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WhatsApp Pay erhält keine Genehmigung von Brasiliens Zentralbank

Facebook hat im vergangenen Jahr die Entwicklung eines unternehmensübergreifenden Bezahlsystems bekannt gegeben, das auch den Geldtransfer über WhatsApp ermöglichen soll. Ein erster öffentlicher Test sollte in Brasilien erfolgen. Das südamerikanische Land gehört mit 120 Millionen aktiven WhatsApp-Nutzern zu den wichtigsten Märkten des US-Softwaregiganten.

Nun hat eine Entscheidung der brasilianischen Zentralbank dazu geführt, dass die Testphase des Bezahlsystem WhatsApp Pay abrupt beendet werden muss. Bevor das Bezahlsystem erneut gestartet werden kann, verlangte die Behörde eine Vorab-Analyse der Auswirkungen des Dienstes. Sie befürchtet, dass die Einführung des von Facebook kontrollierten Systems negative Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Effizienz im Zahlungsverkehr haben könnte und dass der Datenschutz der Nutzer durch weitere Informationen noch stärker ausgehöhlt wird.

Vermittler oder Anbieter?

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters argumentiert Facebook damit, dass WhatsApp Pay lediglich ein Vermittlungsdienst sei und somit keine Genehmigung der Zentralbank brauche. Geld wird bei WhatsApp Pay transferiert, in dem Nutzer entweder eine Kreditkarte hinterlegen oder ihr Paypal-Konto verknüpfen. Anschließend kann mit nur einem Klick dann Geld an private Kontakte oder Unternehmen transferiert werden. Die Nutzung ähnelt dabei stark WeChat Pay und Alipay, die in China den Markt der mobilen Zahlungslösungen dominieren.

Außerdem erhalten Geschäfte die Möglichkeit direkt im Messenger ihre Produkte zu bewerben, die dann anschließend über WhatsApp Pay bezahlt werden können. Einen noch kürzen Weg zwischen Angebot und Kauf gibt es wohl im Internet derzeit nicht. Um nicht-autorisierten Zahlungen zu verhindern, müssen Nutzer such bei dieser Art des Einkaufens lediglich mit einer sechsstelligen PIN oder dem Fingerabdruck am Smartphone anmelden.

Transaktionen per Mastercard und Visa gestoppt

Auch die Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa erhielten eine Aufforderung der Zentralbank, alle über WhatsApp Pay getätigten Transaktionen nicht auszuführen. Derzeit arbeitet WhatsApp Pay laut einer Stellungnahme gegenüber Reuters an einer Lösung, um in Brasilien in Kooperation mit lokalen Banken und der Zentralbank ihren Zahlungsdienst wieder anbieten zu können. Ein möglicher Grund für das Verbot könnte neben den genannten Bedenken aber auch die Einführung eines ähnlichen Zahlungssystem der brasilianischen Notenbank sein, das im Herbst erscheinen soll. Das Pix genannte System könnte laut WhatsApp ebenfalls in den Messenger integriert werden.

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