Konsumerelektronik, Gadgets & Zubehör

TOOCAA Nova Test: Kompakter AI-Laser mit Rotary-Bundle

Mit dem TOOCAA Nova will der Hersteller TOOCAA einen kompakten Desktop-Lasergravierer anbieten, der ohne großen Aufbau direkt auf dem Schreibtisch einsatzbereit ist. A4-Arbeitsfläche, wechselbare Lasermodule, integrierte Kamera, Smart Air Assist, Rotary-Modul und eine Browser-Software mit KI-Funktionen – auf dem Papier klingt das nach einem gut durchdachten Komplettpaket. Wir haben die 20-Watt-Variante des TOOCAA Nova als Rotary-Bundle in unserem Test genauer unter die Lupe genommen und konnten viele Stärken, aber auch ein paar Schwächen aufdecken.

TOOCAA Nova: Technische Daten im Überblick

Laserleistung (Modul) 20 W Diodenlaser (optional auch als 10-W-Variante erhältlich)
Arbeitsbereich 297 × 210 mm (A4)
Maximale Geschwindigkeit bis 36.000 mm/min laut Hersteller
Kamera 5-MP-Top-Down-Kamera (HyberCam) mit automatischer Ausrichtung
Sicherheit Geschlossenes Gehäuse, Class-1-System mit Türsensor, Not-Aus und Kindersicherung (Passwortsperre)
Besonderheiten 90° drehbare Achse für Rotary, modulare Laserköpfe, Smart Air Assist, Websoftware mit AI-Funktionen
Preis ab 580,95 €

Lieferumfang, Verarbeitung und erste Überraschung

Wir haben den TOOCAA Nova als 20-Watt-Rotary-Bundle mit EU-Stecker getestet. Schon beim Auspacken wird klar, dass das Paket recht komplett ist – alles, was man für den Start braucht, liegt bei.

Im Karton befinden sich:

  • der TOOCAA Nova
  • Lasermodul (bei uns das 20-Watt-Modul)
  • Air-Assist-Set inklusive Pumpe und XT30-Kabel
  • Rotary-Modul (im Rotary-Bundle enthalten, sonst optional)
  • Luftschlauch mit passender Schlauchverschraubung
  • 4× Lamellen-Einsatz (Blade Cutting Panel) für die Arbeitsfläche
  • Aluminium-Schutzplatte für Schneidarbeiten
  • Linsenhalter (Lens Mount)
  • USB-Kabel zur Direktverbindung mit dem PC
  • Netzkabel und Netzteil
  • 2 Filter für den Abluftweg
  • Microfasertuch
  • Benutzerhandbuch
  • Inbusschlüssel
  • 2 M3-Schrauben zur Befestigung des Lasermoduls
Lieferumfang des TOOCAA Nova mit Gerät, Laser, Air Assist, Rotary-Modul und Zubehör ausgelegt auf einem Tisch
Der komplette Lieferumfang des TOOCAA Nova mit Gerät, Lasermodul, Air Assist, Rotary-Modul und Zubehör.

Zusätzlich lagen unserem Testgerät noch ein paar praktische Extras bei:

  • 2 DIN-A4-Balsaholzplatten
  • 2 Schlüsselanhänger (blau und gold)
  • L-förmige Halter zur Fixierung der Werkstücke auf dem Lamellen-Einsatz
  • Materialkärtchen mit QR-Code für das automatische Einlesen der Laserparameter

Der Nova selbst wirkt wie ein kompakter Desktop-Drucker: geschlossenes Gehäuse, ein Farb-Touchdisplay an der rechten Seite des Geräts, innen der in vier Segmente unterteilte Lamellen-Einsatz. Die Segmente lassen sich einzeln herausnehmen, sodass wir bei Bedarf auch höhere Werkstücke unterbringen können, ohne lange umzubauen.

Die Anleitung des Nova ist so logisch und selbsterklärend, dass man schnell dazu neigt, nur noch querzulesen. Genau da tappten wir in die Falle: Wir haben den Hinweis auf die integrierte Toolbox einfach überflogen und standen plötzlich ohne Schrauben da. Fast hätten wir den Support kontaktiert, bevor uns klar wurde: Das Zubehör ist nicht vergessen worden, sondern liegt gut getarnt in einem Fach, das man im Eifer des Gefechts (und beim Überfliegen der Anleitung) leicht übersieht.

Aufbau und Einrichtung des TOOCAA Nova im Test

Ist die Toolbox gefunden, geht der Rest zügig. Der Laserkopf wird mit zwei Schrauben befestigt, die Luftschläuche für den Smart Air Assist werden aufgesteckt, das Netzteil angeschlossen – damit ist der mechanische Aufbau im Grunde erledigt.

Optional wird das Rotary-Modul an der linken Innenseite des Geräts eingeschoben und an der vorgesehenen Buchse eingesteckt. Die X-Achse lässt sich um 90 Grad drehen, wodurch das Drehmodul sauber unter den Laser passt, ohne dass wir das Gerät anheben oder unterbauen müssen. Das ist im Alltag deutlich angenehmer, als ein schweres Gehäuse immer wieder neu auszurichten.

Installiertes Rotary-Modul im Innenraum des TOOCAA Nova
Das Rotary-Modul wird auf der rechten Seite des Innenraums eingesetzt und angeschlossen.

Weiter gehts mit der Einrichtung über das Touchdisplay an der Front. Hier wählen wir Netzwerke, Sprache und Grundeinstellungen. Die WLAN-Verbindung war bei uns die erste Wahl und funktionierte überraschend problemlos: Zugangsdaten eingegeben, kurz gewartet, Verbindung stand. Seitdem haben wir den Nova eigentlich nur drahtlos betrieben. USB ist weiterhin eine Option, aber im Schreibtisch-Szenario nicht zwingend nötig.

Beim Thema Sicherheit packt der TOOCAA Nova ordentlich auf die Hardware-Seite. Das Gehäuse ist komplett geschlossen, der Deckel löst bei Öffnung einen Stopp aus und ein Kindersicherungsmodus sperrt das Gerät per Kennwort. Zusätzlich überwacht der Nova die Lage des Geräts und schaltet bei Kippen ab, eine Flammenerkennung greift im Notfall.

Toocaa Studio: Web-App mit Komfort und Ecken

Gesteuert wird der Nova über Toocaa Studio, eine Web-App, die im Browser läuft. Wir rufen die Toocaa-Seite auf, klicken auf den Reiter Software, dann auf Toocaa Studio und landen ohne Installation in einer Arbeitsoberfläche, die grob an klassische Vektorprogramme erinnert: links die Werkzeugleiste, in der Mitte der Zeichenbereich, rechts Parameter und Ebenen. Updates kommen automatisch über den Browser, und wer möchte, kann den Nova nach der ersten Verbindung auch offline betreiben – dann fallen allerdings AI-Funktionen und Online-Bibliothek weg.

Beim ersten Start führt uns ein Assistent durch die wichtigsten Bereiche. Danach stellen wir die Oberfläche auf Deutsch um – ab da wirkt die Bedienung ziemlich vertraut. Für die Verbindung zum Gerät setzt Toocaa Studio auf ein kleines Browser-Plugin (TOOCAA Connect). Dieses steht aktuell nur für Chromium-Browser (z. B. Chrome, Edge) zur Verfügung, unter Firefox konnten wir den Nova darüber leider nicht anbinden und sind, um das Feature zu nutzen, für den Test auf Chrome gewechselt.

Außerdem muss der Browser einmalig die Erlaubnis bekommen, auf die lokalen Systemschriften zuzugreifen. Danach können wir mit denselben Fonts arbeiten, die wir auch in unseren Layout-Programmen nutzen.

Für den Einstieg stellt die Software eine Materialdatenbank mit Presets bereit. Zusätzlich gibt es einen Generator für Materialtests, der automatische Speed-/Power-Matrizen erzeugt. Damit lässt sich relativ schnell herausfinden, welche Kombinationen auf einem neuen Material funktionieren. Fortgeschrittene Nutzer können sämtliche Parameter anpassen oder, wenn sie mögen, komplett eigene Settings hinterlegen.

Materialtest des TOOCAA Nova mit Speed-/Power-Matrix auf Holz.
Ein automatisch erzeugter Speed-/Power-Test hilft dabei, geeignete Parameter für neues Material zu ermitteln.

In unserem Test mit dem TOOCAA Nova sind wir allerdings auch auf Grenzen gestoßen. Die Unterstützung für Bildergravuren ist derzeit noch recht rudimentär. Es gibt nur eine Handvoll Dithering-Profile, eine feinere Steuerung über DPI fehlt aber. Wir konnten zwar extern vorbereitete Bilder importieren, waren bei der eigentlichen Laserverarbeitung aber auf die Algorithmen der Web-App angewiesen. Bei reinen Vektorjobs ist das kein Problem, bei Fotogravuren merkt man die Einschränkungen deutlich.

AI-Funktionen und Credits

Toocaa Studio bringt mehrere KI-Funktionen mit. Wir können direkt aus Text Motive generieren lassen oder Fotos automatisiert in Gravurvorlagen verwandeln. Technisch funktioniert das, aber die Nutzung ist an ein Creditsystem gekoppelt. Für das Registrieren eines Accounts erhält man 150 AI-Credits; jede Generierung zieht 15 davon ab. Wer häufiger mit der KI arbeiten möchte, muss nachkaufen – und die Preise sind aus unserer Sicht nicht gerade niedrig. Immerhin geizt der Hersteller beim Erwerb des Geräts nicht und schreibt 10.000 Credits im Wert von $50 als Startkapital gut.

Die Ergebnisse sind gemischt. Für einfache Schriftzüge oder dekorative Motive ist die KI „nett“, wirklich herausragende Designs ersetzt sie aber nicht. Unterm Strich sehen wir die AI-Funktionen derzeit eher als Bonus, nicht als Kaufargument.

Ansicht eines KI-erstellten Motivs in Toocaa Studio mit geöffnetem Arbeitsbereich
Ein KI-Motiv in Toocaa Studio – im Test tauchten dabei teils hinzugefügte Elemente wie Ziffern oder Linien auf, die in der Vorlage nicht vorhanden waren.

Kamera, Autofokus und QR-Materialkarten im Test

Der Nova hat eine eingebaute 5-MP-Kamera. Wir legen unser Werkstück ein, lassen ein Foto machen und sehen im Browser eine Draufsicht des Arbeitsbereichs. Darauf können wir unsere Grafik einfach per Drag & Drop platzieren. Zum Kontrollieren starten wir einen Konturlauf: Der Laser fährt die Außenkante des Motivs mit einem roten Fadenkreuz ab. In der Praxis verlassen wir uns beim Ausrichten fast nur auf dieses Kreuz – das ist deutlich genauer als der reine Kamerascreenshot.

Richtig praktisch wird es mit den QR-Materialkarten. TOOCAA legt seinen eigenen Materialien kleine Kärtchen mit QR-Code bei. Wir legen die Karte auf den Lamellen-Einsatz, starten den Scan und Toocaa Studio erkennt das Material automatisch. Die Software stellt dann passende Parameter ein. So haben wir zum Beispiel die mitgelieferten Metallplättchen quasi wie „Plug & Play“ verwendet: Karte hinlegen, scannen, gravieren.

QR-Materialkarte im TOOCAA Nova vor dem Scan
Die Materialkarte wird unter der Kamera des TOOCAA Nova platziert und für den Scan vorbereitet.

Ganz ohne Schwächen ist die Kamera aber nicht. Die Kalibrierung reagiert empfindlich auf Untergrund und Helligkeit. Außerdem ist die Vorschau oft sehr hell, feine Markierungen gehen dann unter. Deshalb nutzen wir das Kamerabild nur als grobe Orientierung – ob alles wirklich passt, prüfen wir am Ende immer über den Konturlauf mit dem roten Kreuz.

Kameraansicht in Toocaa Studio mit erkannter QR-Materialkarte
Toocaa Studio erfasst die QR-Materialkarte und übernimmt die zugehörigen Parameter.

Rotary-Bundle: clevere Idee mit Schwächen

Das Rotary-Bundle gehört zu den spannendsten Optionen des TOOCAA Nova. Durch die drehbare Achse können wir den Kopf zur Seite schwenken und das Drehmodul direkt im Gerät platzieren.

Die Spannmechanik des Rotary ist grundsätzlich durchdacht. Die Backen und Stäbe lassen sich durch einfaches Eindrücken lösen und neu positionieren. Das Prinzip ist selbsterklärend, auch wenn die Anleitung das nur recht knapp beschreibt – hier hilft eher die Praxis als der Blick ins Handbuch.

Weiße Tasse im Rotary-Modul des TOOCAA Nova eingespannt und ausgerichtet
Im eingespannten Zustand lässt sich das Werkstück über die drehbare Achse verarbeiten.

Im Test mit dem TOOCAA Nova haben wir beim Rotary aber auch ein paar Dinge gemerkt, die den guten ersten Eindruck relativieren:

  • Bei längeren Werkstücken wie Flaschen oder Thermobechern fehlt eine Stütze am anderen Ende – das Teil hängt dann frei in der Luft.
  • Das Spannen geht nur mit den Händen, es gibt kein Handrad oder Werkzeug, um wirklich kräftig und kontrolliert festzuziehen.
  • Im Rotary-Modus setzt der Nova vor jedem Job den Autofokus neu. Wenn das Werkstück nicht perfekt gespannt ist, kann es sich dabei leicht bewegen.
  • Die Software begrenzt den Bereich, den wir gravieren können. Bei hohen Werkstücken kamen wir deshalb nicht so weit nach unten, wie wir es gern gehabt hätten.

Kleine Info am Rande: Falls du dich fragst, ob du mit dem TOOCAA Nova Glas gravieren kannst: Ja, aber nicht direkt. Eine Gravur kann nur dann erfolgreich durchgeführt werden, wenn zuvor eine geeignete, absorbierende Schicht auf die Glasoberfläche aufgetragen wird.

Praxiserfahrungen im TOOCAA Nova Test: von Balsaholz bis Schiefer

Nachdem wir den Nova eingerichtet haben, sind wir relativ klassisch gestartet: erst die mitgelieferten Materialien, dann Schritt für Schritt eigene Projekte. So sieht man sehr schnell, wo die Stärken liegen, wo man nachjustieren muss – und wie sich das Gerät wirklich verhält.

Erste Schritte auf mitgelieferten Materialien

Unsere ersten Versuche haben wir mit den beiliegenden Materialkarten umgesetzt. Der Ablauf ist angenehm geradlinig: Materialkarte unter die Kamera legen, per QR-Code einlesen lassen, das Werkstück einlegen, das Motiv auf der Live-Ansicht positionieren und den Rahmen abfahren. Falls nötig, wird die Platzierung noch etwas korrigiert, anschließend übernimmt der Autofokus und der Job kann gestartet werden. Die Bedienung funktioniert in dieser Kombination ausgesprochen zuverlässig.

Die Resultate auf den mitgelieferten Metallanhängern fallen dagegen eher verhalten aus. Auf dem goldenen Anhänger war die Gravur selbst nach mehreren Versuchen kaum erkennbar, während der blaue Anhänger zwar deutlicher reagierte, jedoch sichtbar ausgefranste Konturen zeigte. Für ein erstes Kennenlernen der Software sind die Proben in Ordnung, bei der Materialqualität hätten wir uns jedoch etwas mehr Homogenität gewünscht.

Zwei Aluminium-Anhänger mit Gravurtests: ein blauer Anhänger mit ausgefranster Gravur und ein goldener Anhänger mit sehr schwacher Gravur.
Die Gravuren auf den mitgelieferten Aluminium-Anhängern fallen unterschiedlich aus: Auf Blau ist das Motiv sichtbar, wirkt aber unsauber. Auf Gold bleibt die Gravur trotz mehrerer Versuche kaum erkennbar.

Bei einem etwas größeren Logoprojekt der Laser einmal leicht verrutscht, obwohl das Werkstück mit den mitgelieferten L-förmigen Haltern fixiert war. Der Fehler trat bei späteren Werkstücken nicht mehr in dieser Form auf (und wir haben wirklich viel ausprobiert), eine klare Ursache konnten wir jedoch nicht eingrenzen. Für kleine Anhänger und Plaketten war die Fixierung ansonsten zuverlässig.

Gravierproben auf 2,8 mm Basswood: Schrift und einfache Logos werden sauber wiedergegeben, bei feineren Illustrationen zeigt sich etwas mehr Struktur im Material.
Gravierergebnisse des TOOCAA Nova auf Lindenholz mit Logo und einer Drachenillustration aus dem Toocaa Studio.

Vektorschnitte und Konturgravuren

Bei Vektorjobs zeigt der 20-Watt-Kopf, wofür er gebaut ist. Dünnes Holz sowie kleinere Boxen lassen sich sauber schneiden, die Schnittkante wirkt gleichmäßig, die Rückseite bleibt weitgehend frei von Brandspuren. Auf der Oberseite entstehen typische Rauchspuren, die sich mit etwas Reiniger oder schlicht Essig gut abwischen lassen. Besonders wenn mehrere Teile auf einem Brett verschachtelt werden, macht sich die hohe Geschwindigkeit positiv bemerkbar.

In dieser Disziplin wirkt der Nova sehr reif. Mechanik, Geschwindigkeit und Materialleistung harmonieren gut, und mit dem Air Assist entstehen nur selten Brandkanten, die wirklich störend wären.

Bildergravuren und Detailgrenzen: Was taugt der TOOCAA Nova im Test?

Deutlich kritischer sehen wir die Ergebnisse bei Fotogravuren. Der 20-Watt-Laser arbeitet mit einem Spot von 0,15 × 0,15 mm und ist damit eher auf Leistung als auf feinste Details ausgelegt. Auf größeren Holzfotos gelingt eine brauchbare Wiedergabe von Gesichtern und Motiven, sofern die Vorlage genügend Kontrast mitbringt. Schon bei kleineren Formaten verlieren sich Details schnell, Übergänge erscheinen hart und feine Strukturen verschwimmen.

Dazu kommen Effekte, die auf die Software zurückgehen: In manchen Tests wurden unerwartete Rahmen oder Flächen graviert, die im Ursprungsbild gar nicht vorhanden waren. Auf Schiefer sah das Ergebnis wiederum deutlich besser aus – hier spielt der hohe Materialkontrast in die Karten. Aber auch hier müssen wir sagen, dass filigrane Arbeiten schnell unsauber aussehen.

Zwei Gravurproben auf Schieferplatten: ein filigranes Drachenmotiv und ein einfaches Symbol.
Auf Schiefer wirken die Gravuren kontrastreicher, feine Details geraten jedoch schnell unsauber.

Unser Fazit an dieser Stelle: Für reine Fotoprojekte würden wir aktuell eher zum 10-Watt-Modul greifen oder auf ein System setzen, das einen etablierten LightBurn-Workflow mit fertigen Profilen bietet. Der Nova kann Bilder gravieren, aber in dieser Disziplin ist noch Luft nach oben.

Air Assist und Rauchabzug

Der Smart Air Assist ist schnell angeschlossen und wird vom System automatisch erkannt. Beim Start eines Gravurvorgangs setzt die Software den Haken für die Luftunterstützung und aktiviert die Pumpe. In der Praxis reduziert das Flammenbildung und verbessert die Schnittqualität. Gleichzeitig hatten wir den Eindruck, dass bei sehr geringem Abstand zwischen Düse und Werkstück die Luft nicht immer stark genug ist, um Rauchkonzentrationen vollständig zu vermeiden. Holzoberflächen zeigen dann deutlich sichtbare Schleier.

Ein weiterer Punkt ist die Steuerung: In der Weboberfläche lässt sich der Air Assist nicht abschalten. Wollten wir bewusst ohne Luftunterstützung gravieren, blieb uns als Option nur, die Pumpe zu trennen. Eine einfache Schaltfläche in der Software würde den Umgang mit dem Gerät hier deutlich erleichtern.

Beim Rauchabzug selbst verhält sich der Nova wie andere geschlossene Desktop-Laser auch. Der Anschluss für einen Abluftschlauch ist vorhanden, ein guter Auslass nach draußen oder ein Filter ist aber Pflicht, wenn der Laser häufiger laufen soll. Trotz Gehäuse bleiben typische Gerüche von verbranntem Holz oder Acryl im Raum, besonders wenn der Deckel nach Beendigung des Jobs direkt geöffnet wird.

Geschwindigkeit und Bediengefühl

Bei der Geschwindigkeit liegt der Toocaa Nova in unserem Test klar vorne. Die angegebenen 36.000 mm/min erreicht man zwar nicht bei jeder Gravur, aber für schnelle Fahrwege und einfache Konturen merkt man die Reserven deutlich. Selbst mit vorsichtig gewählten Werten wirkt der Nova spürbar schneller als viele typische Einsteigergeräte. Wer öfter mehrere gleiche Teile hintereinander fertigt, kommt damit einfach deutlich zügiger zum Ergebnis.

Beim Bediengefühl liegt der Nova irgendwo zwischen Bastelgerät und Bürohardware. Auf der einen Seite steht der Komfort: Touchdisplay, Kamera, QR-Materialkarten, Autofokus. Auf der anderen Seite merkt man an einigen Stellen, dass die Software noch nicht so gereift ist, wie man es von einem etablierten Ökosystem gewohnt ist. Wenn alles passt, ist ein Auftrag in wenigen Schritten gestartet. Wenn man dagegen mit Fotoprofilen oder dem Rotary experimentiert, verbringt man spürbar mehr Zeit in den Einstellungen.

Im Vergleich zu größeren Profigeräten wie dem TOOCAA L2 ist der Nova deutlich kompakter. Er nimmt weniger Platz auf dem Tisch ein, lässt sich schneller wieder verstauen und wirkt insgesamt eher wie ein „normales“ Desktop-Gerät. Für Hobbykeller, Arbeitszimmer oder kleine Werkstätten ist das ein echtes Argument.

Fazit: Viel Potenzial, starke Hardware, Software mit Luft nach oben

Nach unserem Test zeigt sich der TOOCAA Nova als Gerät mit zwei Seiten. Die Hardware überzeugt weitgehend: ein solides, geschlossenes Gehäuse, A4-Arbeitsfläche, modulare Laserköpfe, drehbare Achse für das Rotary, integrierte Kamera, Smart Air Assist und ein stimmiges Sicherheitskonzept. Verarbeitung und Schnittleistung des 20-Watt-Moduls liegen in dieser Größenklasse über dem Durchschnitt.

Die Software hinterlässt dagegen ein gemischteres Bild. Toocaa Studio bringt moderne Ansätze wie Browser-Bedienung, AI-Funktionen, Materialbibliothek und QR-Karten mit, wirkt aber insgesamt noch unausgereift. Bildergravuren sind schwer reproduzierbar, der Rotary-Workflow braucht Feinschliff und Air Assist sowie Kamera-Kalibrierung bieten derzeit wenig Kontrolle. Für einfache Aufgaben ist die Software gut nutzbar, für erfahrene Anwender fehlen jedoch manche gewohnten Funktionen.

Interessant ist der Nova vor allem für Nutzer, die schnell schneiden, Logos gravieren und eine komfortable Bedienung mit Kamera und Autofokus schätzen. In diesem Szenario ist das Rotary-Bundle mit 20-Watt-Kopf ein attraktives Set. Wer hingegen höchste Ansprüche an Fotogravuren oder einen ausgefeilten Rotary-Betrieb hat, sollte die Weiterentwicklung der Software im Blick behalten.

Unterm Strich ist der TOOCAA Nova bereits ein starker Einstieg in die kompakte Laserklasse. Wenn Toocaa Studio weiter reift und fehlende Funktionen ergänzt, kann aus dem „interessanten Paket“ ein sehr stimmiges Gesamtsystem werden – die Hardware liefert dafür eine solide Basis.


>

>
PRO

  • Schnell eingerichtet und dank WLAN zügig einsatzbereit.
  • Kompaktes, geschlossenes Gerät mit A4-Bereich und guter Schnittleistung mit 20-Watt-Modul.
  • Bequemer Workflow mit Kamera, QR-Materialkarten und Autofokus.
  • Viel Zubehör im Rotary-Bundle, insgesamt starke Ausstattung fürs Geld.

TOOCAA NOVA Silber-Award

CONTRA

  • Bildergravuren mit 20 W und aktueller Software nur eingeschränkt gut kontrollierbar.
  • Rotary ohne Gegenlager und ohne Spannwerkzeug bei größeren Teilen fummelig.
  • Air Assist und Kamera-Kalibrierung in der Software noch unausgereift.
  • Toocaa Studio mit Anfängerambitionen, dafür aber noch nicht intuitiv genug.

TOOCAA Nova

Verarbeitung & Hardware
Bedienung & Workflow
Software & Funktionen
Gravur- & Schnittleistung
Ausstattung & Preis-Leistung

86/100

Wer vor allem Logos, Schriftzüge, einfache Grafiken und schnelles Zuschneiden kleiner Werkstücke im Blick hat, erhält mit dem TOOCAA Nova ein sehr attraktives Paket, das wenig Platz benötigt und schnell einsatzbereit ist. Für Nutzer, die feinste Fotogravuren oder einen perfekten Rotary-Workflow erwarten, lohnt es sich, die weitere Entwicklung von Toocaa Studio und den Profilen im Auge zu behalten - das Potenzial ist sichtbar, aber noch nicht vollständig ausgeschöpft.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"