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Zendure SolarFlow 2400 AC Test: Smarter AC-Speicher für PV

In Zeiten rasant steigender Strompreise und wachsender Begeisterung für Photovoltaik sowie Heimenergiesysteme ist die Nachfrage nach modularen, intelligent gesteuerten Lösungen groß. Im Zendure SolarFlow 2400 AC Test haben wir uns einen Energiespeicher genauer ansehen dürfen, der sich explizit an Nutzer richtet, die bereits eine PV-Anlage besitzen oder ein Balkonkraftwerk betreiben, jedoch bislang ohne Energiespeicher arbeiten. Sein Anspruch: einfache Nachrüstung, smarte Steuerung und ausreichende Leistung für den Alltagsbetrieb – kombiniert mit einer Off-Grid-Fähigkeit für einzelne Verbraucher.

Technische Daten

Modell Zendure SolarFlow 2400 AC
Typ Hybrid Wechselrichter + Speicher
Zellchemie LiFePO4
Max. DC-Eingang 1.200 W
Anzahl MPPT 2
Max. AC-Ausgang 2.400 W (konstant), 3.600 W (kurzzeitige Spitze)
Phasen-Anzahl 1-Phasig
Betriebstemperatur -20 °C bis 60 °C
Konnektivität APP, WIFI (optional), Bluetooth
IP-Schutzart IP67
Maße und Gewicht 448 mm x 303 mm x 88 mm und 10,8 kg
Zusatzakkus – AB3000X (2.880 Wh)
– max. 6 Akkus (17.280 Wh)
Preis € 995,00 *

Lieferumfang

zendure solarflow 2400 ac test

  • Solarflow 2400 AC
  • 1x AB3000X Batteriemodul
  • Wandhalterungen und Montagematerial (Schrauben, Dübel etc.)
  • Schutzkappen und Abdeckungen
  • Ein Anschlusskabel für den Netzanschluss
  • Quick-Start-Guide

Zendure SolarFlow 2400 AC Test: Design und Verarbeitung

Optik und Haptik spielen gerade bei Geräten, die in Technikräumen oder Kellern sichtbar sind, eine Rolle. Der SolarFlow 2400 AC und die AB3000X-Module sind in dunklen Grautönen gehalten, mit klaren Kanten und einem kantigen, funktionellen Look. Der Wechselrichter weist oben Rippen auf, die teils als Kühlflächen dienen, und wirkt insgesamt robust und hochwertig verarbeitet.

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Die Steck- und Verbindungspunkte sind passgenau ausgeführt, alle Schutzkappen lassen sich ohne übermäßigen Kraftaufwand sicher entfernen oder aufstecken. Auch bei wiederholter Montage zeigte sich keine übermäßige Abnutzung oder Spiel in den Verbindungsstellen. Die mitgelieferten Wandhalterungen aus Metall wirken stabil genug für eine dauerhafte Montage, vorausgesetzt, der Untergrund ist tragfähig.

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In den Tests wurde gelegentlich eine Wärmeentwicklung am Gehäuse bei hoher Last gemessen (bis zu etwa 45 °C) – was bei solchen Speichersystemen nicht ungewöhnlich ist. Dennoch solltet ihr das bei der Platzwahl bedenken und für eine gute Belüftung in der Umgebung sorgen. Der Gesamteindruck des Systems ist insgesamt äußerst positiv. Ihr bekommt eine solide Verarbeitung und hochwertige Materialien. Optisch ist das Ganze natürlich immer Geschmacksache.

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Für den Wohnbereich mag das Design zwar eher technisch wirken, aber Tech-Fans dürfte das sicher nicht stören. Aufgrund seines hochwertigen Aussehens hätte ich auf jeden Fall kein Problem damit, das Speichersystem durchaus auch im Wohnzimmer aufzustellen. Doch dank IP65-Zertifizierung ist es auch problemlos möglich, die SolarFlow 2400 AC im Außenbereich an einer Steckdose anzuschließen.

Zendure SolarFlow 2400 AC Test: Inbetriebnahme und Installation

Ein großer Pluspunkt des SolarFlow 2400 AC ist die einfache, auf Plug-and-Play ausgelegte Installation – zumindest für den Grundbetrieb. Hierfür muss man einfach nur den Wechselrichter mit dem Zusatzakku zusammenstecken. Zendure ließ uns für den Test den Zusatzakku AB3000X (€ 679,90 *) zukommen. Durch das Steckprinzip wirkt das System nahezu kabellos.

Das Solarflow 2400 steckt ihr einfach auf die Erweiterungsbatterie

Das einzige Kabel, welches zum Einsatz kommt, ist das Anschlusskabel, mit dem ihr das Hauptgerät mit der Haushaltssteckdose eurer Wahl verbindet. Hier zeigt sich der große Vorteil des Systems. Es ist nämlich enorm flexibel. Eine direkte PV-Modulverdrahtung zum Speicher braucht man nicht. Bereits vorhandene Wechselrichter bleiben bestehen und der SolarFlow „schaut“ auf überschüssigen Wechselstrom zur Speicherung.

zendure solarflow 2400 ac

Wichtig zu beachten ist, dass ab Werk nur 800 W Ausgangsleistung freigeschaltet sind. Um die maximale Leistung von 2.400 W nutzen zu können, muss in der App eine Freischaltung erfolgen. Bevor ihr das Maximum ausreizt, sollte ein Experte die häuslichen Begebenheiten begutachten. Voraussetzungen sind ein ausreichender Leitungsschutz sowie eine passende Absicherung. Hierfür braucht man einen Elektriker.

Bei mehreren Speichergeräten lassen sich diese parallel schalten (auch hierfür ist ein Elektriker notwendig, da das angemeldet werden muss). Dabei sind maximal bis zu 7.200 W Gesamtleistung möglich. Für eine wirklich intelligente Steuerung ist der Einsatz eines Smart Meter notwendig. Wir setzten im Test auf den Shelly 3EM (€ 64,95 *). Der Smart Meter misst den Hausstromverbrauch in Echtzeit und ermöglicht dem HEMS (Home Energy Management System), Lade- und Entladevorgänge gezielt zu steuern.

Mithilfe des beiliegenden Werkzeugs ist auch eine Wandmontage möglich

Die Schutzklasse IP65 erlaubt prinzipiell auch eine Montage im Freien, allerdings nur bei gutem Schutz der Steckverbindungen und ohne dauerhaft freiliegende Anschlüsse. Insgesamt ist die Inbetriebnahme erstaunlich einfach – zumindest für den Basiseinsatz. Für höhere Leistungen und optimale Steuerung braucht man jedoch durchaus technische Kenntnisse oder Unterstützung durch einen Elektriker.

Zendure SolarFlow 2400 AC Test: Zendure App

Ein zentrales Element des Systems ist die Zendure App, über die Konfiguration, Monitoring und Steuerung erfolgen. In den Tests wurde die App als intuitiv, optisch ansprechend und relativ stabil beschrieben. Nach der Erstinstallation verbindet sich der Speicher via Bluetooth und kann so ins heimische WLAN eingebunden werden, sodass auch ein Cloud-Zugriff möglich ist. Besonders wichtig ist die Funktion des Home Energy Management Systems (HEMS) inklusive des praktischen KI-Feature ZENKI.

Dieses Feature analysiert Wetterdaten, Haushaltsverbrauch, Batteriestatus und ggf. variable Stromtarife, um Lade- und Entladezeiten zu optimieren und das Einsparpotenzial zu maximieren. Zendure selbst nennt Einsparungen bis zu 42 % Stromkosten durch intelligente Planung. Die App bietet grafische Dashboards, die mit einer guten Übersicht punkten. Hier kann man auf einen Blick Parameter wie Hausverbrauch, Einspeisung, Akkustand und Prognosen in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit erkennen.

Auch die Integration in Smart-Home-Systeme oder die Zusammenarbeit mit anderen Zendure-Geräten funktioniert mitunter nahtlos. Allerdings zeigen sich auch Schwächen: gelegentliche Bugs oder Übersetzungsfehler in der deutschen Version schmälern ein wenig den ansonsten positiven Eindruck. Zudem erfordern Feinjustierungen und das Verständnis der verschiedenen Parameter (z. B. Lade-/Entladegrenzen, Prioritäten) etwas Einarbeitungszeit.

Manche Einstellungsänderungen werden nicht immer sofort übernommen oder erfordern mitunter das Neuladen der Seite. Ein großer Vorteil der Zendure App ist die Möglichkeit, das System auch rein lokal und ohne Anbindung an die Cloud zu betreiben. Ratsam ist das aber nur dann, wenn ihr auf den praktischen Fernzugriff verzichten könnt. Insgesamt bietet die App eine leistungsfähige Steuerungsplattform, die bei sorgfältiger Einrichtung echte Mehrwerte bringt, wenngleich sie nicht völlig fehlerfrei ist.

Zendure SolarFlow 2400 AC Test: Praktische Off-Grid-Steckdose

Ein herausragendes Merkmal des SolarFlow 2400 AC ist die integrierte Off-Grid-Steckdose am Wechselrichter. Diese erlaubt es, einzelne Verbraucher (z. B. Kühlschrank oder PC) direkt vom Speicher zu versorgen, selbst wenn das öffentliche Netz ausfällt oder abgeschaltet ist. Als Dauerleistung gibt Zendure 2.400 W an. Allerdings ist auch eine vorübergehende Spitzenleistung von 3.600 W möglich. Die Umschaltung von Netzbetrieb auf Off-Grid erfolgt innerhalb von etwa 15–20 ms. Das reicht für viele Haushaltsgeräte völlig aus.

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Bei Nichtgebrauch lassen sich die Anschlüsse einfach abdecken

Im praktischen Einsatz zeigte sich, dass das Off-Grid-Feature in vielen Szenarien sinnvoll nutzbar ist, insbesondere für Geräte mit mittlerem Energiebedarf. Eine Besonderheit: der Off-Grid-Ausgang kann auch als Eingang dienen. Hier kann man beispielsweise einen Mikro-Wechselrichter anschließen und so direkt Solarstrom einspeisen. Dies eröffnet interessante Hybridszenarien, gerade bei Balkonkraftwerken. Alles in allem ist diese Steckdose also ein großes Plus.

Zendure SolarFlow 2400 AC Test: Praxistest

Für den Praxistest nutzte ich einen Aufbau mit einer Zendure AB3000X gemeinsam mit einem Shelly 3EM Smart Meter zur genauen Verbrauchsüberwachung. Während Sonnenschein wurde überschüssiger Strom aus meiner PV-Anlage in den Akku geleitet, dann nachts oder bei geringer Einspeisung entnommen, um den Netzbezug zu minimieren. Dank des Smart Meters und der App-Steuerung reagierte der Speicher sehr feinfühlig auf Leistungsänderungen. Selbst Lastsprünge von 50 W wurden innerhalb von wenigen Sekunden berücksichtigt.

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Bis der SolarFlow 2400 AC reibungslos mit meinem Shelly zusammenarbeitete, vergingen allerdings einige Stunden. Woran das schlussendlich lag, ist mir bis heute nicht bewusst. Etwas reibungsloser kann das Ganze dann funktionieren, wenn ihr den hauseigenen Smart Meter Zendure D0 (€ 44,90 *) verwendet. Alternativ soll das System auch mit dem EverHome EcoTracker (Test€ 73,48 *). Mittlerweile teilt der Shelly seine Daten aber zuverlässig mit dem Speichersystem.

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Der SolarFlow 2400 AC lässt sich auch in der Shelly-App einbinden

Im Betrieb wurde der Speicher gelegentlich ziemlich warm an der Außenseite. Das war in den Tests keineswegs alarmierend, aber ein Hinweis darauf, dass am geplanten Einsatzort ausreichende Wärmeabfuhr vorhanden sein sollte. Im Falle eines simulierten Netzausfalls schaltete das System zuverlässig auf den Off-Grid-Ausgang um. Mein angeschlossener PC lief im Test zuverlässig weiter. Hier muss man aber dringend auf die Last von maximal 2.400 W achten.

Fazit

Der Zendure SolarFlow 2400 AC überzeugt im Test als flexible und leistungsstarke Speicherlösung zur einfachen Nachrüstung bestehender PV-Anlagen und Balkonkraftwerke. Die Installation gelingt dank Plug-and-Play-Prinzip schnell und unkompliziert, Verarbeitung und Materialqualität bewegen sich auf einem hohen Niveau. Besonders positiv fällt die integrierte Off-Grid-Steckdose auf, die im Notfall oder für ausgewählte Verbraucher eine zuverlässige Stromversorgung ermöglicht.

Bild: Zendure

Die Zendure App bietet mit dem HEMS und dem KI-Feature ZENKI viele smarte Funktionen zur Optimierung des Eigenverbrauchs, erfordert jedoch etwas Einarbeitung und zeigt gelegentlich kleinere Schwächen in der Umsetzung. Im Praxisbetrieb arbeitet das System zuverlässig, reagiert schnell auf Laständerungen und hilft effektiv, den Netzstrombezug zu reduzieren. Insgesamt ist der SolarFlow 2400 AC eine empfehlenswerte Lösung für Nutzer, die ihren Solarstrom besser nutzen möchten und bereit sind, sich technisch ein wenig mit dem System auseinanderzusetzen.

PRO

  • Sehr einfache Plug-and-Play-Installation zur PV-Nachrüstung
  • Hohe Ausgangsleistung bis 2.400 W (per App freischaltbar)
  • Integrierte Off-Grid-Steckdose mit schneller Umschaltzeit
  • Hochwertige Verarbeitung und robustes, IP65-zertifiziertes Gehäuse
  • Flexible Nutzung mit bestehenden Wechselrichtern und Balkonkraftwerken
  • Smarte App mit HEMS und KI-Funktion (ZENKI) zur Verbrauchsoptimierung
  • Erweiterbar und parallel schaltbar für höhere Gesamtleistung

CONTRA

  • App teils mit Bugs, Übersetzungsfehlern und Verzögerungen
  • Integration externer Smart Meter nicht immer sofort reibungslos
  • Spürbare Wärmeentwicklung bei hoher Last (bei Platzierung bedenken)

Zendure SolarFlow 2400 AC

Design und Verarbeitung
Leistung
Bedienkomfort
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Der Zendure SolarFlow 2400 AC überzeugt als flexibel nachrüstbarer PV-Speicher mit einfacher Installation, hoher Leistung und praktischer Off-Grid-Funktion. Die smarte App bietet Komfort und Einsparpotenzial, benötigt jedoch etwas Einarbeitung.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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