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USV-Batterie wechseln leicht gemacht

Als Besitzer einer sogenannten Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) kommt irgendwann der Tag, an dem die Batterien deines Geräts schlapp machen. Das kann bereits nach wenigen Jahren oder nach zwei Jahrzehnten der Fall sein, aber früher oder später ist ein Akkutausch meist unausweichlich. Du musst dabei nicht gleich deine gesamte USV austauschen, sondern lediglich die passenden Ersatzakkus ordern und wechseln. Wir zeigen dir, was du beim Batteriewechsel deiner USV beachten solltest und wie die Prozedur abläuft.

Welche Ersatzbatterie ist die Richtige?

Zuerst benötigst du neue Batterien, doch der Markt bietet eine schier unübersichtliche Anzahl verschiedener Typen und Größen. Alles in allem bieten die meisten Modelle eine Ausgangsleistung von 12 Volt und besitzen Ähnlichkeit mit einer Motorrad-Batterie. Hier gleich eines vorweg: Verwende keine Motorrad- oder gar Autobatterien für deine USV. Diese würden weder vom Format passen noch über die Hochstromfestigkeit verfügen, die bei einer moderat ausgelasteten USV notwendig ist. Außerdem befinden sich USV-Akkus meist in derselben Preisklasse.

Falls du also nicht genau weißt, welches Modell du denn da vor etlichen Jahren gekauft hast, sieh dir das Modell genau an. Meist befindet sich noch das Typenschild auf der Rück- oder Unterseite mit der genauen Bezeichnung. Über diese kannst du, am besten im Online-Handel deines Vertrauens, dann die dafür geeignete Ersatzbatterie bestellen. Um sicherzugehen, dass du wirklich die passenden Kandidaten und auch die richtige Anzahl erhältst, sollte auch die Bezeichnung auf den Akkus selbst mit jenen in deinem Warenkorb übereinstimmen. Natürlich musst du diese dabei erst einmal ausbauen – doch mehr dazu gleich.

Solltest du darüber hinaus die Möglichkeit haben, das Herstelldatum deines neuen Akkus zu erfahren, achte darauf, dass dieses nicht länger als maximal 6 Monate zurückliegt. Neue Akkus sind meist zu etwa 80 % geladen und verlieren diese Ladung aber schnell wieder. Daraus resultieren nach zu langer Lagerung tiefenentladene Akkus mit reduzierter Lebensdauer.

Entfernen der ausgedienten Akkus aus der USV

Bevor du auch nur eine einzige Schraube an deinem Gerät lockerst, stelle sicher, dass dieses nicht mehr mit dem Stromnetz verbunden ist. Trenne ebenso alle Verbraucher von der USV. Im Regelfall sollte dein Gerät außerdem eine meist über die Rückseite zugängliche Sicherung aufweisen, mit welcher du die Verbindung der Batterien mit der USV trennen kannst. In unserem Fall (bei einer APC-USV) handelt es sich dabei um die gelbe Klappe auf der Rückseite.

Diese lässt sich ohne großen Kraftaufwand (oder notfalls mit einem isolierten Schraubendreher) heraushebeln. Damit diese nicht ungewollt wieder einrastet, kannst du diese etwas oberhalb ins Gehäuse festklemmen.

Im Anschluss daran benötigst du Zugang zu den Akkus selbst. Bei den meisten Modellen sind diese leicht erreichbar. Du musst im Normalfall nicht die gesamte USV zerlegen, sondern zum Beispiel nur die Frontabdeckung lösen. Das hat den Vorteil, dass du keine Garantiesiegel verletzt, da der Austausch vom Hersteller vorgesehen ist.

Möglicherweise musst du, um das Gehäuse zu öffnen, etwa auch die Front abmontieren, um weitere Verschraubungen aufzudecken. In unserem Fall waren die betroffenen Seitenteile außerdem noch mit Haltenasen versehen, die wir mit einem Schlitzschraubendreher lösen mussten.

Hast du die Batterie(n) freigelegt, kannst du vorsichtig die Klemmen lösen beziehungsweise die Kabel abziehen. Hier gilt wie beim Auto: Erst den Minuspol abklemmen, dann den Pluspol – also erst Schwarz, dann Rot.

Befinden sich mehrere Batterien im Gehäuse, musst du außerdem die Verbindungsbrücken zwischen den einzelnen Akkus lösen und penibel darauf achten, dass sich die Pole nicht gegenseitig oder andere metallische Oberflächen berühren. Hier besteht Kurzschluss- und darauf folgend Brandgefahr – also hier lieber vorsichtig an die Sache herangehen.

Neue Akkus einsetzen und anschließen

Sobald du die alten Akkus entfernt hast, kannst du die neuen ins Gehäuse einsetzen. Die Alten bringst du am besten zum Recyclingcenter. Bei einem Modell mit nur einem Akku kannst du den Neuen wieder auf dieselbe Art in das Gehäuse schieben, wie der Alte verbaut war. Allerdings ist das nicht immer der Fall. Bereits wenig leistungsstärkere Modelle nutzen ein 24-Volt-System und beinhalten demnach zwei Batterien, die in Serie geschaltet sind. In dieser Situation ist es am sinnvollsten, du klebst die beiden Akkus per doppelseitigem Klebeband oder Ähnlichem zusammen. Du wirst feststellen, dass der Hersteller genauso beim ausrangierten Akkupack gehandelt hat. Klebe diese Seite an Seite, sodass du mit der Verbindungsbrücke den innen liegenden Plus- mit dem innen liegenden Minus-Pol verbinden kannst.

Jetzt gilt es, das Doppelpack ins Gerät zu friemeln, ohne dabei diverse Bauteile oder Anschlussleitungen zu beschädigen. Das Gewicht der Batterie erleichtert diesen Vorgang nicht unbedingt. Sitzt das Akkupack aber letztendlich, geht es auch hier weiter mit dem Anschluss an die USV.

In umgekehrter Reihenfolge solltest du diesmal also erst den Plus-Pol (rot) und danach erst den Minus-Pol (schwarz) an die äußeren Klemmen des Akkupacks oder der einzelnen Batterie klemmen. Achte akribisch darauf, die richtigen Pole zu verwenden und kontrolliere lieber zwei- oder dreimal. Prüfe darauf noch mal alle Verbindungen an den Akkus auf festen Halt. Baue abschließend das Gehäuse in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen.

Inbetriebnahme und Testlauf nach dem Batteriewechsel

Fertig zusammengeschraubt, kannst du jetzt die Sicherung wieder ins Gerät stecken. Am besten bewerkstelligst du das mit einem einzigen festen Drücker, sodass das Bauteil möglichst schnell dort sitzt, wo es hinsoll. Ansonsten können Funken entstehen.

Bevor du nun deine heilige Hardware wieder an die Unterbrechungsfreie Stromversorgung anschließt, führe erst einen Testlauf durch. Die meisten Modelle lassen sich auch ohne Stromzufuhr aktivieren. Schließe einen nicht allzu stromhungrigen Verbraucher, wie zum Beispiel deine Schreibtischlampe an und aktiviere die USV. Nach einem Selbsttest sollte die Batterie nun deine Lampe versorgen. Schließe nun die USV an das Stromnetz an. Jetzt sollten die Batterie(n) geladen werden und das Gerät wie gewohnt seinen Dienst verrichten.

Du kannst bei zahlreichen Exemplaren außerdem per Netzwerk oder USB-Kabel den Status abrufen sowie diverse Parameter zum Zustand einsehen. Möglicherweise benötigst du dafür aber eine App des Herstellers. Ansonsten bleiben dir nur die Status-LEDs oder akustische Warnmeldungen, die du aber erst einmal deuten musst. Zur Not kannst du einen Blick in das Nutzerhandbuch werfen oder im Internet beziehungsweise auf der Seite des Herstellers nach Informationen suchen.

Tipps gegen vorzeitige Batteriealterung

Häufig ist es der Fall, dass verbaute Batterien bereits viel früher altern als die angegebene vorgesehene Laufzeit. Auf dem Markt existieren verschiedene Kategorien bei Akkus, die deren Lebensdauer definieren. Dabei gilt diese Zeitspanne aber nur bei einer konstanten Temperatur von 20 Grad Celsius. In einer USV sind die Temperaturen meist signifikant höher. Bei 30 Grad, was durchaus einer normalen Temperatur im Betrieb entspricht, halbiert sich die Lebensdauer bereits. Zu niedrige Temperaturen sind ebenfalls problematisch. Achte also darauf, dass dein Gerät immer ausreichend belüftet ist, um eine optimale Akkulebensdauer zu erreichen.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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