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Was kann die Synology Diskstation DS420j? Das Einsteiger-NAS ausprobiert!

Bei der Synology Diskstation DS420j handelt es sich um ein Einsteiger-NAS, das erstmals auf der CES 2020 in Las Vegas präsentiert wurde. Als NAS (Network Attached Storage) mit vier Festplatteneinschüben bezeichnet man es auch als 4-Bay-NAS.

Synology richtet sich mit der Diskstation DS420j vor allem an Privatnutzer, die lediglich einen Netzwerkspeicher benötigen. Dennoch bietet das System alle Annehmlichkeiten des Synology Diskstation Managers (DSM) und kann somit noch deutlich mehr leisten. Nutzer können bis zu vier 16 TB große Festplatten verbauen, aber auch die Verwendung von SSDs ist möglich. Angetrieben wird das System von einem Vier-Kern-Prozessor, der ausreichend Power für die Privatznutzung bieten soll. Mit einem 1-Gbit/s-Ethernet-Anschluss und zwei USB 3.0 Ports bietet die DS420j verhältnismäßig wenig Anschlüsse, dafür ist aber auch der Preis mit ca. 310 Euro angenehm niedrig.

Ob sich die Anschaffung der Synology Diskstation DS420j für euch lohnt, haben wir unter die Lupe genommen und hoffen euch mit diesem Testbericht eine Entscheidungshilfe bereitstellen zu können.

Technische Spezifikationen

SoC: Realtek RTD1296
ARMv8
1,40 GHz, 4 Kerne, 4 Threads
RAM: 1.024 MB
Festplatteneinschübe: 4 (max. 4x 16 TB)
HDD-Format: 2,5″ & 3,5″
RAID-Level: Synology Hybrid RAID, Basic, JBOD, RAID 0, RAID 1, RAID 5, RAID 6, RAID 10
I/O-Ports: 1 × LAN
2 × USB 3.0
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (ordner- und laufwerksbasiert)
Lüfter: 2 × 80 × 80 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
Netzteil: 90 Watt (extern)
Maße (H×B×T): 184,0 × 168,0 × 230,0 mm
Leergewicht: 2,21 kg
Preis: 310 € (aktuell: € 309,00 *)

Äußeres

Das äußere des NAS-Gehäuses ist sehr schlicht gehalten. So setzt Synology in der Front auf mattes Kunststoff, außerdem gibt es seitliche Hochglanz-Elemente. Die Rückseite sowie der Deckel, der auch über die Seiten geht, bestehen jedoch aus lackiertem Stahl.

An der Vorderseite ist mittig ein silberne Knopf zu finden, der fürs Ein- und Ausschalten zuständig ist. Eine integrierte LED zeigt den Betrieb an, außerdem finden sich links und rechts weitere LEDs die über den Status der LAN-Verbindung und die Aktivität der Laufwerke informieren.

An der Stahlrückseite finden sich alle Anschlüsse des NAS-Servers. Diese sind bei der Diskstation DS420j aufs nötigste reduziert: 1x Gigabit-Ethernet, 2x USB 3.0 sowie ein Kenstington-Lock. Des Weiteren ist hier eine Reset-Taste zu finden, die mit einem spitzen Gegenstand eingedrückt werden muss.

Geöffnet werden kann das Gehäuse an der Rückseite. Hier sind vier Daumenschrauben zu finden. Sind diese gelöst, kann einfach eine Klappe aufgeklappt werden. Dort sind neben den vier Festplatteneinschüben auch die beiden Lüfter zu finden.

An der Unterseite ist die Diskstation DS420j mit vier Gummifüßen ausgestattet, die das Gehäuse vom Untergrund entkoppel und für einen rutschfesten Stand sorgen.

Festplatteneinbau

Wie bereits erwähnt sind die Festplatteneinschübe erreichbar nachdem man an der Rückseite vier Daumenschrauben gelöst und eine Klappe geöffnet hat. Um den Festplattenkäfig noch besser erreichbar zu machen und die Festplatten später verschrauben zu können empfiehlt es sich außerdem den Deckel zu entfernen, der einfach abgehoben werden kann, wenn die Rückseite bereits geöffnet wurde.

Die vier Laufwerkshalterungen sind aus ABS-Kunststoff und können einfach herausgezogen werden. Anschließend können die Festplatten eingesetzt und mit jeweils vier Schrauben festgeschraubt werden. Danach können sie einfach wieder hereingeschoben werden und rutschen automatisch in die entsprechenden Anschlüsse. Zwei weitere Schrauben können nun verwendet werden um die Einschübe am Festplattenkäfig zu fixieren. Auch wenn die Laufwerke relativ fest sitzen, ist das weitere Verschrauben empfehlenswert damit nichts verrutscht und die Verbindung verloren geht. Leider ist das nicht mit jeder Festplatte möglich, da nicht jede Festplatte drei Löcher auf jeder Seite besitzt. Hier wäre es besser gewesen, wenn Synology auf ein unabhängiges Haltesystem gesetzt hätte.

Außerdem ist leider keine werkzeuglose Montage möglich. Ein wirklicher Nachteil entsteht Nutzern dadurch aber genauso wenig wie durch den internen Verbau der Festplatten. Es ist auch für Laien sehr einfach die Festplatten einzubauen und im Privatgebrauch ist ein häufiger Festplattenwechsel wohl eher die Ausnahme.

Positiv hervorzuheben ist noch, dass die Lüfter an der rückseitigen Klappe montiert sind und somit auch sehr einfach ausgetauscht oder gereinigt werden können.

Einrichtung

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach. Nachdem die Festplatten eingebaut, alle Kabel angeschlossen und die Diskstation DS420j eingeschaltet wurde, ist der Zugriff über die Weboberfläche möglich. Hier hilft der herunterladbare Synology Assistant oder die Domain find.synology.com, um die Adresse des lokalen NAS-Servers aufzurufen. Alternativ hilft natürlich auch einfach ein Blick in die Administrationsoberfläche eures Routers, wo der NAS-Server auch mit seiner IP-Adresse angezeigt wird.

Bei der Ersteinrichtung müssen die Festplatten zurückgesetzt werden. Falls sie bereits in einem Synology NAS genutzt werden ist dies nicht der Fall. Falls ihr das NAS mal zurücksetzen müsst, müsst ihr also keinen Datenverlust befürchten.

Ein einfacher Installationsassistent führt einen durch die Einrichtung. Das Betriebssystem wird automatisch heruntergeladen und installiert, was einige Minuten dauert. Anschließend muss nur ein Administratorkonto erstellt werden. Außerdem ist es möglich direkt Quick Connect einzurichten, wodurch der Zugriff übers Internet möglich ist. Hierfür ist ein Synology-Konto notwendig. Alternativ kann man später auch einfach einen dynamischen DNS-Service nutzen und eine eigene Domain einrichten.

In unserer Bildergalerie könnt ihr die Einrichtung in Einzelschritten nachvollziehen:

Anschließend gibt es auch noch eine kurze Einweisung ins System:

Funktionsumfang des DSM

Der Synology Diskstation Manager (DSM) ist das Betriebssystem der NAS-Server von Synology, so auch bei der Diskstation DS420j. Es bietet einen extrem hohen Funktionsumfang und somit viele Möglichkeiten das Gerät nicht nur als Netzwerkspeicher, sondern auch für diverse andere Anwendungsszenarios zu verwenden. Es handelt sich um eine klickbare Weboberfläche, die einem Desktop ähnelt. Es basiert auf Linux, auf das man bei Bedarf auch per SSH oder andere Protokolle zugreifen kann, um tiefgreifende Einstellungen vorzunehmen. Für den normalen Nutzer reicht jedoch die Weboberfläche.

Es werden alle notwendigen Funktionen für den Netzwerkzugriff geboten. So kann man verschiedene Benutzergruppen und Benutzer anlegen und ihnen jeweils eigene Zugriffsrechte zuteilen. Auch der Zugriff auf gemeinsam genutzte Ordner und Dateien ist selbstverständlich möglich. Der Zugriff ist nicht nur über die Weboberfläche möglich, sondern kann nach einigen getätigten Einstellungen auch über den Windows Explorer bzw. die entsprechenden Pendants unter MacOS und Linux vorgenommen werden. Besonders hilfreich ist hier auch die Möglichkeit per DDNS und Let’s Encrypt eine eigene Domain inklusive SSL-Verschlüsslung zuzuweisen. Der Zugriff vom Smartphone oder TV-Geräten ist selbstverständlich auch möglich.

Neben der Dateiverwaltung bietet der DSM unter anderem auch die Möglichkeit zur Bilderverwaltung ähnlich wie bei Google Photos. Synology nennt die dazugehörige Anwendung „Moments“. Hier wird automatisch kategorisiert und auch eine Gesichterkennung ist integriert. Außerdem ist ein Office Paket vorhanden. Diese und weitere Anwendungen können einfach über das Paket-Zentrum installiert und aktuell gehalten werden.

Der gesamte Funktionsumfang des Synology Diskstation Managers würde den Umfang dieser Review sprengen, wir werden jedoch in Zukunft noch einige Tutorials zu dem Thema veröffentlichen.

Für einige sicherlich auch extrem wichtig: die LEDs in der Front können abgeschaltet werden, um nicht zu stören.

Betrieb

Angetrieben wird die Diskstation DS420j von einem Realtek RTD1296PB Prozessor, der auf vier Kerne mit jeweils 1,4 GHz setzt. Die CPU ist besonders energiesparend und wird dementsprechend auch passiv gekühlt. Das gesamte Gehäuse wird jedoch durch zwei 3-Pin-Lüfter mit 80-mm-Rahmen gekühlt. Verbaut sind FD128020HL von YEN SUN Technology (Y.S. Tech), die mit bis zu 2.900 Umdrehungen pro Minute drehen und dabei 29,1 dB(A) laut werden. Der Luftdurchsatz liegt dann bei 52,2 m³/h und der statische Druck bei 2,8 mm H²O. Es kann sich also durchaus lohnen diese beispielsweise durch Noctua-Lüfter auszutauschen. Besonders lautet werden sie aber auch nicht, außer man lässt sie mit voller Geschwindigkeit laufen. Synology bietet jedoch vier Modi: volle Geschwindigkeit, Kühlmodus, Stiller Modus und Niedriger Energiestatus. Der Modus „Niedriger Energiestatus“ ist nicht bei allen Synology NAS-Systemen verfügbar, hier schalten sich die Lüfter bei niedrigen Temperaturen auch komplett aus.

Das System ist ordentlich performant und der Prozessor schafft es den Gigabit-LAN-Anschluss auszulasten. Die Datenübertragungsgeschwindigkeit liegt bei bis zu 118 MB/s, bei verschlüsselten Dateien ist das System unwesentlich langsamer (10%). Lediglich die Übertragung von USB-Geräten ist vergleichsweise langsam, aber man muss auch bedenken, dass es sich hierbei um ein Einsteiger-NAS handelt.

Der Energieverbrauch ist angenehm niedrig. Im Ruhezustand werden ca. 2 Watt verbraucht, im Betrieb mit vier Festplatten etwa 25 Watt. Der genaue Verbrauch hängt auch von den verwendeten Festplatten ab.

Wirklich leise ist das System leider nicht, da eine Gehäusedämmung fehlt und auch die kleinen Lüfter durchaus mal aufdrehen müssen. Hier hätten wir uns etwas besseres gewünscht.

Außerdem müssen wir leider anmerken, dass die Diskstation DS420j nur ext4 als Formatierung unterstützt. Ein fehlererkennendes Format wie btrfs oder zfs ist leider nicht nutzbar.

Fazit

Insgesamt betrachtet liefert Synology mit der Diskstation DS420j ein brauchbares Einsteiger-NAS-System zu einem attraktiven Preis. Der Zusammenbau ist einfach, die Performance gut und der Synology Diskstation Manager ein nahezu perfektes Betriebssystem. Auch wenn nicht alles einfach zusammengeklickt werden kann, so doch das meiste. Wir hätten uns lediglich eine bessere Dämmung gewünscht damit das System unauffällig im Hintergrund verschwinden kann. Wir werden noch einige Tutorials mit dem Gerät veröffentlichen, in Zukunft aber sicherlich auch nochmal die Möglichkeiten für ein Eigenbau-NAS aufzeigen, das besser gedämmt ist.

Synology Diskstation DS420j

Design & Verarbeitung
Ausstattung
Dämmung
Kühlung
Software
Geschwindigkeit
Preis-Leistungs-Verhältnis

90/100

Die Synology Diskstation DS420j ist ideal für Einsteiger und Privatnutzer, die vier Festplatteneinschübe in ihrem NAS benötigen.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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Simon

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Synology richtet sich mit der Diskstation DS420j vor allem an Privatnutzer, die lediglich einen Netzwerkspeicher benötigen. Dennoch bietet das System alle Annehmlichkeiten des Synology Diskstation Managers (DSM) und kann somit noch deutlich mehr leisten. Nutzer können bis zu vier 16 TB große Festplatten verbauen, aber auch die Verwendung von SSDs ist möglich. Angetrieben wird das System von einem Vier-Kern-Prozessor, der ausreichend Power für die Privatznutzung bieten soll. Mit einem 1-Gbit/s-Ethernet-Anschluss und zwei USB 3.0 Ports bietet die DS420j verhältnismäßig wenig Anschlüsse, dafür ist aber auch der Preis mit ca. 310 Euro angenehm niedrig...

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