäuse des Hand-Scanners wirkt robust und sauber verarbeitet. die verwendeten Materialien vermitteln ein Gefühl von Qualität und Langlebigkeit, was für den professionellen Einsatz wichtig ist. Nichts wirkt klapprig oder billig – im Gegenteil: Der Scanner fühlt sich wertig und durchdacht an.
Auch das Zubehör unterstützt diesen Eindruck. Das Stativ steht stabil, der Dual-Axis-Drehteller ist präzise gelagert und wirkt deutlich stabiler als einfache Drehteller aus dem Hobby-Bereich. Besonders der Transportkoffer zeigt, dass Revopoint auch an den alltäglichen Einsatz und den sicheren Transport gedacht hat. Der generelle Aufbau des Scanners ist gut durchdacht.
An der Front sitzt die notwendige Scan-Technik. Rückseitig wiederum befindet sich der gut perforierte Handgriff für festen Halt, sowie der Stromanschluss. Im oberen Bereich erhält man mit dem Daumen Zugriff zur Bedieneinheit. Insgesamt hinterlässt der MetroY Pro beim Thema Design und Verarbeitung einen sehr positiven Eindruck. Das darf man angesichts des Preises aber auch erwarten.
Revopoint MetroY Pro Test: Scan-Software Revo Metro
So positiv der erste Hardware-Eindruck auch ausfällt, so fordernd präsentiert sich der Einstieg auf Software-Seite. Der MetroY Pro setzt nicht auf Revo Scan 5, sondern auf eine eigene Anwendung namens Revo Metro. Optisch orientiert sich diese klar an der bekannten Revopoint-Oberfläche – Menüs, Icons und grundsätzliche Abläufe wirken vertraut.

In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Die Software richtet sich klar an erfahrene Nutzer. Zu Beginn nimmt Revo Metro eine Einschätzung der verfügbaren PC-Leistung vor. In meinem Test kam es hier allerdings zu Auffälligkeiten: Die Software reagierte zeitweise instabil, ließ sich vereinzelt nicht starten oder beendete sich während laufender Projekte.
Besonders bei größeren Scan-Projekten oder beim Wechsel des Scan-Modus traten diese Probleme gehäuft auf. Nach Rücksprache mit dem Hersteller handelt es sich dabei um ein bekanntes Software-Problem der aktuellen Version, das bereits identifiziert wurde und mit einem kommenden Update behoben werden soll.
Die beobachteten Einschränkungen sind also nicht zwingend repräsentativ für den finalen Leistungsstand der Software. Dennoch bleibt festzuhalten: Revo Metro ist anspruchsvoll – sowohl in der Bedienung als auch in Bezug auf die Systemressourcen.
Revopoint MetroY Pro Test: Nichts für schwache Rechner
Revopoint kommuniziert sehr offen, dass der MetroY Pro kein Scanner für durchschnittlich ausgestattete Systeme ist. Als empfohlene Mindestanforderungen nennt der Hersteller:
- Intel i7 / Ryzen 7 oder besser
- Mindestens 32 GB RAM
- Dedizierte Grafikkarte (z. B. NVIDIA RTX)
- Schnelle Festplatte
Diese Anforderungen wirken angesichts der gebotenen Scan-Qualität nachvollziehbar. Nutzer sollten sich jedoch bewusst sein, dass ein zu schwach dimensioniertes System nicht nur die Performance, sondern auch die Stabilität der Software negativ beeinflussen kann.
Revopoint MetroY Pro Test: Fünf verschiedene Scan-Modi
Der MetroY Pro bietet insgesamt fünf Scan-Modi:
- Cross Lines (34 Laserlinien): Universeller Modus für komplexe Oberflächen
- Parallel Lines: Für besonders detailreiche Scans mit hoher Auflösung
- Single Line: Speziell für tiefe Bohrungen, Kanten und Spalten
- Structured Light (62 Linien): Schnelle Flächenerfassung, auch mit Farbtexturen
- Auto-Turntable-Modus: Vollautomatisierte Scans mit Drehteller
Die Auswahl ist beeindruckend, erfordert jedoch Erfahrung. Die Software unterstützt nicht aktiv bei der Wahl des passenden Modus, ein automatischer Wechsel oder Assistenzfunktionen fehlen. Zudem muss jeder Moduswechsel manuell erfolgen, was Scan-Projekte – insbesondere für Einsteiger – zeitintensiver machen kann.
Revopoint MetroY Pro Test: Praxistest
Im Praxistest überzeugte der MetroY Pro zunächst im Zusammenspiel mit dem beiliegenden Drehteller. Mit sauber vorbereiteten Objekten lieferte der Scanner sehr detailreiche Ergebnisse, bei denen selbst feine Oberflächenstrukturen präzise erfasst wurden. Gerade für kleinere technische Bauteile oder geometrisch anspruchsvolle Objekte spielt der Scanner hier seine Stärken aus.
Im Freihand-Modus zeigte sich das System dagegen sensibler. In meinem Test kam es trotz Marker-Stickern zu Tracking-Verlusten und Scan-Unterbrechungen. Laut Revopoint können hierfür mehrere Faktoren verantwortlich sein, etwa eine fehlende oder unzureichende Kalibrierung, ungünstige Lichtverhältnisse in Kombination mit niedrigen Belichtungswerten oder nicht optimal erkannte Marker-Kanten.
Unter guten Lichtbedingungen und bei korrekt gewählten Einstellungen – insbesondere im Cross-Line-Modus – soll das Tracking laut Hersteller deutlich stabiler ausfallen. Die gemachten Erfahrungen deuten daher darauf hin, dass der MetroY Pro sein volles Potenzial nur dann entfaltet, wenn Setup, Umgebung und Software-Einstellungen optimal zusammenspielen.
Revopoint MetroY Pro Test: Lernkurve statt Plug-and-Play
Ein weiterer Punkt bleibt die steile Lernkurve. Eine ausführliche Einführung direkt in der Software fehlt. Zwar stellt Revopoint zahlreiche Tutorial-Videos bereit, auf die auch innerhalb der Anwendung verwiesen wird, dennoch müssen sich Nutzer aktiv mit den Möglichkeiten und Feinheiten des Systems auseinandersetzen. Wer dazu bereit ist, kann aus dem MetroY Pro sehr viel herausholen – Einsteiger könnten sich jedoch zunächst überfordert fühlen.
Was sind Unterschiede zum Inspire 2?
Revopoint Inspire 2 (€ 520,00 *) und Revopoint MetroY Pro (€ 1.502,10 *) spielen in ganz anderen Preisklassen. Während sich der Inspire 2 an Einsteiger richtet, ist der MetroY Pro für den professionellen Einsatz konzipiert worden. Solltet ihr euch fragen, ob Revopoint Inspire 2 oder Revopoint MetroY Pro besser zu euch passt, kommen hier die wichtigsten Unterschiede:
| Kategorie | Revopoint MetroY Pro | Revopoint Inspire 2 |
| Zielgruppe | Professionelle Anwender, Reverse Engineering, technische & industrielle Scans | Maker, Designer, ambitionierte Hobby-Nutzer |
| Positionierung | Klarer Profi-Scanner mit Studio-Fokus | Vielseitiger Allround-Scanner |
| Scan-Technologie | Blaulaser + strukturiertes Licht | Infrarot-Laser + strukturiertes Licht |
| Scan-Modi | 5 Modi (Cross Lines, Parallel Lines, Single Line, Structured Light, Auto-Turntable) | 2 Hauptmodi (Laser + strukturiertes Licht) |
| Laserlinien | Bis zu 34 (Cross Lines), 62 Linien im Structured-Light-Modus | 11 Infrarot-Laserlinien |
| Präzision | Bis zu 0,01 mm | Bis zu 0,05 mm |
| Einsatzschwerpunkt | Maßhaltige, detailkritische Scans | Flexible Scans für viele Anwendungsfälle |
| Freihand-Scans | Möglich, aber tracking-anfällig | Stabiler und alltagstauglicher |
| Drehteller-Support | Dual-Axis-Drehteller im Lieferumfang | Optionaler, einfacher Drehteller |
| Workflow | Komplex, stark manuell | Deutlich intuitiver |
| Systemanforderungen | Sehr hoch (High-End-PC empfohlen) | Moderat |
| Mobilität | Eher stationär („Studio-Scanner“) | Sehr mobil, leicht & kompakt |
| Preisniveau | hoch | preiswert |
| Lernkurve | hoch | niedrig bis mittel |
Fazit
Der Revopoint MetroY Pro positioniert sich klar als Werkzeug für ambitionierte Anwender und Profis. In der richtigen Umgebung und mit entsprechendem Know-how liefert der Scanner Ergebnisse auf sehr hohem Niveau. Die Lernkurve ist steil, doch sie wird mit einer beeindruckenden Detailgenauigkeit und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten belohnt. Mit weiteren Software-Updates hat der MetroY Pro das Potenzial, sich auch im Alltag noch deutlich runder und zugänglicher zu präsentieren.
PRO
CONTRA Der Revopoint MetroY Pro bietet eine exzellente Scanqualität auf Profi-Level, hat aber Probleme bei der Software und einen technisch anspruchsvollen Workflow.
Revopoint MetroY Pro
Design und Verarbeitung
Hardware
Leistung
Bedienkomfort
Preis-Leistungs-Verhältnis
87/100













