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Einchecken im Penrose: The Spectrum Retreat im Test

In The Spectrum Retreat darf sowohl der Protagonist, als auch der Spieler einen einzigartigen Urlaub im Penrose Hotel genießen. Eine besondere Unterkunft, gefüllt mit Luxus, einem Pool, einer riesigen Bücherei und Robotern als Angestellten. Und exakt einem Gast, dem Spieler.

Der Schein trügt, denn dieses Puzzle-Spiel glänzt mit einer mehr als nur beklemmenden Atmosphäre und schön anzusehender Grafik. Aber auch wenn das Spiel auf den ersten Blick einen mehr als nur guten Eindruck macht, stellt sich doch eine Frage: Ist der Inhalt auch so gut wie die Verpackung?

Die Suche nach einem Ausgang

Das Spiel beginnt damit, dass ihr in eurem Zimmer im Penrose aufwacht und einen Anruf erhaltet. Eine Frau namens Cooper stellt sich vor und verspricht euch Hilfe dabei, aus dem Hotel zu fliehen. Denn auch wenn der Protagonist nicht sonderlich viel dazu zu sagen hat: Allem Anschein nach werdet ihr gegen euren Willen dort festgehalten.

Natürlich wäre es zu leicht, wenn man einfach zur Tür hinausspazieren könnte. Also ist es notwendig, das Hotel Stockwerk für Stockwerk zu erkunden und Rätsel zu lösen. Nach und nach erinnert der Protagonist sich auch an seine Vergangenheit und das, was vor seinem Aufenthalt im Penrose geschehen ist, erinnern. Gemeinsam mit Coopers Aussagen über das Telefon stellen diese beiden Faktoren den hauptsächlichen Input für die Story dar. Welche nebenbei bemerkt sehr realistisch und natürlich geschrieben sind. Zusätzlich dazu finden sich auch Dokumente im Hotel, die die Handlung und Hintergrundgeschichte darüber hinaus erweitern.

Dadurch entsteht zusammen mit der musikalischen Untermalung und den gesichtslosen Robotern eine beklemmende, gruselige Atmosphäre. Diese verstärkt die Wirkung der Story nur weiter.

Im Allgemeinem bietet die Story viel Emotionen und Fragen, von denen die meisten auch im Laufe des Spiels beantwortet werden. Am Ende von The Spectrum Retreat werden dem Spieler zwei Möglichkeiten geboten, wie man das Spiel beenden möchte. In meinen Augen bietet keines der beiden Enden wirklich einen Grund, das Spiel ein weiteres Mal zu spielen. Zumindest nicht direkt im Anschluss. Denn so spaßig die Rätsel beim ersten Mal sind, wenn man die Lösung kennt, sind sie in erster Linie redundant.

Rätsel lösen und Codes knacken

Das Gameplay selber teilt sich in zwei verschiedene Phasen. Um den Zugang zu einem neuen Stockwerk zu erhalten, ist es notwendig, zuvor die Berechtigung dazu zu erlangen. Dafür müsst ihr zunächst einen bestimmten Zugangscode innerhalb des Hotels finden, wo ihr diesen findet, teilt euch das Spiel auch mit. Dies erfordert immer ein wenig Backtracking, allerdings ist das Hotel nicht so groß, als das es allzu nervig werden könnte. Nach einer kurzen Suche geht es dann in einen besonderen Bereich des Hotels, in dem ihr Rätsel lösen müsst.

Genauer gesagt, gibt es auf jeder Ebene einen Eingang und einen Ausgang und zwischen diesen Barrieren verschiedener Farben. Das Gerät, dass ihr mit euch tragt, erlaubt es euch, eine Farbe aufzunehmen und dann Barrieren dieser Farbe zu durchqueren.

Durch sinnvolles und durchdachtes Vertauschen und Einsammeln von Farben lässt sich der Weg zum Ausgang öffnen. Je weiter ihr das Hotel erkundet, desto mehr Elemente kommen zu diesen Rätseln hinzu, seien es nun neue Farben, Teleporter oder rotierende Räume, Monotonie kommt nicht auf.

Die Schwierigkeit der Rätsel ist hier sehr variabel. Einige Rätsel erlauben es euch beliebig auszuprobieren, bei anderen ist es möglich, in einer Sackgasse zu landen. Allerdings lassen die Level sich jederzeit resetten und ein neuer Versuch starten. Ein Feature, das man auf keinen Fall zögern sollte zu nutzen, denn es ist nicht allzu selten, dass man sich selber durch unbedachtes Vertauschen der Farben einsperrt. Genau das kann gerade bei längeren Leveln sehr nervig werden. Es ist mir mehr als einmal passiert, dass ich ein Level beinahe gelöst hatte, aber aufgrund eines Fehlers am Anfang alles wiederholen musste. Das kann durchaus für Frust sorgen.

Fazit zum The Spectrum Retreat Test

Das preisgekrönte Ein-Mann-Projekt kann sich durchaus sehen lassen und sich problemlos mit ähnlichen Titeln des Genres messen. Neben kniffeligen Rätseln kommt das Spiel mit einer interessanten Story, die allerdings an einigen Stellen – gerade gegen Ende – etwas löchrig ist.

Mit zwei verschiedenen Enden könnte das Spiel durchaus Replayvalue bieten, allerdings bieten die Rätsel beim zweiten Mal einfach nicht so viel Reiz wie beim zweiten Durchlauf. Darüber hinaus ist in meinen Augen ein Ende unbefriedigender als das andere und es fühlt sich nicht wie eine Belohnung an, eines der beiden zu erspielen. Das ist aus einer erzählerischen Perspektive wahrscheinlich auch so gedacht, sorgt aber nicht für mehr Spaß beim zweiten Spieldurchlauf, unter anderem auch, weil es stehts nur einen Lösungsweg gibt.

Mit etwa 6-7 Stunden Spielzeit und einem Preis von ungefähr 13 Euro ist das Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus angemessen. Wer Spaß an Rätseln hat und beklemmende, emotional geladene, aber gleichzeitig auch mysteriöse Geschichten mag, für den ist The Spectrum Retreat definitiv ein Kauf wert.

Pro
Contra
Story
80%
  • schön erzählt mit vielen Wendungen
  • Monologe sehr natürlich geschrieben
  • Zwei Enden
  • Weist gegen Ende einige Logikfehler auf
  • Enden sind sehr unbefriedigend
Gameplay
85%
  • Neue Elemente im Laufe des Spiels
  • Relativ viel Backtraking erforderlich
Balance
80%
  • Hinweise für Codes sind eindeutig, aber nicht zu offensichtlich
  • längere Level könnten Checkpoints vertragen
Steuerung
85%
  • Intuitive, leicht zu erlernende Steuerung
  • Manchmal nicht ganz reibungslos
Grafik & Sound
100%
  • Schöne Grafik
  • Passende musikalische Untermalung

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