Der Markt für Mähroboter hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Während frühere Modelle zwingend auf ein aufwendig verlegtes Begrenzungskabel angewiesen waren, kommen neue Roboter gänzlich ohne diese Kabel aus – modernster Navigationstechnologie sei dank. Zu den beliebtesten Herstellern drahtloser Mähroboter gehört seit geraumer Zeit Navimow. Mit dem Navimow H206 hat die Segway-Tochter nun ein spannendes Gerät der oberen Mittelklasse im Angebot, das sich an Gartenbesitzer mit einer Rasenfläche bis zu 600 m² richtet. Mit einem Verkaufspreis von 1.699 Euro positioniert sich das Gerät im gehobenen Mittelfeld – und verspricht dafür technische Innovationen, die man bislang eher aus der absoluten Oberklasse kannte. Ob der Newcomer der H2-Serie dieses Versprechen einlösen kann, lest ihr im ausführlichen Testbericht.
Technische Daten des Segway Navimow H206E
| Modell | Segway Navimow H206 |
| Mähleistung | max. 600 m² |
| Navigation und Hinderniserkennung | EFLS (GNSS + RTK) + VisionFence (Kamera) |
| Mähzeit pro Ladung | ca. 110 min |
| Schnittbreite | 22 cm |
| Schnitthöhe | 20 bis 70 mm |
| Steigfähigkeit | bis zu 45 % |
| Betriebslautstärke | 58 dB |
| Schutzart | IP66 |
| Konnektivität | Bluetooth, Wi-Fi, 4G Mobilfunk |
| Akkukapazität | 5,1 Ah |
| Preis | Preis nicht verfügbar * |
Lieferumfang des Segway Navimow H206E
- Mähroboter Segway Navimow H206
- Ladestation
- Erdnägel (inkl. Imbusschlüssel)
- Ersatzklingen
- Kabelmanagement
- Netzteil + Verlängerungskabel
Design und Verarbeitung des Segway Navimow H206E
Optisch knüpft der Navimow H206 nahtlos an seine Vorgänger an und bewahrt die charakteristische Formensprache der Marke: ein kompakter, flacher Korpus, ein markanter Bügel an der Rückseite, der gleichzeitig als stabiler Tragegriff dient, sowie ein erhöhter zentraler Turm, der das Mähwerk und die Sensoreinheit beherbergt. Auffallend sind die zahlreichen orangefarbenen Akzente, die das Gerät unverwechselbar machen und schon auf den ersten Blick als Navimow erkennbar halten.
Das erinnert uns klar an den Navimow i105E (Test | € 648,00 *). Die Verarbeitung macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Das dunkelgraue Kunststoffgehäuse wirkt robust und ist laut Hersteller nach IP66 zertifiziert – der Mähroboter ist also vollständig staub- und strahlwassergeschützt. Das bedeutet in der Praxis, dass man hier bedenkenlos einen kräftigen Wasserstrahl zur Reinigung nutzen kann.
Mit Abmessungen von 62,4 × 44,5 × 29,5 Zentimetern fällt der H206 etwas kompakter aus als manche Konkurrenten, und mit einem Gewicht von 15,65 Kilogramm liegt er im typischen Bereich für Geräte dieser Leistungsklasse. Das macht sich vor allem in Kombination zum bereits erwähnten Tragegriff bezahlt. Schließlich lässt sich der H206 dadurch für die meisten Nutzer problemlos von A nach B tragen. Obendrein verringert ein geringeres Gewicht auch immer das Risiko des Festfahrens.
Das integrierte Farbdisplay samt physischer Bedienknöpfe befindet sich auf der Oberseite. Es ermöglicht eine direkte, intuitive Steuerung direkt am Gerät. Für weitergehende Einstellungen nutzt man die Navimow-App, die wir gleich noch genauer unter die Lupe nehmen. Auf der Unterseite sieht man zunächst die stark profilierten Hinterräder, welche im auffälligen Orange daherkommen.
Diese ermöglichen es dem Robo, auch Steigungen von bis zu 45% überwinden zu können. Weiterhin befinden sich hier zwei kleinere Räder an der Front, die bei der Lenkung zum Einsatz kommen. Der Mähteller verfügt über insgesamt sechs Klingen und ermöglicht eine Schnittbreite von 22 cm. Durch das EdgeSense-System soll der Mähteller außerdem für eine saubere Randbemähung mit Rändern von maximal 5 cm sorgen.
Einrichtung und Inbetriebnahme
Einer der größten Pluspunkte des Navimow H206 ist die denkbar einfache Ersteinrichtung. Ganz im Sinne des „Absetzen und Mähen“-Konzepts entfallen sowohl das mühsame Verlegen eines Begrenzungskabels als auch die Installation einer lokalen GPS-Antenne. Stattdessen verbindet sich der Roboter über Netzwerk-RTK – einem satellitengestützten Präzisionspositionierungssystem – direkt mit bestehenden Mobilfunknetzen.
Die dafür anfallenden mobilen Daten sind im Kaufpreis inkludiert und im ersten Jahr kostenlos; danach ist eine jährliche Verlängerung für rund 30 Euro möglich. Wer kein stabiles WLAN auf dem Grundstück hat, wird diesen Service sicher gerne in Anspruch nehmen. Die Erstinbetriebnahme läuft kinderleicht ab. Zunächst stellt man die Ladestation auf und befestigt sie mittels Erdnägeln im Boden. Anschließend wird der Roboter angeschlossen und eingeschaltet.
Nun startet man die Navimow App und fügt den Robo als neues Gerät hinzu. Hat man das erledigt, folgt man einfach den Anweisungen in der App. Befindet sich der Robo im heimischen Netzwerk, geht es auch schon an die Kartenerstellung. Hier hat man die Wahl zwischen automatischer und manueller Kartierung. Während der Navimow bei der manuellen Kartierung wie ein ferngesteuertes Auto durch den Garten gesteuert wird, fährt er im automatischen Modus die Grenzen des Rasens automatisch ab.
Im Test habe ich mich für die manuelle Kartierung entschieden, da er partout nicht automatisch losfahren wollte. Da ich in anderen Erfahrungsberichten aber davon gelesen habe, dass er zur automatischen Kartierung in der Lage ist, schiebe ich das ganz einfach auf meine Begebungen. Egal, ob ihr euch für die manuelle oder automatische Kartierung entscheidet – am Ende steht eine digitale Karte eures Grundstücks. Dabei erarbeitet der Robo im automatischen Modus auch Hindernisse, Grenzen und Zonen selbstständig.

Dank der GeoSketch-Technologie sieht das Ergebnis auch richtig cool und nahezu fotorealistisch aus. Steht die Karte, lassen sich in ihr auch individuelle Anpassungen vornehmen. So könnt ihr mehrere Mähzonen oder Sperrbereiche erstellen. In der Praxis dauert die komplette Ersteinrichtung tatsächlich nur wenige Minuten. Wer früher Stunden damit verbracht hat, Kabel durch den Garten zu verlegen, wird den Komfortzuwachs sofort zu schätzen wissen.
Navimow App
Ohne die Navimow App läuft beim H206 herzlich wenig – sie ist das zentrale Steuerungselement des Roboters und deutlich mehr als ein reiner Fernbedienungs-Ersatz. Nach der Ersteinrichtung wird sie zum täglichen Begleiter für alles rund um den Mähbetrieb. Die App ist für iOS und Android verfügbar und nach dem ersten Start erfreulich schnell eingerichtet. Die Oberfläche ist übersichtlich gestaltet und auch für weniger technikaffine Nutzer gut verständlich.
Im Mittelpunkt steht die bereits erwähnte GeoSketch-Karte, die den Garten fotorealistisch darstellt und in Echtzeit aktualisiert wird. Darüber lassen sich Mähzonen definieren, Sperrbereiche einzeichnen und für jeden Bereich individuelle Einstellungen vornehmen – von der Schnitthöhe über die Mähfrequenz bis hin zu festen Zeitplänen. Bis zu 30 Zonen sind möglich, was selbst für komplexe Gartengeometrien mehr als ausreicht.
Praktisch ist auch die Fernsteuerung in Echtzeit: Wer den Roboter manuell an eine bestimmte Stelle dirigieren möchte, kann das bequem per App erledigen. Statusmeldungen, Akkustand, Mähdauer und eventuelle Fehlermeldungen werden übersichtlich auf dem Startbildschirm angezeigt. Wer mag, kann den Roboter außerdem auf einen Namen taufen und eigene Sprachansagen einrichten – ein verspieltes, aber nettes Feature. Abstriche gibt es allerdings beim Thema Stabilität.
Im Test kam es gelegentlich zu kleinen Verbindungsaussetzern zwischen App und Roboter, die sich jedoch nach einem kurzen Neustart der Verbindung wieder beheben ließen. Auch die automatische Kartierung, die sich im Test nicht auf Anhieb starten ließ, wird über die App gesteuert – hier wäre etwas mehr Zuverlässigkeit wünschenswert. Insgesamt ist die Navimow App aber ein gelungenes Steuerungszentrum, das den Funktionsumfang des H206 gut ausschöpft.
Navigation und Hinderniserkennung
Beim Navimow H206 setzt Segway auf das sogenannte EFLS LiDAR KI-Dreifachfusionssystem – eine Kombination aus hochauflösendem Solid-State-LiDAR, Netzwerk-RTK-Satellitenpositionierung und KI-gestützter Bildverarbeitung von Echtzeit-Kameraaufnahmen. Das Besondere an diesem System: Alle drei Technologien arbeiten nicht unabhängig voneinander, sondern verschmelzen in Echtzeit zu einem einzigen, hochpräzisen Lagebild.
Der Wechsel zwischen den Positionierungsmodi erfolgt in unter 20 ms. Das eingebettete Solid-State-LiDAR scannt die Umgebung mit knapp 200.000 Punkten pro Sekunde, hat eine Fernreichweite von bis zu 70 Metern und ein Scan-Intervall von 50 Millisekunden. Im Vergleich zu mechanischem LiDAR punktet das Solid-State-Design durch deutlich höhere Langlebigkeit und Schockresistenz.
Der H206 wurde laut Segway nach mehr als 60 Zuverlässigkeitsstandards und 50-G-Vibrationsschocks getestet. Das zahlt sich besonders im rauen Alltag aus, wenn Äste herunterfallen oder der Roboter über Unebenheiten fährt. Auf unübersichtlichem Terrain beweist der Navimow H206, was dieses System leistet: Unter Bäumen, wo Satellitensignale blockiert werden, übernimmt das LiDAR nahtlos die Navigation.
Auf offenen Flächen sorgt Netzwerk-RTK für präzise Satellitenpositionierung, und selbst schmale Durchgänge ab 70 cm Breite werden zuverlässig befahren. Tag oder Nacht – das LiDAR arbeitet unter identischen Bedingungen, da es nicht auf sichtbares Licht angewiesen ist. Besonders beeindruckend ist die VisionFence-Technologie zur Hinderniserkennung. Sie erkennt laut Hersteller über 200 verschiedene Hindernistypen mit einer Genauigkeit von einem Zentimeter.

Dazu gehören auch kleine Objekte wie Stuhlbeine, Spielzeug oder Gartenschläuche, aber auch hängende Gegenstände wie Trampoline oder Schaukeln, unter denen der Roboter den freien Durchgang beurteilt. Tierfreundlichkeit war den Entwicklern offenbar besonders wichtig. Der H206 erkennt nämlich über 20 Tierarten – von Hunden und Katzen über Igel bis hin zu Schafen – und verlangsamt automatisch auf einen Meter Abstand, bevor er ausweicht.
Im Test musste mein Hund deshalb auch keine Angst haben. Der Roboter umfuhr ihn stets zuverlässig. Und das galt auch für nicht lebendige Hindernisse. Egal, ob Fußball oder Igelfamilie aus Kunststoff. Der H206 erkannte von mir gestellte Hindernisse zuverlässig. Sollte es dennoch mal zur Kollision kommen, schützt ein 3-Richtungs-Stoßfängersystem gegen unerwartete Kollisionen. An anspruchsvollen Hängen zeigt der H206 ebenfalls Stärke: Dank LiDAR-gestützter Geländeanpassung und elektronischer Stabilitätskontrolle bewältigt er Steigungen von bis zu 45%.
Mähleistung des Segway Navimow H206E
In puncto Mähleistung fährt der Navimow H206 mit einem 100-Watt-Mähmotor auf, der eine Spitzenleistung für dichtes Gras liefert. Der Mähteller ist mit sechs Messerklingen und einer verstopfungsfreien Scheibe ausgestattet, die selbst hohes oder dickes Gras problemlos zerkleinern. Die Schnittbreite beträgt 22 cm und die Schnitthöhe lässt sich stufenlos zwischen 20 und 70 Millimetern einstellen.
Damit deckt der H206 von kurzem Zierrasen bis zu etwas robusterem Gebrauchsrasen ein breites Spektrum ab. Das Ergebnis ist größtenteils gleichmäßig und schön anzusehen. Dabei arbeitet der H206 nach einem etwas anderen Konzept als vergleichbare Konkurrenten. So fährt er zunächst den Rasenrand ab und kümmert sich erst im Anschluss um den Innenbereich. Viele andere arbeiten genau umgekehrt.
Hier und da musste ich im Standardmodus jedoch Grashalme manuell nacharbeiten, die stehen blieben. Hier muss man wohl in den Präzisionsmodus schalten, bei dem der Navimow präziser arbeitet und etwas mehr Zeit benötigt. Praktisch ist die EdgeSense-Funktion – zumindest auf dem Papier. Der Mähroboter kann dank seitlich versetztem Schneidwerk bis auf fünf Zentimeter an Wände, Zäune und Beete heranfahren. Das verspricht ein sauberes Kantenbild ohne Nacharbeit. Allerdings funktionierte das Randmähen bei mir nur gut und nicht sehr gut.
Hier kommt man nicht umhin, mit einem manuellen Rasentrimmer nachzuarbeiten. Cool ist wiederum der Ride-On-Modus. Hier wird dem Robo ein kantenloses Mähen über Grenzen und Übergänge hinweg möglich. Bis zu 30 anpassbare Mähbereiche lassen sich in der App mit individuellen Höheneinstellungen, Häufigkeiten und Zeitplänen versehen, sodass verschiedene Rasenbereiche exakt nach Wunsch gepflegt werden.
Akku, Sicherheit und Komfort
Akustisch ist der H206 mit einem Schalldruckpegel von ca. 60 dB angenehm leise. Das entspricht etwa der Lautstärke eines normalen Gesprächs und stört weder beim abendlichen Entspannen im Garten, noch treibt er die Nachbarn zur Weißglut. Darüber hinaus ist der Roboter mit einem Regensensor und Wettervorhersage-Integration ausgestattet.
Bei starkem Regen, Frost, Schnee, starkem Wind oder extremer Hitze fährt er automatisch zur Ladestation zurück und verzichtet auf das Mähen. Ein vierfaches Sicherheitssystem rundet das Gesamtpaket ab: Geo-Fence-Benachrichtigungen, ein Anhebe-Alarm, GPS-Verfolgung und die Einbindung in Apples „Wo ist?“-Netzwerk schützen den Roboter vor Diebstahl.
Die Näherungsentsperrung deaktiviert Alarme automatisch, wenn der Besitzer sich dem Gerät nähert – ein durchdachtes Detail, das im Alltag punktet. Der Akku des H206 fasst 5.100 mAh und ermöglicht laut Hersteller eine Mähzeit von bis zu 110 Minuten pro Ladung. In dieser Zeit schafft das Gerät unter optimalen Bedingungen bis zu 321 m², was einer Flächenleistung von rund 175 m² pro Stunde entspricht. Die Ladezeit beträgt etwa 110 Minuten.
Fazit
Der Segway Navimow H206 ist ein technologisch beeindruckender Mähroboter, der vor allem mit seiner unkomplizierten Einrichtung und seinem ausgereiften Navigationssystem punktet. Die drahtlose Inbetriebnahme ohne Begrenzungskabel und ohne lokale Antenne ist kinderleicht und rasend schnell erledigt. Das EFLS LiDAR KI-Dreifachfusionssystem liefert eine beeindruckende Navigationspräzision und die VisionFence-Hinderniserkennung funktioniert im Test zuverlässig – ob Fußball, Tierfigur oder echter Hund. Doch es gibt auch Abstriche.
Die Mähleistung im Standardmodus ist solide, aber nicht makellos: Vereinzelt blieben Grashalme stehen, die manuelles Nacharbeiten erforderten. Auch das viel beworbene EdgeSense-System hält seine Versprechen nur bedingt – das Kantenbild war gut, aber nicht gut genug, um auf einen manuellen Rasentrimmer gänzlich verzichten zu können. Wer perfekte Ränder erwartet, wird hier etwas enttäuscht. Zudem ließ sich die automatische Kartierung im Test nicht wie vorgesehen starten, was genauso wie gelegentliche Verbindungsabbrüche zeigt, dass die Software mitunter noch etwas eigenwillig agiert.
VORTEILE
- Keine Begrenzungskabel notwendig
- IP66-Schutzklasse
- Steigfähigkeit bis 45 Prozent
- EdgeSense-System mäht bis 5 cm Randabstand
- Einfache Einrichtung über App
- Starke Hinderniserkennung
NACHTEILE
- Automatische Kartierung funktionierte im Test nicht
- Schwächen im Randbereich
Fazit
Der Segway Navimow H206 überzeugt mit kabelloser RTK-Navigation, einfacher Einrichtung und solider Verarbeitung. Für 1.699 Euro bekommt man einen zuverlässigen Mähroboter der gehobenen Mittelklasse mit smarter Technik.















