PC- & Konsolen-Peripherie

Trust GXT 255+ ONYX: USB-Mikrofon samt Mikrofonarm im Test

Mit dem GXT 255+ ONYX veröffentlicht Trust ein neues Profi-Mikrofon, dass sich für eine Vielzahl professioneller Anwendungsgebiete eignen soll. Es positioniert sich preislich und laut Datenblatt oberhalb des bereits erhältlichen GXT 252+ Emita Plus und sollte dem GXT 241 Velica (unser Test) theoretisch überlegen sein. Was die Kombination aus Mikrofon und Arm samt LED-Beleuchtung auf dem Kasten hat, klärt unser Test.

Technische Daten

Modell: Trust GXT 255+ ONYX
Mikrofontyp: Kondensator
Sampling-Rate: 24bit; 96kHz
Frequenz: 30 Hz – 18000 Hz
Charakteristik: Kardioid (Nierencharakteristik)
Anschlüsse: USB-C am Mikrofon; USB-A für den Anschluss am PC; 3,5mm Klinke
Farbe: Schwarz
Gewicht: 400g (Mikrofon); 1.400g (Mikrofon samt Arm)
Länge Mikrofonarm: 98 cm
RGB-Beleuchtung: 6 Farben
Preis: € 184,67*

Lieferumfang

Das Trust GXT 255+ ONYX kommt in einem riesigen Karton daher, der bereits darauf hindeutet, dass sich ein wirklich langer Mikrofonarm im Inneren befindet. Beim Öffnen der Verpackung präsentiert der Hersteller alle Bestandteile, fein säuberlich aufgeteilt in einem üppigen Schaumstoffbett.

Wie zu erwarten, erstreckt sich der zusammengeklappte Arm über die gesamte Breite des Kartons. Darunter befinden sich (von links nach rechts) die obligatorischen Anleitungen und Garantiehinweise, ein sehr kurzes USB-A-auf-USB-C-Kabel zur Verbindung des Mikrofons mit dem Arm, die elastische Halterung zur Befestigung am Tisch, sowie das Onyx Mikrofon selbst. Der Mikrofonarm wird dabei von einem Klettverschluss in Position gehalten. Entfernt man diesen Schutz, klappt der Arm bereits automatisch ein wenig aus – hier ist etwas Vorsicht geboten.

Design und Verarbeitung

Beim ersten Begutachten fällt direkt auf, dass die Verarbeitungsqualität nicht ganz auf Spitzenniveau liegt. Auf der Tischhalterung und dem Mikrofonarm finden sich mehrere Gummiwutzeln, die offenbar vom Fertigungsprozess übriggeblieben sind. Zudem ist der Mikrofonarm mit einer feinen Staubschicht überzogen. Bereits der erste Wermutstropfen, denn von einem rund 200 Euro teuren Peripheriegerät darf man eigentlich mehr erwarten. Immerhin lassen sich diese Makel schnell und einfach mithilfe eines Tuchs entfernen, Kratzer wiesen die Bestandteile unseres Testmodells erfreulicherweise nicht auf.

Ansonsten setzt Trust beim GXT 255+ ONYX auf ein matt-schwarzes, recht schlichtes Design (auf der eigenen Website „ordentliches Aussehen“ genannt). Der Mikrofonarm verfügt über insgesamt drei elastische Halterungen, mit denen die Position an die eigenen Vorlieben angepasst werden kann. Trotz der schieren Größe von insgesamt maximal 98 Zentimetern fällt die Konstruktion erstaunlich leicht aus – immerhin besteht der Arm aus Aluminium und bringt gemeinsam mit dem Mikrofon knapp 1,4 kg auf die Waage.

Das Mikrofon selbst ist ebenfalls eher schlicht gehalten und ab Werk mit einem Poppschutz ausgestattet. An der Rückseite befindet sich der USB-C-Anschluss, mit dem es direkt mit dem Mikrofonarm verbunden wird. Darunter platziert der Hersteller einen 3,5-mm-Klinkeneingang zum Anschluss eines Kopfhörers, sowie einen Wipp-Schalter, mit dem die Lautstärke des Kopfhörers direkt am Mikrofon feinjustiert werden kann. Unterhalb des Popschutzes befindet sich der „GAIN“-Drehregler, mit dem sich die Aufnahmeempfindlichkeit schnell und einfach einstellen lässt. Per Druck auf den Regler wird das Mikrofon zudem sofort stummgeschaltet.

Ein LED-Ring oberhalb des Gain-Reglers zeigt an, wenn das Mikrofon bereit ist (grün) beziehungsweise die Stummschaltung aktiv ist (rot). Alternativ kann die RGB-Beleuchtung mithilfe eines Knopfes an der Unterseite des Mikrofons verändert werden. Insgesamt sechs Farben stehen zur Wahl, hält man die Taste 4 Sekunden lang gedrückt, kann die Beleuchtung auch vollständig deaktiviert werden.

Inbetriebnahme und Praxistest

Erfreulicherweise erfolgt die Inbetriebnahme des Trust GXT 255+ ONYX, auch ohne Vorkenntnisse oder Studieren der Anleitung, sehr schnell und unkompliziert. Die Tischhalterung verfügt über eine sehr große Schraube, womit sie auch an dicken Tischplatten oder Oberflächen befestigt werden kann.

Danach wird der Mikrofonarm mithilfe des Stifts an der Unterseite in die Halterung eingesetzt und durch die Feststellschraube sicher in Position gebracht. Danach muss dann nur noch das Mikrofon an das obere Ende des Arms geschraubt und mithilfe des USB-A-auf-USB-C-Kabels mit dem Mikrofonarm verbunden werden. Hierfür stehen ganze zwei USB-A-Ports zur Verfügung. Nun gilt es nur noch, den Arm mithilfe der drei Feststellschrauben optimal auszurichten und die Konstruktion via USB-A mit PC, Notebook oder anderen Audioquellen zu verbinden.

Dank Plug & Play-Konnektivität wird das Trust GXT 255+ ONYX sofort erkannt, eingerichtet und ist binnen weniger Sekunden einsatzbereit. In Windows 10 wird das Mikrofon standardmäßig mit einem Pegel von 60 Prozent sowie einer Frequenz von 24.000 Hz aktiviert, beide Werte können natürlich in den Soundeinstellungen noch angepasst werden.

Aufnahme-Qualität

Maximal kommt das Mikrofon mit Nierencharakteristik auf eine Sampling-Rate von 24bit und 96kHz, was auf dem Papier für eine exzellente Aufnahme-Qualität sorgen sollte. Dank seiner Bauweise soll das Membran-Mikrofon Hintergrundgeräusche wie das Tippen auf einer Tastatur, Mausklicks oder ähnliches effektiv reduzieren können.

Trust GXT 255+ ONYX

Die eigene Stimme wird dabei am klarsten übertragen, wenn das Mikrofon direkt auf euren Mund ausgerichtet wird und sich rund 30-40 Zentimeter vor eurem Gesicht befindet. Im Praxistest liefert das Trust GXT 255+ ONYX eine wirklich gute Aufnahme-Qualität ab, die sich zu unserer Überraschung allerdings nicht von teils deutlich günstigeren Vertretern abheben kann.

Stör- und Hintergrundgeräusche werden tatsächlich sehr gut herausgefiltert. Die eigene Stimme wird dabei dynamisch und klar wiedergegeben, allerdings werden S-Laute relativ scharf dargestellt – ein Phänomen, das wir bereits beim Trust GXT 241 beobachten konnten. Dennoch sind wir mit der Klangqualität des Onyx fast vollends zufrieden – an das nur marginal teurere Blue Microphones Yeticaster (unser Test) reicht die Aufnahme-Qualität allerdings nicht ganz heran.

Wie das Trust GXT 255+ ONYX tatsächlich klingt, zeigen wir euch im folgenden Video. Es wurde in MP3-Qualität mit 156 kBit/s und ohne zusätzliche Einstellungen am Klang vorzunehmen aufgenommen.

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Fazit

Wer den Einstieg in die Welt des Streamings oder Podcastens wagen möchte, erhält mit dem Trust GXT 255+ ONYX Mikrofon ein stimmiges Rundum-Sorglospaket an die Hand. Der lange und flexible Mikrofonarm ermöglicht eine individuelle Positionierung des Mikrofons und fällt trotz seiner maximalen Länge von rund einem Meter erstaunlich leicht aus. Auch der Aufbau klappt selbst ohne Vorkenntnisse problemlos und komfortabel. Das Mikrofon selbst liefert einen guten Klang bei einer exzellenten maximalen Lautstärke, filtert dabei Hintergrundgeräusche wirklich zufriedenstellend heraus.

Punktabzug gibt es hingegen für die nicht ganz saubere Verarbeitung, während die Aufnahme-Qualität nicht ganz mit ähnlichen (und teils sogar deutlich günstigeren) Mikrofon mithalten kann. Wenn man bedenkt, dass beispielsweise ein Blue Microphones Yeticaster nur minimal teurer ist, dafür aber eine deutlich bessere Aufnahme-Qualität, hochwertigere Verarbeitung und weitaus mehr Möglichkeiten offeriert, tun wir uns schwer, für das Trust Onyx – zumindest zur UVP des Herstellers – eine klare Kaufempfehlung auszusprechen.

Alles in allem liefert Trust mit dem GXT 255+ ONYX Mikrofon ein wirklich gutes All-Inclusive-Paket ab, bei dem Einsteiger und fortgeschrittene Anwender einiges für ihr Geld geboten bekommen.

Trust GXT 255+ ONYX Silver-Award

Trust GXT 255+ ONYX

Verarbeitung
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

85/100

Gutes semi-professionelles Mikrofon mit überzeugendem Klang und praktischem, langen Mikrofonarm aber Mängeln in der Verarbeitung.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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