Microsoft’s Surface Book im Test

Display
Beim Display kann ich es kurz und sch(m)erzlos machen – Top! Schon beim ersten Einschalten wirkt es hervorragend und schmeichelt den Augen. Es ist wunderbar hell, gestochen scharf (267 ppi mit 3000 x 2000 Pixeln), blickwinkelstabil, hat klasse Farben und einen sehr guten Kontrast. Ich hatte stets Freude damit, egal ob in heller oder dunkler Umgebung. Dann ist noch kratzfestes Gorilla-Glas 4 drauf und auch der Touch funktioniert wunderbar. Zwei Kleinigkeiten konnte ich dennoch ausmachen. Ich habe es zwar nicht gemessen, aber die Reaktionszeit des Displays soll nur im Mittelfeld liegen (wichtig für unsere Gamer) und wie beim Surface 4 Pro reagiert das Display auf Druck mit Verfärbungen (auch beim Stift) und das Display spiegelt. Ich kenne dennoch kein besseres Display – mein subjektiver Eindruck – wirkt wie ein sehr großer Samsung AMOLED.
Hardware
Bei der Hardware war ich das erste mal im Test zwiegespalten. Das was drin steckt, ist performant, modern und schnell. Selbst in der günstigsten Version, ist es man noch sehr flott unterwegs. Dennoch stellt sich mir die Frage, ob 3000 Euro nicht ein wenig viel sind bei der gebotenen Leistung. Mein Samsung Laptop hat ebenfalls einen Core i7 verbaut und eine gar nicht so langsame dedizierte Grafikkarte. Allerdings lag der Preis damals bei 679 Euro und dennoch schafft es bei Geekbench im MultiCore-Test 5740 Punkte (Surface Book Core i7 schafft 7107 Punkte, Unterschied ~ 24%). Natürlich spielen auch Material, Größe, Verarbeitung, Akku und Understatement eine Rolle und ein Display auf diesem Niveau ist alles andere als günstig. Allerdings fehlt auch Wesentliches, wie ein LTE-Modul, eine Kamera mit OIS oder ein wenig mehr Zubehör wie Schutzfolie oder ein Case. Letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Ich sage es aber auch hier, wie beim Surface 4 Pro, ein Mac Book Air mit Core i5 der 5ten Generation mit ebenfalls 128 GB und 8GB RAM gibt es ab 1100 Euro und dann hätte ich selbst zum günstigsten Surface Book (aktuell 1649 Euro) noch 550 Euro übrig für ein sehr schönes Tablet. So viel zu meiner persönlichen Meinung zum Preis.
Was man mit MacBook und Tablet aber nicht machen kann ist, eines der Highlights des Surface Book. Mit einfachem Druck auf eine Taste, trennt man Tastatur und Bildschirm elektronisch und kann das Display dann als großes, schweres aber auch hochwertiges Tablet verwenden. Sieht schon cool aus, wenn man das mit einem Klack auseinanderzieht und sorgte für anerkennende Blicke bei meinen Mitmenschen. Es hat aber auch einen ganz praktischen Nutzen. Surfen im Netz macht so einfach am meisten Spaß. Wenn das Ganze dann noch so erstklassig umgesetzt setzt ist und sehr stabil und langlebig wirkt, ist es um so besser. Einziger Nachteil – ich kann es bei geringer Akkuladung nicht trennen, sondern muss dann erst Laden. Da wäre eine kleine Mechanik toll gewesen.
Gehen wir auf die integrierten Komponenten ein, zeigt sich, dass das Beste vom Bestem verbaut ist. Erwähnung finden soll auch der TPM (Infos) – Chip, der für Sicherheit sorgt und dem Einsatz in Firmen zu Gute kommt. Was die Speicher betrifft, hat sich Microsoft nicht lumpen lassen – schnelle SSD’s und 8 GB RAM Minimum sind State of the Art. NVM Express (Infos) sorgt bei den verbauten Platten für noch mehr Geschwindigkeit. Auf das umfangreich erhältliche Zubehör, gehe ich später noch ein.
Als Grafikmodule kommt entweder die interne Intel HD520 Grafik beim günstigsten Modell zum Einsatz oder bei den höherpreisigen eine dedizierte Geforce 940 M. Na klar ist die Grafikleistung mit dedizierter Karte deutlich höher als ohne. Für alltägliche Aufgaben und im Betrieb halten sich die Unterschiede aber in Grenzen. Was man hingegen deutlich spürt, ist die Wärmeentwicklung, wenn das System gefordert wird (gilt auch für interne Grafik). Zwar bleibt die Tastatur, in der sich die Geforce befindet recht kühl, das Tablet-Element erwärmt sich aber deutlich. Wenn Benchmarks darauf ausgeführt wurden oder wenn ich zum Beispiel Mechwarrior Online darüber gespielt habe, schaltete sich der aktive Lüfter ein. Dieser war dann hörbar, der Lautstärkepegel hielt sich aber in annehmbaren Grenzen. Leider wurde das System auch teilweise beim normalen Surfen warm und das war dann nicht so schön.
Was ebenfalls sehr schade ist, sind die fixen Konfigurationen der Systeme. Wer lieber einen Core i7 ohne Geforce kaufen möchte, kann das nicht. Wer nur den i5 möchte aber dafür die große 512 GB Platte, kann das nicht. Ich denke ein paar mehr, als die 4 angebotenen Varianten, wären sinnvoll.
Bei den Anschlüssen habe ich mich gewundert, dass noch kein USB-C Anschluss zu finden war. Die 2 verbauten USB 3.0 kann man aber problemlos mit einem Adapter auf USB-C bringen. Statt des Mini-Display Ports hätte ich mir direkt HDMI gewünscht, aber auch hier helfen im Zweifel Adapter. Ein SD-Kartenslot ist ebenfalls mit an Bord. Unpraktisch fand ich, dass an dem abgenommenen Surface gar keine USB Anschlüsse vorhanden waren. Was Bluetooth 4.0 und WLAN inkl. 5 GHz Band angeht – da gibt es nichts zu bemängeln, ist aber eben auch Standard bei hochwertigen Geräten.
Der Stift ist mit seinen 1024 Druckpunkten, der Radierfunktion der Rückseite und seiner mechanischen Taste, die konfigurierbar ist, eine sinnvolle Erweiterung. Wiedermal ist die magnetische Halterung für den Stift nicht optimal. Sie ist nur an wenigen Stellen anwendbar und hält an diesen nicht wirklich fest. Ansonsten mindestens mit den guten Stiften vergleichbar, die man bspw. bei Intuos Grafik-Tablets findet. Weiterhin gibt es noch verblendete Stereo-Lautsprecher und einen 3.5 Klinkenanschluss für Kopfhörer. Groß und mit guten Gleiteigenschaften präsentiert sich das Touchpad. Auf der hintergrundbeleuchteten Chiclet Tastatur lässt es sich angenehm und präzise tippen. Ich hätte mir nur einen etwas knackigeren Druckpunkt gewünscht.
Technische Daten
| SSD Speicher | 128 (i5) / 256 (i5 & i7) / 512 (i7) GB SSD |
| Arbeitsspeicher | 8 GB (i5 & i7) oder 16 GB (i7) |
| Prozessor | Core i5 oder Core i7 der 6. Generation |
| Grafik | Intel HD 520 (i5) oder Geforce 940M (i5 & i7) |
| Displaydiagonale | 13.5 Zoll |
| Auflösung | 3000 x 2000 (267 ppi) Pixel Sense |
| Helligkeit | >400 cd/m² |
| Software | Windows 10 |
| Maße | Laptop: 232,1 x 312,3 x 13 – 22,8 mm / Clipboard: 220,2 x 312,3 x 7,7 mm 1516 (Intel HD Grafik) – 1578 g (Dedizierte GPU) |
| Speicherkarte | MicroSD / USB |
| Kamera / Video | 8MP Back / 5 MP Front / Full HD |
| Konnektivität | BT 4.0, WLAN a n g b, |
| Akku | 51 Wh Tastatur und 17.9 Wh (Surface) |










