Spiele Testberichte

„The First Tree“ im Test – Die lange Reise beginnt

Games im Stile von Fire Watch oder The Long Journey Home verstehen es, mit eindrucksvollen Bildern eine berührende Geschichte zu erzählen. Mit The First Tree präsentiert ein einziger Entwickler namens David Wehle ein exploratives Adventure, welches ihr aus der Perspektive einer Füchsin erlebt, die sich auf die Suche nach ihren Kindern begibt. Ob das tierische Abenteuer auch uns ergreifen konnte und was euch am Ende der Reise erwartet, erfahrt ihr in unserem Test.

Story: Meine Freundin, die Füchsin

Mit einem Spielumfang von rund zwei Stunden kreiert David Wehle mit einem ganz besonderen Setting eine Story rund um den Verlust eines jungen Pärchens. Joseph erwacht aus einem merkwürdigen Traum, in dem er in die Rolle einer Füchsin schlüpft und teilt seine Gedanken dazu mit seiner Freundin. An dieser Stelle kommt ihr ins Spiel und übernehmt die Rolle der sinngebenden Füchsin, die auf der Suche nach der Quelle des Lebens ist.

Durchstreift ihr anfangs noch endlose Schneelandschaften, erreicht ihr schon bald grüne Wiesen und beinahe mystische Wälder. Bei dieser Reise stößt sie mitunter auf ihre Jungen sowie auch auf verschiedene Erinnerungsstücke des jungen Paares, welches scheinbar einen traurigen Verlust erleben musste. Zunehmend verbinden sich die beiden Storylines und immer wieder rückt Josephs Vater in den Fokus, zu dem er trotz seiner tiefen Verbundenheit den Kontakt verloren hat.

Gameplay: Mit jedem Schritt eine neue Erkenntnis

The First Tree gestaltet sich als faszinierendes Third-Person-Erkundungsspiel, welches das allseits bekannte Thema Familie in den Vordergrund rückt sowie damit einhergehende, traurige Verluste. So spürt man quasi die Verzweiflung der Füchsin, die nach ihren Kindern sucht und stellt schnell fest, dass die Reise selbst das eigentliche Ziel ist. Auch die Quelle des Lebens lässt hier viele Interpretationsmöglichkeiten zu und versteht sich vielleicht als die Akzeptanz des Todes, der einen unaufhaltsamen Teil des Lebens darstellt. Daher ist es umso wichtiger, die gemeinsame Zeit zu nutzen und sich stets an den Wert eines Vertrauten zu erinnern, der Halt und Mut schenkt.

Balance: Dieses Spiel wirkt durch seine Geschichte

Da The First Tree voll und ganz durch seine Erzählung funktioniert, beschränkt sich das Game auf einen reinen Walking-Simulator und sowohl Rätsel als auch Action sucht man hier vergebens. Dies ist aber zu verschmerzen, da diese interaktive Geschichte allein auf der Macht der Bilder und Worte basiert.

Steuerung: Hier zeigt der Titel seine Grenzen

Schade ist allerdings, dass die Steuerung sich trotz der begrenzten Interaktionsmöglichkeiten als nicht ganz ruckelfrei entpuppt. So gibt es vor allem beim Springen immer wieder Probleme, sodass manche Anhöhen gerne mal zu einem lästigen Hindernis werden.

Grafik und Sound: Unaufdringlich und doch wirkungsvoll

Wenn auch man die technischen Grenzen des Spiels deutlich spürt, weiß die Low-Poly-Optik doch zu überzeugen, die sogar einen ganz besonderen Charme erzeugt. Neben den klaren und ruhigen Klängen tut die englische Vertonung ihr übriges und versprüht eine dezente und unaufdringliche Melancholie.

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