Die Rokid Max 2 ist eine AR-Brille der neuesten Generation, die sich vor allem an Entertainment-Fans richtet, die ein großes Kino- oder Gaming-Erlebnis überall hin mitnehmen möchten. Nach intensiver Nutzung in verschiedenen Alltagssituationen lässt sich sagen: Sie ist ein solides, aber nicht fehlerfreies Gerät, das durch ein einzigartiges Feature gegenüber der Konkurrenz punktet – den integrierten Dioptrien-Ausgleich. Was das Teil kann und was nicht, erfährst du im Test.
Technische Daten der Rokid Max 2
| Produkt | Max 2 |
| Abmessungen | 21,21 x 12,6 x 9,7 cm |
| Gewicht | 75g |
| Auflösung | 1.920 x 1.080 Pixel (pro Auge) |
| Helligkeit | 600 Nits |
| Kontrast | 100.000:1 |
| Bildrate | 120 Hz |
| Verbindung | USB-C |
| Akku | Nicht vorhanden |
| Preis | € 359,00 * |
Rokid Max 2 Test: Design und Verarbeitung
Die Rokid Max 2 macht auf den ersten Blick einen vertrauten Eindruck: Sie sieht aus wie eine etwas dickere Sonnenbrille und damit unterscheidet sie sich kaum von anderen AR-Brillen auf dem Markt. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch einige Details auf, die das Gerät als technisches Produkt verraten. An der linken Bügellängsseite sitzt ein USB-C-Anschluss für die Verbindung mit kompatiblen Geräten, während am rechten Bügel Tasten für Lautstärke und Bildhelligkeit untergebracht sind. Zwei austauschbare Nasenpads ermöglichen eine individuelle Anpassung an die eigene Gesichtsform.
Mit gerade einmal 75 Gramm ist die Brille angenehm leicht und lässt sich problemlos mehrere Stunden am Stück tragen, ohne zu drücken oder zu ermüden. Was allerdings auffällt ist das etwas klobige Erscheinungsbild. Die Rokid Max 2 wirkt voluminöser als moderne Konkurrenzmodelle, geradezu wuchtig. Sie erinnert ein wenig an eine ältere Generation von AR-Brillen, die noch nicht den schlanken Formfaktor heutiger Konkurrenten erreicht hat. Wirklich störend war das im Test allerdings nicht. Der Tragekomfort gefällt, gerade auch aufgrund der weichen Nasenpads.
Was das Thema Verdunkelung betrifft, setzt Rokid auf zwei Methoden: Die bereits verbauten polarisierten Außenlinsen dämpfen das Umgebungslicht moderat und sind ideal, wenn man seine Umgebung trotzdem noch wahrnehmen möchte. Wer komplett eintauchen will, greift zur mitgelieferten und bereits vorinstallierten Blackout-Abdeckung, die sämtliches Außenlicht blockt und das Bild dadurch sichtlich schärfer und farbintensiver erscheinen lässt.
Gegenüber Konkurrenten, die eine elektrochrome Abdunklung per Knopfdruck bieten, ist dieses System zwar etwas weniger komfortabel, aber es funktioniert zuverlässig. Das mitgelieferte Cover ist ein klarer Vorteil gegenüber Modellen, bei denen es nur als Zubehör erhältlich ist.
Im überschaubaren Lieferumfang befinden sich neben der Brille selbst ein USB-C-Kabel, zwei Nasenpads, ein Transportcase und ein Reinigungstuch. Die Rokid Station (ein Android-TV-Puck, der die Brille zu einem eigenständigen Gerät macht) ist ebenfalls erhältlich, allerdings nur im Bundle direkt beim Hersteller. Die Rokid Max 2 an sich ist vor allem für die Nutzung mit Smartphones oder Tablets ausgelegt.
Features der Rokid Max 2
Das herausragende Feature der Rokid Max 2 ist zweifellos die integrierte Dioptrien-Korrektur. Über kleine Drehregler oberhalb jeder Linse lässt sich die Schärfe des angezeigten Bildes in Echtzeit im Bereich von 0,00 bis -6,00 Dioptrien einstellen. Und das für beide Augen individuell.
Das bedeutet: Wer eine Kurzsichtigkeit bis -6 Dioptrien hat, kann die Brille ohne zusätzliche Einsatzlinsen in vollem Umfang nutzen. Im Praxistest funktioniert das reibungslos und ohne sichtbare Bildverzerrung. Weitsichtige Nutzer müssen hingegen auf separate Einsätze zurückgreifen, da dieser Bereich nicht abgedeckt wird.
Die Konnektivität ist breit aufgestellt: Die Brille verbindet sich per USB-C mit einer Vielzahl von Geräten – darunter Android-Smartphones, PCs, iPads und iPhones mit USB-C-Anschluss sowie Spielekonsolen wie die PlayStation 5 oder das Steam Deck. Für Geräte mit nicht standardgemäßem USB-C-Videoausgang, etwa die Nintendo Switch, sind optionale Adapter erforderlich.
Ein weiteres nützliches Feature: Die in den Bügeln integrierten Lautsprecher liefern den Sound direkt am Ohr und drehen sich mit dem Kopf mit. In ruhiger Umgebung kann man damit durchaus auf externe Kopfhörer verzichten. Für intensive Sessions empfiehlt sich jedoch ein Bluetooth-Headset.
Wichtig zu wissen: Die Rokid Max 2 selbst verfügt über keinen eigenen Akku, sie wird direkt über das angeschlossene Quellgerät oder eine Powerbank mit Strom versorgt. Das reduziert zwar die Gefahr eines Akkuverschleißes im Laufe der Zeit, bedeutet aber, dass man beim mobilen Einsatz mit Smartphone stets eine externe Stromquelle einplanen sollte.
Performance und Bildqualität
Das Herzstück der Rokid Max 2 sind zwei Sony Micro-OLED-Panels, die gemeinsam mit dem optischen Setup eine Full-HD-Auflösung, eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz und eine Helligkeit von 600 Nits liefern. Das Kontrastverhältnis liegt bei beeindruckenden 100.000:1. Im Alltag macht sich dieser Wert vor allem bei der Verwendung mit dem Blackout-Cover bemerkbar: Dunkle Szenen in Filmen und Spielen wirken tief und plastisch, helle Farben leuchten satt. Das Bild sieht knallig und scharf aus, ziemlich eindrucksvoll.
Beim Sichtfeld von 50 Grad hebt sich die Rokid Max 2 von vielen Konkurrenten positiv ab. Das projizierte Bild entspricht einem virtuellen Screen von bis zu 215 Zoll. Ein Wert, der im Praxistest tatsächlich dem Gefühl eines Heimkino-Erlebnisses nahekommt. Schärfe und Farbgenauigkeit sind überzeugend, auch an den Rändern des Sichtfelds bleibt das Bild weitgehend verzerrungs- und artefaktfrei.
Der einzige spürbare optische Schwachpunkt ist ein Reflexionsproblem, das dem verwendeten Linsensystem geschuldet ist: Die Linsen reflektieren das Display-Bild in die Augen, spiegeln dabei aber auch die eigene Brust oder das Shirt zurück. Besonders bei dunklen Szenen kann das etwas ablenken. Bei kontrastreicheren Inhalten und mit dem Blackout-Cover ist dieses Problem deutlich weniger ausgeprägt.
Die 600 Nits Helligkeit sind gleichzeitig einer der größten Diskussionspunkte rund um die Rokid Max 2. Im Vergleich zur Viture Luma Ultra, die mit doppelter Helligkeit aufwartet, zeigt die Rokid im direkten Vergleich einen Rückstand. Insbesondere in helleren Umgebungen wie einem gut beleuchteten Zimmer oder im Freien. In abgedunkelten Räumen und auf Reisen (Flugzeug, Zug) ist die Helligkeit aber mehr als ausreichend.
Die Audio-Performance ist solide, aber kein Alleinstellungsmerkmal. Die integrierten Lautsprecher klingen in ruhigen Umgebungen überraschend anständig. Dialoge und Musik kommen klar rüber. Dennoch fehlt ein gewisser Tiefgang und Körper im Klang, besonders bei Musik- und Filmton. Wer die Brille unterwegs nutzt, wird fast zwangsläufig zu Bluetooth-Kopfhörern greifen.
Rokid Max 2 im Praxistest
Im echten Alltag entfaltet die Rokid Max 2 ihren Charme vor allem in zwei Szenarien: auf Reisen und beim privaten Gaming oder Serien-Bingen zuhause. Besonders beim Schauen von Videos über das Smartphone oder das Scrollen durch soziale Netzwerke hat es schon etwas sehr praktisches, das Bild in riesiger Größe direkt vor den Augen zu haben.
Gaming-Tests an der PS5 und dem Notebook haben bestätigt, dass die 120-Hz-Panels tatsächlich einen Unterschied machen. Schnelle Bewegungen wirken flüssig, das Input-Lag hält sich in Grenzen. Spiele wie Clair Obscur: Expedition 33 laufen auf dem virtuellen Riesenschirm beeindruckend gut. Der Immersionsfaktor ist hoch. Kompetitive Shooter würde ich damit aber nicht spielen wollen. Beim Serien- und Film-Streaming liefert die Rokid Max 2 ein klares und sattes Bild, das bei aktivem Blackout-Cover besonders stark wirkt.
Ein wichtiger Praxishinweis: Ohne eigenen Akku zieht die Brille permanent Strom aus der angeschlossenen Quelle. Bei Smartphones empfiehlt es sich daher dringend, eine leistungsstarke Powerbank mitzunehmen. Sonst ist der Akku nach einer langen Film-Session leer. Im Vergleich zu Brillen mit eingebautem Akku bedeutet das zwar mehr Kabel-Gepäck, sorgt aber langfristig für eine längere Lebensdauer des Geräts selbst.
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Rokid Max 2 Test: Fazit
Die Rokid Max 2 ist eine gelungene AR-Brille für ein klar definiertes Publikum: Entertainment-Fans, die einen portablen Kino- und Gaming-Bildschirm suchen, sowie all jene, die eine Kurzsichtigkeit bis -6 Dioptrien haben und keine extra Einsatzlinsen kaufen wollen. Der integrierte Dioptrien-Ausgleich ist ein echter Gamechanger in dieser Produktkategorie und elegant gelöst.
Die Bildqualität der Sony Micro-OLED-Panels mit 120 Hz, 100.000:1 Kontrast und 50 Grad Sichtfeld ist stark, und das Gewicht von 75 Gramm macht die Brille zu einem angenehmen Begleiter für stundenlange Sessions. Schwächen zeigen sich beim Audio, der eingeschränkten Helligkeit im Vergleich zur Konkurrenz und dem etwas klobigen Design.
Zum regulären Preis ist es, auch in Anbetracht der Konkurrenz, aber schwer, der Rokid Max 2 eine uneingeschränkte Kaufempfehlung auszusprechen. Der aktuelle Angebotspreis zum Testzeitpunkt macht die AR-Brille da schon deutlich attraktiver.
- Tolle Bildqualität
- 120 Hertz
- Stimmiger Tragekomfort
- Dioptrien-Ausgleich
- USB-C-Kompatibilität
- Kein integrierter Akku
- Helligkeit nur Durchschnitt
- Audioqualität durchwachsen
- Klobiges Design
Rokid Max 2
Design & Verarbeitung
Tragekomfort
Features
Bildqualität
Preis-Leistungs-Verhältnis
88/100
Überzeugende AR-Brille für Entertainment-Fans, die mit sehr guter Bildqualität und 120 Hz punktet. Der Preis fällt hoch aus und die Audioqualität könnte besser sein.