Der Teufel Motiv Go 2 ist nach über fünf Jahren der kürzlich veröffentlichte Nachfolger eines der beliebtesten kompakten Bluetooth-Lautsprecher aus dem Berliner Hause Teufel. Auf den ersten Blick hat sich wenig verändert, doch wer genauer hinschaut, erkennt eine durchdachte Neuausrichtung: mehr App, mehr Konnektivität, noch besserer Klang. Mehr dazu im Test.
Technische Daten des Teufel Motiv Go 2
| Produkt | Motiv Go 2 |
| Treiber | 2x Breitband 2x Passivmembran |
| Bluetooth-Version | 5.3 |
| Bluetooth-Codecs | SBC, AAC |
| Anschlüsse | USB-C |
| Akkulaufzeit | bis zu 16 Stunden |
| Besonderheiten | Dynamore; Party-Modus |
| Größe | 211 mm x 115 mm x 65 mm |
| Gewicht | 1 kg |
| Farben | Schwarz; Weiß; Lila |
| Lieferumfang | Motiv Go 2, USB-C-Kabel, Anleitung |
| Preis | € 234,98 * |
Teufel Motiv Go 2 Test: Am Design hat sich wenig getan
Wer den Vorgänger kennt, wird beim Motiv Go 2 sofort ein Déjà-vu erleben und das ist durchaus als Kompliment gemeint. Das grundlegende Design wurde kaum angetastet, denn es war schlicht schon gut. Der Motiv Go 2 kommt im gleichen kompakten Quaderformat daher, mit den Maßen 21,1 × 11,5 × 6,5 cm und einem Gewicht von 935 Gramm liegt er angenehm in der Hand und findet auf jedem Schreibtisch, Regal oder in jedem Rucksack problemlos Platz.
Was Teufel überarbeitet hat, ist die Bedienleiste: Alle Tasten wandern konsequent auf die Oberseite und bilden dort eine einheitliche, gebündelte Leist. Zum Vergleich: Beim Vorgänger musste man zur Bluetooth-Kopplung noch seitlich ans Gerät, was im Alltag gelegentlich umständlich war.
Der Alurahmen, der das Gehäuse stabilisiert, verleiht dem Motiv Go 2 eine spürbare Solidität. Man hält hier kein Plastikspielzeug in den Händen, sondern ein Gerät, das Premium-Anspruch sowohl optisch als auch haptisch einlöst. Der abwischbare, kratzfeste Textilbezug schützt zuverlässig vor dem täglichen Verschleiß, und der edel eingefräste Produktname auf der Unterseite ist ein kleines, aber feines Detail, das den Qualitätsanspruch unterstreicht. Erhältlich ist der Motiv Go 2 in drei Farben: klassisches Schwarz, elegantes Silber und dem für diese Serie neuen „Soft Lavender“, einer pastell-lavendel Farbgebung.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt dennoch: Eine Trageschlaufe oder Befestigungsöse sucht man vergebens. Für einen Lautsprecher, der klar auf Mobilität ausgelegt ist, ist das eine verpasste Chance. Ebenfalls leicht enttäuschend: Die Tastenbeschriftung der Bedienleiste folgt der Gehäusefarbe und kommt ohne Belichtung daher. Das ist mitunter schlecht ablesbar.
Moderne Ausstattung und Konnektivität
Beim Motiv Go 2 setzt Teufel auf Bluetooth 5.3, ein sinnvolles Upgrade gegenüber dem 5.0 des Vorgängers, das in erster Linie mehr Stabilität und bessere Energieeffizienz mitbringt. Multipoint ist weiterhin an Bord, sodass sich zwei Wiedergabegeräte gleichzeitig koppeln lassen. Praktisch, wenn man zwischen Smartphone und Laptop wechselt, ohne neu pairen zu müssen. Neu hinzugekommen ist Google Fast Pair, das die Ersteinrichtung auf Android-Geräten erheblich beschleunigt und den Motiv Go 2 damit endlich auf das Konnektivitätsniveau der Konkurrenz von JBL oder Sony hebt.
Das größte neue Feature in Sachen Konnektivität ist zweifellos die PartyLink-Funktion: Über sie lassen sich bis zu 100 Teufel-Lautsprecher kabellos miteinander verbinden. Entweder zur synchronen Beschallung mehrerer Räume oder als echtes Stereo-Paar mit einem zweiten Motiv Go 2. Das ist eine direkte Antwort auf JBLs Connect-Ökosystem und macht den Motiv Go 2 deutlich attraktiver für alle, die bereits Teufel-Geräte besitzen oder planen, ihr Setup zu erweitern.
Ergänzt wird das durch die Teufel Go App, die erstmals für die Motiv-Serie verfügbar ist: Ein Zwei-Band-EQ, Genre-Presets, Dynamore-Steuerung sowie Einstellungen für LEDs und Auto-Off lassen sich bequem vom Smartphone aus steuern. Kein vollwertiger Multiband-Equalizer, aber ein echter Fortschritt gegenüber der starren Werkskonfiguration des Vorgängers.
Auf der Negativseite steht eine Entscheidung, die mich im Alltag tatsächlich mehrfach gestört hat: Der analoge AUX-Eingang entfällt vollständig. Als Ersatz für den analogen Eingang fungiert der USB-C-Anschluss, über den der Motiv Go 2 auch als externe Soundkarte genutzt werden kann. Beispielsweis an PC oder Notebook.
Auch beim Codec-Support macht der Motiv Go 2 einen Rückschritt: Wo der Vorgänger noch aptX unterstützte, beschränkt sich der Nachfolger auf SBC und AAC. Für Apple-Nutzer ist AAC ein Gewinn, Android-Nutzer verlieren eine Option.
Akkulaufzeit des Teufel Motiv Go 2
Auf dem Papier legt der Teufel Motiv Go 2 mit einer angegebenen Laufzeit von bis zu 15 Stunden im Eco-Modus leicht unter den 16 Stunden des Vorgängers. In der Praxis kommt er im normalen Betrieb auf solide 14 Stunden, ausreichend für einen langen Arbeitstag oder einen ausgedehnten Ausflug, ohne zwischendurch an die Steckdose zu müssen. Der Eco-Modus reduziert gezielt Dynamik und Basstiefe, um mehr Spielzeit herauszuholen. Für Hintergrundmusik im Büro oder Podcasts beim Camping ist das ein sinnvoller Kompromiss, für aktives Musikhören aber eher ein durchwachsener Kompromiss.
Geladen wird nun über USB-C, was den Alltag tatsächlich vereinfacht: Ein Kabel für Smartphone, Laptop und Lautsprecher. Die maximale Ladeleistung beträgt 30 Watt, was zügiges Nachladen ermöglicht. Wer den Lautsprecher im Kabelbetrieb über USB-C mit Audio speist, kann ihn dabei nicht gleichzeitig laden. Für die meisten Nutzungsszenarien ist die Akkulaufzeit jedoch mehr als ausreichend. Nur wer auf mehrtägige Trips ohne Steckdose plant, muss diese Einschränkung im Kopf behalten
Teufel Motiv Go 2: Satter Klang inklusive!
Klanglich legt der Teufel Motiv Go 2 spürbar zu und gefällt mir wirklich ausgesprochen gut. Der technische Grundaufbau ist bewährt: Zwei 2-Zoll-Breitbandtreiber mit Aluminium-Membranen und zwei Passivmembranen arbeiten in einem durch den Alurahmen stabilisierten Gehäuse zusammen, die Gesamtleistung beträgt 20 Watt. Was sich gegenüber dem Vorgänger verändert hat, ist die Abstimmung und das hört man deutlich.
Der Motiv Go 2 klingt ausgewogener, detailreicher und vor allem im Bassbereich deutlich strukturierter als man es einem Gerät dieser Größe zutrauen würde. Das Bassverhalten ist schlicht bemerkenswert. Bei basslastigen Tracks zeigen sich Substanz und Differenzierung, ohne ins Dröhnen zu kippen.
Elektronische Produktionen profitieren ebenso wie klassische Rockmusik, bei der Drums echte Substanz besitzen. Im Mittel- und Hochtonbereich bleibt die Abstimmung angenehm neutral: Stimmen klingen klar und ausdrucksstark, ohne künstliche Schärfe oder Härte. Eine exzellente und stimmige Balance, die sich besonders bei längeren Hörsessions auszahlt, weil sie nicht ermüdet, sondern einfach Laune macht. Und das egal, in welchem Genre du zu hause bist.
Das entscheidende klangliche Upgrade gegenüber dem Vorgänger ist jedoch die überarbeitete Dynamore-Technologie: Aktiviert man die Stereoverbreiterung in der App oder per Tastendruck, erweitert sich die Klangbühne hörbar. Effekte und Instrumente lösen sich deutlich vom Gehäuse und werden freier im Raum positioniert.
Im Test entpuppt sich Dynamore allerdings als kontextabhängig: Nah an einer Wand platziert, hebt es den Sound auf ein neues Level und macht den Motiv Go 2 klanglich größer als er ist. Frei im Raum stehend kann das seitliche Abstrahlen die Klangbühne jedoch etwas zu sehr verteilen, wodurch feine Details etwas untergehen. Gut, dass die Funktion ein- und ausschaltbar ist.
Aber: Egal ob mit oder ohne Dynamore – klanglich liefert der Teufel Motiv Go 2 richtig stark ab. Und das hätte ich in dieser kompakten Größe keineswegs erwartet.
Teufel Motiv Go 2 Test: Fazit
Der Teufel Motiv Go 2 ist kein einfaches Update, er ist eine bewusste Neuausrichtung, die konsequent auf moderne Nutzungsszenarien setzt. App-Steuerung, PartyLink, USB-C-Audio und Google Fast Pair machen aus einem soliden Bluetooth-Lautsprecher ein zeitgemäßes, vernetztes Produkt. Klanglich hat Teufel die Stellschrauben in die richtige Richtung gedreht: Der Motiv Go 2 klingt ausgewogener, räumlicher und lebendiger als sein Vorgänger.
In seiner Größenklasse gibt es nur wenige Mitbewerber, die es mit ihm aufnehmen können. Und das allein ist schon ziemlich beeindruckend. Die Kompromisse sind überschaubar. Der Wegfall von AUX-Eingang, Mikrofon und aptX trifft eine Minderheit der Nutzer. Wer seinen Lautsprecher ausschließlich drahtlos und zum Musikhören nutzt, wird diese Features kaum vermissen. Und wer auf lange Reisen geht, sollte wissen, dass die 15-Stunden-Angabe der Akkulaufzeit nur im bassreduzierten Eco-Modus erreichbar ist.
Unterm Strich empfehle ich den Teufel Motiv Go 2 ohne Zögern allen, die einen kompakten, hochwertigen Bluetooth-Lautsprecher suchen, der zuhause, im Büro und unterwegs gleichermaßen überzeugt. Die Kombination aus erstklassigem Klang, solider Verarbeitung und der nun endlich vorhandenen App-Integration macht ihn zu einem der stärksten Angebote seiner Klasse.
VORTEILE
- Satter Klang
- Audio über USB-C
- Kompakt und robust
- Dynamore
- Gute Akkulaufzeit
NACHTEILE
- Teuer
- Kein Kopfhöreranschluss
- Kein aptX mehr
Fazit
Überzeugender Bluetooth-Lautsprecher mit kräftigem Klang, hochwertigem Design und intuitiver Bedienung. Schade sind allerdings der fehlende AUX-Eingang, das fehlende Mikrofon und der Wegfall von aptX.

