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Shokz OpenFit Air im Test: Freiheit über Klang

Mit den neuen Open-Ear-Kopfhörern Shokz OpenFit Air stellt der Hersteller dem bisherigen OpenFit-Modell eine preisgünstigere Alternative zur Seite. In unserem Test punkten die Kopfhörer mit hohem Tragekomfort, lassen beim Klang aber merklich Federn.

Technische Daten

Produkt OpenFit Air
Bluetooth-Version 5.2
Bluetooth-Codecs SBC, AAC
Maximaler Betriebsbereich 10m (ohne Hindernis)
Akkulaufzeit Bis zu 6 Std., insgesamt 28 Std. mit Ladeetui; (variiert je nach Lautstärkepegel und Audioinhalt)
Ladezeit 2 Std. (für Ladeetui + Kopfhörer via USB-C)
Größe Ladeetui (H x B x T) 29 mm × 69 mm × 67 mm
Gewicht  8,7 g pro Ohrhörer; 74 g Ladeetui & Ohrhörer
Wichtigste Funktionen Multipoint; IP54
Preis € 139,00 *

Shokz OpenFit Air: Schlichtes Design trifft hohen Komfort

  • angenehm weich und komfortabel
  • schlichtes, sportliches Design

Das Design der Shokz OpenFit Air erinnert an die meisten Open-Ear-Kopfhörer. So kombiniert auch dieses Modell eine längliche, nierenförmige Basis mit einem weichen gummierten Ohrbügel, mit dem die Ohrhörer über das Ohr gesetzt und leicht eingedreht werden wollen.

Die Basis setzt, im Vergleich zu den OpenFit, auf eine leicht gewölbte Form, womit sich die Hörer noch etwas bequemer an das Ohr anschmiegen. Die Außenseite weist das Herstellerlogo auf, unter dem sich die Touchsensoren für die Bedienung befinden. Oben und unten finden sich jeweils zwei Mikrofone für die Telefonie.

Der gummierte Bügel ist beim neuen Air Modell zudem etwas dünner geworden, was den Tragekomfort insbesondere für Brillenträger deutlich verbessern soll. Ganz allgemein ist der bequeme Sitz die vielleicht größte Stärke der Shokz OpenFit Air. Da diese vor dem Ohr Platz finden, bleibt der Gehörgang frei – auch bei längerem Tragen entsteht hier kein Druck.

Gleichzeitig sind die Bügel angenehm weich und robust, und warten mit abgerundeten Kanten auf, sodass das Tragen der Ohrhörer auch über mehrere Stunden hinweg kein Problem darstellt. Dabei sitzen die Hörer dennoch angenehm fest, sodass diese bei schnellen Bewegungen auch nicht den Halt verlieren. Dabei sind die Ohrhörer leicht genug, um sie einhändig hinter dem Ohr in Position zu bringen.

Dennoch muss man sagen, dass Huawei mit den FreeClip (unser Test) nochmal merklich mehr Komfort bietet. Sowohl beim Tragen mit und ohne Brille, als auch beim Einsetzen. Ganz allgemein hat das Huawei-Modell in allen Belangen deutlich die Nase vorn.

Ausstattung und Bedienung der Shokz OpenFit Air

  • Bluetooth 5.2 ohne hochauflösende Codecs
  • simple, aber zuverlässige Bedienung
  • übersichtliche App; mit geringem Funktionsumfang und Nutzen

Hinsichtlich der Ausstattung sind die Shokz OpenFit Air ordentlich aufgestellt. Sie funken im Bluetooth 5.2-Standard und erreichen dabei eine ordentliche Reichweite von rund 10 Metern zur Audioquelle, bis es zu Aussetzern kommt.

Hinsichtlich der Codecs wird lediglich Standardkost geboten: SBC und AAC sind an Bord, hochauflösende Audio-Codecs hingegen leider nicht. Immerhin beherrschen die Air Bluetooth-Multipoint zur Kopplung mit zwei Audiogeräten gleichzeitig, eine Trageerkennung oder ein Mono-Modus werden hingegen leider nicht geboten.

Mit von der Partie ist zudem eine IP54-Zertifizierung für die Ohrhörer, während das Case nicht wasserdicht ist. Dann hört es mit der Ausstattung aber schon auf. Das ist natürlich für den Alltag völlig ausreichend, aber keineswegs überragend.

Die Bedienung ist äußerst simpel gehalten. Ein doppeltes Tippen auf die Touchflächen springt zum nächsten Song (rechts) oder startet und pausiert die Wiedergabe (links), ein Gedrückt halten verringert oder erhöht die Lautstärke. Ich habe dabei aber festgestellt, dass es durchaus unangenehm drücken kann, wenn man zu fest auf die Sensoren tippt.

In der Begleit-App kann die Bedienung minimal angepasst werden, wirklich viele Optionen stehen hier allerdings nicht zur Auswahl.

Stichwort Begleit-App: Die Shokz-App können wir auch in zwei Sätzen abhandeln. Denn der Umfang fällt sehr überschaubar aus. Neben der Möglichkeit, die Steuerung anzupassen, kann hier lediglich Multipoint aktiviert oder ausgeschaltet werden.

Vier EQ-Presets (Standard, Gespräch, Bässe und Höhen) ermöglichen es, Einfluss auf den Klang zu nehmen. Der Standard-Modus liefert allerdings merklich den besten Sound.

Akkulaufzeit der Shokz OpenFit Air

  • bis zu 6 Stunden Laufzeit; 28h mit Ladecase
  • Fast Charge (10 Minuten für 2 Stunden Wiedergabe)

Die Akkulaufzeit der Shokz OpenFit Air liegt auf gutem Niveau. Bis zu sechs Stunden Musikwiedergabe sind mit einer Aufladung möglich, das Ladecase fügt weitere 22 Stunden hinzu, sodass insgesamt 28 Stunden zur Verfügung stehen.

Das ist ein guter, aber keineswegs überragender Wert. Immerhin gibt es Fast Charge, das die Ohrhörer in 10 Minuten für zwei Stunden Musikwiedergabe fit macht. Das Laden von Case und Ohrhörern dauert rund zwei Stunden, während die OpenFit Air im Case in einer Stunde wieder vollständig geladen sind.

Audio- und Mikrofonqualität

Die Shokz OpenFit Air haben ein großes Problem. Und das sind die bereits angesprochenen Huawei FreeClip. Das Huawei-Modell liefert nicht nur einen merklich höheren Tragekomfort, sondern spielt auch hinsichtlich der Audioqualität mehrere Ligen über den Shokz-Ohrhörern.

Was allerdings nicht bedeutet, dass die OpenFit Air schlecht klingen würden. Keineswegs. Um der offenen Bauweise entgegenzuwirken, kommen vergleichsweise große Treiber zum Einsatz, der in den Ohrhörern für einen erstaunlich volles und warmes Klangbild sorgt, dieses zudem mit einer ausreichenden maximalen Lautstärke kombiniert.

Natürlich können die Open-Ear-Kopfhörer dabei vor allem Bässe kaum abbilden, was einfach der Bauweise geschuldet ist. In den mittleren Frequenzen hingegen, also dort, wo sich die meisten Instrumente und Vocals abspielen, sind die Ohrhörer sehr gut aufgestellt und wissen durchaus zu gefallen.

OpenFit Air Detailaufnahme mit Ladecase. 

Leider wird es aber in den Höhen sehr schnell unangenehm scharf, sodass man gezwungen ist, die Lautstärke zu reduzieren. Den beeindruckenden Klang der FreeClip von Huawei erreichen die OpenFit Air aber nicht mal ansatzweise. Diese bieten, über das gesamte Klangspektrum hinweg, einfach deutlich mehr Details und Luftigkeit.

So liefern die OpenFit Air einen wirklich guten Klang, der natürlich aber nicht mit guten In-Ear-Kopfhörern mithalten kann. Dafür bleiben aber eben die Ohren frei.

Audiophile Anwender werden hier nicht glücklich, zum bequemen Nebenbeihören reicht das Gebotene aber absolut aus. Zumindest in leisen Umgebungen, denn durch die offene Bauweise sinkt die Klangqualität merklich, je lauter das Umfeld ist.

OpenFit Air

Die EQ-Presets führen in meinen Augen eher zu einer Verringerung der Audioqualität, da die ohnehin schon überspitzten Höhen hier nur noch unangenehmer aus den Ohrhörern dringen. Das Bass-Preset hingegen stellt die Mitten zu sehr in den Hintergrund, es entsteht ein zu enges und wenig detailreiches Klangbild – ohne dass sich die Bassdarstellung verbessern würde.

Mikrofonqualität

Shokz spendiert den OpenFit Air insgesamt vier Mikrofone, zwei pro Ohrhörer. Diese unterdrücken dank Qualcomms cVc 8.0-Technologie auf elektronischem Weg Hintergrundgeräusche und sollen so 96,5 Prozent der Umgebungsakustik ausblenden können.

Allgemein liegt die Mikrofonqualität auf recht gutem Niveau, natürlich eignen sich die Ohrhörer aber eher für den Innenbereich, da bei steigenden Außengeräuschen unser Gegenüber beim Telefonieren schwer zu verstehen ist. Auch wenn diese Geräusch auf unserer Seite wirklich gut ausglendet werden.

Mikrofontestaufnahme Shokz OpenFit Air:

Mikrofontestaufnahme Huawei FreeClip:

Mikrofontestaufnahme Sennheiser Momentum True Wireless 4:

Hier rangieren die OpenSit Air sogar vor dem Huawei-Ohrhörer, bei dem die KI-gestützten Funktionen zu stark eingreifen und die Mikrofonakustik unnatürlich wirken lassen.

Shokz OpenFit Air Test: Fazit

Der größte Pluspunkt der Shokz OpenFit Air ist zweifelsohne das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis. Die neuen Open-Ear-Kopfhörer liegen aber durch die angepasste Form und weichen Ohrbügel auch beim Tragekomfort noch einmal oberhalb des teureren OpenFit.

Klanglich liefern die Ohrhörer einen recht gefälligen Sound ab, dem es natürlich bauartbedingt an Bass mangelt. Leider wird es auf hohen Lautstärken, die die Ohrhörer leider zwingend benötigen, in den Höhen schnell unangenehm scharf.

Dafür bleiben die Ohren eben frei, was sich positiv auf den Tragekomfort auswirkt. Allerdings ist die Konkurrenz, allem voran die Huawei Freeclip, hier noch einmal merklich besser aufgestellt.

Ihr volles Potenzial entfalten sie allerdings nur in Innenräumen, da der Außenlärm zu stark in die Ohren dringt. Das ist zwar sicher(er), verringert die Audio- und Mikrofonqualität aber merklich.

Shokz OpenFit Air Test: Silver Award

Shokz OpenFit Air

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Mikrofonqualität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

87/100

Die Shokz OpenFit Air punkten mit einem hervorragenden Tragekomfort, gutem Klang und ordentlicher Akkulaufzeit zu einem äußerst attraktiven Preis. Die Konkurrenz bietet zwar mehr, ist dafür aber auch teurer.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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