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Wie funktioniert NFC?

Mobiles Bezahlen, ohne eine App aufrufen zu müssen, Datenaustausch ohne einen Finger zu rühren und viele andere Dinge sind dank NFC heute möglich. Doch worum handelt es sich dabei überhaupt? Und wie funktioniert NFC?

NFC steht für „Near Field Communication” – auf Deutsch etwa: Nahfeldkommunikation. Diese Begrifflichkeit macht bereits klar, worum es geht. Zwei Geräte können auf sehr kurzer Distanz miteinander kommunizieren. Ist im technischen Bereich von Kommunikation die Rede, ist damit meist Datenaustausch gemeint. Genau darum geht es auch bei NFC. Auf Distanzen von etwa zehn Zentimetern können Daten zwischen zwei NFC-Geräten ausgetauscht werden.

Die Einsatzbereiche dieser Technik sind sehr weit. Begründet liegt dieser Umstand darin, dass Geräte sehr leicht NFC-fähig gemacht werden können. Der Hersteller muss hierzu lediglich einen kleinen Chip, der etwa die Größe einer Ein-Euro-Münze hat, in das Gerät einbauen. Anschließend kann das Gerät mit anderen Geräten, die ebenfalls über diese NFC-Chips verfügen, kommunizieren. Neben Smartphones und Tablets sind heute auch viele Kredit- und EC-Karten mit NFC-Chips ausgestattet. So wird das Bezahlen an der Supermarktkasse extrem vereinfacht – die Karte muss nur noch an das Lesegerät gehalten werden und der Betrag wird automatisch abgebucht.

Die Funktionsweise

Nun stellt sich die Frage, wie genau der Chip weiß, welche Aktionen er ausführen muss, wenn er an einen bestimmten anderen Chip gehalten wird. Schließlich ist der Preis im Supermarkt immer unterschiedlich und auch beim Aneinanderhalten zweier anderer NFC-Geräte sollen unterschiedliche Aktionen ausgeführt werden.

Die Antwort hierauf ist recht simpel: Die entsprechenden Chips wurden derart programmiert. Der in der Supermarktkasse zum Einsatz kommende Chip erhält den Befehl, die Bezahldaten der Karte, die jeweils an ihn gehalten wird auszulesen. Diesen Befehl befolgt er strikt. Danach läuft alles ebenso ab wie bei einer herkömmlichen Kartenzahlung. NFC leistet also keine Zauberei, sondern übernimmt lediglich die Datenübertragung. Der gewichtige Unterschied zu vielen anderen Technologien besteht darin, dass diese kontaktlos vonstattengeht.

Ähnlich funktioniert die Datenübertragung zwischen zwei aktiven Geräten, beispielsweise zwischen zwei Smartphones. Diese müssen ebenfalls ausschließlich aneinandergehalten werden, um eine Verbindung aufzubauen. NFC ersetzt hierbei also das Kabel oder eine andersgeartete Verbindung zwischen beiden Geräten. Dann erfolgt der Befehl zum Datenaustausch oder zur einseitigen Datenübertragung. NFC ist letztlich also eine einfache Funkverbindung, die auf kurzer Distanz funktioniert.

Auch der Zugang zu Hotelzimmern oder zu anderen Sicherheitsbereichen kann theoretisch über einen NFC-Chip und ein entsprechendes Lesegerät, das an der Tür angebracht ist, gewährt werden.

Der NFC-Chip im Handy kann dabei von verschiedensten Apps genutzt werden. So wird gesteuert, welche Daten übertragen werden, was anschließend mit ihnen geschieht und wofür sie zur Verfügung stehen. Selbstverständlich ist immer das Einverständnis des Nutzers nötig – durch bloßes Aneinanderhalten von zwei Geräten ohne Bestätigung durch den Nutzer wird keine Verbindung aufgebaut. Außerdem wird die Datenübertragung auf den dafür freigegebenen Bereich beschränkt. Wählt der Nutzer beispielsweise ein Fotoalbum aus, das er an einen Freund übertragen möchte, wird auch nur dieses eine Fotoalbum per NFC übertragen.

Beim Bezahlen mit dem Smartphone gelten diese Ausführungen ebenfalls. Kreditkarten- oder andere Zahldaten werden in einer geschützten App auf dem Smartphone hinterlegt und die Supermarktkasse greift per NFC auf diese App und die darin hinterlegten Daten zu – nicht auf andere Bereiche des Smartphones.

Das gilt jedoch nur bei seriösen Anwendungen!

NFC-Tags

Was NFC für viele Anwender ebenfalls interessant macht, sind NFC-Tags. Bei diesen handelt es sich um kleine, sehr günstige Chips, die im Handel erworben und nach Belieben programmiert werden können. Wird nun ein mit einem NFC-Chip ausgestattetes Gerät an diese NFC-Tags gehalten, liest es sie aus. Dabei werden die auf dem Tag gespeicherten Daten drahtlos per Funkverbindung an das auslesende Gerät übertragen.

Diese programmierbaren Tags werden beispielsweise in Museen oder auf Plakaten zunehmend genutzt. Durch das Auslesen erhalten die Betrachter zusätzliche Informationen. Auch Filmtrailer, Weblinks und ähnliche Dinge werden zunehmend durch kleine NFC-Chips zugänglich gemacht.

Weiterhin besteht für Nutzer die Möglichkeit, selbst NFC-Tags zu programmieren und sie in der eigenen Wohnung zu platzieren. So könnte beispielsweise ein Tag programmiert werden, der automatisch einen Wecker einstellt. Dieser könnte auf dem Nachttisch platziert werden. Wird das Smartphone abends dort abgelegt, wird automatisch der Wecker für den nächsten Morgen eingestellt.

NFC bietet damit auch im heimischen Umfeld weitreichende Möglichkeiten der Alltagsvereinfachung.

Die Sicherheit der NFC-Technologie

Aus datenschutztechnischer Sicht ist das grundsätzlich natürlich bedenklich. Angreifer könnten mit bestimmten Befehlen und Anwendungen über NFC die Inhalte eines Smartphones, einer Kreditkarte oder anderer Geräte auslesen – ohne, dass der Nutzer dies bemerkt oder einwilligt. In verschiedenen Tests konnte gezeigt werden, dass Angreifer sich über NFC tatsächlich einen sehr weitreichenden Zugang zu sensiblen Daten verschaffen konnte. Befürworter der NFC-Technologie wenden hier ein, dass der Angreifer dafür bis auf wenige Zentimeter an das Gerät des Opfers herankommen müsste, was in der Praxis extrem unwahrscheinlich ist.

Eine große Gefahr stellen jedoch zweifelsohne unbekannte NFC-Tags dar. NFC-Nutzer sollten sich hüten, diese Tags auszulesen, da sich auf ihnen Schadsoftware befinden könnte, die dem Angreifer Zugang zum Smartphone oder sonstigen Gerät des Auslesenden gewähren könnte. Im Übrigen besteht durchaus auch die Möglichkeit, harmlose NFC-Tags, die sich beispielsweise in Museen befinden, derart umzuprogrammieren, dass sie Angreifern Zugang zu den Geräten Auslesender gewähren.

NFC ist also eine durchaus nützliche Technologie zur Datenübertragung, die keine Wunder vollbringen, aber schnell und unkompliziert Daten übertragen kann. Sie unterscheidet sich in dieser Hinsicht kaum von anderen ähnlichen Funktechnologien. Wie auch diese bestehen auch bei NFC Sicherheitsrisiken, die Nutzer akzeptieren müssen, wenn sie nicht auf die Technologie verzichten wollen. Minimieren lassen sich Risiken durch das Abschalten der NFC-Funktionalität, wenn sie gerade nicht benötigt wird.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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