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Basic Tutorials Ratgeber: Wie finde ich den richtigen Monitor?

Der Panelart: Im Zweifelsfalle entscheidend

Unerfahrene Kaufinteressenten schenken dem verwendeten Panel kaum Beachtung, obwohl es im Zweifelsfalle entscheidend ist. Nicht jedes Panel ist für jeden Einsatzzweck optimal geeignet. Im Folgenden werden die gängigsten Paneltypen und ihre Einsatzbereiche vorgestellt. Wer einen wirklich passenden Monitor erwerben will, erhält hier essentielle Informationen.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Displays sich hinsichtlich ihrer Beschaffenheit mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden – Display ist also nicht gleich Display. Besonders deutlich werden die starken Unterschiede der einzelnen Displays bei Betrachtung der vor einem Jahrzehnt noch recht häufig anzutreffenden Röhrenbildschirme. Die dort verwendeten Bildschirme gelten als veraltet und können mit den heutigen Displays, die in Flachbildschirmen zum Einsatz kommen, nicht mithalten.

Heute werden vor allem sogenannte LCD-Panels verwendet. Wer einen Flachbildschirm nutzt, setzt in der Regel also ein Liquid-Crystal-Display ein. Ein solches Display setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Zunächst werden eine Gehäuserückseite und eine Hintergrundbeleuchtung benötigt. Weiterhin kommen ein Pixel-Panel und eine Frontabdeckung zum Einsatz. Die einzelnen Pixel des Pixel-Panels bestehen bei LCD-Monitoren aus Flüssigkristallen, deren Lichtdurchlässigkeit festgelegt werden kann. So wird die im vorherigen Absatz beschriebene Bildzusammensetzung durch Farbbelegung der einzelnen Pixel möglich. Das Herstellen der einzelnen Farben wird übrigens durch die Mischung der Grundfarben Rot, Grün und Blau möglich. So werden die einzelnen Pixel unterschiedlich durchlässig für das von hinten gegen sie strahlende Licht – die Funktionsweise ist letztendlich also grob mit der eines Diaprojektors vergleichbar.

Da nicht jeder PC-Nutzer die gleichen Ansprüche an ein Display hat, wurden für die unterschiedlichen Einsatzzwecke und Bedürfnisse unterschiedliche LCD-Displays entwickelt, die sich in ihren Vor- und Nachteilen unterscheiden. Sie sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Panelarten
TN (Twisted Nematic)  IPS (In Plane Switching) VA (Vertical Alignment)
Blickwinkel akzeptabel sehr gut gut
Kontrast gut gut sehr gut
Farbraum akzeptabel sehr gut gut
Reaktionszeit sehr gut gut akzeptabel
Preis niedrig sehr hoch hoch
Einsatzbereich
Gaming sehr gut gut gut
Fotobearbeitung akzeptabel sehr gut gut
Office gut sehr gut sehr gut
Multimedia gut gut sehr gut

Twisted-Nematic-Panels (TN)

LCD TN Subpixel
Subpixel eines entspiegelten Aktiv-Matrix-Flüssigkristallbildschirms mit Twisted-Nematic-Zellen (TN-LCD). Quelle: Wikipedia

Twisted-Nematic-Panels sind heute wahrscheinlich am weitesten verbreitet. Bei diesen Panels sind in jedem einzelnen Pixel stäbchenförmige Flüssigkristalle enthalten. All diese Stäbchen sind zunächst waagerecht zur Bildfläche ausgerichtet. Zwei Polarisatoren sorgen dann durch die Erzeugung eines elektrischen Feldes dafür, dass die einzelnen Stäbchen in die Senkrechte wechseln. Der Grad der Aufstellung kann dabei durch die Amplitude der angelegten Spannung reguliert werden. Je senkrechter der Flüssigkristall steht, desto weniger Licht kann ihn durchdringen. So wechselt ein Pixel mit drei Subpixeln in Rot, Grün und Blau von hell zu dunkel. Auf diesem Wege lassen sich 16,2 Millionen Farben darstellen. Die Differenz zum vollen 32-Bit-Farbspektrum von 16,7 Millionen Farben kann auf verschiedenen Wegen ausgeglichen werden. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, durch extrem schnellen Farbwechsel eine zwischenliegende Farbe zu simulieren. Diese als „Frame Rate Control“ bezeichnete Technik kann jedoch zu sichtbarem Flimmern führen. Eine andere Möglichkeit, die als „Dithering“ bezeichnet wird, besteht darin, die Farbübergänge durch eine spezielle Pixelanordnung zu verbessern und so mehr Farbtiefe zu simulieren.

Der größte Vorteil dieser TN-Panels besteht darin, dass sie recht günstig produzierbar sind. Aus diesem Grund sind sie weit verbreitet und vor allem in eher preiswerten Monitoren zu finden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie anderen LCD-Panels in der Praxis unterlegen sein müssen. So punkten sie nicht nur mit einem günstigen Preis, sondern auch mit sehr schnellen Reaktionszeiten. Der Blickwinkel und die Farbraumabdeckung sind hingegen weniger überzeugend. Der Kontrast ist zwar gut, aber nicht vollkommen brillant. Im Gamingbereich sind TN-Panels sehr beliebt und besonders geeignet.

In-Plane-Switching-Panels (IPS)

Bei der IPS-Technologie kommt es nicht zu einem Wechsel zwischen waage- und senkrechter Pixelpositionierung. Stattdessen wird auf die sogenannte liegende Orientierung gesetzt. Hierbei sind die einzelnen Pixel jeweils parallel und horizontal in Bezug auf einen der beiden Polarisatoren ausgerichtet. Das Licht der Hintergrundbeleuchtung wird also bei einem der beiden Polarisatoren blockiert. Ist keine Spannung mehr vorhanden, ändert sich die Ausrichtung des jeweiligen Pixels um 90 Grad – er erscheint weiß.

IPS-Panels stellen neben den bereits vorgestellten TN-Panels die am häufigsten verwendete Panelart dar. Sie sind teurer in der Produktion und dementsprechend eher in höherpreisigen Monitoren zu finden. Hinsichtlich des Blickwinkels und der Farbdarstellung sind sie unschlagbar. Die Reaktionszeit ist bei den IPS-Panels jedoch spürbar länger als bei den günstigeren TN-Panels. Im Kontrast besteht zwischen diesen beiden Panelarten kein Unterschied. Der bedeutendste Nachteil der IPS-Panels ist der sehr hohe Preis. Aus diesem Grund kommen sie fast ausschließlich im Businessbereich und in der Fotobearbeitung zum Einsatz.

Vertical-Alignment-Panels (VA)

Die VA-Technologie unterscheidet sich zunächst nicht wesentlich von der zuerst vorgestellten TN-Technik. So sind die Displays beispielsweise gleich aufgebaut. Auch hier kommen Flüssigkristallpixel zum Einsatz. Diese befinden sich zunächst jedoch in der Vertikalen, sodass sie schwarz erscheinen. Wird eine Spannung erzeugt, werden sie zunehmend horizontal ausgerichtet und wechseln in der Wahrnehmung immer mehr zum Weißen. Der bedeutendste Unterschied zu den TN-Panels besteht in der dreischichtigen Unterteilung der einzelnen Pixel. Aus dieser ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für die Bilddarstellung. So kann etwa auch die Kipprichtung eines Pixels erkannt und für die Kontrastdarstellung genutzt werden.

Die VA-Panels sind noch recht neu am Markt. Diese noch recht neuen Panels überzeugen mit einem sehr guten Kontrast und einer hohen Blickwinkelstabilität. Der größte Nachteil besteht in der gegenüber den TN-Panels deutlich höheren Reaktionszeit. Eingesetzt werden sie beinahe ausschließlich im Business- und Multimediabereich.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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