Außergewöhnliche Optik? Keine Frage. Schon der Name „Artist“ macht klar, dass Tineco den FLOOR ONE STATION S9 nicht als nüchternen Wischsauger versteht. Glänzendes Gehäuse, auffälliges Display, große Station – der Auftritt ist deutlich inszenierter als bei vielen anderen Geräten dieser Klasse. Spannender wurde im Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist Test aber schnell, was hinter diesem Auftritt steckt: Wie leicht lässt sich das Gerät führen, wie gut kommt es mit klebrigen Flüssigkeiten, Krümeln, feinen Partikeln und Tierhaaren zurecht, und wie viel Arbeit nimmt die Station nach dem Wischen wirklich ab?
Technische Daten des Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist
| Modell | Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist |
| Gerätetyp | Akku-Wischsauger (Nass-Trockensauger) mit Smart Refresh Station für Hartböden |
| Maße | 266 x 1100 x 233 mm (Gerät), flach gelegt 12,85 cm hoch |
| Gewicht | ca. 5,2 kg (Gerät, ohne Station) |
| Saugleistung | bis zu 22.000 Pa |
| Leistungsaufnahme | 230 Watt |
| Reinigungsmodi | Auto, Max, Suction, Leise |
| Akkulaufzeit | bis zu 90 Minuten (Leise-Modus) / bis zu 75 Minuten (Auto-Modus, flach gelegt) |
| Frischwassertank (Gerät) | 0,85 Liter |
| Schmutzwassertank (Gerät) | 0,8 Liter |
| Wasserspeicher der Station | 5 Liter, mit automatischer Heißwasser-Nachfüllung („Smart Refresh Station“) |
| Selbstreinigung / Trocknung | Heißwasser-Selbstreinigung über die Station, danach FlashDry (110°C, ca. 5 Min.) oder SilentDry (≤45 dB(A)) |
| Besondere Funktionen | iLoop Smart-Sensor, SmoothDrive-Antrieb, 180° Lay-Flat-Design, DualBlock Anti-Tangle, Dreifach-Kantenreinigung mit höhenverstellbarem StreakFree-Abstreifer, HydroBurst-Hochdruckreinigung, automatische Lösungsdosierung, 2A-Blitzladung, LED-Scheinwerfer am Bürstenkopf, 3D-Lichtdisplay, WLAN/App |
| Geeignet für | Hartböden (Fliesen, Parkett, Laminat, Vinyl) – nicht für Teppich |
| UVP | 899 Euro |
Auspacken und Lieferumfang des Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist
Der erste Eindruck beim Auspacken: ganz schön viel Verpackung. Viele Teile sind einzeln in Tütchen verpackt, dazu kommen reichlich Schutzfolien, die man erst einmal abziehen muss. Kaputtgehen dürfte auf dem Transportweg dadurch wenig, besonders nachhaltig oder schnell ausgepackt fühlt sich das Ganze aber nicht an.
Im Lieferumfang enthalten sind:
- das Hauptgerät mit Bürstenwalze
- die Smart Refresh Station mit 5-Liter-Wasserspeicher
- eine 500 ml Flasche Reinigungslösung
- ein Trockenfilter
- ein Ersatzfilter
- eine zweite Bürstenrolle als Ersatz
- ein Reinigungswerkzeug für die Walze
Für ein Gerät dieser Preisklasse ist das ein ordentlicher Umfang. Auffälligster Unterschied zu vielen anderen Wischsaugern ist aber ohnehin die Station selbst: Statt einer flachen Docking-Station, auf die man das Gerät nur zum Laden draufstellt, steht hier ein deutlich größerer Block mit eigenem 5-Liter-Tank, der das Gerät automatisch mit heißem Wasser versorgt. Ersatzrolle und Ersatzfilter liegen trotzdem direkt mit dabei – wer nach einigen Monaten merkt, dass die erste Walze langsam ausgedient hat, muss nicht sofort nachbestellen.
Design und Verarbeitung
Auf den ersten Blick fällt der farbige Lichtstreifen am oberen Ende des Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist im Test auf – ein Verlauf von Blau zu Pink/Rot, den Tineco „3D-Lichtdisplay“ nennt und mit der Aurora Borealis vergleicht. Bei mir leuchtet das im Betrieb tatsächlich, und es ist mehr als nur eine Status-LED, eher ein durchgehender Farbverlauf, der dem Gerät einen deutlichen optischen Stempel aufdrückt.
Getrennt davon gibt es weiter unten am Griff ein zweites, funktionales Display: ein LED-Touchscreen, der WLAN-Status und Akkustand in Prozent zeigt und die Modi Auto, Max, Suction und Leise als anwählbare Felder direkt auf dem Bildschirm anbietet. Man kann den Modus also direkt dort umschalten, nicht nur über die Taste am Gehäuse.
Am Bürstenkopf sitzt außerdem ein LED-Scheinwerfer, der den Boden vor dem Gerät ausleuchtet – sinnvoll, wenn man unter Schränke oder in die dunkle Ecke hinter dem Sofa wischt und sonst nicht sieht, was dort eigentlich liegt.
Beim Material hatte ich die Befürchtung, dass die glänzende Oberfläche – Tineco nennt sie „Kristalline IMD-Schicht“ – schnell unschön aussieht. Tatsächlich setzen sich Fingerabdrücke ab und zu ab, aber nichts Wildes, das man dauernd wegwischen müsste. Insgesamt fühlt sich das Gehäuse hochwertig an, nicht nach billigem Plastik.
Handling: Leichter als die Zahlen vermuten lassen
Auf dem Papier ist der S9 Artist mit 5,2 Kilo kein Leichtgewicht, und beim Hochheben merkt man das auch – das Gerät wirkt kompakt, aber durchaus kräftig in der Hand. Auf dem Boden ist davon kaum noch etwas zu spüren. Beim ersten Schieben hatte ich entsprechend eine bestimmte Erwartung im Kopf, die sich schnell erledigt hat: Das Gerät fühlt sich beim Fahren deutlich angenehmer an, als die Zahl auf dem Papier vermuten lässt. Kein träger Klotz, den man mühsam durch die Wohnung drückt.
Der Grund dafür ist der SmoothDrive-Antrieb: Die Räder arbeiten beim Vor- und Zurückfahren aktiv mit. Man hat nicht das Gefühl, einen schweren Klotz vor sich herzuschieben – gerade beim Vor- und Zurückziehen merkt man, dass das Gerät sich selbst unterstützt.
Etwas überrascht hat mich die Aufrecht-Assistenz. Richtet man den S9 Artist zwischendurch auf, merkt man deutlich, dass das Gerät nicht einfach nur passiv stehen bleibt. Es unterstützt die Bewegung spürbar und hält sich im Stand sehr kontrolliert. Beim ersten Mal wirkt das kurz ungewohnt, weil der Wischsauger mehr Eigenleben zeigt, als man von einem klassischen Bodenreiniger erwartet. Nach ein paar Minuten fand ich genau das aber praktisch: Man kann kurz stoppen, etwas zur Seite räumen oder den Standort wechseln, ohne dass das Gerät wackelig oder schwerfällig wirkt.
Auch unter Möbeln kommt der S9 Artist besser zurecht, als man es bei der Bauform erst erwartet. Flach gelegt bleibt das Gerät niedrig genug, um unter viele Schränke oder Sofas zu kommen; der LED-Scheinwerfer hilft dabei, Staub, Haare und Krümel nicht nur nach Gefühl zu suchen.
Test: Wie schlägt sich der Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist in der Praxis?
Im Alltagstest habe ich den Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist nicht einfach über einen halbwegs freien Boden geschoben, sondern ihm ein paar typische Küchenunfälle zugemutet: verschütteten Cola-Mix, Knäckebrotkrümel, eingetrockneten Senf, Kräutermix, Salz und zerbröselte Cornflakes.
Beim Cola-Mix war vor allem die klebrige Komponente spannend. Die Flüssigkeit selbst hat der S9 sehr gut aufgenommen: Nach dem ersten Zug war der größte Teil bereits weg, nach einem zweiten Zug fühlte sich der Boden nicht mehr schmierig an. Komplett trocken ist er danach nicht sofort, aber es bleibt nur eine leichte Feuchtigkeit zurück, die zügig abtrocknet. Genau in solchen Situationen merkt man, warum ein Wischsauger praktischer sein kann als Küchenrolle, Lappen und anschließendes Nachwischen.
Bei trockenen Krümeln arbeitet der S9 Artist ebenfalls überzeugend. Kleine Brösel nimmt er direkt mit, größere Stücke muss man teilweise etwas gezielter erwischen. Wichtig ist aber: Er schiebt sie nicht nur vor sich her, sondern zieht sie ein. Nach dem Durchgang bleibt auch nicht dieser feine Krümelstaub zurück, den man beim Fegen gern übersieht.
Eingetrockneter Senf war der klebrigere Teil des Tests. Solche Spuren sind für Wischsauger interessanter als reine Flüssigkeit, weil sie nicht einfach nur aufgenommen, sondern vom Boden gelöst werden müssen. Der S9 Artist kam auch damit zurecht, brauchte bei den gelblichen Resten aber etwas mehr Nacharbeit als bei Cola-Mix oder Krümeln.
Unterm Strich war der Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist vor allem bei gemischtem Küchenschmutz stark: Flüssigkeit, Krümel, feine Partikel und klebrige Reste landen im Alltag selten getrennt auf dem Boden. Genau mit dieser Mischung kommt er gut zurecht.
Kantenreinigung und Streifenbildung
Bei der Kantenreinigung zeigt der S9 Artist eine seiner stärkeren Seiten. Tineco arbeitet hier mit einer Dreifach-Kantenreinigung: Die Walze kommt nicht nur vorne, sondern auch seitlich nah an Sockelleisten, Möbel und Armaturen heran. Gerade feine Reste wie Kräutermix oder Salz, die gern direkt an einer Kante liegen bleiben, wurden im Test gut aufgenommen.
Ganz randlos arbeitet der Wischsauger trotzdem nicht. In echte Innenecken kommt auch der S9 Artist nicht perfekt hinein, dort kann je nach Winkel noch ein kleiner Rest stehen bleiben. Entlang gerader Kanten macht er seine Sache aber gut, vor allem dort, wo Krümel oder feine Partikel direkt am Möbelstück liegen.
Dazu kommt an der Vorderseite ein beweglicher Abstreifer, der sich beim Vorwärtsfahren anhebt und beim Zurückziehen wieder absenkt. Auf dem Datenblatt läuft das als „StreakFree-Abstreifer“ mit einer Reaktionszeit von 0,2 Sekunden. Entscheidend ist weniger die Zahl, sondern der Effekt beim Zurückziehen: Der Abstreifer liegt fester auf dem Boden, nimmt Wasserränder besser mit und reduziert sichtbare Streifen. Nach dem Drücken der Stopp-Taste fährt das Gerät außerdem automatisch noch ein kleines Stück zurück, um letzte Wasserstreifen aufzunehmen.
Haaraufnahme und Anti-Tangle im Alltag
Bei Haaren hat sich der S9 Artist im Test angenehm unauffällig verhalten. Einzelne Haare, längere Haare und auch feine Hundeunterwolle wurden aufgenommen, ohne dass sich die Walze sichtbar zugesetzt hat. Gerade bei Wischsaugern ist das ein wichtiger Punkt, weil aufgewickelte Haare schnell nerven: Bürste ausbauen, Haare entfernen, alles wieder einsetzen.
Tineco setzt dafür auf das DualBlock Anti-Tangle-System. Ein kammartiger Schaber erfasst die Haare direkt an der Walze, ein zweiter Schaber führt sie zusammen mit dem Schmutzwasser ab. Im Umgang mit dem Wischsauger merkt man davon vor allem, dass man nach dem Wischen nicht direkt zur Schere greifen muss. Bei mir haben sich keine relevanten Haarwickel um die Walze gebildet.
Offiziell ist der S9 Artist weiterhin für Hartböden gedacht. Dass er bei mir auch Hundeunterwolle von einem Läufer aufgenommen hat, ist deshalb eher ein praktischer Nebeneffekt als ein Ersatz für einen richtigen Staubsauger oder Akkusauger mit Teppichdüse. Für Haushalte mit Haustieren oder langen Haaren ist die Haaraufnahme trotzdem ein klarer Pluspunkt.
Test der Selbstreinigung: Der Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist hat einen Heißwasser-Kreislauf statt nur Walze abspülen
Nach Cola-Mix, Krümeln und Kräutern wandert der S9 Artist zurück in die Station. Der spannende Punkt ist dabei weniger, dass überhaupt eine Selbstreinigung startet – das erwartet man in dieser Preisklasse inzwischen -, sondern wie Tineco das gelöst hat. Die Smart Refresh Station arbeitet mit einem eigenen 5-Liter-Wasserspeicher, erhitzt das Wasser und füllt den Frischwassertank des Geräts automatisch wieder auf. Erst danach läuft die Reinigung durch Gerät, Rohr und Bürstenwalze.
Auch die Reinigungslösung muss man nicht jedes Mal selbst abmessen. Sie wird automatisch dosiert, was tatsächlich angenehmer ist als diese kleinen Verschlusskappen-Rechnereien bei einfacheren Geräten. Ganz ohne Zutun läuft das System aber nicht: Frischwasser in der Station, Schmutzwassertank am Gerät und feste Reste bleiben weiterhin Dinge, um die man sich kümmern muss.
Nach der Reinigung mit Heißwasser folgt die Trocknung, und hier gibt’s zwei Modi zur Wahl: FlashDry trocknet laut Tineco in rund 5 Minuten bei 110°C, SilentDry bleibt dafür unter 45 dB(A) – praktisch, wenn man abends noch wischt und nicht das ganze Haus aufwecken will. Passend dazu ist auch die Bürstenwalze selbst hitzebeständiger als eine Standardrolle, was bei 110°C auch nötig ist.

Klingt nach viel Technik für „die Walze wird trocken“ – ist es auch. Die Frage ist, ob’s am Ende was bringt.
Nach einem Durchgang war die Walze bei mir trotz Heißwasser und 110°C-Trocknung noch leicht feucht. Nicht nass, aber eben auch nicht komplett trocken. Mit einem zweiten Trocknungslauf war sie deutlich trockener. Das ist kein großer Aufwand, relativiert aber die sehr selbstbewusste 5-Minuten-Angabe ein Stück.
Wartungsfrei ist der Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist dadurch nicht – das hat der Test gezeigt. Feste Reste bleiben im Gerät, und auch Tank, Walze und Gehäuse sollte man regelmäßig kontrollieren. Die Selbstreinigung reduziert den Aufwand nach dem Wischen spürbar, macht aus dem S9 Artist aber kein Gerät, das man dauerhaft einfach ignorieren kann.
Die Tineco-App
Der S9 Artist lässt sich per WLAN mit der Tineco-App verbinden. Darüber lassen sich unter anderem der Akkustand einsehen, die Reinigungsmodi weiter anpassen und – praktisch, wenn einen die Sprachansagen nerven – Sprache und Lautstärke der Sprachausgabe einstellen.
Unverzichtbar ist die App aus meiner Sicht nicht. Die Bedienung am Gerät reicht für den normalen Einsatz völlig aus, und gerade beim schnellen Wischen will man nicht erst am Smartphone herumtippen. Als Zusatz für Grundeinstellungen und Sprachansagen ist sie trotzdem sinnvoll, weil man dort ein paar Dinge feiner einstellen kann als direkt am Display.
Lautstärke und Sprachansagen
Bei der Lautstärke hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass es unangenehm wird. Man hört das Gerät natürlich – vor allem im Max-Modus und während der Selbstreinigung ist es präsent. Aber das war für mich nie der Punkt, an dem es nervt.
Auffälliger als die Lautstärke waren für mich die Sprachansagen. Sie sind praktisch, weil das Gerät selbst meldet, wenn Frischwasser fehlt oder der Schmutzwassertank voll ist. Wer sprechende Geräte grundsätzlich nervig findet, wird sie aber vermutlich trotzdem herunterregeln wollen – und genau dafür ist die App dann doch ganz nützlich.
Was man vor dem Kauf wissen sollte
Ein paar praktische Punkte sollte man vor dem Kauf trotzdem auf dem Schirm haben. Der Frischwassertank ist für sein Volumen relativ kompakt, passt aber nicht unbedingt bequem unter jeden kleinen Bad-Wasserhahn. An der Küchenspüle oder an einem Wasserhahn von Dusche oder Wanne lässt er sich deutlich entspannter befüllen.
Mehr Planung braucht die Station. Sie ist kein kleines Ladepad, das man mal eben irgendwo in eine Ecke schiebt, sondern braucht dauerhaft einen festen Platz an einer Steckdose. Auch optisch verschwindet der S9 Artist nicht einfach unauffällig im Schrank.
Außerdem ersetzt der S9 Artist keinen normalen Staubsauger. Er ist für Hartböden gedacht; Sofa, Polster, Auto, Teppiche oder trockene Ecken bleiben weiterhin ein Fall für ein anderes Gerät. Bei Küchenunfällen, feuchten Spuren und gemischtem Schmutz nimmt er einem dafür mehrere Arbeitsschritte ab.
Nach dem Test des Tineco FLOOR ONE STATION S9 Artist zählt weniger das Design
Beim S9 Artist bleibt am Ende weniger das Design hängen, obwohl Tineco genau diesen Punkt stark nach vorn stellt. Das Gehäuse sieht schick aus, das Display ist auffällig, und auch die Station wirkt deutlich hochwertiger als eine einfache Ladebasis. Entscheidend war für mich im Test aber etwas anderes: Der Wischsauger fühlt sich beim Schieben leichter an, als sein Gewicht vermuten lässt, kommt gut an gerade Kanten heran und hat mit typischem Küchendreck keine größeren Probleme.
Gerade bei gemischten Verschmutzungen macht der S9 Artist einen starken Job. Cola-Mix, Krümel, Kräuter, Senf, Salz und Cornflakes waren keine unrealistischen Extremtests, sondern ziemlich normale Küchenunfälle. Genau da spielt das Gerät seine Stärke aus, weil es Flüssigkeit, feine Partikel und klebrige Reste in einem Durchgang aufnimmt, ohne daraus eine größere Sauerei zu machen.
Die Station ist dabei mehr als nur ein komfortables Extra. Heißwasser-Reinigung, automatische Frischwasserzufuhr und Trocknung nehmen nach dem Wischen spürbar Aufwand raus. Perfekt ist das System nicht: Die Walze war nach einem FlashDry-Durchgang bei mir noch leicht feucht, der Schmutzwassertank bleibt Handarbeit, und für Polster, Auto oder trockene Ecken braucht man weiterhin ein anderes Gerät.
Bei einer UVP von 899 Euro ist der Tineco S9 Artist klar ein teures Gerät. Sinn ergibt er vor allem in Haushalten mit viel Hartboden, regelmäßigen Küchenunfällen, Tierhaaren oder wenig Lust auf Nacharbeit nach dem Wischen. Wer nur gelegentlich ein paar Quadratmeter wischt, braucht so ein System nicht. Wer aber häufig feucht reinigt und eine komfortable Lösung mit Station sucht, bekommt hier ein Gerät, das vor allem durch Handling, Kantenreinigung und Selbstreinigung überzeugt – nicht durch den Preis.
VORTEILE
- SmoothDrive-Antrieb erleichtert das Schieben
- Smart Refresh Station mit 5-Liter-Tank und Heißwasser
- Beweglicher Abstreifer reduziert sichtbare Wasserstreifen
- LED-Scheinwerfer am Bürstenkopf beleuchtet dunkle Ecken
- 180° Lay-Flat-Design für Reinigung unter Möbeln
- Hochwertige Verarbeitung ohne billige Plastik-Haptik
- Ersatzrolle und Ersatzfilter bereits im Lieferumfang
NACHTEILE
- Mit 5,2 kg deutlich schwer beim Hochheben
- Übermäßig viel Verpackungsmaterial wenig nachhaltig
- Glänzende Oberfläche zeigt gelegentlich Fingerabdrücke
- UVP von 899 Euro sehr hochpreisig
Fazit
Der Tineco S9 Artist überzeugt im Alltag vor allem durch starke Saugleistung, smarten Antrieb und durchdachte Selbstreinigung. Design ist schön, aber die solide Leistung bei echtem Schmutz macht den Unterschied. Für Hartböden eine klare Empfehlung.


