PC-Komponenten

Alphacool Eiswolf 2 – Die AiO-Wasserkühlung für Grafikkarten im Test

Eine All-in-One-Wasserkühlung für Grafikkarten, das gibt es nicht? Oh doch! – Mit der Eiswolf 2 hat Alphacool eine charmante Lösung im Angebot. Die auf eine Vielzahl von gängigen Grafikkarten verbaut werden kann und dabei muss es nicht immer die Founders-Edition sein, zumindest bei NVIDIAs Grafikkarten. Unter anderem ist die Eiswolf 2 auch Modelle der Hersteller Asus, Zotac, Gainward, MSI uvm. erhältlich. Aus dem Hause NVIDIA werden grundsätzlich die Modelle RTX 3080, 3080 Ti und 3090 unterstützt. Ist man im Besitz einer AMD-Grafikkarte ist das auch kein Problem, denn hierfür hat Alphacool ebenfalls eine Variante im Angebot, welche allerdings nur die Karten im Referenzdesign unterstützt. Aus dem Hause AMD sind die Modelle RX 6800, RX 6800 XT und RX 6900 XT kompatibel. Die volle Lister der kompatiblen GPUs findest du unterhalb der Spezifikationen.

Die Idee einer GPU-AiO hat unser Interesse geweckt, sodass wir für unseren Test die Alphacool Eiswolf 2 auf einer RX 6900 XT im Referenzdesign montiert haben. Wie die Montage ablief und wie die Eiswolf 2 in unserem Praxistest abschneidet, erfährst du im folgenden Testbericht.

Spezifikationen

Kühler-Pumpeneinheit

L x B x H (mm): 140 x 265 x 46
Material Kühlerboden: Vernickeltes Kupfer
Material Gehäuse: PMMA
Anschlüsse: 2 x G1/4″
Pumpen Typ: DC-LT 2
Drehzahl Pumpe (U/min): 2600 (+/- 10%)
Förderhöhe: 0,95 m
Maximaler Durchfluss: 75 L/h
Spannung: 12V DC

Radiator

L x B x H (mm): 395 x 124 x 30
Materialien Radiator: Kupfer, Messing, rostfreier Stahl
G 1/4″ Gewinde: 2x Schläuche + 1x Fillport

Lüfter

Modell: Alphacool Aurora Rise Digital RGB
L x B x H (mm): 120 x 120 x 25
Drehzahl (U/min): 0 – 2500
Statischer Druck: 3,17 mm H2O
Anschlüsse: 4-Pin PWM + 3-PIN 5V ARGB

Kompatiblitätsliste:

Eine Liste mit allen kompatiblen Modellen stellt Alphacool auf den jeweiligen Produktseiten zur Verfügung, welche wir dir unterhalb verlinkt haben.

AMD:
Referenzdesign –
alphacool-eiswolf-2-aio-360mm-radeon-rx-6800/6800xt/6900-reference-design-mit-backplate

NVIDIA:
ASUSalphacool-eiswolf-2-aio-360mm-rtx-3080/3090-rog-strix-mit-backplate
MSIalphacool-eiswolf-2-aio-360mm-rtx-3080/3090-ventus-mit-backplate
Sonstige Herstelleralphacool-eiswolf-2-aio-360mm-rtx-3090/3080-mit-backplate-reference

Lieferumfang

Geliefert wird die Eiswolf 2, wie man es von AiO-Wasserkühlungen kennt. Kühlkörper und Radiator sind mit zwei Schläuchen miteinander verbunden. Lediglich die Lüfter müssen noch auf dem Radiator montiert werden.  Neben der Wasserkühlung selbst liegen diverse Schrauben für die Montage auf der entsprechenden GPU dabei. Auch an Kühlpads, die für den Umbau benötigt werden, wurde gedacht. Diese sind bereits zurechtgeschnitten und müssen nur noch auf die dafür vorgesehenen Plätze geklebt werden. Unterscheiden lassen sich die Pads in der Dicke, die für die Backplate sind 3 mm dick und die Pads für den Kühler messen lediglich 1 mm in der Dicke.  Neben den Kühlpads liegt zusätzlich eine Wärmleitpaste dabei, welche für den Grafikprozessor benötigt wird.

Bei den Lüftern setzt die Eiswolf 2 auf die Alphacool Rise Aurora. Drei 120-mm-Lüfter, welche das Datenblatt mit einer Drehzahl von bis zu 2500 Umdrehungen in der Minute schmücken. Ausgestattet sind die Aurora mit einer netten RGB-Beleuchtung, auf die wir später in diesem Test noch einmal genauer eingehen.

Die Eiswolf 2 kommt mit einer Backplate daher, welche beim Kauf inkludiert ist. Geliefert wird sie in einer separaten Verpackung, welche mit in der Umverpackung enthalten ist. Beim Design wurde auf ein edles Schwarz gesetzt, welches einen leicht strukturierte und matten Eindruck macht. An der untersten rechten Ecke wurde das OC-Logo eingearbeitet. Auch die Kühlpads für die Backplate sind im Lieferumfang enthalten und bereits zugeschnitten. An welchen Punkten diese gesetzt werden müssen, wird in der Montageanleitung gut und mit Bildern erklärt.

Design und Aufbau

Bestückt wurde die Eiswolf 2 mit einer leistungsstarken 12V-Pumpe, welche sich direkt am Kühlkörper befindet. Das Gehäuse der Pumpe ist weitestgehend in Schwarz gehalten. Durch eine metallische Applikation wird die Pumpe optisch vom Kühlkörper getrennt. An der Frontseite des Pumpengehäuses wurde je nach Modell der Grafikkartenhersteller mit eingebracht. Das Logo ist herstellerabhängig Rot oder Grün beleuchtet. Die Farbe der Beleuchtung ist fest und lässt sich nicht ändern. Der Schriftzug „Eiswolf“ ist unbeleuchtet und daher eher unauffällig.

Bei dem Radiator setzt Alphacool auf eine Ausführung aus der NexXxos-Reihe, welche fast gänzlich aus Kupfer gefertigt wurde. Dabei ist lediglich das Außengehäuse aus rostfreiem Stahl gefertigt und Kühlfinnen, Vorkammern sowie Kühlkanäle sind aus Kupfer. Das verspricht eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit und trägt maßgeblich zur Kühlleistung bei. Auf dem Gehäuse des Radiators befinden sich Verschraubungspunkte für bis zu sechs Lüfter. Insgesamt bietet der 360-mm-Radiator Platz für drei 120-mm-Lüfter pro Seite.

Die große Besonderheit der Eiswolf-Reihe ist, dass sie mit der Eisbaer Aurora, einer AiO für Prozessoren aus dem Hause Alphacool, verknüpft werden kann und so der Vorteil eines größeren Wasserkreislaufs entsteht. Prozessorkühler und Grafikkühler teilen sich dann also zwei Radiatoren und eine insgesamt größere Menge an Kühlflüssigkeit. Alphacools Ziel war dabei, eine AiO-Wasserkühlung mit der Leistung einer Custom-Wasserkühlung zu schaffen. Das Erweitern ist bequem über die Schnellverschlüsse an den Schläuchen möglich. Zum Schutz vor auslaufender Flüssigkeit, werden die Schnellverschlüsse nicht nur zusammengesteckt, sondern fest verschraubt. Die Schläuche sind mit 50 cm Länge ausreichend lang und bieten somit genügend Möglichkeiten sie sauber im Case zu verlegen.

Verarbeitung

Die Wahl der Materialien und die Umsetzung der einzelnen Bauteile hat uns überzeugt. Gerade der Kühlkörper und die Backplate machen einen sehr wertigen Eindruck. Die Schläuche sind aus TPV (einem speziellen Kunststoffgemisch) gefertigt und machen dank der matten Oberfläche einen wertigen Eindruck, dennoch muss man beim Verlegen aufpassen, da die Schläuche sehr schnell abknicken.

Kühlereinheit & Lüfter

Die drei enthaltenen 120-mm-Aurora-Rise-Lüfter laufen mit einer maximalen Drehzahl von 2500 Umdrehungen in der Minuten. Für die Verkabelung der Lüftersteuerung liegt ein entsprechendes 4-Pin-Splitterkabel bei, welches sich in drei Enden aufteilt. Die Steuerung über das Mainboard funktioniert somit tadellos. Die Pumpe hingegen läuft mit einer festen Drehzahl von 2600 Umdrehungen in der Minuten. Alphacool gibt zusätzlich eine Toleranz von +/- 10% an. Die Pumpeneinheit fasst die DC-LT 2 Pumpe, welche eine verbesserte Version der DC-LT low Noise Pumpe aus dem Hause Alphacool darstellt. Der Boden des Kühlers besteht aus vernickeltem Kupfer und die gesamte Kühlereinheit bietet einen maximalen Durchfluss von 75 Litern pro Stunde.

Beleuchtung

Die Beleuchtung der einzelnen Komponenten kann sich wirklich sehen lassen. Die Lüfter bestehen aus einem zweiteiligen Beleuchtungskreis. Einem äußeren Ring und der beleuchteten Lüftermitte. Aus der Mitte strahlen die einzelnen Farben bis hin zu den einzelnen Blättern. Der beleuchtete Ring ist sogar vom Seitenprofil der Lüfter zusehen und bietet gerade für offene Gehäuse einen spektakulären Effekt. Für die Verkabelung der Beleuchtung wird kein extra RGB-Controller mitgeliefert. Die Lüfter werden einfach in Reihe geschaltet und anschließend mit dem 5V-ARGB-Stecker mit dem Mainboard oder dem RGB-Controller des Gehäuses verbunden.

Auch die Beleuchtung der Kühlereinheit macht ordentlich was her. Für das Lichtspektakel sorgt ein LED-Band, welches an der unteren Seite (Seite, welche bei Einbau zum Mainboard zeigt) eingearbeitet wurde. Das LED-Band umfasst insgesamt 14 LEDs. Jede einzelne LED ist fähig eine andere Farbe darzustellen (adressable RGB). So können nicht nur statische Farben, sondern auch Farbverläufe oder Effekte, wie der bekannte Regenbogen, dargestellt werden. Das Licht scheint dabei bis zur Vorderseite (Sichtseite) hindurch. Empfehlenswert ist der vertikale Einbau der GPU, da hier die Beleuchtung erst richtig zur Geltung kommt und man seine Augen nicht mehr vom Inneren des PCs abwenden kann.

Für die Beleuchtung ist kein separates Programm notwendig. Die gesamte Steuerung ist über die Software des jeweiligen Mainboardherstellers möglich oder wie in unserem Test, über den RGB-Controller des Gehäuses. Sollte beides nicht vorhanden sein, bietet Alphacool einen RGB-Controller, welcher über den Sata-Anschluss mit Strom versorgt wird, an (Alpha Cool Aurora Eiscontrol*).

Montage

Wie bereits am Anfang unseres Testberichtes erwähnt, handelt es sich bei der getesteten Version, um die für die Radeon RX 6900 XT kompatible Variante. Durch das Upgrade versprechen wir uns einen Zugewinn an Ästhetik und Kühlleistung. Auch wünschen wir uns eine weniger massige Optik nach dem Umbau.

Die ersten Schritte für den Umbau gelten der Vorbereitung und Demontage des Grafikkartengehäuses. Begonnen wird damit, alle Schrauben auf der Rückseite (Backplate) der GPU zu lösen. Zusätzlich ist es notwendig die Schrauben unterhalb der Display-Anschlüsse zu lösen, da sich sonst das Gehäuse nicht entfernen lässt.

Liegt die blanke PCB nun vor dir, gilt es die alten Kühlpads zu entfernen und die Prozessor-Oberfläche gründlich reinigen. Anschließend wird die Wärmeleitpaste auf den Grafikprozessor aufgetragen und die 1-mm-Kühlpads werden auf die entsprechenden Punkte geklebt. An welchen Stellen die Pads angebracht werden müssen, kann man der übersichtlichen Montageanleitung entnehmen.

Als Nächstes wird die Kühleinheit auf die PCB gelegt und mit Schrauben auf der Rückseite befestigt. Achtet darauf, dass die Kühleinheit frei von Fingerabdrücken oder Verschmutzungen ist. Gerade auf dem Plexiglas bereut man es, nicht sauber gearbeitet zu haben, sobald man die Beleuchtung einschaltet.

Im nächsten Schritt werden die 3-mm-Pads auf der Rückseite der GPU angebracht. Die Positionen können ebenfalls der Montageanleitung entnommen werden. Anschließend wird die enthaltene Backplate aufgelegt und mit der Kühleinheit verschraubt. Damit ist der Umbau abgeschlossen und wir sind bereit für unseren Leistungstest.

Leistungstest

Für unseren Leistungstest hat die RX 6900 XT zusammen mit der Eiswolf 2 einen Platz im folgenden Testsystem gefunden:

Für unseren Leistungstest haben wir die RX 6900 XT mit dem 3DMark Firestrike Stresstest belastet. Das Ziel dabei war, die Temperaturen der Grafikkarte ordentlich nach oben zu treiben. Um einen vergleichbaren Wert zu bekommen, haben wir auf die Standardvariante des Firestrike Stresstests gesetzt. Die entstandenen Temperaturen beziehen sich jeweils auf die Grafikkarte mit Original-Kühlkörper und auf den Umbau mit der Eiswolf 2. Die entstandenen Temperaturen kannst du der Tabelle unterhalb entnehmen.

Lüfterleistung Temperatur GPU (°C) – Referenz
Temperatur GPU (°C) – Eiswolf 2
50% PWM ∅ 70,0 / max. 73,0 ∅ 56,0 / max. 59,0
100% PWM ∅ 67,0 / max. 70,0 ∅ 52,0 / max. 54,0

Wie zu erwarten, fallen die Temperaturen nach dem Upgrade um einiges besser aus. Bei einer Lüfterleistung von 50% liegt der durchschnittliche Wert bei 56 °C und ist damit rund 14 °C kühler als mit dem Serien-Kühlkörper. Alphacool verspricht bereits auf der Webseite, die Kühlleistung einer Custom-Wasserkühlung und dass bei einem All-in-One Aufbau. Dieses Versprechen haben sie unserer Meinung nach eingehalten, auch wenn mit einer Custom-Wasserkühlung die Temperaturen noch besser ausfallen sollten. Einfach aufgrund des größeren Kühlkreislaufs. Überzeugen konnte die Eiswolf 2 dennoch!

Fazit

Der Umbau vom Serien-Kühler auf die All-in-One-Lösung von Alphacool hat nicht nur viel Spaß gemacht, sondern bringt auch ein sinnvolles Upgrade mit sich. Die ertesteten Temperaturen sprechen dabei für sich. Der Umbau verlief ohne Komplikationen und war sehr gut beschrieben. Qualität und Verarbeitung sind sehr stimmig. Auch wenn uns die Schläuche in ihrer Beschaffenheit etwas negativ aufgefallen sind, wurde dennoch viel Liebe ins Detail gesteckt. Auch die Erweiterbarkeit des Kühlkreislaufs mit Alphacool-Produkten kommt bei uns sehr gut an und bietet dem Anwender weitere Möglichkeiten, der Custom-Wasserkühlung ein Stück näher zu rücken.

Für 244,99 € (UVP) bekommt man nicht nur eine bessere Kühleistung, sondern auch eine massive optische Aufwertung für den Gaming-PC. Echtes Custom-Wasserkühlungsfeeling und dass ohne komplizierten Einbau.

Alphacool Eiswolf 2

Design
Verarbeitung
Montage
Kühlleistung
Preis-Leistungs-Verhältnis

95/100

Die All-in-One-Lösung, die den Traum einer Custom-Wasserkühlung ein Stück näher rücken lässt, auch in Hinblick auf die Temperaturen. Einfache Montage und Erweiterungsmöglichkeiten dabei sehr gut verarbeitet.

Alexander Wulke

Als Technikbegeisteter verfasse ich Testberichte für allerlei technische Geräte. Speziell die Themen PC-Hardware und Gaming haben es mir aber am meisten angetan. In meinen Tests gebe ich gerne Tipps und verschaffe euch einen unabhängigen und ehrlichen Eindruck zu dem jeweiligen Produkt.

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