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The Longing: Experimentelles Idle-Adventure auf der Gamescom

The Longing ist ein ausgesprochen experimentelles Indie-Spiel. Es stellt eine Mischung aus Idle-Game und klassischen Point ‘n’ Click-Adventure dar. Ende 2019 soll der ungewöhnliche Titel für PC erscheinen.

Ein schlafender König und eine Sage

Inspiriert wurde The Longing von der Kyffhäusersage – die Geschichte von einem schlafenden König, welcher den Weltuntergang verhindern muss. Wir spielen aber nicht den König, sondern einen Schatten, welcher darauf wartet, dass sein Gebieter erwacht.

Dies dauert ziemlich lange, 400 Tage um genau zu sein. In Echtzeit. Jederzeit ist im Spiel eine Uhr sichtbar, die uns sagt, wie lange es noch dauert, bis der König in seiner Höhle erwacht. Die Zeit läuft weiter, auch wenn das Spiel beendet wurde. Ein Tag im Leben des Schattens vergeht grundlegend also genau so schnell wie einer für den Spieler.

Von der Wohnungseinrichtung zur Flucht

Während man spielt kann der Schatten sich auf verschiedene Arten die Zeit vertreiben. Er kann zeichnen, Musik machen, Bücher lesen – echte Klassiker, welche gänzlich ins Spiel integriert wurden, am Rande bemerkt -, oder einfach Gegenstände für sein Wohnzimmer sammeln. Dies sorgt übrigens auch dafür, dass die Zeit schneller vergeht – je mehr Gegenstände man gesammelt hat, desto schneller tickt die Ingame-Uhr. Auch kann man beispielsweise durch das Lesen von Büchern Zeit überspringen – jede Seite lässt eine Minute vergehen.

Zeit fließt auch auf andere Arten ins Gameplay ein. So lassen sich einige Rätsel nur durch Warten lösen oder der Schatten benötigt etwas Zeit, um beispielsweise ein Bild zu malen.

Darüber hinaus gibt es in The Longing auch noch mehrere Enden, abhängig davon, wie man sich entscheidet, seine Zeit zu verbringen. Man kann aus dem unterirdischen Höhlenkonstrukt ausbrechen oder es lassen. Wenn die 400 Tage vorbei sind, erwacht der König aber, egal, was oder ob man überhaupt etwas getan hat und das Spiel ist zu Ende.

Niederschmetternd niedlich

Der Stil und die Atmosphäre von The Longing ist eine Mischung aus niedlich und deprimierend. Die Bilder, die der Schatten malt, sind beispielsweise alles andere als aufbauend und sein wir ehrlich: alleine in einer unterirdischen Höhle über ein Jahr lang zu warten ist auch nicht gerade die spaßigste Beschäftigung.

Und dieser Stil zieht sich durch das ganze Spiel. Der Schatten bewegt sich ziemlich langsam und seine Aussagen klingen energielos. Trotzdem wirkt das Spiel mehr niedlich, als deprimierend.

Fazit

The Longing ist ein Spiel, welches eine Art Anti-These zu diversen modernen Klassikern darstellt. In der aktuellen Videospielwelt werden Spiele immer schneller, rasanter und explosiver. Da bringt ein langsamer Titel wie The Longing ironischer Weise frischen Wind.

Trotzdem handelt es sich um einen Titel, auf den man sich einstellen muss – wer keine Geduld hat, wird keinen Spaß haben.

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Katharina Mundt

Ich bin Katharina Mundt, stamme aus Lübeck und bin seit meiner Kindheit ein riesiger Fan von Videospielen. Mittlerweile bin ich zweiundzwanzig Jahre alt und studiere in meinem Geburtsort.

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