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Warum trocknen Druckerpatronen aus?

Solltest du einen Tintenstrahldrucker besitzen, ist dir folgendes Problem sicher geläufig. Wenn man das Gerät eine Weile nicht nutzt, leidet die Druckqualität immens darunter. Gründe hierfür kann es viele geben. Zu den häufigsten gehört sicherlich ein eingetrockneter Druckkopf. Das böse Erwachen sorgt dann schnell für Unmut. Denn egal welcher Grund ursächlich für die lange Druck-Pause war: Das Ergebnis verärgert einen als Nutzer schnell. So ist der Ausdruck entweder lückenhaft oder das Druckerpapier kommt sogar komplett unbedruckt aus dem Gerät heraus. Dies liegt in aller Regel daran, dass die Druckkopfdüsen aufgrund von eingetrockneter Tinte verstopft sind. Doch warum trocknet die Druckerpatrone überhaupt aus? Das wollen wir euch einmal erklären.

Woraus besteht Druckertinte?

Bevor man sich fragt, warum Druckerpatronen überhaupt austrocknen, muss man sich über die Zusammensetzung der besonderen Tinte im Klaren sein. Auch wenn es so aussehen mag, handelt es sich bei Druckertinte keineswegs um einfach Tinte. In der Druckerpatrone befindet sich vielmehr ein komplexes Gemisch aus den unterschiedlichsten Komponenten. Hierbei handelt es sich fast schon um ein geheimnisvolles Produkt. Schließlich setzt jeder Druckerhersteller auf ein anderes Rezept seiner Tinte. Hier lassen sich durchaus Parallelen zur Lebensmittelindustrie ziehen. So möchte kein Tinten-Hersteller, dass das hauseigene Rezept in irgendeiner Weise an die Konkurrenz durchdringt. Die Gefahr von Kopien wäre zu groß.

Druckerpatronen des Herstellers Canon (Bild: Canon)

Dass es sich bei Druckertinte nicht um herkömmliche Tinte handelt, wird bereits beim Preis deutlich. So liegt schwarze Druckertinte mit knapp 2.700 US-Dollar pro Gallone auf Platz 3 der teuersten Flüssigkeiten. Diese Preise spürt man als Endkunde spätestens an der Kasse des Elektronikfachmarkts des Vertrauens. Die Hersteller selbst rechtfertigen die hohen Preise mit dem Bestreben nach perfekter Druckqualität. Heutige Patronen für Tintenstrahldrucker setzen auf eine Reihe unterschiedlichster Bestandteile. Hierzu gehören nicht nur chemische, sondern auch organische Stoffe. Neben einem Wasseranteil von mindestens 50 Prozent setzen die Tintenhersteller auf Farbstoffe, Lösemittel, Fixiermittel, Beleuchtungsmittel, Harz, Tenside, Biozide und Fungide. Hier wird die Komplexität moderner Druckertinte mehr als deutlich.

Stillstand sorgt für Austrocknen

Wer sich auf die Ursachenforschung für ausgetrocknete Druckerpatronen begibt, wird am ehesten mit dem Stillstand fündig. Wie wir eingangs bereits erwähnt haben, sollte dein Drucker nicht für mehrere Wochen stillstehen. Es sind die gerade die Komponenten in der Tinte, die dann für ein Austrocknen sorgen. Hierbei steht das Wasser an aller erster Stelle. Es unterliegt, wie jede andere Flüssigkeit auch, dem Risiko der Verdunstung. Dies ist auch dann der Fall, wenn sich die Patrone eingebaut in deinem Drucker befindet. Ein weiterer Grund sind Konservierungsstoffe, die sich in deiner Druckertinte befinden. Diese haben die Aufgabe zu vermeiden, dass die Eiweiße der Tinte Bakterien oder Schimmel bilden. Allerdings führen sie auch dazu, dass sich in der Tinte Klümpchen bilden, wenn diese nicht in Bewegung ist. Selbiges gilt auch für das Lösemittel. Wenn sich die Flüssigkeit nicht bewegt, kann das Lösemittel auch nicht seiner Aufgabe nachkommen. In Folge dessen kommt es vor allem am Druckkopf zum Austrocknen der Tintenreste. Eine weitere Ursache kann das schlichte Alter der Tintenpatrone sein. Sollte deren Produktionsdatum älter als drei Jahre sein, dürfte sie in aller Regel bereits stark ausgetrocknet und einer Klümpchenbildung unterliegen. Grund hierfür sind wieder Verdunstung und Unwirksamkeit des Lösemittels.

Austrocknen kannst du effektiv vermeiden

Das Alter deines Druckers spielt beim Austrocknen der Druckerpatrone in aller Regel keine Rolle. Neue Drucker können genauso gut wie alte Drucker unter der minderwertigen Qualität eingetrockneter Druckertinte leiden. Es ist schlicht und ergreifend die seltene Nutzung, die dazu führt. Hieraus lässt sich aber auch schließen, wodurch sich das Austrocknen effektiv vermeiden lässt. Ein einfacher Tipp ist, dass du deinen Drucker regelmäßig einschaltest und über die Druckersoftware eine Testseite drucken lässt. Hier kannst du nicht nur die Qualität überprüfen. Obendrein werden die Druckkopfdüsen dank des in der Tinte befindlichen Lösemittels von eingetrockneten Tintenresten befreit. Führe einen solchen Testdruck alle zwei bis drei Wochen durch und du wirst eine konstant gute Druckqualität haben.

Wer zu einem Laserdrucker wie dem HP LaserJet Pro M118dw greift, muss sich keine Gedanken um Austrocknen machen.

Natürlich stellt sich die Frage, wie man vorgeht, wenn man längere Zeit nicht Zuhause ist. Dann kann es sich lohnen, die Patrone auszubauen und ordnungsgemäß aufzubewahren. Am aller besten eignet sich hierbei eine Frischhaltedose. Lege die Patronen in die Dose und lagere sie an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort. Hierbei eignet sich beispielsweise der Kühlschrank hervorragend. So deponiert halten Druckerpatronen auch über Wochen hinweg weg ohne auszutrocknen.

Ist ein Tintenstrahldrucker das richtige für dich?

Wer sehr unregelmäßig druckt, wird sich schnell über die hohen Kosten ärgern, die eine oben beschriebene Prophylaxe mit sich bringt. Schließlich kosten Testseiten viel Tinte und damit auch viel Geld. Hier kann es sich durchaus lohnen, eher zu einem Laserdrucker zu greifen. Da diese Modelle auf Toner-Kartuschen setzen, kann es gar nicht erst zum Austrocknen kommen. Anders als Druckertinte ist Toner nämlich nicht flüssig. Hierbei handelt es sich vielmehr um eine Art Pulver.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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