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Western Digital: Verwirrende Angaben bei NAS-Festplatten

Wie nun bekannt geworden ist, hat der Hersteller Western Digital bei seinen eigenen NAS-Festplatten geschummelt. Insbesondere die HDD 5400 RPM Class verwirrt den Käufer in puncto Drehzahl.

Mehrere Festplattenserien betroffen

Wie ein Reddit-Nutzer nun herausgefunden hat, bewirbt Hersteller Western Digital einige seiner Festplattenserien mit einer Drehzahl, die nicht der Realität entspricht. Anders als der Name der 5400 RPM beispielsweise vermuten lässt, leistet diese keine 5400, sondern 7200 Umdrehungen pro Minute. Das bringt zwei Nachteile mit sich. Schließlich ist sie damit nicht nur entschieden lauter, sondern verbraucht auch weit mehr Strom. Auf selbige HDD setzt beispielsweise Western Digitals NAS-Serie „WD Red Plus“. Das Modell mit 8 TB Speicherplatz hat eine Leistungsaufnahme von 8,8 Watt. Vergleicht man dies mit der Barracuda Compute von Seagate, die ebenfalls 5.400 Umdrehungen bieten soll, wird deutlich, dass diese nur 5,3 Watt Leistungsaufnahme hat. Die Leistungsaufnahme der WD Red Plus entspricht vielmehr anderen NAS-HDDs, die 7200 Umdrehungen pro Minute bieten. Ein Beispiel dafür ist die Seagate Ironwolf NAS.

Kundeninteresse ist fraglich

Western Digital reagierte auf Nachfrage von den Kollegen von Ars Technica eher reserviert als aufklärend.

Für ausgewählte Produkte verwenden wir bereits seit Jahren für die RPM-Werte eine Leistungsklasse statt spezifische Drehzahlen. Wir passen Festplatten und ihre Charakteristiken für bestimmte Anwendungen an, indem wir unsere ökonomische Skalierung ausnutzen und diese Kosteneinsparungen an unsere Kunden weitergeben.Western Digital

Wenn man die Reaktion von Western Digital im Detail auseinandernimmt, wird deutlich, dass sie angeblich im Interesse ihrer Kunden gehandelt haben. Ob diese sich jedoch wirklich darüber freuen, ist mehr als fraglich. Wieso sollte sich jemand eine 5400 RPM Class kaufen, die eigentlich 7200 Umdrehungen leistet? Nicht nur die Festplatten der WD Red Plus (8 TB bis 14 TB) sind davon betroffen. Auch die WD Elements sowie die WD My Book mit 8 TB Speicherkapazität sind von dem Problem betroffen.

Kennzeichnungs-Probleme bereits in der Vergangenheit

Es ist nicht das erste mal, dass Western Digital durch fragwürdige Produktbezeichnungen auffällt. So rüstete der Hersteller ohne separate Kennzeichnung seine NAS-Festplatten mit langsamem SMR (Shingled Magnetic Recording) aus, anstelle den schnellen Standard PMR (Perpendicular Magnetic Recording) bzw. CMR (Conventional Magnetic Recording) zu verwenden. Allerdings hat der Hersteller auf die Kritik reagiert und den Unterschied dabei erkennbar gemacht. Höchstwahrscheinlich wird WD auch beim oben genannten Problem reagieren und entsprechende Umbenennungen vornehmen.

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Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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