Die Katze ist in Deutschland noch immer das beliebteste Haustier. Doch wer mit Katzen zusammenlebt, kennt auch ein nerviges tägliches Ritual – das Reinigen des Katzenklos. Ein smartes Katzenklo nimmt euch diese stinkige Arbeit ab. Der Whisker Litter-Robot 4 verspricht, genau diese Aufgabe komplett zu automatisieren. Wir haben uns die smarte Katzentoilette mit praktischer App-Steuerung und ausgeklügelter Sicherheitstechnik genauer angesehen und verraten, ob der happige Preis von knapp 800 Euro gerechtfertigt ist.
Technische Daten des Whisker Litter-Robot 4
| Modell | Whisker Litter-Robot 4 |
| Maße und Gewicht | 56 x 69 x 75 cm und 10,9 kg |
| Stromversorgung | Netzteil, 15 V DC |
| Konnektivität | WLAN + Bluetooth |
| App | Whisker-App für iOS und AndroidOS |
| Kapazität | max. 4 Katzen |
| Mindestgewicht Katze | ca. 1,36 kg |
| Streukompatibilität | klumpendes Streu auf Betonitbasis |
| Sicherheitssystem | – SafeCat mit Laser- und Gewichtssensoren – 4-Zonen-Überwachung |
| Besonderheiten | – SmartScale-Gewichtstracking – Kohle-/Geruchsfilter – Schlafmodus – einstellbare Reinigungsverzögerung |
| Farben | Schwarz, Weiß |
| Preis | € 949,00 (€ 949,00 / Stück)* |
Lieferumfang des Whisker Litter-Robot 4
- Litter-Robot 4 Katzentoilette
- Netzteil
- Abfallbeutel
- Kohlefilter
- Quick-Start-Guide
Design und Verarbeitung des Whisker Litter-Robot 4
Wer noch kein smartes Katzenklo gesehen hat, wird das Litter-Robot 4 auf den ersten Blick womöglich nicht als solches erkennen. Alle anderen dürften sich an Konkurrenten wie das MOVA MeowgicPod LR10 Prime (Test | Preis nicht verfügbar *) erinnert fühlen.
Schließlich setzt Whisker konzeptionell und optisch auf bewährte Modelle. Das Gerät gibt es wahlweise in den Gehäusefarben schwarz und weiß. Bei der Formgebung gibt es runde Formen und ein Gehäuse, das sich unauffällig selbst ins Wohnzimmer einfügt. Beim Material setzt der Hersteller auf robusten Kunststoff.
Das sorgt nicht nur für ein recht geringes Gewicht von knapp unter 11 kg, sondern erleichtert obendrein die Reinigung. Nicht so gut gefällt mir zum Teil die Verarbeitungsqualität. So fielen mir hier und da spürbare Übergänge zwischen den einzelnen Bauteilen auf.
Das mag für die allgemeine Funktionsweise nicht einschränkend sein, doch in dieser Preisklasse dürfte das eigentlich nicht passieren. Ein optisches Highlight ist natürlich die LED-Beleuchtung im Einstiegsbereich. Die Lichtleisten sind aber nicht nur schick anzusehen.
Obendrein helfen sie euren Katzen auch bei Nacht zuverlässig den Eingang zu finden. Apropos Eingang – dieser ist mit knapp 40 cm x 40 cm ausreichend breit bemessen. Damit auch ältere oder nicht allzu fitte Katzen in das smarte Katzenklo einsteigen können, setzt der Hersteller auf eine kleine praktische Trittstufe.
Einrichtung und Inbetriebnahme des Whisker Litter-Robot 4
Aufbau und Einrichtung des Litter-Robot 4 gehen kinderleicht von der Hand. Doch vorab sei einiges gesagt – bevor ihr euer klassisches Katzenklo entsorgt und euch über den gigantischen technischen Fortschritt freut, solltet ihr auf die Bremse treten. Wichtig ist nämlich, dass ihr das vorhandene Katzenklo nicht postwendend durch das smarte Katzenklo ersetzt. Das bedeutet für eure Katze nicht nur viel Stress.
Obendrein bringt es das Risiko mit sich, dass eure Samtpfoten das intelligente Katzenklo einfach nicht nutzen und ganz einfach ihr Geschäft in Ecken oder auf dem Boden erledigen. Vielmehr solltet ihr das smarte Klo zunächst parallel zum normalen Klo betreiben und erst dann komplett ersetzen, wenn die Katzen es angenommen und sich daran gewöhnt haben.
Nach dem schnellen Aufbau muss man nur noch eine passende Steckdose finden. Im Anschluss zückt man das Smartphone und lädt die Whisker-App herunter. Mit dieser scannt man nun den QR-Code auf der Geräterückseite und fügt es als neues Gerät hinzu. Ist das geschehen, bekommt man in der App noch einmal eine nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Einrichtung dargeboten.
Nun noch die Wanne mit klumpendem Streu auf Betonitbasis befüllen und es kann losgehen. Hier kommen übrigens auch technikaffine Haushalte voll auf ihre Kosten: Über eine Home-Assistant-Anbindung lassen sich Füllstand, Gewichtsdaten und Statusmeldungen in ein bestehendes Smart-Home-Dashboard einbinden und für eigene Automatisierungen nutzen, etwa Benachrichtigungen bei voller Abfallschublade.
Die Whisker-App im Alltag
Die App ist mehr als nur eine einfache Spielerei. Vielmehr kommt sie als universelles Kontrollinstrument zum Einsatz. Sie zeigt nicht nur in Echtzeit Streu- und Abfallfüllstand, sodass man stets weiß, wann es Zeit für einen neuen Müllbeutel oder frisches Streu ist. Obendrein kann man hier die Nutzungszeiten der Katzen einsehen. Besonders cool ist das Zusammenspiel mit der integrierten SmartScale-Waage.
Diese ermöglicht nämlich, dass man das Gewicht jeder einzelnen Katze einsehen kann, was sich vor allem in Haushalten mit mehreren Tieren auszahlt. So lässt sich nämlich sogar nachvollziehen, welche wann das Klo benutzt hat. Das ist nicht nur praktisch, sondern potenziell auch gesundheitlich relevant.
Schließlich zählen Veränderungen im Toilettenverhalten oder beim Gewicht zu den frühesten Anzeichen für gesundheitliche Probleme bei Katzen. Über die App lässt sich zudem ein Schlafmodus aktivieren, der die automatische Reinigung zu bestimmten Zeiten pausiert. Das ist natürlich vor allem dann praktisch, wenn eine Katze anfangs noch schreckhaft auf das Reinigungsgeräusch reagiert.
Auch die Beleuchtung der Trommel lässt sich über die App steuern. Trotz der Vorzüge der App muss man aber betonen, dass diese für den Grundbetrieb nicht nötig ist. Hat man die Ersteinrichtung über die Whisker-App abgeschlossen, arbeitet das Klo selbstständig. Und das auch offline. Euch gehen allerdings Features wie Statistiken, Fernzugriff und Push-Benachrichtigungen flöten.
Sicherheit und Geruchskontrolle beim Whisker Litter-Robot 4
Die Trommelöffnung des smarten Katzenklos wirkt auf den ersten Blick wie ein großer Schlund. Bei der Selbstreinigung rotiert die Trommel langsam im Kreis und siebt die entstandenen Streuklumpen heraus. Für Katzen kann das Ganze natürlich beängstigend sein, weshalb man sich als Tierbesitzer natürlich auch Gedanken über das Thema Sicherheit macht. Hier hat Whisker ein zentrales Verkaufsargument auf seiner Seite, denn im Test konnte mich die Technik auf jeden Fall überzeugen.
Über Laser- und Gewichtssensoren erkennt das SafeCat-System zuverlässig, sobald eine Katze das Gerät betritt. Sollte dies der Fall sein, stoppt der Reinigungszyklus augenblicklich. Ich habe das Ganze selbst ausprobiert und meine Hand während der Reinigung in die Trommel gesteckt. Diese stoppte dann sofort die Selbstreinigung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann über die App regulieren, wann die Reinigung des Klos stattfinden soll. Ab Werk reinigt sich das Klo nach dem Toilettengang sofort.
Mithilfe einer individuellen Einstellungsmöglichkeit kann man die Verzögerung auch bis zu einer halben Stunde nach Toilettengang verschieben. Das ist natürlich vor allem bei besonders sensiblen oder ängstlichen Katzen praktisch. Bei einem Katzenklo spielt natürlich auch das Thema Geruch eine große Rolle. Hier zahlt sich die geschlossene Bauweise des Litter-Robot 4 vollends aus.
Die Hinterlassenschaften der Samtpfoten fallen direkt nach dem Siebvorgang in eine geruchsdicht verschlossene Schublade. Diese ist mit einem Abfallbeutel versehen, was die Entsorgung erleichtert. In Kombination mit dem mitgelieferten Kohlefilter bleibt die Geruchsbelastung im Alltag deutlich geringer als bei offenen Katzenklos. Spätestens beim Entleeren der Schublade wird man allerdings unweigerlich daran erinnert, was sich dort angesammelt hat.
Alltag mit zwei Katzen
In der Praxis zeigte sich bei mir ein differenziertes Bild. Meine beiden Perserkatzen gingen nämlich unterschiedlich mit dem Technik-Zuwachs um. Während mein Kater das smarte Katzenklo sofort annahm, verweigert meine Katze den Besuch des Litter-Robot 4 bis heute. Das macht deutlich, dass das schlaue Klo von Whisker nicht automatisch zu jeder Katze passt.
Allerdings sind Katzenbesitzer von ihren Samtpfoten in der Regel gewohnt, dass Neuheiten im Haushalten zwiespältig behandelt werden. Dem Katzenklo möchte ich es deshalb nicht negativ ankreiden, dass die Erfolgsquote in meinem Katzenhaushalt nur bei 50 % liegt. Vielmehr sehe ich das Ganze als charakterliche Eigenheit meiner Katze. Umso deutlicher wird hierbei allerdings, dass ihr das bisherige Katzenklo unbedingt weiterhin stehen lassen sollt, wenn ihr eure Katzen an den Litter-Robot 4 gewöhnt.
Ein Blick auf die technischen Daten von Whisker macht deutlich, dass vor allem Haushalte mit mehreren Katzen profitieren. So soll sich das smarte Katzenklo für bis zu vier Katzen eignen. So lassen sich gleich mehrere Katzenklos einsparen. Außerdem muss man natürlich betonen, dass der Reinigungsaufwand im Alltag deutlich geringer ausfällt.
Man muss lediglich den Abfallbeutel in regelmäßigen Abständen entsorgen sowie ersetzen und für frisches Streu sorgen. Gelegentlich steht dann noch eine Grundreinigung der Trommel an, um für einen hygienisch unbedenklichen Betrieb zu sorgen. Selbst wenn, wie in meinem Fall, nur eine von zwei Katzen das smarte Katzenklo nutzt, reduziert sich der Reinigungsaufwand bereits spürbar, da im klassischen Katzenklo logischerweise weniger Hinterlassenschaften liegen.
Fazit
Im Test erweist sich der Whisker Litter-Robot 4 als technisch ausgereiftes smartes Katzenklo, das im Alltag eine tolle Performance abliefert. Katzenbesitzer, die großen Wert auf Hygiene bei minimalem Aufwand legen und mehrere Katzen im Haushalt haben, bekommen ein durchdachtes Gerät, das eine unliebsame Aufgabe gekonnt abnimmt. Positiv hervorheben muss man außerdem die Kontrollmöglichkeiten über die dazugehörige App. Der hohe Anschaffungspreis und der nicht zu verachtende Platzbedarf bleiben aber die größten Hürden. Außerdem akzeptiert nicht jede Katze die automatische Toilette auf Anhieb. Zum Glück gewährt Whisker eine Rückgabefrist von 90 Tagen.
VORTEILE
- Vollautomatische Reinigung spart tägliche manuelle Arbeit
- SmartScale trackt Gewicht und Nutzung jeder Katze
- LED-Beleuchtung erleichtert Katzen nächtliche Orientierung
- App zeigt Füllstände und Nutzungszeiten in Echtzeit
- Trittstufe ermöglicht älteren Katzen einfachen Einstieg
- Home-Assistant-Integration für Smart-Home-Automatisierungen
NACHTEILE
- Preis von knapp 800 Euro sehr hoch
- Gewöhnungsphase erforderlich, paralleler Betrieb nötig
Fazit
Der Litter-Robot 4 ist technisch ausgereift und nimmt die lästige Katzenklo-Reinigung zuverlässig ab. Die App mit Gesundheitstracking überzeugt, leichte Verarbeitungsmängel stören aber angesichts des hohen Preises. Wer über die hohe UVP hinwegsehen kann, bekommt hier aber ein richtig gutes smartes Katzenklo geboten.
