Im xTool M2 Test tritt ein geschlossener Desktop-Laser an, der neben Schneiden und Gravieren auch CMYK-Druck und mit dem RA3 Lite die Bearbeitung runder Werkstücke beherrscht. Für den Praxistest haben wir Sperrholz graviert und geschnitten, eine farbig bedruckte Platte zu einer Steckbox verarbeitet, einen Korkuntersetzer graviert und unser Basic-Tutorials-Logo auf ein Whiskyglas gebracht. Damit musste der M2 im Test zwischen klassischer Laserbearbeitung, Print and Cut und Rotationsgravur wechseln. Entscheidend war für uns deshalb nicht nur das Ergebnis, sondern auch, wie viel Einrichtungsarbeit zwischen diesen Anwendungen steckt.
| Modell | xTool M2 |
| Getestete Konfiguration | 10W Deluxe Kit mit CMYK-Tintenstrahlmodul und RA3 Lite |
| Lasertyp | Blauer Diodenlaser |
| Optische Ausgangsleistung | 10 W |
| Wellenlänge | 445 nm ± 15 nm |
| Laserpunkt | 0,06 x 0,04 mm |
| Arbeitsbereich Laser | 426 x 320 mm |
| Maximale XY-Geschwindigkeit | 600 mm/s |
| Schnittleistung laut Hersteller | bis zu 8 mm Basswood-Sperrholz in einem Durchgang |
| Positionierung | Dual-Kamera-System |
| Air Assist | integrierte Luftpumpe |
| Farbdruck | CMYK-Tintenstrahlmodul |
| Tintenkapazität | 40 ml |
| Druckauflösung | bis zu 1.200 x 1.200 dpi |
| Rotationsmodul | xTool Rotary Attachment 3 Lite (RA3 Lite) |
| Verbindung | USB, WLAN |
| Software | xTool Studio |
| Laserklasse | Klasse 1 |
| Abmessungen | 610 x 569 x 180 mm |
| Gewicht | 12,3 kg |
| Preis (UVP) | 649 Euro Standalone, 799 Euro Basic Kit, 1.039 Euro getestetes 10W Deluxe Kit |
Lieferumfang hängt von der gewählten Konfiguration ab
Beim M2 gibt es nicht den einen festen Lieferumfang. xTool verkauft die 10W- und 20W-Version jeweils in unterschiedlichen Paketen. Wer nur die Maschine benötigt, kann den M2 als Standalone-Version kaufen. Daneben gibt es ein Basic Kit und ein Deluxe Kit. Unser Testgerät entspricht dem 10W Deluxe Kit mit CMYK-Tintenstrahlmodul und RA3 Lite. Maschine und Bundle-Zubehör können separat verschickt werden. Bei uns kamen deshalb zwei Kartons an.
Der reguläre Umfang des xTool M2 in der Grundversion beinhaltet:
- xTool M2
- 10W-Diodenlasermodul
- Modulverbindungskabel
- Netzteil und Netzkabel
- USB-Kabel und Adapter
- Rauchabzugsschlauch
- Schlauchschelle
- Schmierfett
- Materialpaket
- 4 magnetische Fixierungsklemmen
- Innensechskant-Schraubendreher
- M3x6-Schraube
- Masking Tape
- Sicherheitshinweise
- Anleitungskarte
Beim Grundgerät liegen unter anderem 10W-Lasermodul, Abluft, Kabel, Werkzeug und erstes Material bei.
Zum CMYK-Paket gehören das xTool M2 CMYK Inkjet Module, die Tintenpatrone, die Bottom Cap (Schutzkappe), Befeuchtungsflüssigkeit, die Halteplatte für die Schutzkappe, eine Schraube, eine A5-Kalibrierkarte, ein Ferritkern und das Benutzerhandbuch.
Das RA3 Lite bringt ein Spannfutter, zylindrische Spannbacken, T-förmige Backen, verlängerte Backen, Power Module, Grundplatte, Stützmodul, Bolzenkomponenten, Laserschutz, horizontalen Laserhalter, Positionierungsplatte, Verbindungskabel und Maßband mit.
Der Aufbau ist schnell erledigt
Mit 610 x 569 mm Grundfläche braucht der M2 einen festen Arbeitsplatz. Mit nur 180 mm Höhe wirkt das geschlossene Gehäuse trotzdem recht flach. Das Gewicht liegt bei 12,3 kg. Umstellen geht noch gut, jeden Abend in den Schrank räumen würde ich ihn trotzdem nicht.
Beim Aufbau gab es bei uns praktisch nichts, woran wir länger hängen geblieben wären. Transportsicherungen entfernen, die vorgesehenen Führungen schmieren, Abluftschlauch befestigen, das benötigte Modul einsetzen und die Maschine anschließen. Das war schnell erledigt.
Auch die Verbindung zum Rechner funktionierte direkt. Gerade bei Geräten mit Kameras, wechselbaren Bearbeitungsmodulen und eigener Software kann der erste Start gerne mal länger dauern. Beim M2 kamen wir stattdessen ziemlich schnell an den Punkt, an dem das erste Material im Arbeitsraum lag.
Das geschlossene Gehäuse ist Teil des Klasse-1-Sicherheitskonzepts. Mehrere Sicherheitseinrichtungen überwachen unter anderem den Deckel. Der M2 besitzt außerdem bereits eine integrierte Luftpumpe für Air Assist. Eine zusätzliche externe Air-Assist-Pumpe muss daher nicht neben die Maschine gestellt werden.
Das 10W-Diodenmodul im Detail
Unser M2 war mit dem 10W-Diodenmodul ausgestattet. Wer regelmäßig dickere Holzplatten schneiden möchte, kann das Gerät auch mit 20 W konfigurieren. Für unsere Projekte brauchten wir die höhere Leistung allerdings nicht.
Der 10W-Laser arbeitet mit einer Wellenlänge von 445 nm ± 15 nm. Der Fokuspunkt misst laut xTool 0,06 x 0,04 mm. Das ist sogar kleiner als beim stärkeren 20W-Modul mit 0,08 x 0,06 mm und kommt feinen Gravuren entgegen.
Beim Schneiden nennt xTool für den 10W-Kopf bis zu 8 mm Basswood-Sperrholz in einem Durchgang. Der nutzbare Laserbereich misst 426 x 320 mm. Die Mechanik kann sich mit bis zu 600 mm/s bewegen.
Die 600 mm/s sollte man allerdings nicht mit der Geschwindigkeit eines kompletten Projekts verwechseln. Bei einer Gravur muss der Kopf eine große Zahl einzelner Linien abfahren. Wie lange eine Bearbeitung dauert, wird deshalb vor allem durch Motiv, Material, Leistung und gewählte Geschwindigkeit bestimmt.
xTool Studio war schnell verstanden
Mit xTool Studio hatten wir ebenfalls kaum Eingewöhnungszeit. Die Oberfläche verbindet Maschinensteuerung, Materialeinstellungen, Positionierung und Projektbearbeitung. Wer bereits mit Grafikprogrammen oder anderen Lasern gearbeitet hat, findet sich recht schnell zurecht. Aber auch ohne viel Vorerfahrung wird man nicht mit Einstellungen erschlagen.
Ein wichtiger Teil davon ist das Kamerasystem des M2. Das eingelegte Werkstück lässt sich im Arbeitsbereich erfassen und das Motiv anschließend direkt darauf platzieren. Statt Abstände von Hand zu messen, sieht man auf dem Bildschirm ziemlich genau, wo Gravur oder Schnitt landen sollen.
Bei unserer hellen Holzplatte erkannte das System beispielsweise Sperrholz und bot ein dazu passendes Materialprofil an. Solche Vorgaben kann man jederzeit verändern, für den Einstieg liefern sie aber brauchbare Ausgangswerte.
Studio bindet außerdem Community-Projekte ein. Wer nicht direkt eine eigene SVG konstruieren möchte, kann dort nach Vorlagen suchen. Genau davon haben wir bei unserer späteren Box Gebrauch gemacht. Das funktioniert gut, allerdings ist die Qualität solcher Modelle nicht immer identisch.
Der erste Durchgang: Ornament aus Sperrholz
Unser erstes Projekt im xTool M2 Test war bewusst ein vorgegebenes Tutorial. Aus einer hellen Sperrholzplatte sollte ein ornamentartiger Untersetzer entstehen. Das Motiv bestand aus zahlreichen Kurven, schmalen Stegen und Ausschnitten und war damit ein besserer erster Test als ein simples Rechteck.
xTool Studio berechnete dafür eine Bearbeitungszeit von 11 Minuten und 43 Sekunden. Der 10W-Laser arbeitete die Konturen ab, die Ausschnitte ließen sich danach aus dem Material lösen und auch die schmaleren Bereiche des Musters blieben erhalten.
Für uns war damit vor allem geklärt, dass Kamera, Positionierung, Fokus und gewählte Materialparameter zusammenpassen. Eine Serie aus weiteren Testquadraten konnten wir uns sparen und direkt zum interessanteren Teil übergehen.
Unsere Dschungelbox kombiniert Druck und Laserschnitt
Die kleine Holzbox wurde zum umfangreichsten Projekt des Tests. Als Ausgangsmaterial diente eine dünne helle Sperrholzplatte. Sie sollte nicht einfach ausgeschnitten werden, sondern vorher ein farbiges Dschungelmuster bekommen.
Dafür kam zunächst das CMYK-Tintenstrahlmodul in den M2. Im Unterschied zum älteren M1 Ultra arbeitet das System nicht nur mit Cyan, Magenta und Gelb, sondern besitzt zusätzlich schwarze Tinte. Die gesamte Patrone fasst 40 ml.
Das Dschungelmotiv bestand aus Blättern und floralen Elementen in verschiedenen Grün-, Rosa- und Beigetönen. xTool Studio kalkulierte für diesen Druck 5 Minuten und 39 Sekunden.
Danach blieb die Sperrholzplatte in derselben Position. Wir wechselten zum Diodenlaser und ließen die einzelnen Bauteile der Box direkt aus dem bedruckten Werkstück schneiden. Für diesen Arbeitsschritt zeigte Studio 26 Minuten und 22 Sekunden an.
Genau dieser Ablauf ist für mich der interessante Teil des M2-Konzepts. Druckmotiv und Schnittkonturen werden innerhalb desselben Arbeitsraums positioniert. Das bedruckte Holz muss also nicht aus der Maschine genommen und später möglichst exakt für den Laser ausgerichtet werden.
Nach dem Schneiden konnten wir Boden, Seiten und Deckel aus der Platte nehmen. Die Teile werden über Steckverbindungen zusammengesetzt. Auf den Außenseiten bleibt das Dschungelmotiv sichtbar, während der Deckel zusätzlich seine ausgeschnittene Struktur bekommt.
Schmauchspuren waren auf den sichtbaren Seiten nur wenig vorhanden. Auf der Unterseite der Sperrholzplatte konnte man sie deutlicher sehen. Bei der fertigen Box fällt davon aber kaum etwas auf.

Bei Community-Vorlagen passt nicht jedes Modell
Ganz ohne zweiten Anlauf entstand die Box nicht. Wir hatten uns verschiedene Konstruktionen aus der xTool-Community angesehen und mussten ein paar ausprobieren, bevor wir bei einem Modell landeten, dessen Steckverbindungen mit unserer Platte funktionierten.
Bei Boxen hängt viel an der exakten Materialstärke. Stimmen Schlitzbreite und Platte nicht überein, sitzen die Verbindungen entweder zu locker oder lassen sich kaum zusammenstecken. Community-Modelle geben diese Details nicht immer gleich ausführlich an.
Das war für uns kein großes Hindernis, zeigt aber, dass eine fertige Vorlage nicht automatisch bedeutet, dass man sie ohne Kontrolle starten sollte. Gerade bei Konstruktionen mit Steckverbindungen würde ich Materialstärke und vorgesehene Maße vorher prüfen.
Nachdem wir die passende Datei gefunden hatten, ging der Rest ohne weitere Probleme durch.
Das CMYK-Modul brauchte einmal manuelle Hilfe
Unser einziger technischer Hänger trat beim Farbdruck auf. Das Tintenstrahlmodul besitzt an der Unterseite eine magnetische Schutzkappe. Sie schützt den Druckkopf und verhindert, dass die Düsen bei längerer Nichtbenutzung austrocknen.
Im normalen Workflow nimmt der M2 diese Kappe vor dem Druck automatisch ab und setzt sie anschließend wieder auf. Genau das wollte beim ersten Versuch nicht funktionieren.
Nach etwas Probieren haben wir die Kappe von Hand abgenommen und noch einmal eingesetzt. Anschließend funktionierte der automatische Ablauf so, wie er sollte. Während der restlichen Tests trat das Problem nicht noch einmal auf.
xTool beschreibt diesen Fehler auch in seiner eigenen Dokumentation. Unter anderem kann die automatische Abnahme scheitern, wenn Schutzkappe oder Halterung nicht korrekt sitzen. Unser Vorgehen lag damit ziemlich genau bei der vom Hersteller vorgesehenen Fehlersuche.
Die CMYK-Patrone ist ein Kostenpunkt
Farbdruck innerhalb eines Laserprojekts ist praktisch, bringt aber Verbrauchsmaterial mit. Die CMYK-Patrone enthält 40 ml wasserbasierte Tinte und ist als geschlossenes Verbrauchsteil ausgelegt.
Eine Ersatzpatrone kostet derzeit 99 Euro. Bei kleineren Motiven und einzelnen Projekten dürfte eine Patrone entsprechend lange reichen. Wer regelmäßig große Flächen vollflächig bedruckt oder mit dem M2 Kleinserien herstellen möchte, sollte die Tintenkosten trotzdem mit einkalkulieren.
Da die Tinte wasserbasiert ist, wird ein bedrucktes Holzstück durch den Druck außerdem nicht automatisch wasserfest. Soll ein Gegenstand später regelmäßig Feuchtigkeit abbekommen, braucht die Oberfläche eine zum Material passende Nachbehandlung.
Gravieren auf Kork braucht keine Zusatzmodule
Nach dem Print-and-Cut-Projekt ging es zurück zum normalen Diodenlaser. Dafür legten wir einen runden Korkuntersetzer in den Arbeitsraum. Das Motiv bestand aus dem Spruch „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ und einer kleinen Chili-Grafik.
xTool Studio kalkulierte für die Gravur 29 Minuten und 49 Sekunden. Damit dauerte dieses auf den ersten Blick kleine Projekt sogar länger als manches Schneidprojekt. Der Grund liegt im Motiv. Viele Buchstaben und grafische Linien bedeuten zahlreiche Bewegungen des Laserkopfs.
Auf Kork entsteht dabei ein deutlich dunklerer Bereich, weshalb weder Farbe noch ein weiterer Bearbeitungsschritt nötig sind. Die Schrift blieb gut lesbar und auch kleinere Elemente innerhalb des Motivs waren erkennbar.
Solche Projekte dürften zu den häufigeren Einsätzen eines Geräts wie dem M2 gehören. Untersetzer, Namensschilder, Anhänger oder personalisierte Holzstücke lassen sich ohne Modulwechsel vorbereiten und direkt gravieren.
RA3 Lite erweitert den M2 um runde Werkstücke
Beim letzten größeren Versuch verließen wir die flache Arbeitsfläche. Das xTool Rotary Attachment 3 Lite ist speziell für den M2 entwickelt und nimmt runde beziehungsweise rotationssymmetrische Werkstücke auf.
Das System arbeitet nicht einfach nur mit zwei Rollen. Zum Paket gehören ein Spannfutter, verschiedene Backensätze, eine Grundplatte, ein Stützmodul und weitere Komponenten. Abhängig vom Werkstück kann innen oder außen gespannt werden.
Für den ersten Aufbau haben wir die Anleitung von xTool genutzt. Auf der Verpackung befindet sich ein QR-Code, über den man unter anderem zu einem Video gelangt. Dort wird gezeigt, wie das RA3 Lite montiert und in den M2 eingesetzt wird.
Das hat uns einiges an Herumprobieren erspart. Nach dem Aufbau wird in xTool Studio der Rotary-Modus aktiviert und die zum Werkstück passende Spannmethode gewählt. Anschließend wird das RA3 Lite kalibriert und das eingespannte Werkstück vermessen. Wir haben dafür die Messpunkte manuell angefahren. Für zylindrische Werkstücke bietet xTool Studio alternativ auch eine automatische Durchmessermessung, die wir im Test allerdings nicht ausprobiert haben.
Unser Whiskyglas brauchte zuerst eine Farbschicht
Als Testobjekt haben wir ein Whiskyglas genommen und darauf das Basic-Tutorials-Logo graviert. Transparentes Glas ist für den blauen Diodenlaser allerdings ein Sonderfall. Die Wellenlänge des 10W-Moduls wird von klarem Glas nur schlecht absorbiert. Ohne Vorbereitung würde ein großer Teil des Laserlichts durch das Material hindurchgehen.
Deshalb haben wir die Stelle für das Logo zunächst gleichmäßig mit Gouache bestrichen. Die Farbschicht nimmt die Energie des Lasers an der Oberfläche auf und ermöglicht damit die Bearbeitung des Glases. Nach dem Trocknen konnte das Whiskyglas in das RA3 Lite eingespannt werden.
Für unsere Kombination aus transparentem Glas, Gouache und 10W-Modul fanden wir kein Materialprofil, das wir einfach unverändert übernehmen konnten. Bei den Startwerten haben wir uns deshalb zusätzlich von KI helfen lassen und die Parameter an den Versuch angepasst.
Während der Gravur dreht das RA3 Lite das Whiskyglas kontrolliert weiter. Der Laser bearbeitet damit nicht einfach nur einen festen Ausschnitt der gekrümmten Oberfläche. Drehbewegung und Laserposition werden gemeinsam gesteuert, damit das Motiv über die Rundung hinweg entsteht.
Für unser Basic-Tutorials-Logo benötigte der Durchgang 20 Minuten und 29 Sekunden. Danach konnten wir die Gouache wieder entfernen und die Gravur auf dem Glas beurteilen.
Gerade beim ersten Einsatz des Rotary Tools hatte ich mit deutlich mehr Einstellarbeit gerechnet. Tatsächlich war die Vorbereitung des transparenten Glases der aufwendigere Teil. Das RA3 Lite selbst war dank Anleitung relativ schnell montiert und eingerichtet.
Drei Kameras übernehmen Positionierung und Überwachung
Dass wir mit so unterschiedlichen Werkstücken arbeiten konnten, hängt auch mit dem Kamerasystem des M2 zusammen. Für die eigentliche Positionierung nutzt xTool zwei Kameras: Eine Distant-view-Kamera erfasst den Arbeitsraum, während die Close-view-Kamera direkt am beweglichen Modul nähere Aufnahmen des Werkstücks ermöglicht.
Die Kombination ist vor allem dann hilfreich, wenn ein Motiv nicht einfach mittig auf einem rechteckigen Rohling landen soll. Bei Untersetzern, bereits bedruckten Flächen oder Reststücken kann man die Grafik visuell über dem Werkstück ausrichten und für kleinere Bereiche auf die Nahansicht wechseln.
Daneben besitzt der M2 noch eine dritte, seitlich ausgerichtete Kamera. Sie gehört nicht zur normalen Positionierung in xTool Studio, sondern dient vor allem der Flammenerkennung während der Bearbeitung.
Die Kameras ersetzen dabei nicht jede Kontrolle. Perspektive, Werkstückhöhe und das konkrete Verfahren spielen weiterhin eine Rolle. Im normalen Workflow mussten wir aber wesentlich weniger messen und manuell ausrichten, als wir es von einfacheren Lasersystemen kennen.
10 Watt haben für unsere Projekte gereicht
Nach Holzbox, Kork und Whiskyglas hatte ich im xTool M2 Test nicht das Gefühl, ständig auf die 20W-Version zu schielen. Unsere Materialien waren relativ dünn und der Schwerpunkt lag neben Schneiden auch auf Gravieren und Farbdruck.
Hier passt der kleine Fokuspunkt des 10W-Moduls gut zum Einsatzzweck. Wenn der M2 dagegen überwiegend dickere Sperrholzplatten zerlegen soll, würde ich eher zur 20W-Konfiguration greifen. xTool nennt beim stärkeren Modul eine höhere Schnittleistung, nimmt dafür aber einen etwas größeren Laserpunkt in Kauf.
Für kreative Arbeiten mit dünnem Holz, Kork, Gravuren und gelegentlichem Print and Cut halte ich die 10W-Version nach unserem Test für eine schlüssige Konfiguration. Sie senkt außerdem den Einstiegspreis des M2.
M2 und M1 Ultra setzen andere Schwerpunkte
Der Vergleich mit dem xTool M1 Ultra liegt nahe. Auch dieses Gerät hatten wir bereits im Test und auch dort kombiniert xTool Laserbearbeitung mit Tintenstrahldruck.
Der M1 Ultra ist allerdings stärker als Craft-Maschine konzipiert. Er kann neben Laser und Tintenstrahl auch Messer und Stifte verwenden. Wer beispielsweise Folien schneiden oder zeichnen möchte, bekommt dort Funktionen, die der M2 nicht anbietet.
Der M2 konzentriert sich enger auf Laserbearbeitung, Farbdruck und entsprechende Erweiterungen. Dafür misst die Laserfläche 426 x 320 mm statt 300 x 300 mm beim M1 Ultra. Auch die maximale Bewegungsgeschwindigkeit fällt mit bis zu 600 statt 400 mm/s höher aus.
Beim Druck hat xTool ebenfalls Änderungen vorgenommen. Statt CMY nutzt der M2 CMYK und bekommt damit eine eigene schwarze Tinte. Die Patrone fasst 40 ml und die Druckauflösung steigt auf bis zu 1.200 x 1.200 dpi.
Für uns war allerdings der praktische Unterschied am auffälligsten. Beim damaligen M1-Ultra-Test mussten wir deutlich länger an Verbindung und Einrichtung arbeiten. Beim M2 waren diese Punkte schnell erledigt. Wie viel davon auf die neue Hardware und wie viel auf die inzwischen weiterentwickelte Software zurückgeht, lässt sich kaum trennen. Für den Test zählt am Ende, dass wir dieses Mal wesentlich schneller loslegen konnten.
Was gibt es als Alternative zum xTool M2?
Bei einem direkten Marktvergleich wird die Auswahl schnell kleiner, sobald Farbdruck Teil der Anforderungen ist. Geschlossene Diodenlaser mit Kamera und Rotary-Zubehör gibt es mehrere. Die Kombination aus Farbdruck und anschließendem Laserschnitt innerhalb desselben Geräts bleibt deutlich seltener.
| Modell | xTool M2 10W | xTool M1 Ultra 10W | WeCreat Vision 20W |
|---|---|---|---|
| Laser | 10W Diode | 10W Diode | 20W Diode |
| Farbdruck | CMYK optional | CMY optional | Nein |
| Arbeitsbereich Laser | 426 x 320 mm | 300 x 300 mm | ca. 400 x 270 mm |
| Max. Geschwindigkeit | 600 mm/s | 400 mm/s | 600 mm/s |
| Kamerapositionierung | Dual-Kamera-System | Foto- und Pin-Point-Positionierung | integrierte Kamera |
| Rotary verfügbar | Ja, RA3 Lite | Ja | Ja |
| Weitere Werkzeuge | 3W-IR-Modul | Messer, Stifte und weitere Craft-Module | optionales IR-Modul |
| Interessant für | Laser, CMYK Print and Cut, Gravur | Laser plus umfangreiche Craft-Arbeiten | Laser und Gravur ohne Farbdruck |
| Preis | ab 649 Euro, getestetes Deluxe Kit 1.039 Euro | abhängig von Modul und Bundle | ca. 1.299 Euro als 20W Rotary-Paket |
Wer unbedingt Farbdruck direkt mit der Bearbeitung kombinieren möchte, dürfte vor allem zwischen M2 und M1 Ultra schauen. Der M1 Ultra deckt mit Messern und Stiften zusätzliche Basteltechniken ab. Beim M2 liegen die Schwerpunkte stärker auf Laser, CMYK-Druck und Gravur.
Der WeCreat Vision verfolgt eine andere Richtung. Er ist ebenfalls ein geschlossener Desktop-Laser mit Kamera und optionalem Rotary-System, bietet aber keinen integrierten Farbdruck. Dafür arbeitet das aktuelle 20W-Modell ebenfalls mit bis zu 600 mm/s und kann über entsprechendes Zubehör um Rotationsgravur erweitert werden. Das 20W-Rotary-Paket liegt aktuell bei rund 1.300 Euro.
Für unsere Dschungelbox wäre keiner der reinen Laser eine echte Alternative gewesen. Genau dort spielt der M2 die Kombination aus Druck und anschließender Laserbearbeitung aus.
Unser Fazit zum xTool M2 Test
Beim xTool M2 waren wir ungewöhnlich schnell an dem Punkt, an dem die Technik in den Hintergrund gerückt ist. Aufbau und Verbindung waren erledigt, xTool Studio war schnell verstanden und bereits das erste Tutorial-Projekt funktionierte ohne längere Korrekturen. Danach konnten wir uns direkt an eigene Projekte machen.
Am besten zeigt das für mich die Dschungelbox. Ein Stück Sperrholz im M2 zuerst farbig zu bedrucken, anschließend mit demselben Gerät die einzelnen Teile auszuschneiden und daraus eine fertige Box zusammenzusetzen, macht den Reiz des Systems ziemlich deutlich. Der Korkuntersetzer zeigte anschließend die klassische Gravurseite, während das Whiskyglas mit RA3 Lite noch einmal einen komplett anderen Workflow verlangte.
Der eine technische Hänger kam vom CMYK-Modul. Die magnetische Schutzkappe löste sich beim ersten Versuch nicht automatisch. Nach manuellem Abnehmen und erneutem Einsetzen funktionierte der Mechanismus. Bei den Community-Projekten brauchten wir außerdem ein paar Versuche, bis wir eine Boxvorlage gefunden hatten, die zu unserem Material passte.
Die 10W-Version hat für unsere Projekte vollkommen ausgereicht. Wer hauptsächlich dickere Platten schneiden möchte, kann stattdessen zum 20W-Modul greifen. Druckmodul und RA3 Lite wiederum muss niemand mitkaufen, der sie nicht benötigt. Der M2 startet aktuell bei 649 Euro, während unsere 10W-Deluxe-Konfiguration bei 1.039 Euro liegt. Gerade diese Abstufung macht das System interessant, weil man nicht zwangsläufig für Funktionen bezahlen muss, die später ungenutzt im Karton liegen.
VORTEILE
- großer Laser-Arbeitsbereich von 426 x 320 mm
- feiner Laserpunkt von 0,06 x 0,04 mm beim 10W-Diodenmodul
- hohe Verfahrgeschwindigkeit von bis zu 600 mm/s
- Dual-Kamera-System für Positionierung und Werkstückerfassung
- integrierte Air-Assist-Pumpe
- CMYK-Tintenstrahldruck mit bis zu 1.200 x 1.200 dpi
- Print-and-Cut-Workflow innerhalb derselben Maschine
- RA3 Lite ermöglicht die Bearbeitung runder Werkstücke
- geschlossenes Gehäuse mit Laserklasse 1
NACHTEILE
- 10W-Modul beim Schneiden dickerer Materialien klar unterhalb der 20W-Version
- blauer Diodenlaser kann transparentes Glas nicht ohne vorbereitete Oberfläche gravieren
- für bestimmte Metalle und Kunststoffe wird ein separates IR-Modul benötigt
- CMYK-Druck benötigt proprietäre Tintenpatronen als Verbrauchsmaterial
- wasserbasierte Tinte ist ohne Nachbehandlung nicht für jede Anwendung geeignet
Fazit
Der xTool M2 verbindet einen präzisen Diodenlaser mit starker Software, kameragestützter Positionierung und auf Wunsch CMYK-Druck sowie Rotationsgravur. Im Test funktionierten selbst komplexere Projekte wie unsere bedruckte Holzbox und das gravierte Whiskyglas ohne größere Probleme. Nur die Schutzkappe des Druckmoduls brauchte einmal manuelle Hilfe, ansonsten hinterlässt das System einen sehr starken Gesamteindruck.







