Soundpeats UU2 im Test: Günstige Open-Ear-Ohrhörer mit erstaunlich viel Bass

Philipp Briel
Philipp Briel · 7 Min. Lesezeit
Soundpeats UU2

Open-Ear-Kopfhörer, die nicht in den Gehörgang wandern, sondern per Clip am Ohr sitzen, sind längst keine Nische mehr und Soundpeats mischt mit dem UU2 (international auch unter dem Namen Pop Clip2 vermarktet) kräftig im Einstiegssegment mit. Für unter 70 Euro bekommt man Bluetooth 6.0, LDAC-Unterstützung, physische Bedientasten statt wackeliger Touch-Flächen und eine Akkulaufzeit von bis zu 42 Stunden inklusive Ladecase. Der Nachfolger des Soundpeats Clip1 soll dabei vor allem beim Klang und beim Tragekomfort zulegen. Unser Test verrät, für wen sich der Soundpeats UU2 eignet und wo es beim günstigen Einstiegspreis hakt.

Technische Daten der Soundpeats UU2

Bauform Open-Ear-Clip-On-Ohrhörer
Treiber 12 mm, Dual-Magnet Dynamic Driver
Frequenzbereich 20 Hz – 40 kHz
Bluetooth-Version 6.0
Unterstützte Codecs SBC, AAC, LDAC
Reichweite Bis zu 15 Meter
Multipoint-Verbindung Ja, Dual-Device-Pairing
Mikrofone Bis zu 2 pro Ohrhörer mit KI-Rauschunterdrückung (ENC)
Bedienung Physische Tasten
Wasserschutz IPX5
Akku Ohrhörer 50 mAh je Ohrhörer
Akku Ladecase 500 mAh
Spielzeit pro Ladung Bis zu 10 Stunden (ca. 7–8 Stunden bei aktivem LDAC)
Gesamtspielzeit mit Case Bis zu 42 Stunden
Ladezeit Ohrhörer Ca. 45 Minuten
Ladezeit Case Ca. 1 Stunde 36 Minuten
Schnellladefunktion 10 Minuten Laden = ca. 2 Stunden Spielzeit
Anschluss Ladecase USB-C
Material Hochelastisches TPU, Nickel-Titan-Legierung (Memory-Wire)
Gewicht pro Ohrhörer Ca. 4,7–5 g
Gewicht inkl. Case Ca. 47,7 g
Farbe Schwarz
Lieferumfang Ohrhörer, Ladecase, USB-C-Kabel, Kurzanleitung, App-Schnellstarthilfe, Aufkleber
Preis (UVP) € 59,49 *

Soundpeats UU2 Test: Design und Verarbeitung

Der UU2 setzt wie schon sein Vorgänger auf ein offenes Tragekonzept: Statt eines Ohrpassstücks im Gehörgang sitzt der Lautsprecher außerhalb der Ohrmuschel, während ein flexibler Memory-Wire-Bügel aus hochelastischem TPU und einer Nickel-Titan-Legierung den Ohrhörer am Ohrläppchen fixiert. Der Vorteil dieser Bauform: kein Druckgefühl im Gehörgang, kein „Vakuum“-Effekt und die Möglichkeit, Umgebungsgeräusche jederzeit mitzubekommen.

Soundpeats UU2

Ideal für Laufen, Radfahren oder das Büro, in dem man trotzdem noch angesprochen werden möchte. Den Aufbau kennt man in der Form bereits von den edlen Huawei FreeClip 2 S (Test) oder den QCY Crossky C50 (Test). Mit rund 4,7 bis 5 Gramm pro Ohrhörer zählt der UU2 zu den leichteren Vertretern seiner Klasse und liegt damit spürbar unter vielen geschlossenen True-Wireless-Modellen. Besonders der Tragekomfort gefällt mir ausgesprochen gut.

Soundpeats UU2

Die „hautfreundliche Oberfläche“ verursache auch bei stundenlangem Tragen keine Reizungen, der Bügel sei dünner als bei vielen Konkurrenzmodellen und lasse sich trotzdem stabil und individuell einstellen. Optisch wirkt der UU2 dabei reifer und dezenter als der Vorgänger Clip1. Kein auffälliges Gaming-Design, sondern ein unaufdringliches, alltagstaugliches Erscheinungsbild in Schwarz.

Ausstattung: Treiber, Bluetooth und Codecs

Im Inneren jedes Ohrhörers verbaut Soundpeats einen 12-mm-Dual-Magnet-Treiber. Diese Dual-Magnet-Konstruktion zielt auf einen kräftigeren Antrieb der Membran ab, was sich besonders bei der Basswiedergabe bemerkbar machen soll, dazu gleich mehr im Klang-Kapitel.

Bei der Funkverbindung ist der Soundpeats UU2 auf der Höhe der Zeit: Bluetooth 6.0 verspricht gegenüber älteren Standards eine stabilere Verbindung und geringere Latenz, die Reichweite liegt bei bis zu 15 Metern. Codec-seitig unterstützt der Ohrhörer neben den Standard-Codecs SBC und AAC auch LDA. Ein High-Res-Codec, der eigentlich eher in höherpreisigen Modellen zu finden ist und für kompatible Android-Geräte eine höhere Übertragungsbandbreite und potenziell bessere Klangqualität ermöglicht.

Soundpeats UU2

Wer LDAC aktiv nutzt, sollte allerdings die etwas kürzere Akkulaufzeit von rund 7 bis 8 Stunden statt der vollen 10 Stunden einkalkulieren. Abgerundet wird die Verbindungsseite durch Multipoint, mit dem sich der UU2 gleichzeitig mit zwei Geräten koppeln lässt, praktisch, um etwa zwischen Laptop und Smartphone hin- und herzuwechseln, ohne jedes Mal neu zu verbinden.

Bedienung: Physische Tasten statt Touch

Statt der bei Open-Ear-Modellen sonst häufig verbauten Touch-Flächen setzt Soundpeats beim UU2 auf physische Tasten. Das mag auf den ersten Blick altmodisch wirken, hat in der Praxis aber einen handfesten Vorteil: Die Bedienung funktioniert auch mit Schweiß an den Fingern, im Regen oder mit Handschuhen zuverlässig, während kapazitive Touch-Flächen unter genau diesen Bedingungen gerne mal patzen oder ungewollt auslösen.

Soundpeats UU2

App-Anbindung: SOUNDPEATS-App und PeatsAudio

Klanglich anpassen lässt sich der UU2 über die SOUNDPEATS-App, in Testberichten teils auch als PeatsAudio-App bezeichnet. Für ein Modell in dieser Preisklasse fällt der Funktionsumfang überraschend groß aus:

  • Mehrere vorkonfigurierte EQ-Presets für unterschiedliche Musikgenres
  • Ein mehrkanaliger Equalizer zur manuellen Feinabstimmung
  • Dynamic EQ, das die Basswiedergabe je nach Lautstärke automatisch anpasst
  • Adaptive EQ, die den Klang an die individuelle Ohrform anpassen soll
  • Spatial Audio für einen räumlicheren Klangeindruck – in Tests allerdings eher als solide Zusatzfunktion denn als Highlight beschrieben
  • Privacy Mode und Game Mode für Anrufe beziehungsweise reduzierte Latenz beim Gaming
  • Firmware-Updates direkt über die App

Gerade die Kombination aus Dynamic EQ und mehrkanaligem Equalizer hebt den UU2 von vielen Budget-Konkurrenten ab, bei denen oft nur ein paar starre Presets zur Auswahl stehen.

Akkulaufzeit der UU2

Bei der Akkulaufzeit bewegt sich der Soundpeats UU2 im für seine Preisklasse überdurchschnittlichen Bereich: 50 mAh je Ohrhörer und 500 mAh im Ladecase ergeben laut Hersteller bis zu 10 Stunden Spielzeit pro Ladung und in Summe bis zu 42 Stunden inklusive mehrfachem Nachladen über das Case. Wer aktiv den LDAC-Codec nutzt, muss mit rund 7 bis 8 Stunden pro Ladung rechnen. Ein üblicher Kompromiss, da High-Res-Übertragung mehr Energie kostet.

Soundpeats UU2

Praktisch für den Alltag ist die Schnellladefunktion: 10 Minuten am Case sollen für rund 2 Stunden Spielzeit reichen. Genug, um vor einem spontanen Lauf oder einer vergessenen Akkuladung schnell nachzurüsten. Vollständig geladen sind die Ohrhörer selbst nach rund 45 Minuten, das Case nach etwa 1 Stunde 36 Minuten über USB-C.

Soundqualität der Soundpeats UU2

Überraschung: Für ein offenes Clip-On-Design liefert der Soundpeats UU2 überraschend viel Bass. Klanglich erwartet dich ein heller, höhenbetonter Sound mit einer breiten, aber eher niedrigen Bühne. Der Bass ist erstaunlich präsent und satt, ohne Details vermissen zu lassen: Sitzt der Ohrhörer optimal, liefert er  spürbare dynamische Kontraste, sitzt er zu nah am Gehörgang, kann der Bass jedoch dumpf wirken. Insgesamt ist der Klang voluminös, auch wenn er naturgemäß nicht an geschlossene In-Ears heranreicht.

Soundpeats UU2

Die Mitten präsentieren sich als voll und nach vorne gerichtet, mit für die Bauform überraschend hohem Detailreichtum. Schlagzeug und Percussion klingen lebendig und voll. Das bekommen nur wenige Open-Ear-Kopfhörer so gut hin. Bei den Höhen kann es bei hohen Lautstärken oder sehr brillanten Aufnahmen gelegentlich leicht harsch oder metallisch klingen, in der Regel bleiben Höhen aber kontrolliert. Ein weiterer Pluspunkt: Der UU2 spielt für seine Bauform ungewöhnlich laut. Die maximale Lautstärke braucht man eigentlich in den seltensten Fällen, meist reichen rund 50-60 Prozent der maximalen Leistung vollkommen aus. Auch das überrascht, da Open-Ears normalerweise eher leise(r) spielen.

Soundpeats UU2

Alles in allem gefällt mir das, was bei den UU2 hier ins Ohr dringt, wirklich ziemlich gut. Das Niveau der deutlich teureren Konkurrenz erreicht Soundpeats hier zwar nicht, klanglich liefern die Ohrhörer aber ein wirklich stimmiges Gesamtbild ab. Gerade, wenn man mithilfe des Equalizers noch ein wenig Feintuning ansetzt.

Mikrofonqualität und Rauschunterdrückung

Für Anrufe und Sprachassistenten setzt der UU2 auf bis zu zwei Mikrofone pro Ohrhörer mit KI-gestützter Rauschunterdrückung (ENC), die vor allem Wind- und Umgebungsgeräusche herausfiltern soll. Die generelle Ausstattung und der Klang mit ENC ist für die Preisklasse aber solide und deckt sich mit dem, was Wettbewerber in diesem Preissegment anbieten.

Soundpeats UU2 Test: Fazit

Der UU2 zeigt, dass Soundpeats seinem Open-Ear-Einstiegsmodell einen sinnvollen Sprung nach vorne verpasst hat: mehr Bass, mehr Auflösung, eine überraschend umfangreiche App mit Dynamic EQ und LDAC-Unterstützung, wie man sie sonst selten in dieser Preisklasse findet. Die physischen Tasten statt Touch-Steuerung und die solide Akkulaufzeit von bis zu 42 Stunden runden das Paket für Sport- und Alltagsnutzung ab.

Auch klanglich bekommt man, gemessen am Preis, einiges geboten und kann zusätzlich auf Wunsch per App noch Feineinstellungen vornehmen. Die Mikrofone sind hingegen okay und gelegentliche Verbindungsaussetzer stoßen etwas sauer auf. Für den gebotenen Preis bleibt der UU2 dennoch ein interessanter Einstieg in offene Ohrhörer.

Silver Award für Soundpeats UU2 - 08/2026SoundpeatsUU208/2026

VORTEILE

  • Kräftiger Bass (für Open Ears)
  • Guter, lebendiger Klang
  • Hoher Tragekomfort
  • Umfangreiche App
  • Bluetooth 6.0 mit LDAC

NACHTEILE

  • Vereinzelte Verbindungsaussetzer
  • Bedientaste recht klein
  • Mikrofone nur okay
  • Einzelne Software-Kinderkrankheiten

Detailbewertung

Verarbeitung87
Tragekomfort91
Ausstattung86
Soundqualität80
Aufnahmequalität70
Preis-Leistungs-Verhältnis91

Fazit

Die Soundpeats UU2 bieten für unter 70 Euro beeindruckend viel: Bluetooth 6.0, LDAC, lange Akkulaufzeit und guten Tragekomfort. Für Einsteiger in Open-Ear-Kopfhörer eine klare Empfehlung mit solidem Preis-Leistungs-Verhältnis.

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