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Filmstudios reichen Klage gegen VPN-Firmen ein

VPN-Server sind Filmstudios ein Dorn im Auge: Wer seine Identität und seinen Standort im Internet verschleiern kann, kann Geoblocking umgehen – und damit auch auf in seinem Land gesperrte Filme zugreifen oder illegale Streamingseiten anonym nutzen. Nun haben mehrere Filmstudios Klage eingereicht.

Klage in Virginia

Die in Virginia eingereichte Klage zielt darauf, die VPN-Firmen zu zwingen, bestimmte Seiten zu sperren und die Daten von Nutzerinnen und Nutzern aufzuzeichnen. Die hinter der Klage stehenden Filmstudios, zu denen unter anderem Millennium Media zählt, sehen in der VPN-Nutzung vor allem ein Instrument, um illegal auf ihre Produkte zuzugreifen. In der Klageschrift behaupten die Klagenden, die VPN-Dienste würden „als Werkzeuge, um geschützte Inhalte illegal zu erwerben, ohne erwischt zu werden“, beworben. Verwiesen wird auch darauf, dass die VPN-Firmen bisher nicht in der Lage seien, Urheberrechtsverletzungen aufzuklären, da nicht feststellbar sei, welche Nutzerin bzw. welcher Nutzer über den jeweiligen VPN illegal auf einen Film oder eine Serie zugegriffen hat. Dieser Umstand könne ausgemerzt werden, wenn die hinter den VPN-Servern stehenden Firmen verpflichtet würden, die Daten aller Nutzerinnen und Nutzer zu sammeln.

Das Prinzip VPN wäre ad absurdum geführt

Sollten die Forderungen der Filmstudios tatsächlich durchgesetzt werden, wäre das Prinzip VPN ad absurdum geführt, zielt es doch gerade darauf, eine möglichst anonyme Nutzung des Internets zu ermöglichen – die Sammlung personenbezogener Daten stünde in extremem Widerspruch hierzu. Das wiederum hätte nicht nur die von den Filmstudios gewünschten Auswirkungen, sondern würde auch anderen Personengruppen, die darauf angewiesen sind, ihre Identität zu verschleiern, massiv schaden sowie einen allgemeinen Angriff auf den Schutz der Privatsphäre im Netz darstellen. Aus Sicht der VPN-Betreibenden kommt die Verunmöglichung des bisherigen Geschäftsprinzips hinzu. Es ist daher davon auszugehen, dass die Beklagten die Klage anfechten und die Forderungen zurückweisen werden.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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