Soundboks Rider im Test: Auch der kleinste Bluetooth-Lautsprecher hat mächtig Wumms

Philipp Briel
Philipp Briel · 10 Min. Lesezeit
Soundboks Rider

Soundboks legt nach. Nach dem überzeugenden Bluetooth-Lautsprecher Mix, der im Test eine starke Vorstellung ablieferte, folgt nun ein kleineres Modell. Die Soundboks Rider soll genau das leisten, was die großen Modelle der Marke nicht können. Nämlich problemlos unterwegs mitreisen, ohne beim Klang allzu viele Kompromisse einzugehen. Mit 6,5 Kilogramm, einem herausnehmbaren Akku und einer Schutzklasse von IP66 verspricht Soundboks eine robuste Outdoor-Box, die trotz kompakter Maße bis zu 118 Dezibel aus den Boxen holt. Ich habe die Rider getestet und verrate dir, ob sich der Kauf lohnt.

Technische Daten der Soundboks Rider

Bauform Tragbarer Bluetooth-Lautsprecher
Treiber 1× 8″-Tieftöner, 1× 1,2″-Kalottenhochtöner
Verstärker 2× 72 W/20 W RMS Class-D (Texas Instruments), PBTL-Modus
Maximaler Schalldruck (SPL) 118 dB
Frequenzbereich 40 Hz – 20.000 Hz
DSP Adaptiver Bass-Boost-DSP
Bluetooth-Version 4.2
Kabeleingang 1× 3,5-mm-AUX-Eingang
Akkutyp 12,8 V, 7,8 Ah Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4), herausnehmbar
Akkukapazität 99,84 Wh
Laufzeit bei mittlerer Lautstärke Bis zu 35 Stunden
Ladezeit Ca. 2 Stunden (mit The Charger)
USB-C-Ausgang 10 W USB-PD (5 V / 2 A), zum Laden externer Geräte
Betriebstemperatur -15 °C bis 55 °C
Bedienfeld Lautstärkeregler mit LED-Ring, Ein/Aus-Taste, Bluetooth-LED, 5-stufige Akku-LED-Anzeige
Wasser- und Staubschutz IP66
Abmessungen (H × B × T) 35 × 24 × 20 cm
Gewicht 6,5 kg
App Soundboks Companion App
Preis  € 499,00 *

Design, Verarbeitung und Tragbarkeit

Auf den ersten Blick wirkt die Rider wie eine geschrumpfte Version der großen Soundboks-Modelle und genau das ist sie auch. Das Gehäuse aus ABS und Polycarbonat fühlt sich in der Hand deutlich massiver an, als es die Kunststoffbauweise vermuten lässt, was vor allem an den vier Silikon-Eckschutzkugeln liegt, die Stürze und andere Unfälle problemlos abfedern sollen. Der stabile Tragegriff sitzt mittig auf der Oberseite und liegt auch nach längerem Tragen angenehm in der Hand, ohne einzuschneiden.

Mit 6,5 Kilogramm ist die Rider spürbar leichter als ihre großen Schwestermodelle (die Soundboks Mix kam beispielsweise auf knapp 10 kg, die Soundboks Go auf rund 9,2 kg), aber nach wie vor kein Leichtgewicht, das man stundenlang am Riemen durch die Stadt trägt. Für kürzere Strecken zum Park oder ins Auto ist das Gewicht aber völlig unproblematisch. Praktisch fand ich, dass die Box dank ihrer kompakten Maße von 35 × 24 × 20 cm tatsächlich auf einen Fahrrad-Gepäckträger passt und sich mit ein paar Spanngurten sicher fixieren lässt. Etwas vermisst habe ich dagegen ein Standard-Stativgewinde: Die Rider bringt zwar ein Innengewinde mit, das ist für gängige Boxenstative aber zu klein dimensioniert.

Soundboks Rider

Der abnehmbare Stahlgrill mit eingeprägtem Logo lässt sich bei Bedarf austauschen, was für Individualisierung sorgt, aber auch bedeutet, dass er sich lösen kann, wenn man nicht aufpasst. Insgesamt macht die Verarbeitung im Alltag einen sehr robusten Eindruck. Genau das, was man von einer Marke erwartet, die ihre Boxen explizit für Festivals und den Außeneinsatz konzipiert.

Ausstattung und Konnektivität

Bei der Konnektivität geht Soundboks bei der Rider einen bewusst reduzierten Weg. Zur Verbindung mit dem Smartphone oder Laptop steht Bluetooth 4.2 zur Verfügung – kein aktueller Standard mehr, in meinem Test aber im Alltag ausreichend stabil, solange ich mich innerhalb der üblichen Reichweite von rund zehn Metern bewegt habe. Als kabelgebundene Alternative gibt es lediglich einen 3,5-mm-AUX-Eingang; eine XLR- oder Standard-Klinkenbuchse, wie sie größere Modelle der Marke bieten, sucht man an der Rider vergebens. Wer die Box also mit professionellem DJ-Equipment oder einem Mischpult verbinden möchte, wird an dieser Stelle eingeschränkt.

Soundboks Rider

Auffällig war für mich zudem, dass die Rider weder den markeneigenen TeamUp-Modus zur Kopplung mehrerer Soundboks-Lautsprecher noch Bluetooth Auracast unterstützt, wie es inzwischen bei Konkurrenten von JBL, Marshall oder Sony zum Standard gehört. Für eine einzelne Box im kleinen Kreis stört das kaum, wer aber mit mehreren Lautsprechern gleichzeitig eine größere Fläche beschallen möchte, muss auf ein anderes Soundboks-Modell zurückgreifen. Praktisch fand ich dagegen den USB-C-Ausgang mit bis zu 10 Watt (5 V/2 A): Die Rider funktioniert damit im Notfall auch als Powerbank, mit der ich unterwegs mein Smartphone ein Stück weit nachladen konnte.

Akkulaufzeit: Herausnehmbare Batterie

Das Herzstück der Rider ist „The Battery“. Ein herausnehmbarer Lithium-Eisenphosphat-Akku (LiFePO4) mit 99,84 Wattstunden Kapazität. Soundboks verspricht bis zu 35 Stunden Spielzeit bei mittlerer Lautstärke und bis zu 8 Stunden bei voller Lautstärke. In meinem Test bei einer für Balkon und Terrasse typischen, mittleren bis gehobenen Lautstärke bin ich über einen ganzen Tag mit mehreren Stunden Musik locker ohne Nachladen ausgekommen, was die Herstellerangabe für mich absolut glaubwürdig macht. Bei voller Lautstärke, im Falle einer Geburtstagsfeier, hat der Akku nach rund acht Stunden tatsächlich schlappgemacht. Ein Wert, mit dem ich angesichts der kompakten Bauform gut leben kann.

Ein Detail, das mich zunächst überrascht hat: Ein Ladegerät („The Charger“) liegt der Rider nicht bei, sondern muss für rund 59 Euro separat dazugekauft werden. Das lässt sich aber locker verschmerzen, da der Akku der Soundboks Rider ganz entspannt per USB-C geladen werden kann. Wer mag, kann sich zudem für etwa 199 Euro einen zweiten Akku zulegen und diesen als Ersatz mitführen. Bei mehrtägigen Trips oder Festivals durchaus eine sinnvolle Investition.

App-Anbindung: Soundboks Companion App

Gesteuert habe ich die Soundboks Rider über die kostenlose Soundboks Companion App, die für iOS und Android verfügbar ist. Hier steht zunächst einmal ein Firmware-Update bereit, dass allerdings in wenigen Minuten eingespielt ist. Im Zentrum stehen dabei vier Klangprofile: Bass+ für mehr Punch bei Dance, Techno/House und Hip-Hop, Outdoor, bei dem Bässe und Höhen angehoben und die Mitten leicht zurückgenommen werden, um Umgebungsgeräusche im Freien zu übertönen, Indoor für einen transparenteren, offeneren Klang in Innenräumen sowie ein frei einstellbares Custom-EQ.

In der Praxis habe ich zwischen Outdoor und Indoor je nach Umgebung tatsächlich einen hörbaren Unterschied gemerkt. Ein nettes, unkompliziertes Feature, ohne dass man sich tief in Equalizer-Einstellungen einarbeiten muss.

Zusätzlich bietet die App eine Bluetooth-Sicherheits-PIN sowie eine Fernsperrfunktion (Speaker Remote Lock), mit der sich die Box gegen unbefugten Zugriff schützen lässt. Praktisch, wenn die Rider mal unbeaufsichtigt auf einer Party steht. Firmware-Updates liefen bei mir im Testzeitraum unauffällig im Hintergrund. Etwas gestört haben mich zweimal kurze Verbindungsfehler beim erstmaligen Verbinden von App und Box, die sich aber jeweils durch ein erneutes Öffnen der App beheben ließen.

Soundqualität: Der Klang der Soundboks Rider

Die Soundboks Rider macht aus klanglicher Sicht keine halben Sachen und geht bereits ab mittlerer Lautstärke beherzt zur Sache. Der wichtigste Eindruck vorweg: Es ist kaum zu glauben, wie laut diese kleine Box tatsächlich wird. Bei elektronischer Musik (Techno, House, Hip-Hop) spielt die Rider mit einem Elan auf, den ich ihr angesichts ihrer kompakten Form ehrlich gesagt nicht zugetraut hätte. Der 8-Zoll-Tieftöner liefert bei Bass+-Preset einen kräftigen, direkten Punch, der auf einer kleinen Gartenparty oder im Park für ordentliche Stimmung sorgt. Bei treibenden Tracks mit viel Sub-Bass-Anteil habe ich allerdings gemerkt, dass die Rider zwar ordentlich Druck aus dem Gehäuse presst, an das satte, körperliche „Donnergrollen“ größerer Modelle wie der Mix oder der Soundboks 4 mit ihren 10-Zoll-Treibern aber naturgemäß nicht herankommt, dafür ist der einzelne 8-Zöller einfach zu klein dimensioniert. Was er stattdessen liefert, ist ein knackiger, vorwärtsdrängender Bass, der eher Energie als Tiefe vermittelt.

Soundboks Rider

Die drei EQ-Presets machen im Alltag tatsächlich einen hörbaren Unterschied, den ich bei mehreren Hörsessions direkt gegeneinander verglichen habe. Im Bass+-Modus wird der Bassbereich noch einmal spürbar angehoben, was bei Dance-, Tech-House- und Hip-Hop-Produktionen für den meisten Spaß sorgt, bei bassschweren Tracks aber schnell an die Kontrollgrenze des kleinen Tieftöners stößt. Der Outdoor-Modus hebt zusätzlich zum Bass auch die Höhen an und nimmt die Mitten leicht zurück – eine sinnvolle Anpassung, wenn Wind und Umgebungsgeräusche im Freien sonst einen Teil des Klangbilds verschlucken würden, die ich in Innenräumen aber als unangenehm schrill empfunden habe. Am ausgewogensten und für mein Ohr am angenehmsten zum längeren Zuhören war der Indoor-Modus, der die Mitten wieder in den Vordergrund rückt und insgesamt einen offeneren, transparenteren Klang liefert.

Bei akustischer oder gesangsbetonter Musik zeigt sich allerdings die Kehrseite der auf Party ausgelegten Abstimmung: Die deutliche Anhebung im Bass- und unteren Mittenbereich führt dazu, dass Stimmen und Details bei ruhigeren Titeln in meinem Test etwas dumpf und verschleiert wirken konnten, so als läge ein leichter Schleier über der Aufnahme. Bei Latin-Pop- oder R&B-Produktionen mit viel Stimmvolumen im unteren Register ist mir das besonders aufgefallen, während klarer abgemischte Popsongs mit prägnanten Höhen davon spürbar weniger betroffen waren. In den oberen Frequenzen bleibt die Rider dagegen angenehm zurückhaltend und nie schrill, was bei längerem Hören auf Partys durchaus angenehm ist, aber auch bedeutet, dass Becken, Hi-Hats und Details in den ganz hohen Lagen etwas an Brillanz einbüßen.

Bei sehr hoher Lautstärke, grob ab den letzten 15 bis 20 Prozent des Reglers, ist mir außerdem eine zunehmende Verzerrung aufgefallen. Die Rider bleibt zwar laut, verliert dabei aber merklich an Kontrolle und Klarheit, besonders im Bassbereich, der dann eher zu scheppern als zu drücken beginnt. Bei rund 80 bis 85 Prozent der maximalen Lautstärke habe ich für mich persönlich den klanglich saubersten Punkt gefunden, an dem die Box noch souverän und mit Reserven aufspielt, ohne bereits in die Verzerrung zu rutschen. Für spontane Partys, Grillabende oder eine Fahrradtour mit Musik ist das alles völlig ausreichend, wer aber audiophile Ansprüche an Klangtreue, satten Sub-Bass oder ein besonders ausgewogenes Klangbild bei leiser bis mittlerer Lautstärke stellt, sollte hier keine Wunder erwarten.

Soundboks Rider Test: Fazit

Die Soundboks Rider ist ein leistungsstarker, kompakter Partylautsprecher, der genau das einlöst, was der Name verspricht: Sie lässt sich mühelos mitnehmen, hält einiges an rauem Alltag aus und wird für ihre Größe erstaunlich laut. In meinem Test hat mich besonders die Kombination aus robuster IP66-Verarbeitung, langer Akkulaufzeit und dem herausnehmbaren Akku überzeugt.

Wer dagegen maximale Klangtreue bei leiserer, akustischer Musik, professionelle Anschlussmöglichkeiten oder Features wie TeamUp und Auracast erwartet, wird an mehreren Stellen an die bewussten Einschränkungen der Rider erinnert und sollte zudem einkalkulieren, dass ein Ladegerät nicht im Lieferumfang enthalten ist. Für alle, die in erster Linie einen zuverlässigen, gut klingenden Begleiter für spontane Anlässe unterwegs suchen, bleibt die Rider nach meiner Erfahrung aber eine der überzeugendsten Optionen ihrer Klasse.

Silver Award für Soundboks Rider - 09/2026SoundboksRider09/2026

VORTEILE

  • Erstaunlich laut und kraftvoll
  • Robust und wasserfest
  • Herausnehmbarer Akku
  • Starke Akkulaufzeit
  • Guter Klang
  • Übersichtliche App

NACHTEILE

  • Kein TeamUp und Auracast
  • Nur AUX-Eingang
  • Klang könnte ausgewogener sein
  • Teuer
  • Kein Standard-Stativgewinde

Detailbewertung

Verarbeitung95
Bedienkomfort85
Ausstattung84
Soundqualität84
Preis-Leistungs-Verhältnis81

Fazit

Die Soundboks Rider überzeugt mit robustem Gehäuse, starkem Sound und ausdauerndem Wechselakku. Klar eine Empfehlung für alle, die Outdoor-Power brauchen und Portabilität schätzen.

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