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Alphacool Core Ocean T38 Test – Leistungsstark aber laut

Die Alphacool International GmbH, mit Sitz in Braunschweig, ist ein weltweit bekannter Hersteller von (Wasser-)Kühlungskomponenten für den Privat-, OEM-, Server- und Industriesektor. Neben erweiterbaren AiO-Wasserkühlungen, gehören auch Komponenten für Custom-Wasserkühlungen, Lüfter und Kühler-Sonderanfertigungen für die Industrie zum Portfolio. Mit der Core Ocean T38 Serie hat der Hersteller im Oktober 2022 eine neue AiO-Wasserkühlung vorgestellt, die zwar leistungsstark ist, aber gleichzeitig den Geldbeutel schonen soll. Die Alphacool Core Ocean T38 unterziehen wir in der 360-mm-Variante heute einem Test.

Der Entwicklungsfokus lag bei der Alphacool Core Ocean T38 auf einer hohen Kühlleistung bei einem gleichzeitig recht geringen Kaufpreis. Alphacool fertigt die Core Ocean T38 in den Ausführungen 120mm, 240mm, 360mm, 280mm und 420mm. Im Vergleich zur Eisbaer-Serie muss man bei der Core Ocean aber auf die Erweiterbarkeit des Kreislaufs verzichten. Dafür gibt es die von uns getestete 360mm-Variante bereits für €85,98 (UVP) im Handel zu erwerben.

Alphacool Core Ocean T38 Test: Technische Details

Kühler-Spezifikationen

Maße (mit Lüfter) 397 x 120 x 63 mm (B x H x T)
Gewicht (mit Lüfter) 1550 g
Material 3003 Aluminium
FPI (Fins per Inch) 19
Kühlleistung N/A
Kompatibilität AMD AM4, AM5
Kompatibilität Intel Intel LGA 1700, 1200, 115X, 2066
Preis € 85,90 *

Lüfter-Spezifikationen

Lüfter-Bezeichnung Alphacool Core 120
Abmessungen 120 mm x 120 mm x 25 mm
Geschwindigkeit 0 – 2500 rpm
Lautstärke 10 – 34,3 dBa
Fördervolumen max. 106,7 m³/h
Luftdruck max. 2.13 mm-H2O
Lager Typ hydraulisches Lager
Nennspannung max. 0,4 A
Nennleistung max. 4,8 A
Stromanschluss 4-Pin PWM

Pumpen-Spezifikationen

Abmessungen ca. 70,2 x 46 x 70,2 mm (B x H x T)
Pumpen-Umdrehungszahl 2500 – 3500 rpm
Bodenplatte Kupfer
Schlauchlänge 400 mm
Lautstärke 35 dBa
Besonderheiten Keramiklager
Stromanschluss 4-Pin PWM
Stromanschluss Digital aRGB 3-Pin 5V (male & female, Kabellänge 30cm)
Anzahl aRGB LEDs 12

Verpackung & Lieferumfang

Alphacool verpackt die Core Ocean T38 360mm in einem großen Karton aus Pappe, der nur mit wenig farblichen Akzenten bedruckt wurde. Überwiegend ist der Karton braun gehalten und verrät nur wenig über die Komponenten im Inneren. Der Hersteller-Schriftzug sowie Produktname wurden mit blauer Farbe auf die Kartonage gedruckt. Außerdem sind auf der Verpackung technische Zeichnungen aller Komponenten wie Radiator, Pumpe und Lüfter zu finden. Genau technische Daten der AiO-Wasserkühlung wurden nicht auf den Karton gedruckt.

Öffnet man die Verpackung, trifft man zuerst auf eine Montageanleitung sowie eine dünne Matte aus Schaumstoff. Darunter findet sich die Wasserkühlung in einer Schutzform aus Pappe. Des Weiteren sind der Radiator sowie die Pumpe in eine zusätzliche Folie aus Kunststoff eingehüllt. Ebenfalls einzeln verpackt sind die drei beiliegenden Lüfter, die in einer weißen Pappschachtel versteckt wurden. Das restliche Montagezubehör hat Alphacool in einem Beutel platziert und in AMD- und Intel-Zubehör unterteilt.

Design & Verarbeitung

Alphacool verzichtet zu Gunsten des Kaufpreises auf teure RGB-Lüfter oder ein besonders auffälliges Design des Pumpenblocks oder des Radiators. So ist letzterer komplett schwarz lackiert und mit einer Tiefe von 37 Millimetern erstaunlich dick konstruiert. Die Rippen des Radiators bestehen aus Aluminium und haben eine Dichte von 19 FPI. Der Schriftzug des Herstellers ist seitlich am Radiator in grau-weiß aufgedruckt.

Die FEP-Schläuche sind 400 Millimeter lang, von einem feinen schwarzen Sleeve umhüllt und enden am Pumpenblock in zwei beweglichen Gelenken. Durch diese Kombination lässt sich der Radiator problemlos an jeder Stelle im Gehäuse platzieren. Die geringe Höhe des Pumpenblock und die flexiblen Gelenke ermöglichen es zudem, die Wasserkühlung  auch problemlos in flachen SFF-Gehäusen unterbringen zu können. Sowohl am Pumpenblock als auch am Radiator wurden die Schläuche mit den Verbindungselementen verpresst und sind somit nicht erweiterbar.

Der Pumpenblock der Core Ocean T38 basiert auf einer unvernickelten Kupferplatte, die im inneren mit vielen dünnen Kühlfinnen und einer Düsenplatte zur gleichmäßigen Verteilung des Wasserflusses bestückt wurde. Oberhalb der Platte sitzt die Pumpe mit Keramiklager, die mit maximal 3500 Umdrehungen pro Minute ihre Arbeit verrichtet. Verdeckt wird die Pumpe durch einen Deckel, der vollständig aus Kunststoff besteht und in den das Hersteller-Logo gestanzt wurde.

Trotz des zurückhaltenden Designs hat Alphacool nicht ganz auf RGB verzichtet. So ist die obere linke Ecke des Pumpengehäuses leicht abgewinkelt und besteht aus einem milchigen Kunststoff. Außerdem befindet sich weniger Millimeter unter dem Rand des Deckels ein weiteres milchiger Streifen. Hinter diesen zwei Elementen hat Alphacool 12 LEDs versteckt, die über ein 3-Pin-ARGB-Stecker angesteuert werden können.

Die beigelegten Lüfter stammen aus der Core-Serie und liefern genau das, was bei dem Namen erwarten würde. Sowohl Rahmen als auch der Ventilator sind komplett schwarz gestaltet und bestehen aus Kunststoff. Die neun Lüfterblätter enden sehr nah am Rahmen, verfügen aber über keine spezielle Gestaltung. Auch auf Entkopplungselemente verzichtet Alphacool bei den Core-Lüftern vollständig. Dafür liegt die Maximaldrehzahl der Ventilatoren aber bei 2500 Umdrehungen pro Minute und der Anschluss erfolgt jeweils über einen schwarzen 4-Pin-Stecker, die über den mitgelieferten 3-fach-PWM-Splitter zu einem Kabelstrang zusammengefasst werden können.

Die Verarbeitung der Core Ocean T38 wirkt insgesamt sehr solide. Die Lackierung des Radiators ist sauber und es gab keine verbogenen Kühlfinnen. Auch an den Lüfter gibt es grundsätzlich nichts zu bemängeln, wenngleich diese nur aus einem einfachem Kunststoff bestehen. Etwas enttäuscht waren wir von der Wertigkeit des Pumpenblocks. Dessen Kunststoff wirkt recht dünn und hohl.

Alphacool Core Ocean T38 Test: Montage

Für das Review kommt ein Testsystem auf einem Benchtable zum Einsatz. Dadurch können wir Faktoren wie einen Hitzestau im Gehäuse ausschließen. Das Testsystem besteht aus den folgenden Komponenten.

Bei einem AMD-System setzt Alphacool auf die vorhandene Backplate des Mainboards. Nach der Entfernung der Kunststoffbügel auf der Vorderseite, muss der Pumpenblock mit den korrekten Haltebügeln bestückt werden. Die können über ein Schienensystem einfach eingesteckt und ineinander verhakt werden. Anschließend muss man die vier Montageschrauben mit einer Feder und jeweils zwei Distanzscheiben vorbereiten.

Nachdem nun die korrekte Menge an Wärmeleitpaste aufgetragen wurde, kann der Pumpenblock auf die CPU gestellt und mit den Montageschrauben befestigt werden. Dieser Schritt war leider etwas fummelig, da die Federn und Distanzscheiben nicht fest sind und mit den Fingern festgehalten werden müssen, währen die Schrauben durch den Montagerahmen geführt wird.

Die Montage der Core Ocean T38 360mm ist zwar schnell erledigt, aber nicht ganz so durchdacht wie bei anderen Herstellern. Dafür wirkt das Montagematerial sehr hochwertig und der Kühlblock sitzt fest auf der CPU. Die Federn ermöglichen zudem eine Anpassung des Anpressdrucks.

Lautstärke und Kühlleistung

Um den Prozessor zu erhitzen, wurde dieser 15 Minuten mit Prime95 (Maximum Heat) belastet. Die Temperatur der CPU wurde anschließend mit dem CPUID Hardwaremonitor ausgelesen. Dieser Test wurde in zwei verschiedenen Szenarien durchgeführt. Anschließend wurden die Werte mit denen des AMD Boxed Kühlers (Wraith Stealth) und eines normalen 120-mm-CPU-Kühlers verglichen. Während der Messungen hatte der Raum eine Temperatur von 20°C.

Kühler Betriebsszenario RPM Temperatur
AMD Wraith Stealth 50% PWM 1450 rpm 99 °C
AMD Wraith Stealth 100% PWM 2650 rpm 89,8 °C
LC-Power LC-CC-120-RGB 50% PWM 950 rpm 61,1 °C
LC-Power LC-CC-120-RGB 100% PWM 1500 rpm 56,6 °C
Alphacool Core Ocean T38 360mm Lüfter 50% PWM
Pumpe 50% PWM
Lüfter 1600 rpm
Pumpe 1800 rpm
52,2 °C
Alphacool Core Ocean T38 360mm Lüfter 100% PWM
Pumpe 100% PWM
Lüfter 2500 rpm
Pumpe 3200 rpm
49,3 °C

Wie zu erwarten, lässt die Alphacool Core Ocean T38 den Boxed- und 120mm-Tower-Kühler problemlos hinter sich. Selbst mit reduzierten Pumpen- und Lüfterdrehzahlen liegt die Temperaturdifferenz bei fast 9 °C und die CPU wird somit kaum wärmer als 52 °C. Das zeigt, dass die Core Ocean T38 problemlos auch High-End-CPUs kühlen könnte. Fairerweise sollte man von einer AiO-Wasserkühlung mit 360-mm-Radiator aber auch nichts anders erwarten.

Etwas enttäuscht sind wir insgesamt aber von Lautstärke der AiO-Systems. Die drei 120-mm-Lüfter sind bei der Maximaldrehzahl von 2500 Umdrehungen pro Minute viel zu laut. Können aufgrund des weiten Drehzahlbereichs glücklicherweise aber deutlich herunter geregelt werden. Dennoch sind diese erst unter 1200 Umdrehungen pro als recht angenehm zu bezeichnen.
Selbiges gilt leider auch für die Pumpe. Selbst bei geringeren Drehzahlen ist von der Pumpe ein hörbares Brummen bzw. Surren zu vernehmen. Geräuschempfindliche Besitzer könnten das Brummen vermutlich auch aus einem geschlossenem System problemlos heraushören.

Fazit zur Alphacool Core Ocean T38 Test

Der Versuch das Wasserkühlungs-Know-How von einer Custom- oder erweiterbaren Kompaktwasserkühlung ist das AiO-Einstiegssegment zu bringen, ist Alphacool mit der Core Ocean T38 leider nur teilweise gelungen. Für die Core Ocean T38 sprechen der große Radiator, die langen Schäuchen und das neutrale Design, welches jedoch nicht vollständig auf RGB verzichtet. Das Montagezubehör ist zudem umfangreich und bietet eine hohe Kompatibilität für alle aktuellen Sockel inklusive Intel LGA1700 und AM5. Zuletzt sind da noch die performanten Lüfter sowie die starke Pumpe.

Letztere ist aber auch gleichzeitig ein großer Nachteil. Durch die erzeugte Lautstärke ist die Pumpe selbst bei reduzierter Umdrehungszahl nichts für Silent-Systeme. Fast immer geht ein gewisses Surren und Brummen von der Pumpe aus. Außerdem empfinden wir das Montagesystem, im Vergleich zu anderen AiO-Wasserkühlungen, als etwas zu fummelig.

Mit einem Preis von €85,98 (UVP) für die 360-mm-Variante bietet Alphacool die Core Ocean T38 allerdings sehr günstig an. Nur eine Handvoll Systeme sind im derzeitigen Preisvergleich günstiger, haben dafür aber keine RGB-Beleuchtung oder unterstützen die aktuellen Sockel. In Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis macht diese Alphacool mit dieser AiO-Wasserkühlung also alles richtig.

Alphacool Core Ocean T38 Test

Design
Verarbeitung
Montage
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

89/100

Die Alphacool Core Ocean T38 bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und kann mit einer guten Kühlleistung und einem Hauch RGB überzeugen. Ein Schwachpunkt ist aber die Lautstärke von Pumpe und Lüfter.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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