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Was macht einen Gaming-PC aus?

Wie aufmerksame Lesende bereits bemerkt haben sollten, erscheinen hier immer wieder Artikel zu neuen Gaming-PCs. Was bisher jedoch fehlt, ist eine ausführliche Erklärung dazu, was einen Gaming-PC überhaupt von einem gewöhnlichen Computer unterscheidet. Ist jeder PC, der zum Spielen eingesetzt wird, ein Gaming-PC? Oder gibt es andere Merkmale, an denen er erkannt und von gewöhnlichen Geräten unterschieden werden kann?

Dieser Artikel widmet sich den zentralen Merkmalen von Gaming-PCs. Hierbei soll nicht nur beschrieben, sondern in einem gewissen Rahmen auch beraten werden. Was macht einen Gaming-PC aus? Woran lässt er sich erkennen? Und: Worauf sollte beim Kauf geachtet werden?

Preisklassen von Gaming-PCs

Zunächst steht die Betrachtung einer gängigen Klassifizierung von Gaming-PCs an. Diese Klassifizierung richtet sich nach einem wenig spektakulären Kriterium, nämlich nach dem Preis des Geräts.

Ein günstiger Gaming-PC ist dem allgemeinen Glauben zufolge ab einem Preis von rund 500 Euro erhältlich. Mittelklasse-Gaming-PCs kosten zwischen 700 und 1.000 Euro, während High-End-Gaming-PCs ab rund 1.000 Euro erhältlich sind. Diese strenge Klassifizierung ist selbstverständlich nicht sonderlich ernstzunehmen, kann vor allem Laien jedoch als erste Orientierung recht hilfreich sein. Deutlich macht sie vor allem eines: Hochwertige Komponenten sind vergleichsweise teuer. Wird ein angeblicher High-End-Gaming-PC für 300 Euro angeboten, sollte der Käufer hellhörig werden, da vermutlich irgendetwas nicht stimmt.

Was wesentlich wichtiger ist als der reine Blick auf den Gesamtpreis, ist der Abgleich von Preis und verbauten Komponenten. Ein günstiger Gaming-PC ist in der Regel günstig, da er nicht durchweg über beste Hardware verfügt. Beim Kauf sollte also unbedingt verglichen werden, was verbaut ist und was dafür verlangt wird.

Ebendiesen Komponenten, die den Gaming-PC zum Gaming-PC machen, sollen im nächsten Abschnitt näher betrachtet werden.

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Die Komponenten, die einen Gaming-PC ausmachen

Ein Gaming-PC wird durch seine besonders leistungsfähige Hardware zum Gaming-PC. Hinsichtlich des Aufbaus unterscheidet er sich nicht von einem gewöhnlichen PC. Die verbaute Hardware ist jedoch leistungsstärker, da Spiele in aller Regel sehr fordernd sind – sie benötigen beispielsweise viel Rechnungsleistung und eine weit überdurchschnittliche Grafikkarte. Diese Komponenten wiederum erfordern andere leistungsstarke Hardware, um ordnungsgemäß arbeiten zu können. Darüber hinaus muss alles viel schneller funktionieren als bei gewöhnlichen PCs. Eine Spielszene folgt schlagartig auf die nächste, der Ablauf ist schnell, das Bild soll nicht hängen oder flackern. Kurzum: Leistungsschwäche merkt man einem Durchschnitts-PC nicht an, einem Gaming-PC hingegen sehr deutlich und auf sehr unangenehme Weise.

CPU/Prozessor

Der Prozessor ist gewissermaßen das Herzstück eines jeden Computers. Ohne ihn läuft schlicht nichts. Bei einem Gaming-PC ist es besonders wichtig, einen möglichst leistungsstarken Prozessor auszuwählen, der über eine möglichst hohe Taktfrequenz und möglichst viele Kerne verfügt. Platt ausgedrückt: Mehr ist hierbei besser.

Mit den Kernen und der Taktung steigt die Leistungsfähigkeit des Prozessors. Zuständig ist der Prozessor für alle Rechenaufgaben, die ausgeführt werden müssen. Er ist gewissermaßen also das wichtigste Teil eines jeden PCs, da er die zentralen Aufgaben, ohne die alle anderen Komponenten funktionsunfähig wären, ausführt.

In modernen Gaming-PCs finden sich heute mittlerweile häufig sechskernige Prozessoren, die eine Übertaktung ermöglichen. Empfehlenswert ist ein mindestens vierkerniger Prozessor. Im Idealfall sollte die Taktfrequenz bei mindestens 3 GHz liegen.

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CPU-Kühler

Der Prozessor muss zwingend gekühlt werden, da er ansonsten sehr schnell den Geist aufgeben würde. Jede Form von physikalischer Arbeit erzeugt Wärme. Der Prozessor arbeitet viel und stark und erzeugt dementsprechend viel Wärme. Wäre er dieser beständig produzierten Wärme dauerhaft ohne Kühlung ausgesetzt, würde sie ihn schnell überhitzen lassen, was zu irreparablen Schäden führen könnte.

Eingesetzt werden in den allermeisten Fällen Luftkühler. In der Regel reicht diese Art der Kühlung vollkommen aus. Alternativen stellen Fertig-Wasserkühlungen und Wasserkühlungen dar. Erstere werden in der Regel aus designtechnischen Gründen verbaut, während letztere ausschließlich in High-End-PCs sinnvoll eingesetzt werden können. Eine „echte Wasserkühlung“ ist ein sehr kostspieliges Extra, das sich nur lohnt, wenn sehr hochwertige Komponenten eingesetzt werden, die eine starke Kühlung benötigen und jahrelang halten werden. Wird mit einem regelmäßigen Austausch einzelner Komponenten gerechnet, lohnt sich eine Wasserkühlung hingegen nicht.

In der Regel ist aus finanzieller und technischer Sicht also eine leistungsstarke Luftkühlung empfehlenswert.

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Arbeitsspeicher

Der Prozessor greift nicht direkt auf die Festplatte bzw. den internen Speicher, sondern immer nur auf den Arbeitsspeicher zu. Hierdurch wird die Arbeit des Prozessors erleichtert, was letztendlich mit Geschwindigkeitsvorteilen einhergeht. Diese Vorgehensweise bedeutet jedoch auch, dass die angeforderten Anwendungen zunächst in den Arbeitsspeicher geladen werden müssen. Um dies möglichst schnell und problemlos zu ermöglichen, sollte ein möglichst leistungsstarker Arbeitsspeicher gewählt werden. Darüber hinaus ist zu beachten, dass der Arbeitsspeicher meist vergleichsweise klein ist – er kann also nur eine sehr begrenzte Zahl an Anwendungen und Befehlen gleichzeitig öffnen bzw. ausführen. Gerade bei sehr leistungsintensiven Spielen wird ein durchschnittlicher Arbeitsspeicher schnell ausgelastet sein. Aus diesem Grund sind die in Gaming-PCs verbauten Arbeitsspeicher meist recht groß. Neben der Kapazität des Arbeitsspeichers ist auch die anhand der absoluten Latenz gemessene Leistungsfähigkeit der Speichermodule von Bedeutung. Sie gibt an, wie schnell der Speicher ist.

DDR4-Speicher mit einer Speicherkapazität von 16 GB ist ideal für einen Gaming-PC. In der mittleren und unteren Preisklasse finden sich häufig nur 8 GB, was in der Praxis auch ausreichen sollte.

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Grafikkarte

Die Grafikkarte zählt ebenfalls zu den wichtigsten Komponenten eines Gaming-PCs. Unterschieden werden muss zwischen Onboard-Grafikkarten und sog. dedizierten Grafikkarten. Erstere Grafikkarten sind im Prozessor verbaut und taugen viel zu wenig, um für das Gaming geeignet zu sein, während letztere separate Komponenten darstellen und besonders in Gaming-PCs zum Einsatz kommen.

Onboard-Grafikkarten sind in Büro- und Heim-PCs eine ideale Lösung, da sie äußerst stromsparend sind und für Office-Anwendungen, das Surfen im Internet und das Schauen von Filmen und Videos absolut ausreichen. In Gaming-PCs reichen sie jedoch keineswegs aus, da hier sehr detaillierte, hochauflösende Grafiken und schnelle Bilderfolgen bewältigt werden müssen.

Angebracht wird diese Art der Grafikkarte im PCIe-Slot des Mainboards. Sie ist dann für die Grafik zuständig. Wer sich auf dem Markt umsieht, sieht sich einer schier unüberschaubaren Masse an Grafikkarten gegenüber, die sich zum Teil deutlich unterscheiden, was das Auswählen einer geeigneten Karte nicht gerade erleichtert. Aufschlussreich ist vor allem der FPS-Wert, wobei „FPS“ für „Frames per Second“, also für „Bilder pro Sekunde“ steht. Je höher dieser Wert ist, desto leistungsstärker ist die Karte. Auch die Taktrate und der Grafikspeicher sind von zentraler Bedeutung. Empfohlen werden Grafikkarten mit mindestens 8 GB Grafikspeicher.

In Gaming-PCs sind in aller Regel sehr leistungsstarke und schnelle Grafikkarten verbaut. Sie stellen einen der bedeutendsten Unterschiede zum gewöhnlichen PC dar.

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Mainboard

Das Mainboard ist beinahe ebenso wichtig wie der Prozessor, da es die Aufgaben und Signale vom Prozessor zu den anderen Hardwarekomponenten schickt – ohne Mainboard funktioniert die Verbindung der Einzelkomponenten zum Prozessor nicht, was dazu führen würde, dass das ganze System stillsteht.

Das Mainboard muss in jedem Falle zum Prozessor passen. Sowohl Sockel als auch Chipsatz sind dafür ausschlaggebend. Ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium ist der Formfaktor – ist dieser zu groß, passt das Mainboard nicht ins Gehäuse. Beim Gaming-PC müssen ebenfalls diese beiden Kriterien beachtet werden. Ansonsten unterscheidet das Mainboard eines Gaming-PCs sich nicht von dem eines gewöhnlichen PCs.

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Netzteil

Das Netzteil versorgt die Hardware mit Strom. Das Netzteil eines Gaming-PCs muss also besonders leistungsstark sein, da die Hardware eines Gaming-PCs aufgrund ihrer üppigen Leistung in aller Regel einen sehr hohen Strombedarf aufweist. Während beim gewöhnlichen PC am Netzteil gespart werden kann, sollte dies beim Gaming-PC tunlichst unterlassen werden.

Während in der unteren und mittleren Preisklasse eine Mindestwattzahl von 400 Watt erreicht werden sollte, sind bei High-End-Gaming-PCs meist mehr als 550 Watt nötig, um das System mit Strom versorgen zu können.

In der Praxis ist es darüber hinaus ratsam, auf die Energieeffizienzklasse zu achten.

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Interner Speicher

Während der interne Speicher bei Büro- und Heim-PC in der Regel kaum beachtet wird, kommt ihm bei Gaming-PCs eine zentrale Rolle zu. Er sollte nicht nur groß genug, sondern auch so schnell wie möglich sein. Gaming-PCs sind in aller Regel mit mindestens einer SSD ausgestattet. Bei einer SSD handelt es sich um eine Speicherplatte, die sich durch das Fehlen beweglicher Komponenten von der herkömmlichen Festplatte unterscheidet. SSDs arbeiten geräuschlos, sind sehr stabil und wesentlich schneller als HDDs. Ihr größter Nachteil besteht darin, ausgesprochen teuer zu sein. Aus diesem Grund werden in den meisten PCs nur vergleichsweise kleine SSDs verbaut. Um dennoch genügend Speicherplatz zur Verfügung stellen zu können – Spiele benötigen außergewöhnlich viel Speicherplatz – setzen die allermeisten modernen Gaming-PCs auf eine Kombination aus SSDs und HDDs. Während die SSDs schnell sind, nehmen die HDDs Unmengen an Daten auf und punkten durch ihren niedrigen Preis. Die auf der SSD gespeicherten Daten lassen sich in Windeseile laden. Weniger häufig benutzte Spiele und Anwendungen können auf der HDD untergebracht werden.

Ein Durchschnitts-PC verfügt hingegen nicht unbedingt über eine SSD. Viele Hersteller bauen aus Kostengründen weiterhin bevorzugt HDDs ein. Wer keinen besonderen Wert darauf legt, unglaublich schnelle Ladegeschwindigkeiten zu erreichen, kann bei einem Standard-PC durchaus auf eine SSD verzichten und so Kosten sparen. Bei einem Gaming-PC ist jedoch dringend zur SSD-HDD-Kombination zu raten.

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Gehäuse

Das Gehäuse eines Gaming-PCs unterscheidet sich nicht zwangsläufig von dem eines gewöhnlichen PCs. Wichtig ist, dass alle Komponenten inklusive Lüftung im Gehäuse untergebracht werden können.

Wird der Gaming-PC selbst zusammengestellt sollte also unbedingt auf die Kompatibilität nicht nur aller Teile untereinander, sondern auch aller Teile mit dem Gehäuse geachtet werden. Weiterhin fällt auf, dass die meisten Gaming-Fans sehr großen Wert auf die Optik des Gehäuses legen. Sichtfenster sind hier keine Seltenheit. Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um eine Notwendigkeit. Gaming-PCs sind auch mit schlichtem Gehäuse denkbar.

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Fazit: Der Gaming-PC

Gaming-PCs unterscheiden sich vor allem dadurch von gewöhnlichen PCs, dass sie leistungsstärker sind. Sie setzen auf schnelle, hochgetaktete Prozessoren mit möglichst vielen Kernen, einen großen und schnellen Arbeitsspeicher, eine dedizierte Grafikkarte mir hoher Taktrate und großem Grafikspeicher, ein leistungsstarkes Netzteil, eine SSD sowie eine ausgeklügelte Kühlung. Während die Komponenten beim Standard-PC meist austauschbar sind, werden sie beim Gaming-PC mit Bedacht ausgewählt und kombiniert.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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