Spiele Testberichte

The Town of Light im Test: Auf den Spuren des Grauens

Brutale Realität

Das mögen wir uns alles nicht vorstellen können, aber das „The Town of Light“ sorgt dafür, dass wir das nie wieder vergessen werden. Noch lange nach dem Spiel denken wir über das Schicksal des armen Mädchens nach. Darüber, wie scheiße sie einfach behandelt wurde. Darüber, wie allein sie war. Darüber, wie gängig dieses Grauen früher war. Ja, diese Dinge sind während des zweiten Weltkriegs wirklich geschehen. Ja, das fand alles in der psychiatrischen Klinik in Volterra statt. Ja, das ist der wahre Horror.

Alles nur Klischee?

„The Town of Light“ ist ein Horrorspiel. Aber nein, wir rennen nicht um unser Leben und sterben aufgrund von Jumpscares. Statt solcher überdrüssigen Methoden wird hier auf eine düstere und „kranke“ Atmosphäre gebaut. Das heißt, der Schauplatz ist eine alte und dunkle Klinik aus Zeiten des zweiten Weltkriegs (eigentlich ein ziemlich klassischer Ort für so manche Horrorgeschichten), die Musik und die Hintergrundgeräusche untermalen das schaurige Ambiente und eine schaurige Geschichte mit einem jungen Mädchen im Fokus. Klingt alles nach einem längst ausgelutschten Klischee. Aber es ist nicht zu vergessen, dass es sich hier nicht um einen Stephen King Bestseller handelt, sondern um tatsächlich geschehene Ereignisse. Diese Kliniken und ihre ekelhaften Machenschaften, wie sie in „The Town of Light“ dargestellt werden, sind alles – nur keine Fiktion.

  • The Town of Light
  • The Town of Light

Realer Horror: eine Stärke

Es handelt sich hier also um „wahren“ Horror. Horror, über den man nicht lachen kann. Horror, der einen erschaudern lässt. Horror, der einem dankbar sein lässt, nicht zu dieser Zeit gelebt zu haben. Da liegt auch die Stärke und Besonderheit von „The Town of Light„: der reale Horror. Außer in der zweiten Staffel von American Horror Story findet man den nicht so oft. Zumindest nicht gut umgesetzt.

Gut – doch nichts Neues

The Town of Light
Gefundene Filmrollen können mit Hilfe der Projektoren betrachtet werden.

Sonst ist „The Town of Light“ eigentlich nichts Besonderes. Ein klassisches Story-Adventure mit der Ego-Perspektive und authentischer Atmosphäre. Grundsätzlich ist das Spiel sehr linear geahlten, sprich man sucht Auslöser für die Erinnerungen und kommt so in der Geschichte voran. Jedoch haben wir ab und an die Möglichkeiten, die Geschichte ein klein wenig zu beeinflussen. Zum beispiel, als Renée die Krankenakte liest, können wir uns entscheiden, wie weit wir lesen wollen oder was wir dazu denken. Durch diverse Wahlen können wir also in leicht alternatve Kapitel gelangen. Wir haben als Spieler also auch ein paar Freiheiten. Definitiv ein Pluspunkt für die Neugiergen unter uns und den Wiederspielwert.

Die technische Ebene

Auf technischer Ebene schwächelt „The Town of Light“. Gestochen scharfe Texturen und äußerst detailreiche Umgebungen lassen sich nur selten finden. Dafür sind Licht- und Schatteneffekte besonders gelungen und wie schon erwähnt, punktet das Spiel visuell mit seiner authentischen Umsetzung des Schauplatzes. Letztendlich gleicht sich das also wieder aus.

The Town of Light
Ein Spielplatz nahe der Klinik. Mit diesem verbindet Reneé schöne Erinnerungen.

Deutsche Synchronisation: Wer’s mag…

Eine Kleinigkeit habe ich noch zu bemängeln: die deutsche Synchronisation. Wie vielleicht sogar bekannt, haben Gronkh und Pandorya dem Spiel die deutschen Stimmen verliehen. Mir war die englische Fassung da jedoch lieber, da mir die deutsche an einigen Stellen einfach zu emotionslos bzw. auch zu abgelesen wirkte. Aber Übersetzungsfehler waren jetzt keine dabei, also alles ziemlich solide.

Vorherige Seite 1 2 3 4Nächste Seite

Tags

CrazieShortie

Ich bin Isabell, gebürtige Norddeutsche und schon in frühen Jahren habe ich mich für Videospiele und dergleichen begeistert. Momentan bin ich neunzehn Jahre alt und studiere in Lübeck.

Related Articles

Schreibe einen Kommentar

Back to top button
Close