Mit 2,4 kWh Speicherkapazität, bis zu 2400 Watt Leistung in beide Richtungen, vier MPPT-Trackern und Smart-Meter-Anbindung ist der Zendure SolarFlow 2400 Pro technisch deutlich breiter aufgestellt als viele klassische Speicherlösungen für Balkonkraftwerke. Im Test mit dem Zendure SolarFlow 2400 Pro war deshalb weniger die reine Datenblattshow spannend, sondern die Frage, wie ordentlich PV-Eingang, AC-seitiges Laden und Entladen, App-Steuerung und reale Lastwechsel im Haus tatsächlich zusammenspielen.
Technische Daten des Zendure SolarFlow 2400 Pro
| Modell | Zendure SolarFlow 2400 Pro |
|---|---|
| Systemtyp | All-in-One-PV-Speicher mit integriertem Akku und Wechselrichter |
| Batterietyp | LiFePO4 |
| Basiskapazität | 2,4 kWh |
| Erweiterbarkeit | bis zu 16,8 kWh |
| PV-Eingänge | 4 MPPTs |
| Maximale PV-Leistung | bis zu 3000 W |
| AC-Lade- und Entladeleistung | bis zu 2400 W |
| Off-Grid-Steckdose | vorhanden |
| Steuerung | App, Smart Meter, Smart-Home-Anbindung |
| Kühlung | passiv |
| Schutzklasse | IP65 |
| Gewicht | knapp 28 kg |
| Preis (UVP) | 1.299 € |
Allein an den Daten wird schon deutlich, dass Zendure den SolarFlow 2400 Pro nicht als kleinen Zwischenakku positioniert. Das System zielt sichtbar auf Setups, in denen nicht nur ein paar Wattstunden in den Abend geschoben werden sollen, sondern in denen Leistung, Steuerung und Erweiterbarkeit eine deutlich größere Rolle spielen.
Lieferumfang, Aufbau und erster Eindruck
Schon beim ersten Kontakt macht der SolarFlow 2400 Pro klar, dass hier kein zierliches Balkon-Gadget vor einem steht. Das Gerät ist massiv gebaut, bringt ordentlich Gewicht auf die Waage und wirkt insgesamt wie ein ernst gemeintes Energiesystem statt wie ein Zusatzmodul. Das hat zwei Seiten: Einerseits wirkt das Gehäuse robust und wertig, andererseits trägt man das Teil nicht mal eben locker mit einer Hand durch die Gegend.
Zum Lieferumfang gehören:
- der Zendure SolarFlow 2400 Pro selbst
- ein AC-Netzkabel
- Montagezubehör
- Unterlagen für die Inbetriebnahme
Vorn sitzt zudem ein kleines Statusdisplay, das die wichtigsten Infos bewusst knapp hält. Stromversorgung, Akkustand und IoT-Verbindung lassen sich direkt am Gerät ablesen, ohne dass man sofort in die App springen muss. Das ersetzt kein echtes Display mit Detailwerten, reicht für den schnellen Kontrollblick aber völlig aus.

Auch von oben wirkt der SolarFlow 2400 Pro eher wie ein kompaktes Energiesystem als wie klassisches Balkonkraftwerk-Zubehör. Die Linien sind schlicht, die Bauform bleibt aber klar funktional.
Praktisch sind die integrierten Tragegriffe. Leicht wird das Gerät dadurch natürlich nicht, aber immerhin greift man nicht an einem glatten Klotz herum. Wer den Speicher einmal an seinen Platz bringt und dort lässt, wird damit gut leben können. Wer hingegen etwas sucht, das man öfter versetzen möchte, sollte das Gewicht im Hinterkopf behalten.
Welche Anschlüsse bringt der SolarFlow 2400 Pro mit?
Spätestens bei den Anschlüssen wird klar, dass der SolarFlow 2400 Pro nicht in der kleinen Balkonklasse bleiben will. Zendure verbaut hier vier PV-Eingänge mit MPPT, dazu den AC-Anschluss fürs Hausnetz, eine Off-Grid-Steckdose für direkt angeschlossene Verbraucher und die Option, das System später um weitere Akkus zu ergänzen. Das wirkt nicht wie ein kleiner Speicher für zwei Module, sondern direkt großspuriger wie die Basis für ein deutlich größeres Setup.
Ein kleines, aber in der Praxis nicht ganz unwichtiges Detail ist die Antenne am SolarFlow 2400 Pro. Sie gehört zur drahtlosen Kommunikation des Systems, weshalb auch die Position des Geräts nicht völlig egal ist.
App und Einrichtung
Die Inbetriebnahme des Zendure SolarFlow 2400 Pro war bei uns schnell erledigt. App installieren, Gerät ins WLAN bringen, Grundkonfiguration durchlaufen – viel mehr war für den Start erst einmal nicht nötig. Positiv ist dabei, dass Zendure den Einstieg nicht unnötig kompliziert macht. Man muss sich also nicht erst durch eine halbe Menülandschaft arbeiten, bevor das System überhaupt betriebsbereit ist.
Ein bisschen Sucharbeit hat uns am Anfang nur die App selbst gekostet. Zendure verteilt an mehreren Stellen QR-Codes, auch im Handbuch, nur ist nicht sofort klar, welcher davon direkt zur richtigen Anwendung führt. Dazu kommt, dass die passende App im Play Store nicht unbedingt auf den ersten Blick eindeutig heraussticht. Hat man diesen Punkt einmal gelöst, läuft die restliche Einrichtung aber angenehm geradlinig weiter.
Auch die App selbst macht einen guten Eindruck. Sie wirkt nicht überladen, zeigt aber deutlich mehr als nur ein paar Statuswerte. Stromfluss, Ladezustand, Einstellungen, Zeitfenster und Energiemodi sind schnell erreichbar, ohne dass man dauernd in Untermenüs hängen bleibt. Das passt gut zum SolarFlow 2400 Pro: technisch klar oberhalb typischer Einstiegslösungen, beim Start aber trotzdem zugänglich.
Smart Meter, D0-Reader und Bridge: Hier wird das System erst richtig interessant
Sein eigentliches Potenzial zeigt der SolarFlow 2400 Pro für uns erst zusammen mit dem Smart Meter. Ohne diese Komponente bleibt er ein leistungsstarker Speicher. Mit laufenden Verbrauchsdaten wird daraus aber erst das System, das Zendure hier eigentlich bauen will. Genau dann weiß der Speicher nicht nur, wie voll er ist, sondern auch, was im Haus gerade passiert – und kann seine Regelung entsprechend daran ausrichten.

Bei uns war die D0-Variante in der Batterie-Version im Einsatz, und genau die fanden wir in der Praxis ziemlich gelungen. Der Reader sitzt direkt am Stromzähler im Keller, die Bridge kann aber getrennt davon platziert werden – bei uns problemlos ein Stockwerk höher. Gerade das ist angenehm, weil man nicht das komplette Setup rund um den Zählerschrank zusammendrängen muss.
Der eigentliche Vorteil dieser Variante liegt genau in dieser Flexibilität. Der Reader arbeitet direkt am Zähler, während die Bridge deutlich freier untergebracht werden kann. In unserem Aufbau war das wirklich praktisch, weil der eigentliche Messpunkt im Keller saß, die Bridge aber nicht ebenfalls dort bleiben musste.
Ganz wichtig ist bei der D0-Lösung aber noch ein anderer Punkt: Einfach auf den Zähler setzen und fertig ist nicht in jedem Fall drin. Zendure weist in der Anleitung darauf hin, dass die optische Schnittstelle des Zählers unter Umständen erst freigeschaltet werden muss. Wenn der Zähler die aktuelle Leistung noch nicht ausgibt, braucht man in der Regel erst den PIN-Code des Messstellenbetreibers und muss die Anzeige entsprechend aktivieren. Erst dann kann der Reader die Werte wirklich auslesen.
Das Setup ging ansonsten aber ganz einfach: Reader am Zähler ausrichten, Bridge koppeln, in der App hinzufügen. Ist das einmal erledigt, fließen die Messdaten direkt ins System und der SolarFlow 2400 Pro kann sie für seine Regelung nutzen. Genau an diesem Punkt merkt man auch, dass die App hier nicht nur hübsche Stromflussgrafiken anzeigt, sondern tatsächlich die Schaltzentrale des gesamten Systems ist.
Spannend wird das Ganze zusätzlich durch die dynamischen Tarif- und HEMS-Funktionen. Zendure bindet hier ZenWave und ZENKI 2.0 ein: Tarif- und Messdaten werden zusammengeführt, und die KI-Prognose soll Verbrauchsmuster, PV-Ertrag und Strompreise für Lade- und Entladeentscheidungen berücksichtigen. Gerade wenn Erzeugung, Verbrauch und günstige Netzphasen zeitlich auseinanderlaufen, ist das deutlich mehr als nur eine Zusatzfunktion.
Was kann der SolarFlow 2400 Pro in der Praxis wirklich?
Die Stärke des SolarFlow 2400 Pro liegt nicht nur in der reinen Kapazität, sondern vor allem in der verfügbaren Leistung. Genau das hebt ihn von vielen kleineren Speichern ab, die zwar Energie puffern können, bei mehreren gleichzeitig laufenden Verbrauchern aber schneller an Grenzen geraten. Beim Zendure merkt man dagegen recht schnell, dass hier nicht nur ein wenig Strom in die Abendstunden verschoben werden soll, sondern dass das System deutlich aktiver mitarbeiten will.
Besonders sichtbar wird das bei Lastwechseln. Wenn im Haus kurzfristig mehr Leistung gebraucht wird, zeigt sich schnell, ob ein Speicher nur mit hohen Zahlen wirbt oder im Betrieb tatsächlich überzeugend reagiert. Genau an solchen Stellen machte der SolarFlow 2400 Pro im Test einen starken Eindruck. Vor allem im Zusammenspiel aus Smart Meter, App und Regelung wirkt das System spürbar erwachsener als viele kleinere Balkon-Speicher.
Dazu passt auch die Off-Grid-Steckdose. Darüber lassen sich Verbraucher bei Bedarf direkt anschließen, was den SolarFlow 2400 Pro flexibler macht als einen reinen Netzspeicher. Das erweitert den Einsatzbereich sinnvoll und unterstreicht noch einmal, dass Zendure hier nicht einfach nur einen Speicher für ein kleines Balkonkraftwerk gebaut hat, sondern ein deutlich breiter aufgestelltes System.
Genau deshalb entscheidet sich die Qualität bei diesem Gerät auch nicht allein an Maximalwerten. Wichtiger ist, wie kontrolliert und wie schnell auf Änderungen reagiert wird. Und genau dort zeigt der PV-Speicher, dass er seine starke Ausstattung nicht nur mit den Eckdaten mitbringt.
PV-Leistung, AC-Laden und Erweiterbarkeit
Mit vier MPPT-Eingängen und bis zu 3000 Watt PV-Leistung ist der SolarFlow 2400 Pro klar größer gedacht als viele Speicher für klassische Balkonkraftwerke. Das spielt vor allem dann eine Rolle, wenn mehrere Module eingebunden werden sollen, unterschiedliche Ausrichtungen im Spiel sind oder das Setup von Anfang an nicht nur als kleine Zusatzlösung geplant ist.
Hinzu kommt die bidirektionale AC-Funktion. Der Speicher kann also nicht nur Energie ins Haus abgeben, sondern bei Bedarf auch aktiv aus dem Netz laden. Gerade in Verbindung mit variablen Stromtarifen ist das ein echter Pluspunkt. Wer günstige Preisphasen gezielt nutzt, kann den SolarFlow 2400 Pro nicht nur mit Solarstrom, sondern auch mit preiswertem Netzstrom füllen und diesen später wieder abrufen.
Wichtig ist außerdem die Erweiterbarkeit. Die integrierten 2,4 kWh sind ein ordentlicher Einstieg, aber eben keine feste Obergrenze. Wer später mehr Kapazität braucht, muss nicht das komplette System ersetzen, sondern kann es ausbauen. Das macht den SolarFlow 2400 Pro langfristig interessanter als Lösungen, die von Anfang an auf eine starre Größe festgelegt sind.
Genau daran erkennt man aber auch, für wen das Gerät gedacht ist. Für ein kleines Zwei-Modul-Setup, bei dem nur etwas Strom in die Abendstunden verschoben werden soll, ist der SolarFlow 2400 Pro schnell schon zu groß ausgelegt. Seine Stärken spielt er eher dort aus, wo mehr PV-Leistung, höhere Verbräuche und ein insgesamt stärker vernetztes Setup gefragt sind.
Standby, Reaktionsverhalten und die Punkte, über die man reden muss
Ganz ohne Schattenseiten kommt der SolarFlow 2400 Pro aber nicht aus. Der Standby-Verbrauch ist hier kein Detail, das man nebenbei abhakt, sondern ein Punkt, der bei der Gesamtbewertung wirklich ins Gewicht fällt. Gerade wenn das eigene Setup eher klein ist, stellt sich schnell die Frage, ob so viel System am Ende überhaupt sinnvoll ausgelastet wird oder ob hier schon unnötig viel Reserve mitgekauft wird.
Dazu kommt das Thema Zusatzhardware. Der SolarFlow 2400 Pro funktioniert auch allein, keine Frage. Richtig überzeugend wird das Ganze aber erst mit Smart Meter. Erst dann bekommt das System den Verbrauch im Haus wirklich mit und kann darauf reagieren, statt einfach nur Strom zu speichern und später wieder abzugeben. Wer den SolarFlow 2400 Pro nur als großen Akku nutzt, kratzt deshalb eher an der Oberfläche von dem, was Zendure hier eigentlich aufgebaut hat.
Sympathisch ist die passive Kühlung, weil dadurch kein Lüfter ständig hochdreht oder im Hintergrund nervt. Gleichzeitig bleibt genau das ein Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte. Bei längerer hoher Last und sommerlichen Temperaturen wird man sich anschauen müssen, wie gelassen das System dann wirklich bleibt. Das ist kein echter Minuspunkt, aber eben auch nichts, das man komplett ausblenden sollte.
Und dann ist da noch das Gewicht. Knapp 28 Kilo machen sehr schnell klar, dass der SolarFlow 2400 Pro kein Speicher ist, den man mal eben spontan umstellt. Dank der Griffe lässt er sich ordentlich anfassen, leichter wird er dadurch aber natürlich nicht.
Für wen lohnt sich der Zendure SolarFlow 2400 Pro?
Die Zielgruppe ist aus unserer Sicht ziemlich klar. Wer ein klassisches Mini-Balkonkraftwerk mit wenig Verbrauch und überschaubarem Anspruch betreibt, bekommt hier sehr wahrscheinlich mehr System, als real gebraucht wird. In so einem Fall ist ein kleineres und günstigeres Setup oft die vernünftigere Wahl.
Der SolarFlow 2400 Pro wird dann interessant, wenn mehrere Dinge zusammenkommen: höhere Verbräuche, mehr PV-Leistung, der Wunsch nach mehr Flexibilität und idealerweise ein Setup, das mit Smart Meter, App-Steuerung und vielleicht sogar dynamischen Stromtarifen wirklich etwas anfangen kann. Dann wirkt der SolarFlow 2400 Pro deutlich weniger wie ein großer Speicher und deutlich mehr wie ein echtes Energiesystem.
Besonders sinnvoll erscheint das für Haushalte, die nicht nur tagsüber ein bisschen Solarstrom abgreifen wollen, sondern ihren Energiefluss spürbar aktiver steuern möchten. Genau dort spielt Zendures Konzept seine Stärken aus. Dann geht es nicht mehr nur darum, Strom von mittags nach abends zu schieben, sondern darum, Lasten, Einspeisung, Netzbezug und günstige Zeitfenster besser zusammenzubringen.
Fazit zum Zendure SolarFlow 2400 Pro
Der Zendure SolarFlow 2400 Pro ist kein Speicher für jeden, aber ein sehr schlüssiges System für die richtige Zielgruppe. Er wirkt nicht wie ein größer geratener Balkonkraftwerk-Akku, sondern eher wie ein kompakter Einstieg in ein deutlich aktiver gesteuertes Energiesystem. Genau das macht ihn spannend.
Seine Stärken liegen weniger in einer einzelnen Zahl als im Zusammenspiel aus Leistung, Erweiterbarkeit, App und Messdaten. Vor allem mit Smart Meter zeigt der SolarFlow 2400 Pro sehr klar, was Zendure hier eigentlich verkaufen will: keinen bloßen Puffer für Abendstrom, sondern ein System, das Erzeugung, Verbrauch und Zeitfenster deutlich intelligenter zusammenführt.
Der SolarFlow 2400 Pro spielt klar nicht mehr in der kleinen Balkonklasse. Für einfache Zwei-Modul-Setups ist das System oft schon überdimensioniert. Wer dagegen mehr PV-Leistung, höhere Lasten und ein spürbar smarteres Gesamtpaket sucht, bekommt hier eine Lösung, die deutlich weiter geht als ein klassischer Balkon-Speicher.
VORTEILE
- 2,4 kWh Speicher erweiterbar bis 16,8 kWh
- Vier MPPT-Tracker für flexible PV-Anbindung
- Bis zu 2400 Watt bidirektionale AC-Leistung
- Smart-Meter-Anbindung für intelligente Haussteuerung
- Robustes IP65-Gehäuse mit integrierten Tragegriffen
- Übersichtliche App-Steuerung ohne Menü-Chaos
NACHTEILE
- Hohes Gewicht von 28 kg erschwert Transport
- Unklare QR-Code-Beschriftung bei Ersteinrichtung
- App im Play Store schwer identifizierbar
- Ohne Smart Meter nur eingeschränkt sinnvoll nutzbar
Fazit
Der Zendure SolarFlow 2400 Pro ist ein leistungsstarker Speicher für ambitionierte PV-Setups mit durchdachter App-Steuerung. Mit Smart Meter lohnt sich das System besonders - ohne bleibt Potenzial ungenutzt.