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US-Behörde entwickelt Chip, der auf Sars-CoV-2 testet

Die US-Militär-Behörde DARPA hat einen Chip entwickelt, der, einmal unter die Haut transplantiert, kontinuierlich das im Körper zirkulierende Blut auf Sars-CoV-2 testet. Sobald das Virus detektiert wird, schlägt der Chip Alarm und informiert sowohl die betroffene Person als auch eine Überwachungszentrale.

Invasive Dauerdiagnostik per Chip

Von herkömmlichen Tests, die in der Allgemeinbevölkerung verbreitet sind, unterscheidet der Chip sich deutlich, da er erstens eine invasive Methode der Diagnostik darstellt und zweitens nicht nur punktuell, sondern permanent auf das Vorhandensein des Virus testet. Darüber hinaus ist das Testserum anders als bei Antigen-Schnelltests oder PCR-Tests kein Abstrich aus den oberen Atemwegen, sondern das Blut. Der Chip selbst ist dabei in eine Art Gelkissen eingebettet, das dem Körpergewebe ähnlich sein soll.

Befindet er sich einmal im Körper, findet eine dauerhafte Überwachung des Blutes und verschiedener chemischer Reaktionen im Körper statt. Angebunden ist der Sensor dabei an eine Zentrale, die die Meldungen des Chips überwachen und bei Bedarf Maßnahmen einleiten soll. Wird die betroffene Person durch den im Körper befindlichen Chip positiv getestet, ergeht ein Signal an diese Zentrale sowie an die Person selbst, die sich daraufhin isolieren und einem Bluttest unterziehen soll.

Für den Einsatz im Militär konzipiert

Konzipiert ist der Chip laut den Forschenden, die ihn entwickelt haben, für den Einsatz beim US-Militär. Dieses gilt als besonders stark von Covid-19 betroffene Gruppe: Unter den rund 1,3 Millionen Soldatinnen und Soldaten hat es bisher rund 250.000 Covid-19-Fälle gegeben. In der Öffentlichkeit wurde etwa die Infektionsserie auf dem Flugzeugträger Theodore Roosevelt bekannt, auf dem sich innerhalb kürzester Zeit knapp 1.300 Besatzungsmitglieder mit Sars-CoV-2 infizierten.

Der neue Chip soll dazu beitragen, Infektionen so früh als möglich zu erkennen und entsprechend eine frühestmögliche Isolation der Betroffenen initiieren zu können. Damit soll das Militär vor weiteren größeren Ausbrüchen der Infektionskrankheit bewahrt werden. Erste Versuche mit dem Chip haben laut den Forschenden gezeigt, dass die Betroffenen in der Regel einen Tag vor dem Auftreten erster Symptome durch den Chip positiv getestet wurden.

Datenschutzbedenken gegen invasive Testmaßnahmen

Matt Hepburn, Leiter des Forschungsteams, gab in der CBS-Sendung 60 Minutes, im Rahmen derer die bisherigen Forschungsergebnisse präsentiert wurden, zu Protokoll, bei dem Chip handele es sich nicht um einen Tracker, der die Betroffenen überwache. Damit deutete er auf die wohl größten Bedenken gegenüber derartigen Testverfahren hin.

Über
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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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