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„What Remains of Edith Finch“ im Test – Das rätselhafte Schicksal der Familie Finch

Gameplay II: Traurig, melancholisch und doch so wunderschön

Doch auch wenn ihr hautnah mit dabei seit dürft, könnt ihr zu keiner Zeit das Unvermeidliche aufhalten: den Tod. Und trotz der Tatsache, dass so manche Geschichte einen dicken Kloß im Hals hinterlässt, schaffen es die Entwickler, den Tod stets behutsam und mit dem richtigen Respekt darzustellen. Ja, das Spiel zeigt euch die Schattenseiten des Lebens und ist oftmals alles andere als fröhlich.

Dennoch ist das Game eine Hommage an das Leben und fordert jeden Einzelnen auf, die schönen Momente des Daseins voll auszukosten und sie mit dem zu füllen, was sie glücklich macht.

What Remains of Edith Finch ist ein durchweg intensives Spiel, das, sofern man sich darauf einlässt, wohl selbst hartgesottenen Zockern zeitweise feuchte Augen beschert. Überhaupt lebt das Spiel von genialen Momenten und einem kreativen Erzählstil, der zeigt, welche Kraft der Sprache der Bilder innewohnt. Mit jedem schicksalhaften Tod, den ihr auf eurer Reise durchlebt, wird der Stammbaum der Familie, der auch als Menü fungiert, mit der entsprechenden Person gefüllt.

Balance: Wenn ein Spiel ganz ohne Rätsel- und Geschicklichkeitspassagen anspruchsvoll ist

Da das Spiel weitestgehend auf Rätsel verzichtet, darf man hier zumindest spielerisch keinen hohen Anspruch erwarten. Doch dies tut dem Werk keinen Abbruch und ist von den Entwicklern mit Sicherheit so gewollt. Denn statt knackiger Rätsel- und Geschicklichkeitspassagen besteht die eigentliche Herausforderung vielmehr darin, vollends zu erfassen, was eigentlich hinter dem Schicksal der Familie steckt. Hier geben die Entwickler keine feste Richtung vor, sondern lassen euch genug Raum, um eure ganz eigenen Antworten auf die essenziellen Fragen zu finden.

Steuerung: Langweilig wird es euch hier nie

Durch die gelungene Kombi aus Erkundung und Interaktion werdet ihr quasi virtuell an die Hand genommen und wisst dank der intuitiven Steuerung schnell, was zu tun ist. An dieser Stelle punktet das Game mit einer absoluten Vielfalt, die sich vor allem in den völlig individuellen Spielmechaniken widerspiegelt. Das verleiht euch immer neue spielerische Möglichkeiten sowie ein nahezu unendliches Gefühl der Freiheit.

Grafik und Sound: Wenn jedes Bild berührt

Getragen wird das Game maßgeblich von einer ebenso wunderschönen wie außergewöhnlichen Bilderwelt, die ihresgleichen sucht. Der schon fast magische Grafikstil fängt jedes noch so kleinste Detail ein und entführt euch in eine Kulisse, wie sie wohl nur aus Märchen bekannt ist. Zudem bedienen sich die Entwickler auch hinsichtlich der einzelnen Episoden einem teils so geschickten und skurrilen Artdesign, dass es euch schwerfällt, euch auch nur eine Sekunde von dem Spielgeschehen abzuwenden.

Beinahe durchgängig werden einzelne Satzfragmente eingeblendet, die schnell selbst Teil des Spiels werden und förmlich mit der Szenerie interagieren.

Dank der sanften und ruhigen Vertonung erlangt ihr durchweg Zugang zu Ediths Gedanken- und Gefühlswelt und werdet quasi durch das Spiel geführt. Untermalt wird das Spiel durch einen wunderschönen Soundtrack, der stets auf die einzelnen Geschichten zugeschnitten ist und es einmal mehr schafft, der Geschichte pures Leben einzuhauchen.

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